Alle Infos zu Fristen und möglichen Strafen

Ummelden des Autos: Welche Fristen gelten?

Nach dem Autokauf müssen Formalitäten erledigt werden, wie die Ummeldung des Autos. Wie sie funktioniert und welche Fristen es dafür gibt, liest Du hier.

    0
  • Veröffentlicht am 11/14/2019, 1:39 PM
Jemand hält ein Nummernschild in eine Prägemaschine und betätigt den Mechanismus
Quelle: Arne Immanuel Baensch (picture alliance / dpa Themendienst) Wenn Du umziehst, kannst Du Dein bisheriges Kennzeichen behalten

Du hast Dir ein gebrauchtes Auto gekauft, das bereits zugelassen war? Oder bist Du in eine andere Stadt gezogen und nimmst Dein Auto mit? Dann solltest Du zügig zur Zulassungsstelle gehen, denn in beiden Fällen muss das Auto dort umgemeldet werden. Wichtig ist, sich für die Ummeldung nicht allzu viel Zeit zu lassen.

Welche Fristen gelten für die Ummeldung?

Eine genaue Angabe zur Frist für die Kfz-Ummeldung gibt es zwar nicht, aber immerhin spricht der Gesetzgeber von „unverzüglich“. Nur in Hamburg gibt es im Bußgeldkatalog mittlerweile konkrete Fristen und Bußgelder in Höhe von bis zu 500 Euro, wenn die Ummeldung um mehr als 12 Monate überschritten wird. Für alle anderen Bundesländer gilt die „unverzügliche“ Ummeldung. Wie das konkret zu verstehen ist, liegt tatsächlich im Ermessen des jeweiligen Sachbearbeiters. Um auf der sicheren Seite zu sein, solltest Du eine Frist von einem Monat nicht überschreiten. In der Regel wird diese Zeit akzeptiert.

Zu lange gewartet? Welche Strafen drohen

Wenn der zuständige Sachbearbeiter in der Zulassungsstelle der Ansicht ist, dass Du zu lange mit der Ummeldung gewartet hast, kann er ein Bußgeld verhängen. In der Regel musst Du bei einer Verspätung von mindestens sechs Monaten mit einem Bußgeld von bis zu 100 Euro rechnen. Wie hoch das Bußgeld für die verstrichene Frist konkret ausfällt, lässt sich nicht genau sagen. Auch das ist eine Einzelfallentscheidung. Hinzu kommt, dass es hier auch Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt, da die Kfz-Zulassung und Kfz-Steuer Ländersache sind.



Auto ummelden - Was tun bei Umzug?

Wenn Du in einen anderen Zulassungsbezirk umziehst und Dein Auto mitnimmst, musst Du nicht nur Dich selbst, sondern auch das Auto ummelden. Wichtig ist das vor allem für Deine Kfz-Versicherung: Die Höhe der zu zahlenden Prämie für die Kfz-Versicherung richtet sich nämlich nach Deinem Wohnort. Ein weiterer Grund für die Auto-Ummeldung bei einem Umzug ist, dass die Fahrzeugzulassung an eine Adresse gebunden ist, die nach dem Umzug auf den neuesten Stand gebracht werden muss.

Ein Hinweisschild deutet auf den Eingang zu einer Zulassungsstelle
Quelle: Arne Immanuel Baensch (picture alliance / dpa Themendienst) Du hast Dir ein gebrauchtes Auto gekauft, das bereits zugelassen war? Oder Du bist in einen neuen Wohnort gezogen? Dann solltest Du Dein Auto zügig ummelden

Dein Kennzeichen darf mit Dir umziehen

Wenn Du an einen neuen Wohnort umziehst, kannst Du – wenn es Dir wichtig ist – Dein bisheriges Kennzeichen behalten. Der Halter des Fahrzeugs ist mittlerweile nicht mehr dazu verpflichtet, das Autokennzeichen gegen eines aus dem neuen Zulassungsbezirk zu tauschen. Dennoch musst Du Dein Fahrzeug ordnungsgemäß ummelden, sonst drohen Bußgelder.

Nicht vergessen: Neue Plakette für neues Kennzeichen

Denke daran, dass Du auch eine neue Feinstaubplakette benötigst, wenn Du Dich bei einem Umzug in eine neue Stadt für ein neues Kennzeichen entscheidest. Die Umweltplaketten sind zwar generell unbefristet gültig, die auf der Plakette angegebene Nummer muss allerdings mit dem neuen Nummernschild übereinstimmen. Missachtest Du das, droht ein Bußgeld.

Kfz-Ummeldung - Was tun beim Kauf eines Gebrauchtwagens?

Wenn Du einen Gebrauchtwagen gekauft hast, der davor auf einen anderen Fahrzeughalter angemeldet war, solltest Du das Kfz ebenfalls zügig auf Deinen Namen ummelden. Dafür wendest Du Dich an die für Deinen Wohnort zuständige Zulassungsstelle. Erkundige Dich am besten vor Deinem Besuch, welche Unterlagen Du dabeihaben solltest, wenn Du Dein Auto ummelden möchtest. So kannst Du Dir zusätzliche Gänge ersparen.

Checkliste - Erforderliche Unterlagen

Folgende Unterlagen solltest Du dabeihaben, um bei der Zulassungsstelle Dein Auto umzumelden:

  • Zulassungsbescheinigung Teil I (ehemals Fahrzeugschein)
  • Zulassungsbescheinigung Teil II (ehemals Fahrzeugbrief)
  • Versicherungsbestätigung – eVB-Nummer
  • Gültige Bescheinigung der Hauptuntersuchung und der Abgasuntersuchung (AU)
  • Bisheriges Kennzeichen (nur bei Kennzeichenwechsel)
  • Personalausweis oder Reisepass mit Meldebestätigung
  • Schriftliche Vollmacht (falls Du die Ummeldung nicht persönlich machen kannst)
  • Einzugsermächtigung für die Kfz-Steuer
Ein neues Kennzeichen aus dem Zulassungskreis Potsdam liegt auf einem weißen Schreibtisch
Quelle: Patrick Pleul ((c) dpa) Wichtig ist, dass Du Dir für die Ummeldung nicht zu viel Zeit lässt. Andernfalls musst Du mit einem Bußgeld rechnen

Was ist eigentlich die eVB-Nummer?

Bei einer Kfz-Ummeldung musst Du nachweisen, dass Du eine Kfz-Haftpflichtversicherung hast – diese ist in Deutschland vorgeschrieben. Nachweisen kannst Du das anhand einer Versicherungsbestätigung, die Du von Deinem Kfz-Versicherer erhältst. Die sogenannte eVB-Nummer wird bei Abschluss der Kfz-Versicherung vergeben. Sie besteht aus einer Kombination von sieben Zahlen und Buchstaben. Hast Du die eVB-Nummer nicht zur Hand, kannst Du sie Dir in der Regel von Deiner Kfz-Versicherung am Telefon geben lassen. Mit dieser Nummer kann die Zulassungsstelle bei der Ummeldung überprüfen, ob Du tatsächlich eine Versicherung für Dein Kfz besitzt.

Auto ummelden - Wieviel kostet das?

Ein Kfz umzumelden ist ein kostenpflichtiger Verwaltungsakt. Du wirst also auf jeden Fall zur Kasse gebeten. Wie hoch die Gebühr für die Ummeldung letztendlich ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, denn die Höhe ist abhängig vom Verwaltungsaufwand und kann von Bundesland zu Bundesland variieren. In der Regel solltest Du Dich auf etwa 20 bis 30 Euro einstellen. Falls Du Dir ein neues Auto-Kennzeichen zulegst, kostet das extra – plane hier nochmal 20 bis 30 Euro ein.

Günstiger wird es, wenn Du nicht in einen anderen Zulassungsbezirk umziehst, sondern im selben Bezirk bleibst. Dann kostet die Kfz-Ummeldung um die 12 Euro. Grund dafür ist, dass der Verwaltungsaufwand geringer ist: Hier muss nur die neue Adresse in die Zulassungsbescheinigung Teil I eingetragen werden. Diese Änderung kann auch das Einwohnermeldeamt vornehmen. Wenn Du nicht in einen anderen Zulassungsbezirk gezogen bist, musst Du Deiner Kfz-Versicherung nur Deine neue Adresse mitteilen, die bei der Kfz-Ummeldung im Fahrzeugschein geändert wird.


Recht und Gesetz