CoC-Papiere: Das musst Du als Autofahrer wissen

CoC-Papiere: Wissenswertes zum Auto-Zertifikat

Der Begriff CoC-Papiere wirft Fragen auf. Lies hier, was dahinter steckt, wofür man sie braucht und wie man sie beantragt.

  • Veröffentlicht am 03.11.2021, 14:58
Auf einer Stele vor einem Verwaltungsgebäude und dem Gebäudeteil "A" steht "Zulassungsstelle"
Quelle: Peter Besser Bei der Zulassung eines Fahrzeugs brauchst Du Zulassungsbescheinigungen

CoC-Papiere für’s Auto: Was ist das?

Die englische Abkürzung CoC steht für „Certificate of Conformity“ und bedeutet wörtlich übersetzt „Konformitätszertifikat“ oder „Konformitätsbescheinigung“. Gängig sind im deutschen Sprachgebrauch außerdem die Begriffe EG-Übereinstimmungsbescheinigung, EWG-Übereinstimmungsbescheinigung und Herstellerbescheinigung. Ganz gleich, wie man sie bezeichnet: Mit den CoC-Papieren weist man nach, dass eine EU-Typgenehmigung für ein Auto vorliegt. Die Typ-Genehmigung erteilt übrigens das Kraftfahrt-Bundesamt – und zwar dann, wenn ein Fahrzeugtyp in der EU verkauft werden und am Verkehr teilnehmen darf.

Die CoC-Papiere bestätigen außerdem, dass das Fahrzeug den gesetzlichen Vorschriften der Europäischen Union beziehungsweise den EU-Normen entspricht. Das bedeutet: Es erfüllt alle wichtigen Sicherheits- und Umweltstandards und kann zugelassen werden. Ausgestellt werden die CoC-Papiere hauptsächlich für Pkw, Anhänger und Krafträder. Anders als Führerschein und Fahrzeugschein müssen sie nicht jederzeit im Auto mitgeführt werden. Bewahre sie einfach an einem sicheren Ort auf, zum Beispiel zu Hause zusammen mit dem Fahrzeugbrief.

Wozu braucht man CoC-Papiere?

Sowohl beim Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens als auch bei der Zulassung eines Fahrzeugs spielen die CoC-Papiere eine wichtige Rolle. Der Grund: Sie enthalten grundlegende Informationen über das Fahrzeug. Mit ihrer Hilfe können Käufer und Zulassungsstelle feststellen, ob das Auto einem genehmigten Fahrzeugtyp entspricht. Nur wenn dem so ist, ist das Fahrzeug verkehrstüchtig und sicher. Daher empfehlen wir, beim Kauf eines Autos immer zu prüfen, ob die CoC-Papiere vorhanden sind.

Ein Vorteil der Bescheinigung ist: Die Richtlinien zur Erstellung der Papiere sind überall in der EU gleich – dank der sogenannten EWG-Übereinstimmungserklärung. Diese Vereinheitlichung vereinfacht die Zulassung von importierten Fahrzeugen. Käufer, Verkäufer und Behörden müssen heute im Vergleich zu früher weniger Formulare ausfüllen. Der Aufwand ist also für alle Beteiligten geringer. Für Dich heißt das: Dank der CoC-Papiere kannst Du theoretisch einen günstigeren Neuwagen in einem anderen EU-Land kaufen und ihn anschließend unkompliziert in Deutschland anmelden.

Zulassung ohne CoC-Papiere – geht das?

Du willst Dein neues oder gebrauchtes Auto anmelden, hast aber keine Herstellerbescheinigung. Da stellt sich die Frage: Ist die Zulassung auch ohne CoC-Papiere möglich? Die Antwort lautet: ja. Allerdings geht das nur, wenn das Auto in der Vergangenheit schon mal in einem EU-Land angemeldet war und eine EU-Typgenehmigung vorliegt. Kann die EU-Typgenehmigung nicht per CoC-Papier nachgewiesen werden, kann eine sogenannte Einzelgenehmigung helfen. Das ist ein Bericht eines anerkannten Sachverständigen oder Gutachters. Wichtig ist, dass dieser detaillierte technische Informationen über das Fahrzeug enthält – und zwar auf dem Niveau von Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) und Fahrzeugbrief (Teil II), so die Straßenverkehrszulassungsordnung.

Tipp: Bestehe beim Gebrauchtwagenkauf auf die CoC-Papiere, denn in den meisten Fällen verlangt sie die Zulassungsbehörde bei der Autoanmeldung. Am besten regelt Ihr die Angelegenheit vorab – und haltet schriftlich fest, dass die Herstellerbescheinigung beim Kauf übergeben wird.

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Was steht in der EG-Übereinstimmungsbescheinigung

Die CoC-Papiere sind die Grundlage für die Zulassung eines Autos. Dementsprechend sind sie sehr umfangreich. Sie sind sogar ausführlicher als die beiden Teile der Zulassungsbescheinigung. Unter anderem enthalten sie Informationen zu geltenden Richtlinien und Vorschriften, die für eine EU-Zulassung relevant sind, sowie Angaben zu verschiedenen Umweltkriterien. Dazu gehören das Abgasverhalten, der Geräuschpegel, Daten zu CO₂-Emissionen und Kraftstoffverbrauch sowie eine Schadstoffklassifizierung in Form einer zweistelligen Schlüsselnummer. Letztere ist wichtig, wenn es um die Berechnung der Kfz-Steuer geht. Außerdem stehen in der Bescheinigung technische Merkmale des Fahrzeugs.

Dazu gehören ...

  • Fahrzeug-Identifizierungsnummer, auch FIN genannt
  • Fabrikmarke, Typ, Variante und Version
  • Abmessungen wie Radstand, Länge, Breite und Höhe
  • Hubvolumen
  • Reifengrößen
  • Kupplungstyp
  • Getriebetyp
  • Kurzbeschreibung des Bremssystems
  • Höchstgeschwindigkeit

Wie sehen CoC-Papiere aus?

Die EG-Übereinstimmungsbescheinigung sieht auf den ersten Blick wie ein normales bedrucktes Blatt Papier im Querformat aus. Es handelt sich entweder um ein Blatt im DIN-A4-Format oder um ein auf A4-Größe gefaltetes anderes Format. Je nach Hersteller gibt es kleine Unterschiede im Design – der Inhalt ist jedoch immer gleich. Schaut man genauer hin, stellt man fest, dass es sich um spezielles Papier handelt. Außerdem weist die Bescheinigung ein Wasserzeichen oder eine farbige grafische Darstellung auf. Der Grund: Sie muss laut der Richtlinie 2007/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates fälschungssicher sein. Das verhindert, dass jemand sie illegal vervielfältigt.

Ein Autoschlüssel  und die Zulassungsbescheinigung Teil 1 liegen auf einem CoC-Papier
Quelle: Peter Besser Die CoC-Papiere (oder auch die EG-Übereinstimmungsbescheinigung) brauchst Du bei der Zulassung eines neuen Fahrzeugs

Was kostet die Herstellerbescheinigung?

Seit 1996 sind Autohersteller dazu verpflichtet, CoC-Papiere für Neuwagen auszustellen. Beim Kauf eines neuen Autos übergibt sie der Verkäufer zusammen mit den Schlüsseln, der Zulassungsbescheinigung Teil II und gegebenenfalls der Zulassungsbescheinigung Teil I. Abhängig von Fahrzeugtyp und Werkstatt bezahlt man dafür um die 300 bis 1.000 Euro. Anders, wenn Du Dir einen Gebrauchtwagen anschaffst: Dabei sollte man aktiv nach den Papieren fragen.

Gibt es keine CoC-Papiere – was besonders bei älteren Modellen der Fall sein kann –, müssen sie beantragt werden. Das gilt auch, wenn Du die Papiere verlierst. Wichtig für die Beantragung ist, dass das Fahrzeug in der EU zugelassen ist und eine gültige EU-Typgenehmigung hat. Wende Dich dafür entweder an den Hersteller, eine Niederlassung oder einen Händler. Wie hoch die Gebühren für das Ausstellen sind, hängt vom Hersteller ab: Die Preisspanne reicht vom mittleren zweistelligen bis hin zum niedrigen dreistelligen Bereich. So kosten CoC-Papiere bei Skoda 68 Euro, während Porsche für die Erstellung eine Bearbeitungspauschale von 238 Euro verlangt (Stand: 09/2021).