900 Euro Zuschuss für private Ladestationen

Wallbox-Förderung 2020: Voraussetzungen, Antrag, Tipps

Ab 24. November 2020 wird der Kauf einer privaten Wallbox mit 900 Euro gefördert. Alle Infos und Bedingungen zur Wallbox-Förderung der KfW.

  • Veröffentlicht am 11/14/2020, 08:15 AM
Zu sehen ist ein Tesla an einer Wallbox
Quelle: Picture-Alliance Eine Wallbox bietet mehr Kilowatt als eine herkömmliche Steckdose und sorgt dafür, dass der Strom schnell, sicher und ganz bequem in die Batterien des E-Autos fließt

Die Bundesregierung unterstützt die Elektromobilität mit viel Geld. Bis zu 11.000 Euro Förderung (je nach Autohersteller) gibt es aktuell beim Kauf eines E-Autos. Ab 24. November 2020 wird zudem die Anschaffung einer privaten Wallbox über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bezuschusst – mit 900 Euro pro Ladepunkt.

Hier erfährst Du, welche Punkte bei der Antragstellung wichtig sind und worauf Du beim Thema Wallbox achten solltest.


Tesla Model 3
Tesla Model 3

Im Juli 2017 startet die Produktion des Model 3. Seit Anfang 2019 stromert der Kalifornier auch auf europäischen Straßen.


Wallbox-Förderung: Das Wichtigste in Kürze

  • Ab 24.11.2020: Zuschuss für private Wallboxen durch die KfW
  • Förderhöhe: 900 Euro pro Ladepunkt
  • Antrag muss vor Beauftragung oder Kauf der Wallbox erfolgen
  • KfW-Förderung nicht kombinierbar mit anderen Förderprogrammen
  • Voraussetzungen für die Förderung sind:
    • Ladestation hat 11 kW Ladeleistung
    • Ladestation verfügt über intelligente Steuerung
    • Strom stammt nachweislich aus erneuerbaren Energien
    • Kosten für Kauf und Installation mindestens so hoch wie Zuschuss

Wer ein Elektroauto besitzt oder eins kaufen will, landet rasch bei der Frage: Wo lässt sich der Stromer laden? Eine Wallbox bietet mehr Kilowatt als eine herkömmliche Steckdose und sorgt dafür, dass der Strom schnell, sicher und ganz bequem über Nacht in die Batterien des E-Autos fließt. Ein Beispiel: Der Renault Zoe lädt an einer 22-kW-Wallbox in 1,5 Stunden. Bei einer 2,3-kW-Steckdose dauert der Ladevorgang zehn Stunden. Die Inbetriebnahme übernimmt ein Techniker des Herstellers.

Die gute Nachricht für alle Strom-Auto-Fahrer: Der Bund hat Anfang Oktober verkündet, die Installation einer privaten Wallbox zu fördern – und zwar mit 900 Euro pro Ladepunkt.  Offiziell heißt das von der KfW abgewickelte Programm „Ladestationen für Elektroautos – Wohngebäude (440)“. Die KfW-Bank hat bereits eine eigene Website eingerichtet. Ab 24.11.2020 können entsprechende Anträge gestellt werden. Bis dahin müssen Interessenten auch mit der Beauftragung oder dem Kauf einer Wallbox warten. Denn den Zuschuss gibt es nur für noch nicht gekaufte oder bestellte Wallboxen.

Zu sehen ist eine Wallbox
Quelle: Picture-Alliance Nach Angaben der KfW werden alle Ladestationen für Elektroautos gefördert, die nicht öffentlich und einem Wohngebäude in der Bundesrepublik Deutschland zuzurechnen sind

Wallbox-Förderung der KfW: Details | So viel Zuschuss zur Wallbox gibt es

Der Bund bezahlt pro Ladepunkt an einer privaten Wallbox 900 Euro. Das heißt: Verfügt die geplante Wallbox über zwei Ladepunkte, also über zwei Lademöglichkeiten für das parallele Laden zweier E-Autos, gibt es 1.800 Euro. Bei drei Ladepunkten sind es 2.700 Euro.

Gefördert werden nur solche Wallboxen oder Ladestationen, die inklusive Kauf, Energiemanagementsystem, Einbau und Netzanschluss mindestens so viel kosten wie die Fördersumme pro Ladepunkt. Ein Beispiel: Kostet eine Ladestation mit drei Ladepunkten 2.500 Euro, erhält der Antragsteller nur 1.800 Euro für zwei Ladepunkte. Kostet sie 2.700 Euro, bekommt er 2.700 Euro.

KfW-Förderung für Ladestationen beantragen: So funktioniert es

Interessenten müssen als Erstes ein Angebot einholen. Hierfür empfiehlt es sich, beim Hersteller des Elektroautos nachzufragen, welche Wallbox für das Modell geeignet ist. Die meisten Hersteller bieten eine auf das Fahrzeug abgestimmte Wallbox an. Alternativ gibt es auch unabhängige Anbieter. So oder so ist es wichtig, bei der Wahl der Ladestation für Elektroautos darauf zu achten, dass das Modell förderfähig ist. Die KfW listet alle förderfähigen Wallboxen auf. Ist die gewünschte Ladestation nicht dabei, kann unter der Telefonnummer 0800 539 9005 nachgefragt werden.

Im Anschluss sollten sich Interessenten ein schriftliches Angebot über den Kauf sowie die Installation der Wallbox geben lassen. Mit diesem Kostenvoranschlag wird dann die Förderung beantragt. Sobald der positive Bescheid vorliegt, kann die Wallbox nun gekauft und der Einbau beauftragt werden.


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Der Hyundai Kona war das erste rein elektrisch angetriebene Mini-SUV auf dem Markt.


Wallbox-Förderung: Voraussetzungen| Die Voraussetzungen zur Förderung

Den Zuschuss für die privaten Wallboxen gibt es nicht nur für private Haus- oder Wohnungsbesitzer, sondern auch für Mieter, Vermieter und Wohnungseigentümergemeinschaften. Nach Angaben der KfW werden alle Ladestationen für Elektroautos gefördert, die nicht öffentlich und einem Wohngebäude in der Bundesrepublik Deutschland zuzurechnen sind.

Weitere Voraussetzungen sind: Die Wallbox muss eine Ladeleistung von 11 kW haben. Wer ein Modell mit höherer Ladeleistung wählt, erhält die Förderung, wenn das Modell vom Elektrobetrieb auf 11 kW eingestellt wird. Zudem muss der Strom, der über die Wallbox in das Elektroauto fließt, zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien inklusive entsprechendem Nachweis laut Energiewirtschaftsgesetz stammen. Dieser kann über einen entsprechenden Vertrag mit einem Stromlieferanten sowie aus Eigenerzeugung vor Ort (zum Beispiel Strom aus Photovoltaik-Anlagen) bezogen werden.

Weitere Voraussetzung: Die Ladestation muss über eine intelligente Steuerung verfügen. Intelligente oder smarte Wallboxen lassen sich mit anderen elektronischen Geräten vernetzen. Dadurch können sie untereinander kommunizieren. Der Verbrauch wird beispielsweise über eine App für den Kunden deutlich transparenter. Solche Wallboxen sind in der Regel 100 bis 200 Euro teurer.

Wallbox-Förderung der Länder und Kommunen | Abweichende Förderprogramme der Länder

Einen Zuschuss für den Bau einer Ladestation für Elektroautos gibt es in einzelnen Bundesländern und Städten schon länger. Beispiel Nordrhein-Westfalen: Das Bundesland übernimmt pro intelligentem und nicht öffentlich zugänglichem Ladepunkt 60 Prozent der Gesamtkosten (bis zu 2.500 Euro). Die Stadt München bezuschusst ebenfalls die Installation einer eigenen Wallbox mit bis zu 3.000 Euro. Auch in Schleswig-Holstein und Sachsen gibt es separate Förderprogramme. Wichtig: Die unterschiedlichen Förderprogramme sind nicht kombinierbar. Im Klartext: Wer bereits eine Förderung von der KfW erhält, kann keine kommunale Unterstützung mehr beantragen.

Wallbox-Förderprogramme deutscher Städte

StadtFörderungFördersumme
Dachaufür eine Wallbox beim Kauf eines E-Autos250 Euro
Düsseldorffür Wallboxen mit Ökostrom oder über Solaranlage500 Euro
Hannoverfür eine Wallbox mit Ökostrom500 Euro
JenaKauf oder Pacht einer Wallbox300 Euro
MainzWallbox mit Ökostrom400 Euro
MarburgInstallation einer Wallbox200 Euro
MerseburgInstallation einer Wallbox500 Euro
MünchenInstallation einer Wallboxbis 3.000 Euro
SigmaringenInstallation einer Wallboxbis zu 200 Euro
SolingenWand-Ladestation der Stadtwerke Solingen100 Euro


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Wallbox: Kosten, Preise | Wie viel kostet eine Wallbox?

Gängige Ladestationen kosten je nach Hersteller ab etwa 400 Euro. Es gibt noch günstigere Wallboxen und sogar Bausätze. Allerdings sind die nur etwas für Profis. Nach oben sind dem Budget kaum Grenzen gesetzt. Je nach Ausführung (Anzahl Ladepunkte, Material) und Zubehör (Kabellänge) können Ladepunkte auch deutlich mehr als 2.000 Euro ohne Installation kosten.

Stichwort Installation: Zum Anschaffungspreis kommen die Kosten für die Elektroinstallation sowie den Einbau der Wallbox und eventuell für einen Stromzähler hinzu. Fallen zum Beispiel Kosten für Erdarbeiten an, wird die Installation teurer als die Wallbox selbst. Muss der Elektriker die Wallbox lediglich an einer vorhandenen Erdleitung anschließen und in Betrieb nehmen, machen die Installationskosten etwa 45 % der Gesamtkosten aus.

Unterschiede bei den Wallboxen

Bei der Auswahl der Boxen gilt es, ein paar Punkte zu beachten. In einem Test stellte der ADAC jüngst große Qualitätsunterschiede fest. Der Club testete Boxen mit Ladeleistungen zwischen 3,7 bis 22 Kilowatt (kW), sprach jedoch für die Hälfte keine Empfehlung aus. Er rät zu 11-kW-Boxen, die einen guten Kompromiss aus Leistung und Kosten darstellen.

Zu sehen ist der Strom-Tank eines E-Autos
Quelle: Picture-Alliance Der Bund bezahlt pro Ladepunkt an einer privaten Wallbox 900 Euro

Wallbox installieren als Mieter

Die Förderung des Bundes soll nicht nur Eigentümern vorbehalten bleiben. Wer als Mieter auf eigene Kosten eine Wallbox installieren lassen möchte, die Einwilligung des Eigentümers vorausgesetzt, kann den Zuschuss beantragen. Einen Rechtsanspruch auf eine Lademöglichkeit für Strom hat der E-Autofahrer allerdings nicht. Dies gehört schlicht nicht zum Mindeststandard einer Wohnung.


Bei der Installation der Wallbox von einem Fachmann muss bei einer Mietwohnung oder einer Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus zwingend ein separater Zähler eingebaut werden. So wird sichergestellt, dass die abgezapften Kilowattstunden dem Verbraucher eindeutig zugeordnet werden können. Schließlich gilt: Wer lädt, der zahlt.


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Wallbox: Steuervorteile für Vermieter | Steuervorteile für Vermieter

Neben dem Zuschuss gibt es auch Steuervorteile für die Installation einer privaten Wallbox. Denn Vermieter können Aufwendungen zur Ausstattung von Garagen mit Elektrizität steuerlich abschreiben. Der Handwerkerlohn darf als "haushaltsnahe Dienstleistung" in der Steuererklärung angesetzt werden und drückt so direkt die Steuerlast des Käufers.

Eine Kostenfalle kann zuschnappen, wenn ein Mieter auszieht. Denn der Vermieter kann den Rückbau einer Ladestation verlangen. Im Zweifel hilft auch dann das Argument nicht weiter, dass ein Ladepunkt ein wertsteigerndes Merkmal der Mietsache ist und am Wohnungsmarkt einen Wettbewerbsvorteil verspricht. Mieter beugen an dieser Stelle am besten vor, indem sie sich schriftlich bestätigen lassen, dass die Ladestation bleiben kann.