Wo Du sparen kannst und wo Du nicht sparen solltest

Kfz-Steuer und Autoversicherung: Das musst Du zu den Kosten wissen

Ein eigenes Auto ist teuer und verursacht laufende Kosten wie Steuern und Versicherung. Lies hier, mit welchen Kosten Du rechnen musst und wo Du sparen kannst.

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  • Veröffentlicht am 11/15/2019, 12:56 PM
Autos fahren auf der Autobahn
Quelle: Fabian Sommer (dpa) Die Kfz-Steuer ist auch als Abgabe zur Benutzung der öffentlichen Straßeninfrastruktur gedacht

Mit der Anschaffung fängt es an, hört aber noch lange nicht auf. Deshalb solltest Du Dich vor dem Kauf eines neuen Autos fragen: Welche Kosten kommen aufgrund von Steuer und Versicherung auf mich zu?

Die Kfz-Steuer

Die Kraftfahrzeugsteuer ist die Abgabe, die der Halter eines Kraftfahrzeugs für die Benutzung der Infrastruktur, also Straßen, Autobahnen et cetera an den Staat bezahlen muss. Die Höhe der Kfz-Steuer ergibt sich aus drei Faktoren: der Hubraumgröße des Fahrzeugs, dem Schadstoffausstoß und dem Tag der Erstzulassung. Ein größerer Hubraum bedeutet eine höhere, ein geringerer Schadstoffausstoß eine niedrigere Steuer. Und wer elektrisch und damit schadstofffrei fährt, zahlt (so gut wie) überhaupt keine Kfz-Steuer. 

So berechnet sich der Preis für die Steuer

Pro angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum (ccm) wird je nach Motor ein unterschiedlicher Betrag fällig. Für einen Benziner sind das zum Beispiel zwei Euro, für einen Diesel 9,50 Euro. Zu diesem Sockelbetrag kommt zusätzlich noch ein CO2-Anteil, wenn das Auto mehr als 95 Gramm Kohlendioxid je Kilometer ausstößt. Dann werden für jedes weitere Gramm zusätzlich zwei Euro berechnet. Für Autos, die bis zum 30. Juni 2009 zugelassen worden sind, wird der Preis der Steuer nach der Antriebsart (Benzin oder Diesel), dem Hubraum und der Emissionsklasse (Euronorm) berechnet.

Ein Modellauto steht auf einem Mustervertrag einer Autoversicherung
Quelle: Bildagentur-online/Ohde Um die günstigste Autoversicherung zu finden, kannst Du auch Vergleichsportale im Internet nutzen

Autoversicherung – viele Faktoren machen den Tarif

Das Thema Kfz-Versicherung ist weitaus komplizierter. Fast ein Dutzend Parameter bestimmen die Höhe der Prämie. Zu diesen Parametern zählen unter anderem die Anzahl unfallfreier Jahre, das Lebensalter des Kfz-Halters, die Typklasse und die Unterbringung des zu versichernden Autos. Außerdem beeinflusst die Wahl zwischen Kfz-Haftpflicht und Kaskoversicherung die Höhe der Versicherungsprämie, ebenso wie eine mögliche Selbstbeteiligung im Fall eines Schadens, die Anzahl der Fahrer, die jährliche Kilometerleistung, der Zulassungsbezirk sowie eine mögliche Werkstattbindung.


Der Schadenfreiheitsrabatt 

Der Schadenfreiheitsrabatt (SF) ist, wenn man so will, eine Belohnung, die dafür gewährt wird, dass Du mit Deinem Fahrzeug ohne Unfall unterwegs bist. Die SF-Klasse richtet sich danach, wie viele Jahre Du bereits ohne Unfall fährst. Nach jedem Versicherungsjahr ohne Unfall steigst Du eine Stufe höher. Das bedeutet: Je höher die SF-Klasse, desto geringer der Beitrag der Kfz-Versicherung.

In der Regel startet man in der SF-Klasse 0 und damit mit 100 Prozent Beitrag. Anschließend arbeitet man sich Jahr für Jahr nach oben, bis man schließlich die höchste Klasse, die SF 35 erreicht hat - keine Unfälle vorausgesetzt. Hier wird nur noch 20 Prozent des Betrages fällig. Der Grund dafür ist das individuelle Schadensrisiko , das bei jungen Fahrern wegen ihrer Unerfahrenheit höher ist. Zahlen des Statistischen Bundesamtes von 2017 belegen, dass die meisten Unfälle von Fahrern zwischen 18 und 24 Jahren verursacht werden. Umgehen lässt sich ein sehr teurer Tarif für junge Fahrer zum Beispiel, wenn sie ihr Fahrzeug als Zweitwagen der Eltern versichern.

Nach einem Haftpflicht- oder Vollkaskoschaden stuft die Kfz-Versicherung den Versicherten für das nächste Versicherungsjahr in der SF-Klasse zurück. Dadurch steigt der Beitrag für die Autoversicherung. Wie weit man zurückgestuft wird, steht in den Versicherungsbedingungen des Versicherers. Einheitliche Richtlinien gibt es nicht.

Zwei Kunden lassen sich von einer Versicherungsmaklerin beraten.
Quelle: Christin Klose (dpa Themendienst) Vor Abschluss solltest Du Dich gründlich über die verschiedenen Versicherungsparameter informieren

Kfz-Haftpflicht, Teilkasko, Vollkasko 

Die Höhe des Tarifs berechnen Versicherer auch nach der Art des Schadensfalles und danach, wessen Schaden ersetzt wird. Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist, der Name sagt es bereits, eine Pflichtversicherung, die im Schadensfall nur den Schaden des Unfallgegners begleicht. Die Teilkaskoversicherung ersetzt dem Versicherten bestimmte Schäden am eigenen Fahrzeug. Diese Schäden können zum Beispiel durch Diebstahl, Brand, Sturm oder einen Wildunfall verursacht worden sein. 


Die Vollkaskoversicherung wiederum übernimmt bei einem selbst verschuldeten Unfall den Schaden am eigenen Auto und ist damit die teuerste Variante. Ob eine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung sinnvoll ist, hängt nicht zuletzt davon ab, welchen Wert das versicherte Fahrzeug noch hat. Bei einem neuen Fahrzeug solltest Du unbedingt eine Vollkaskoversicherung abschließen. Oft ist es auch sinnvoll eine Kaskoversicherung mit einer Selbstbeteiligung von zum Beispiel 150, 300 oder 500 Euro abzuschließen. Der Kaskotarif kann so gesenkt werden. 

Weitere Faktoren, die beitragsenkend wirken können

Günstig auf den Tarif der Autoversicherung wirken sich auch weitere Faktoren aus. So zahlst Du weniger, wenn Du das Fahrzeug über Nacht in der Garage oder auf einem eigenen Stellplatz parkst, statt auf einer öffentlichen Straße. Auch die jährliche Kilometerleistung wirkt sich auf die Höhe der Kfz-Versicherung aus: Wer weniger fährt, hat statistisch betrachtet ein geringeres Unfallrisiko. Und wer die Versicherung jährlich zahlt statt monatlich, viertel- oder halbjährlich, kann ebenfalls sparen.


Ebenfalls eine Rolle spielt die Frage, wer der Fahrer des Autos ist. Sitzt nur der Halter am Steuer oder auch weitere Personen? Auch das kann den Tarif der Autoversicherung heben oder senken. Rabatt gibt es auch, wenn sich der Versicherungsnehmer bereit erklärt, im Fall eines Schadens eine Werkstatt nach Wahl der Versicherung zu akzeptieren. Man spricht dann von Werkstattbindung. Ebenfalls von Belang sind der Zulassungsbezirk sowie nicht zuletzt der Autotyp. Denn Fahrzeuge, die statistisch häufiger in Unfälle verwickelt sind, sind teurer zu versichern.


Gewarnt sei vor vermeintlich harmlosen Schummeleien bei der Versicherung: Wer sich einen günstigeren Tarif beziehungsweise einen Rabatt erschleicht, etwa indem er eine Garagenunterbringung angibt, obwohl das Auto stets auf einer öffentlichen Straße parkt, der begeht Versicherungsbetrug. Das kann eine Vertragsstrafe und je nach Art des Vergehens sogar eine Kündigung vonseiten des Versicherers nach sich ziehen.

Wie findest Du die richtige Kfz-Versicherung?

Vergleichs- und Verbraucherportale wie Check24 oder Verivox bieten die Möglichkeit, sich nach Eingabe der persönlichen Daten einen raschen Überblick über die Tarife zu verschaffen. Neben dem Preis-Leistungs-Verhältnis listen sie weitere Informationen zu den verschiedenen Anbietern auf. So kannst Du eine günstige Versicherung finden, die genau die Leistungen anbietet, die Dir wichtig sind. 
In der Regel ergeben sich deutliche Preisunterschiede. Das liegt unter anderem daran, dass reine Online-Versicherer keine kostenintensive Verwaltungsstruktur haben, sondern die gesamte Kommunikation online abwickeln.

 
Ein Tipp: Nicht immer sollte die billigste Versicherung auch die erste Wahl sein. Denn bei den Vertragsbedingungen beziehungsweise den Leistungen kann es von Versicherung zu Versicherung große Unterschiede geben. Die Vergleichsportale informieren im Direktvergleich über die unterschiedlichen Leistungen und Bedingungen. So sind sie längst eine unverzichtbare Hilfe bei der Entscheidungsfindung. Allerdings fehlt beispielsweise die Huk24, eine der größten Kfz-Versicherungen überhaupt, auf den Portalen. Deshalb lohnt es sich, auch direkt auf den Seiten der Versicherungen nach günstigen Tarifen zu suchen. 

Was bestimmt den Tarif der Kfz-Versicherung beziehungsweise den Schadenfreiheitsrabatt?

  • Anzahl der unfallfreien Jahre
  • Lebensalter des Kfz-Halters
  • Typ-Klasse des Autos
  • Unterbringung des Autos
  • Wahl zwischen Kfz-Haftpflichtversicherung oder Kaskoversicherung
  • mögliche Selbstbeteiligung
  • Anzahl der Fahrer
  • jährliche Kilometerleistung
  • mögliche Werkstattbindung 
  • Zulassungsbezirk



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