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Was macht die Auto-Hold-Funktion?

Die Auto-Hold-Funktion verhindert das ungewollte Wegrollen eines stehenden Autos, indem der letzte Bremsdruck gespeichert und bei Bedarf aktiviert wird.

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  • Veröffentlicht am 12/19/2019, 5:17 PM
Der Gangwahlhebel eines DSG in einem VW Tiguan.
Quelle: mobile.de Moderne Fahrzeuge lassen sich oft mit einer Autohold-Funktion ausstatten.

Eine nostalgische Slapstick-Situation: Ein Fahrer parkt sein Auto am Berg, steigt aus und das Fahrzeug rollt alleine weg. 50 Mal gesehen und bei modernen Autos nur noch selten mögich. Denn Handbremshebel in der Mittelkonsole gibt es bei heutigen Fahrzeugen immer seltener. Seine rein mechanischen Dienste übernehmen elektronische bzw. elektrohydraulische Systeme. Die elektronische Parkbremse wird mit einem dezenten Kippschalter oder Druckschalter an der Mittelkonsole betätigt.

Vorteile der elektrischen Parkbremse

Einer ihrer Vorteile: Wegen des Wegfalls des Handbremshebels ist spürbar mehr Platz im Bereich der Mittelkonsole. Außerdem gleicht die elektronische Parkbremse eventuelle Leistungsverluste bei heißen Bremsen wieder aus. Alle Räder werden mit maximaler Bremswirkung gehalten. Die Wirkung der guten alten mechanischen Handbremse hängt hingegen davon ab, wie viel oder wenig sie vom Fahrer angezogen wird. Zudem hat die moderne Parkbremse wichtige Komfortfunktionen wie das automatische Lösen der Bremse beim Anfahren oder das automatische Aktivieren, wenn der Zündschlüssel abgezogen wird und der Fahrer aussteigen will. 


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Zusätzlich gibt es in vielen modernen Autos die Auto-Hold-Funktion mit eigener Auto-Hold-Taste. Diese Funktion lässt sich nur im Fahrbetrieb aktivieren. So wird gewährleistet, dass das Fahrzeug während des Fahrbetriebs im Stillstand die Position hält und keine unerwünschten Bewegungen macht, auch wenn der Fahrer nicht mit dem Fuß auf der Bremse steht. 

Die Auto-Hold-Funktion einfach erklärt

Während die Parkbremse, wie der Name schon sagt, für das Parken des Fahrzeugs vorgesehen ist, ist das Einsatzgebiet der Auto-Hold-Funktion der Fahrbetrieb. Sie dient der Sicherung, wenn das Fahrzeug einen beabsichtigten oder überraschenden Stopp einlegt. Dafür speichert sie den zuletzt ausgeübten Bremsdruck. Bleibst Du irgendwann mit Deinem Wagen stehen und er fängt  plötzlich an zu rollen, wird dieser Bremsdruck reaktiviert. Sobald das Fahrzeug wieder anfährt, löst die Auto-Hold-Funktion den Bremsdruck und Du kannst ganz normal fahren.

Eine Frau zieht den Handbremshebel eines Autos.
Quelle: Christin Klose (picture alliance / dpa Themendienst) Der Handbremshebel auf der Mittelkonsole ist ein Relikt aus alten Autozeiten

Damit die Auto-Hold-Funktion einsatzbereit ist, muss sie zunächst mit einem Druck auf die entsprechende Taste aktiviert werden. Ist sie aktiviert, leuchtet eine Lampe im Cockpit auf. Besonders praktisch ist diese Funktion zum Beispiel im Stau und bei längerem Stop-and-go-Betrieb: Du fährst los, bremst wieder, fährst nach einer Pause wieder weiter. Genau in diesen Situationen des Stillstands übernimmt die Auto-Hold-Funktion die Kontrolle und es besteht keine Gefahr, dass das Fahrzeug unerwünscht nach vorne oder hinten rollt, wenn Du nicht mit dem Fuß auf der Bremse stehst.



Eine weitere typische Einsatzsituation für die Auto-Hold-Funktion ist der Stillstand an der Ampel oder am Bahnübergang. Du bleibst mit Deinem Fahrzeug stehen und betätigst weder die Parkbremse, noch schaltest Du beim Automatikgetriebe auf "P". Die Elektronik erkennt den Stillstand des Fahrzeugs und aktiviert die Auto-Hold-Funktion, die den zuletzt getätigten Bremsdruck wiederherstellt.

Das Aktivieren der Bremsen an den vier Rädern wird über die hydraulische ABS-/ESP-Einheit geregelt. Dabei erkennen die Steuergerätsensoren des ABS-Systems, ob die Räder rollen oder stillstehen. Im Unterschied zu anderen Anfahrassistenten, die das Fahrzeug nur für kurze Zeit blockieren, hält die Auto-Hold-Funktion das Fahrzeug permanent. Berganfahrassistenten tun das nur, wenn eine gewisse Neigung der Fahrbahn gegeben ist.

Wann sie nicht funktioniert

Zu den Besonderheiten der Funktion gehört, dass sie bei vielen Fahrzeugen nur mit angeschnalltem Gurt des Fahrers aktiviert werden kann. Außerdem funktioniert sie meist nicht, wenn die Tür geöffnet ist. Am Ende der Fahrt musst Du die Auto-Hold-Funktion nicht ausschalten. Sie wird mit Abschalten des Motors, Ziehen des Zündschlüssels oder auch mit Lösen des Fahrersicherheitsgurtes deaktiviert.

Dauert die Standzeit länger, löst die elektronische Parkbremse über das ABS-Steuergerät die Auto-Hold-Funktion ab. Meist geschieht dies nach drei bis vier Minuten. Bei der Weiterfahrt geht es dann wieder von vorne los: Auto Hold muss per Tastendruck neu aktiviert werden.



Hände am Lenkrad eines Autos.
Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert (picture alliance / dpa Themendienst) Die elektrische Parkbremse ist mittlerweile technischer Standard bei modernen Fahrzeugen. So können die Hände am Lenkrad bleiben

Mögliche Schwierigkeiten mit der Auto-Hold-Funktion

Die Auto-Hold-Funktion ist komfortabel, allerdings nur, wenn man sich an sie gewöhnt hat. Vor allem Menschen, die noch den alten Handbremshebel gewohnt sind, tun sich mitunter etwas schwer. Das gilt vor allem beim Anfahren, Einparken, Rangieren oder am Berg, wo der automatische Auto-Hold-Eingriff nicht immer gewünscht wird. Für manche Fahrer ist es gewöhnungsbedürftig, dass es beim Anfahren eine Unterbrechung des Kraftflusses geben kann. Andere bemängeln, dass sie viel Gas geben müssen, andernfalls der Motor des Autos abgewürgt wird.

Eine andere Frage, die in diversen Foren fleißig diskutiert wird, dreht sich um das Zusammenspiel von der Auto-Hold-Funktion mit der elektronischen Parkbremse. Üblich ist, dass beim Abstellen des Fahrzeugs und beim Ausschalten des Motors die elektronische Parkbremse von einer aktivierten Auto-Hold-Funktion ausgelöst wird. Ist die Auto-Hold-Funktion deaktiviert, muss bei manchen Fahrzeugen die elektronische Parkbremse vor dem Aussteigen extra eingeschaltet werden, um ein unerwünschtes Rollen des Autos zu vermeiden.


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Generell sollten sich Autofahrer angewöhnen, bei Stillstand die elektronische Parkbremse einzuschalten. Die beiden Druckschalter sind zum Beispiel beim VW Golf direkt nebeneinander. Beim Golf zählt die Auto-Hold-Funktion übrigens schon seit 2012 zur Ausstattung des Fahrzeugs, seit der Einführung der siebten Generation.

Die Auto-Hold-Funktion kurz und knapp

  • Motor starten
  • Elektronische Parkbremse lösen
  • Auto-Hold-Funktion aktivieren
  • Losfahren
  • Bei Stillstand von der Bremse gehen
  • Auto Hold wird aktiviert
  • Beim Losfahren oder Motorabstellen löst sich Auto Hold automatisch
  • Mit dem Abstellen des Motors oder Lösen des Sicherheitsgurtes wird Auto Hold deaktiviert