Die teuren Kraftstoffe werden von den meisten Tankstellenketten angeboten

Was bringen Additive für Benzin und Diesel?

Gutes noch besser machen: Der Handel bietet zahlreiche Kraftstoff-Additive an, die für einen sauberen Motor oder eine optimale Verbrennung sorgen, die Leistung verbessern, den Verbrauch reduzieren oder die Lebensdauer erhöhen sollen. Ob sie ihre Versprechen halten, ist nicht eindeutig bewiesen. Unabhängige Tests kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Und hochwertige Treibstoffe enthalten ohnehin Zusätze zur Unterstützung des Motors.

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:07 PM
Manche Additive sind dem Benzin schon beigefügt, andere kannst Du zusätzlich hinzufügen.

Die Leistung und Lebensdauer des Fahrzeugs verbessern, das Kraftstoffsystem entschlacken und reinigen, den Verbrauch des Autos senken und die Emissionen optimieren. Diese Dinge dürften so ziemlich jeden Autofahrer interessieren. Dafür bieten Hersteller wie Liqui Moly, Shell, BASF oder Mathy vielerlei Zusätze für den Treibstoff an – und zwar für Benzin ebenso wie für Diesel.

Mit dem Additiv AdBlue schaffen es viele Dieselmotoren, die Abgasnorm Euro 6 zu erfüllen

Was genau sind Additive?

Additive sind Zusätze für Benzin oder Motoröl, die deren Eigenschaften verbessern und Leistung und Lebensdauer des Motors erhöhen sollen. Der Markt ist umfangreich und kaum zu überblicken. So wird häufig damit geworben, dass Korrosion im Kraftstoffsystem bekämpft, Kraftstoffe vor Alterung geschützt oder die Motorleistung optimiert werden. Auch sollen die Mittel gegen Ablagerungen an Ventilen und im Einspritzsystem wirken und insgesamt einen reinigenden Effekt haben. Eine bessere Kompression und ein geringerer Verbrauch werden ebenfalls häufig versprochen.
Auch für Fahrzeuge mit Dieselmotoren gibt es ein breites Spektrum an Zusätzen. Dabei handelt es sich oft um Breitbandzusätze mit vielen Effekten. Sie sollen etwa Ablagerungen im Einspritzsystem und Brennraum verhindern, das Festbrennen und Verharzen von Düsennadeln vermeiden oder die Zündbereitschaft des Dieselkraftstoffs verbessern. Außerdem sollen sie Korrosion bekämpfen.
Andere Mittel versprechen besondere Schmier- und Fließeffekte. Erstere sollen Verschleiß und Korrosion reduzieren und die Lebensdauer der Einspritzpumpen und des gesamten Kraftstoffsystems steigern. Letztere haben eine positive Wirkung auf Fließfähigkeit und Filtergängigkeit – besonders bei niedrigen Temperaturen. Diesel beginnt bei rund sieben bis zehn Grad unter null zu verflocken und Paraffinpartikel zu bilden. Der Motor arbeitet dann nicht mehr.
Außerdem gibt es Zusätze, die den Rußbrand beschleunigen, den Auspuffqualm mindern und die AU-Werte verbessern sollen. Spezielle Diesel-Additive sollen auch die Rußpartikelfilter schützen und so die Verbrennung des Kraftstoffs verbessern.

Was bringen Additive?

Die Wirkung von Zusatzstoffen im Motor ist umstritten und oft schwer nachweisbar. Gerade teurere Kraftstoffe wie Super Plus oder Super Diesel enthalten ohnehin schon verschiedene Zusätze, die ihre Eigenschaften verbessern sollen. So ist es fraglich, ob die Wintersicherheit von Diesel tatsächlich zusätzlich erhöht werden muss. Denn die Mineralölunternehmen setzen dem Winterdiesel bereits eigene Mittel zu.
In einem Test verschiedener Zusätze, die einen starken Rückgang der Verbrauchswerte von Fahrzeugen versprechen, stellte der ADAC keine messbaren Veränderungen fest. Die „Auto Bild“ zeigte sich dagegen von Zusätzen zur Entfernung von Ablagerungen und Verschmutzungen im Kraftstoffsystem weitgehend überzeugt: Sie halfen auch gegen Bakterien, Hefen und Schimmelpilze.

Sonderfall AdBlue

Ein weit verbreiteter Zusatz ist AdBlue. Er hilft Dieselmotoren dabei, die Abgasgesetze zu erfüllen. So erfüllen die meisten modernen Dieselfahrzeuge die Abgasnorm Euro 6 mithilfe dieses Stoffs. AdBlue besteht aus Harnstoff und Wasser. Es setzt Ammoniak frei, das im SCR-Katalysator Stickoxide in Stickstoff und Wasserdampf umwandelt.



Sonderfall Oldtimer

Nachdem verbleites Benzin an den Tankstellen ab 1996 nicht mehr angeboten wurde, griffen viele Oldtimerbesitzer zu Additiven, die das Fehlen des Tetraethylbleis kompensieren sollten. Dieses wurde dem Kraftstoff zugesetzt, um seine Klopffestigkeit zu verbessern. Weil es sich dabei um einen hochgiftigen Stoff handelt, wurde es verboten. In der Folge kamen Additive auf Kaliumverbindungen auf, die dem Benzin zugegeben wurden. Heute ist auch ihre Wirkung umstritten.

Unterschiedliche Typen von Additiven

  • Additive zur Reibungsverminderung im Motor
  • Additive zur Verbesserung der Wintereigenschaften von Diesel
  • Alterungsstabilisatoren
  • Korrosionsinhibitoren
  • Reinigungs- und Reinhalteadditive
  • Schmierfähigkeitsverbesserer
  • Zündbeschleuniger (Erhöhung der Cetanzahl)