In ihrer Wirkung leider nicht unendlich

Kühlwasser und Frostschutz – darauf kommt es an

Fast alle Autos mit Verbrennungsmotoren sind wassergekühlt. Trotzdem ist das Kühlwasser ein wenig beachteter Bestandteil des Motorsystems. Das Kühlwasser besteht nicht nur aus Wasser. Es hat wichtige Zusätze, die für Frost- und Korrosionsschutz im Kühlsystem verantwortlich sind. Deshalb ist es wichtig, dass Du darauf achtest, welche Kühlmittel in welcher Menge enthalten sind.

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:06 PM
Kühlwasser besteht nicht nur aus Wasser, sondern auch aus wichtigen Zusätzen.
Quelle: picture alliance Kühlwasser besteht nicht nur aus Wasser, sondern auch aus wichtigen Zusätzen, die für Frost- und Korrosionsschutz des Kühlsystems verantwortlich sind

Ohne Flüssigkeit zum Kühlen würde die Fahrt mit einem herkömmlichen Auto ein kurzes und teures Vergnügen. Durch die Zündvorgänge im Motor entsteht extreme Hitze, die abgeleitet werden muss, sonst überhitzt der Motor nach wenigen Kilometern und kollabiert. Der Wasserkreislauf im Motor nimmt die Wärme auf und überträgt sie auf den Kühler, von dem aus sie an die Außenluft übertragen wird. Ein Teil dieser Wärme wird auch über Wärmetauscher für die Heizung genutzt.

Das Wasser in diesem Kreislauf allein hat nur begrenzte Kapazitäten. Außerdem würde bei normalem Leitungswasser das Leitungssystem relativ schnell verkalken. Deshalb wird dem Wasser ein Kühlmittel beigemischt. Diese Flüssigkeit dient als Frostschutz, damit bei Minustemperaturen das Wasser nicht zu schnell in den Leitungen gefriert und das Kühlsystem ausfällt. Außerdem enthält die Kühlflüssigkeit auch Additive zum Schutz vor Korrosion in den Leitungen. Mit der Verwendung von destilliertem Wasser kannst Du zusätzlich etwas gegen die Kalkbildung im Kühlsystem tun.

Der Stand des Kühlmittels sollte im Idealfall vor der Wintersaison geprüft werden.
Quelle: picture alliance Der Stand des Kühlmittels sollte im Idealfall vor der Wintersaison geprüft werden

Frostschutzmittel: Verschiedene Farben und ihre Bedeutung

Das Angebot an Frostschutzmitteln ist ziemlich groß und unübersichtlich. Es gibt reine Konzentrate und fertige Mischungen. Letztere sind gebrauchsfertig und damit die praktischere Lösung. Bevor Du Dich mit der Auswahl des Frostschutzmittels für Dein Auto beschäftigst, solltest Du den aktuellen Stand der Flüssigkeit prüfen. Sinnvollerweise machst Du das vor der Wintersaison, um sicherzustellen, dass an besonders kalten Tagen keine Probleme entstehen. Dafür gibt es spezielle Messspindeln, die in das Kühlwasser gehalten werden und die dann anzeigen, wie weit der Frostschutz reicht. Solche Messspindeln kosten nur wenige Euros. Du kannst sie auch für die Kontrolle des Scheibenwassers verwenden, für das Du im Winter auch einen Frostschutz benötigst. Sollte der aktuelle Frostschutz im Kühlsystem weniger als 20 Grad minus betragen, solltest Du nachfüllen.

Grundsätzlich ist es ratsam, das Mittel zu verwenden, das vom Hersteller empfohlen wird. Das lohnt sich auch deswegen, weil es bei den Mitteln keine verbindlichen Standards gibt. Du kannst Dich generell nach den Farben orientieren und Dich an die Farbe halten, die die Kühlflüssigkeit in Deinem Fahrzeug hat. Verschiedene Farben zu mischen ist nicht ohne Risiko, weil die Mittel unterschiedliche Additive haben, was zu ungünstigen chemischen Reaktionen führen kann.

Ein Großteil der angebotenen Kühlmittel basiert auf Glykol, sie haben meist eine blaue Farbe. Im Markt weit verbreitet sind die Standards von Volkswagen wie etwa G11, G12, G12+ und G12++ sowie von BASF mit den Bezeichnungen G05, G30, G40 oder G48. Bei den blauen Frostschutzmitteln handelt es sich zumeist um Produkte auf Paraflu-Basis, die Silikat enthalten, das bei Modellen von Fiat üblich ist. Die Farben Rot und Blau solltest Du nicht miteinander mischen.

Grundsätzlich sollten Kühlmittel verwendet werden, die der Hersteller empfiehlt.
Quelle: picture alliance Grundsätzlich sollten Kühlmittel verwendet werden, die der Hersteller empfiehlt



Die richtige Kühlwasser-Mischung

Üblicherweise befinden sich im Kühlsystem des Fahrzeugs je nach Größe des Motors zwischen fünf und zehn Liter Flüssigkeit zum Kühlen. Wie weit der Frostschutz reicht, hängt von der Dosierung des Kühlmittels ab. Das Mischungsverhältnis Wasser zu Frostschutz beträgt in der Regel etwa 50:50 bis 60:40. Mit dieser Dosierung erreichst Du einen Schutz, der von 25 Grad minus bis 40 Grad minus reicht und für mitteleuropäische Verhältnisse absolut ausreichend ist. Ein höherer Anteil des Frostschutzes wäre kontraproduktiv, da damit die Wärmeleitfähigkeit der Kühlflüssigkeit reduziert würde und so auch die Gefahr der Überhitzung bestünde.

Übrigens empfiehlt es sich auch, in wärmeren Regionen Kühlmittel einzusetzen, da das Glykol den Siedepunkt der Kühlflüssigkeit erhöht. Damit reduziert sich die Gefahr, dass es im Kühler zu kochen anfängt.

Der richtige Umgang mit Kühlflüssigkeiten

Wie lange die Kühlmittel einsatzfähig sind, wann sie gewechselt werden müssen, darüber finden sich wenig konkrete Angaben. Die Angaben der Hersteller dazu sind sehr unterschiedlich. Manchmal wird empfohlen, nach 50.000 Kilometern zu wechseln, manchmal bei 100.000 oder 200.000 Kilometern. Das ist von Hersteller zu Hersteller und zuweilen auch innerhalb der Modellversionen verschieden.

Es gibt auch sogenannte Long-Life-Kühlmittel, mit denen kein Wechsel mehr erforderlich sein soll. Bei den konventionellen Mitteln kann es notwendig werden, wenn einige Additive in ihrer Wirkung nachlassen oder auch wenn es aus anderen Gründen, wie etwa undichten Schläuchen oder Dichtungen, zu Verunreinigungen kommt. Erkennbar ist das unter Umständen an einer Verfärbung des Kühlmittels. Am besten erkundigst Du Dich, ob für Dein Fahrzeug bestimmte Wechselintervalle vorgeschrieben sind. Entsprechende Infos findest Du in der Bedienungsanleitung Deines Autos.

Wenn Du die Flüssigkeit zur Kühlung komplett erneuerst, ist es empfehlenswert, gleichzeitig auch die Leitung durchzuspülen und Verunreinigungen zu beseitigen. Dafür gibt es spezielle Kühlerreiniger, die öl- und kalkhaltige Verschmutzungen in den Kühlern und Leitungen lösen. Dazu empfiehlt der Kühlmittelhersteller Liqui Moly: „Man sollte zuerst den Reiniger dem Kühlwasser beigeben, die Heizung in Betrieb nehmen, den Motor etwa 10 bis 30 Minuten laufen lassen und dann den Reiniger mit der Kühlflüssigkeit ablassen, mit Wasser nachspülen und das System mit neuer Kühlflüssigkeit den Vorgaben entsprechend wieder auffüllen.“

Zum Schluss bleibt noch die Frage, wie das alte Kühlmittel entsorgt werden kann. Kühlmittel ist Sondermüll und darf nicht in den Ausguss gegossen werden. Stattdessen sollten diese in ein verschließbaren Behälter gefüllt und beim örtlichen Wertstoffhof oder einer Werkstatt fachmännisch entsorgt werden.

Worauf es bei der Pflege der Kühlflüssigkeit ankommt

  • Welche Wechselintervalle schreibt der Hersteller vor?
  • Wie hoch ist der aktuelle Schutz vor Frost?
  • Sind bei der Kühlflüssigkeit Verfärbungen erkennbar?
  • Welches Kühlmittel wird vom Hersteller für Dein Modell empfohlen oder vorgeschrieben?
  • Beim Wechsel der kompletten Kühlflüssigkeit die Leitungen spülen und reinigen.
  • Die alte Kühlflüssigkeit vorschriftsmäßig entsorgen.
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