Ford-SUV für das Abenteuer Alltag

Der Ford Kuga (2020) im ersten Test

Der Ford Kuga bleibt in 3. Generation ein SUV, wird aber vielseitiger. 3 Hybridantriebe stehen zur Wahl. Wie sparsam der Mildhybrid fährt steht im ersten Test.

  • Heiko Dilk
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  • Veröffentlicht am 04/07/2020, 04:18 PM
Zu sehen ist der Ford Kuga, fahrend
Quelle: Ford Rustikal war gestern. Der große Kühlergrill und die langgezogene Motorhaube verleihen dem Ford Kuga einen sportlichen Touch

Aha, abenteuerlich soll es offenbar werden im neuen Ford Kuga. Darauf deutet jedenfalls der Startbildschirm des digitalen Instrumententrägers hin. Vor dem Start zeigt er eine einsame Straße vor imposanter Gebirgslandschaft. Dabei erweist sich die dritte Generation des Ford Kuga im ersten Test eher als angenehmer Begleiter für den Alltag auf geteerter Straße. Wir fahren den Mildhybrid mit Diesel und 48-Volt-Technik.

Zu sehen ist der Ford Kuga, fahrend
Quelle: Ford Der neue Ford Kuga misst 4,61 Meter in der Länge, 1,88 Meter in der Breite und 1,67 Meter in der Höhe. Der Hersteller verspricht mehr Platz und Variabilität

Der Ford Kuga 2020 in Kürze 

  • Kompakt-SUV 2020 in dritter Generation 
  • Preise ab 26.300 Euro mit 120-PS-Benziner 
  • Plug-in-Hybrid mit Benziner und 225 PS 
  • Mildhybrid mit 48-Volt-Technik und 2,0-Liter-Diesel  
  • Vollhybrid in Planung 
  • Marktstart am 25. April 2020


Ford Kuga II

Ein guter Allrounder – familientauglich, komfortabel und zuverlässig. Der Ford Kuga II verfügt über ein großes Motorangebot, auf Wunsch mit zeitgemäßer Technik


Er wirkt weniger rustikal, der neue Ford Kuga. Relativ sportlich steht er da, mit großem Kühlergrill und optisch langer Motorhaube. In der Länge legt er um fast neun Zentimeter zu, in der Breite um mehr als vier Zentimeter. Mit seinen 4,61 bis 4,63 Metern von Bug zu Heck streckt er sich schon fast auf Mittelklassemaße. Deutlich mehr Platz verspricht Ford im neuen SUV – und mehr Variabilität. Im ersten Test muss der Kuga 2020 zeigen, ob er hält, was Ford verspricht. 

Zu sehen ist der Ford Kuga beim einparken
Quelle: Ford Einige Fahrassistenten sind ab Werk verfügbar. Je höher die Ausstattung des Fahrzeuges, desto mehr Extras. Insgesamt gibt es fünf Varianten des Ford Kuga

Ford Kuga im Test: Innenraum, Platzangebot

Man sitzt angenehm auf dem Fahrersitz des Ford Kuga. Nicht zu hoch, sodass sich der Kuga halbwegs sportlich anfühlt. Aber doch hoch genug, um SUV-Kunden zu geben, was sie verlangen. Wobei die Übersicht nach vorne nicht besonders ausfällt. Das Ende der abfallenden Haube ist kaum auszumachen. 

In der hinteren Reihe gibt es ausreichend Bein- und Kopffreiheit. Der Radstand wächst um zwei Zentimeter auf 2,71 Meter, das spürt man an den Knien. Die Sitzbank lässt sich zudem in der Länge verschieben, die Lehnen in der Neigung verstellen. Dabei senkt Ford die Dachlinie um etwa sechs Millimeter. Im Kofferraum bringt man 475 Liter unter – wenn die Rückbank ganz zurückgeschoben wird. In vorderster Position wächst das Kofferraumvolumen auf 645 Liter, maximal passen 1.534 Liter ins Heck. Der Vorgänger konnte fast 100 Liter mehr einladen. Aber insgesamt bietet der Kuga 2020 genügend Raum. 

Zu sehen ist die Rückbank des Ford Kuag
Quelle: Ford Die Rückbank des Ford Kuga bietet genügend Platz für Bein und Kopf. Die Sitzbank lässt sich in der Länge verschieben

Materialqualität und Verarbeitung stimmen ebenfalls. Wobei die hinteren Türtafeln so schonungslos aus Hartplastik bestehen, dass man sich in der zweiten Sitzreihe stiefmütterlich behandelt fühlt. Die Prägung der Türverkleidung hilft da wenig. Vorne besteht derselbe Teil aus halbwegs weichem Kunststoff. Nicht ganz überzeugend fällt zudem die Bedienung des digitalen Instrumententrägers aus. Ehe die gewünschten Infos erscheinen, durchsucht man umständlich das Menü. Man klickt sich durch, hakt Kästchen und findet manches doch nie: ein Diagramm, das die Kraftströme im Antriebsstrang anzeigt? Wäre üblich im Elektrifizierten, doch auf den Screen des neuen Kuga bekommen wir es nicht. 



Der Ford Kuga 2020 als Mildhybrid mit 48 Volt: Motor, Verbrauch

Ford bietet im Testwagen einen 2,0-Liter-Diesel mit 150 PS, der von einem Riemenstartergenerator (RSG) mit 48-Volt-Bordnetz unterstützt wird. Der kleine Elektromotor leistet 11,5 kW (16 PS) und unterstützt den Diesel mit bis zu 50 Newtonmetern Drehmoment. Um Sprit zu sparen. Ob er im jeweiligen Moment boostet? Wann der RSG stattdessen Strom zurück in den Akku speist? Für genau solche Infos wäre eine Anzeige sinnvoll.  

Zu sehen ist der Motor des Ford Kuga
Quelle: Ford Das Motorangebot des neuen Ford Kuga ist beachtlich groß. Der Hersteller produziert zwei Benziner, zwei Diesel, drei Hybridvarianten und eine Plug-in-Hybrid-Version

Dass er beides tut, sieht man am Erfolg. Wir sind schon lange kein SUV mehr gefahren, das im Stadtverkehr sparsamer war. Werte um die 5,5 Liter sind beachtlich. Vor allem bei niedrigen Temperaturen. Die hohe Einsatzbereitschaft des Start-Stopp-Systems kommt uns zugute. Es stellt schon nach kurzer Warmlauffahrt den Motor an der Ampel unauffällig ins Stand-by und lässt ihn sanft wieder an.  

Kraft stellt der Motor immer genug bereit. Aus dem Drehzahlkeller wirkt er nicht ganz so spontan wie andere Mildhybride, doch flott genug ist der Kuga allemal. Das Geräuschniveau bleibt niedrig, der Klang angenehm. Nie angestrengt oder rau. Der Mildhybrid ist ein Antriebsstrang, den wir empfehlen können. 

Zu sehen ist der Ford Kuga PHEV an der Ladestation
Quelle: Ford Laut WLTP-Zyklus kann die PHEV-Variante des Ford Kuga 56 Kilometer rein elektrisch zurücklegen

Wobei es Alternativen gibt. Ford bietet den Kuga 2020 mit zwei Benzinern (120 und 150 PS), zwei herkömmlichen Dieseln (120 und 190 PS) und mittelfristig in drei Hybridvarianten an. Wobei der getestete Mildhybrid da schon mitgezählt ist. Zusätzlich kommt ein Plug-in-Hybrid mit 225 PS und einer elektrischen Reichweite von 56 Kilometern nach dem WLTP-Zyklus hinzu. Der Verbrauch soll bei 1,4 Litern liegen. Ein Vollhybrid kommt später. 


Opel Mokka
Der Opel Mokka

2016 überarbeitet Opel den Mokka. Seitdem hört das Kompakt-SUV auf den Namen Mokka X.


Sportlich, aber nicht hart: So fährt der Ford Kuga 2020 

Doch wir bewegen vorerst nur den Kuga 2,0 EcoBlue Hybrid, wie Ford den Mildhybrid nennt. Mit einem Gewicht von 1.680 Kilo fällt er nicht unbedingt leicht aus, doch im Vergleich zum Vorgänger speckt der Kuga bei gleicher Motorisierung ab. Die Plattform erlaubt das. Auf dem gleichen Unterbau steht übrigens der aktuelle Ford Focus. 

Zu sehen ist der Ford Kuga in seitlicher Position
Quelle: Ford Der Ford Kuga in der Außenlackierung „Lucid-Rot Metallic“

Für sein Gewicht fährt das SUV sogar recht knackig. Ford stimmt den Kuga im Wesentlichen so ab, wie man es von anderen Modellen der Marke kennt: straff, mit viel Verbindlichkeit, aber gutem Abrollkomfort. Insgesamt neigt sich der Kuga dadurch selbst in zügigen Kurven nur wenig, bleibt lange neutral und wird nie mühsam. Die Sechsgang-Handschaltung überzeugt ebenfalls mit präziser Führung und nicht allzu langen Wegen. 

Zu sehen ist der Ford Kuga von hinten
Quelle: Ford Der Ford Kuga fährt straff und mit viel Verbindlichkeit. In zügigen Kurven bleibt er lange neutral und wird nie mühsam

Seine Lenkung lässt die Focus-Basis erkennen. Ford legt sie kräftig gewichtet und für ein SUV vergleichsweise direkt aus. Der Fahrmodusschalter, den Ford im Kuga erstmals an Bord hat, erlaubt Variationen zwischen „Normal“ und „Sport“ sowie „Eco“ und „Rutschig“. Wirklich wenig Gewicht gibt es in keinem Modus, die hohen Rückstellkräfte wirken für Ford-Neulinge in jedem Fall ungewohnt. Neben der Lenkung wird zudem das Ansprechverhalten von Gaspedal und Traktionskontrolle beeinflusst. Kennt man alles, für den Ford Kuga ist es neu. 



Ford Kuga III (2020): Preise, Ausstattungen, Marktstart

Neben dem leichten Hang zur Sportlichkeit zeichnet sich Ford traditionell mit vernünftigen Preisen aus. Der neue Kuga macht keine Ausnahme. Ab 26.300 Euro geht es los, dann in der Ausstattung Trend. Die Einstiegslinie hat schon mehr als nur das Nötigste an Bord. Ab Werk gibt es einige Assistenten, Klimaanlage, Sync-3-Infotainment mit 8-Zoll-Touchscreen, die verschiebbare Rücksitzbank und mehr. Mit Cool&Connect (ab 28.100 Euro) kommt ein Navi dazu, Live-Traffic, induktives Laden fürs Handy und Park-Pilot. Der getestete Ford Kuga Mildhybrid kostet so ausstaffiert ab 32.600 Euro, in der schon ziemlich umfangreichen Titanium-Ausstattung werden es 34.400 Euro, die sportlich gemeinte ST-Line startet bei 36.400 Euro. 

Zu sehen ist der Touchscreen des Ford Kuga
Quelle: Ford Der acht-Zoll große Touchscreen im Innenraum des Ford Kuga ist serienmäßig verfügbar. Mit dem Upgrade “Cool&Connect“ kommt ein Navi dazu

Wer es wirklich hübsch haben will, erhält mit dem Ford Kuga Vignale ab 38.400 Euro (2,0 EcoBlue Hybrid: 40.900 Euro) ein quasi voll ausgestattetes Auto mit Lederpolstern, adaptiven LED-Scheinwerfern und digitalem Instrumententräger. Das große Abenteuer ist nicht inklusive. Solide Alltagstauglichkeit schon, im Falle unseres Mildhybrid-Antriebsstrangs kommen tolle Verbrauchswerte hinzu. Marktstart für den Ford Kuga ist der 25. April 2020. Der Vollhybrid rollt Ende des Jahres zu den Händlern. 

Technische Daten: Ford Kuga 2,0-Liter EcoBlue Hybrid

Ford Kuga 2,0 l EcoBlue Hybrid Technische Daten 
Motor 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel mit Riemenstartergenerator 
Leistung 150 PS (110 kW) b. 3.500 U/min 
Drehmoment 370 Nm b. 2.000-2.500 U/min 
Antrieb 6-Gang-Handschaltung, Frontantrieb 
Geschwindigkeit 194 km/h 
0-100 km/h 9,6 s 
Verbrauch NEFZ 4,4-4,3 l/100 km 
CO2-Ausstoß NEFZ 115-111 g/km 
Verbrauch WLTP 5,1 l/100 km 
CO2-Ausstoß WLTP 135 g/km 
Länge 4.614 mm 
Breite 1.883 mm 
Höhe 1.678 mm 
Radstand 2.710 mm 
Gewicht 1.680 kg 
Anhängelast 1.900 kg 
Marktstart 25. April 2020 
Preis ab 32.600 Euro (Cool&Connect) 

Der Ford Kuga 2020 in Bildern

  • Zu sehen ist der Ford Kuga, fahrend
    Quelle: Ford Der neue Ford Kuga misst 4,61 Meter in der Länge, 1,88 Meter in der Breite und 1,67 Meter in der Höhe. Der Hersteller verspricht mehr Platz und Variabilität
  • Zu sehen ist der Ford Kuga, fahrend
    Quelle: Ford Rustikal war gestern. Der große Kühlergrill und die langgezogene Motorhaube verleihen dem Ford Kuga einen sportlichen Touch
  • Zu sehen ist der Ford Kuga in seitlicher Position
    Quelle: Ford Der Ford Kuga in der Außenlackierung „Lucid-Rot Metallic“
  • Zu sehen ist der Ford Kuga von hinten, fahrend
    Quelle: Ford Die markanten Heckleuchten des Ford Kuga sind ein Hingucker
  • Zu sehen ist der Ford Kuga von hinten
    Quelle: Ford Der Ford Kuga fährt straff und mit viel Verbindlichkeit. In zügigen Kurven bleibt er lange neutral und wird nie mühsam
  • Zu sehen ist der Ford Kuga beim einparken
    Quelle: Ford Einige Fahrassistenten sind ab Werk verfügbar. Je höher die Ausstattung des Fahrzeuges, desto mehr Extras. Insgesamt gibt es fünf Varianten des Ford Kuga
  • Zu sehen ist der linke Scheinwerfer des Ford Kuga
    Quelle: Ford In der Luxus-Ausstattungsvariante „Vignale“ leuchtet der Ford Kuga mit adaptiven LED-Scheinwerfern
  • Zu sehen ist der Ford Kuga, fahrend
    Quelle: Ford Ende April 2020 startet die dritte Generation des Kompakt-SUV Ford Kuga
  • Zu sehen ist der Ford Kuga PHEV an der Ladestation
    Quelle: Ford Laut WLTP-Zyklus kann die PHEV-Variante des Ford Kuga 56 Kilometer rein elektrisch zurücklegen
  • Zu sehen ist das Cokpit des Ford Kuga
    Quelle: Ford Als SUV bietet der Ford Kuga eine ausreichende Übersicht. Fahrer und Beifahrer sitzen bequem
  • Zu sheen ist das Cockpit des Ford Kuga
    Quelle: Ford Die Handhabung des Infotainmentsystem ist mühevoll. Der Touchbildschirm des Ford Kuga zeigt keine Verbrauchsinformationen des Fahrzeugs an
  • Zu sehen ist der Touchscreen des Ford Kuga
    Quelle: Ford Der acht-Zoll große Touchscreen im Innenraum des Ford Kuga ist serienmäßig verfügbar. Mit dem Upgrade “Cool&Connect“ kommt ein Navi dazu
  • Zu sehen ist die Rückbank des Ford Kuag
    Quelle: Ford Die Rückbank des Ford Kuga bietet genügend Platz für Bein und Kopf. Die Sitzbank lässt sich in der Länge verschieben
  • Zu sehen ist der Kofferraum des Ford Kuga
    Quelle: Ford Ist die Rückbank komplett zurückgeschoben, lädt der Ford Kuga 475 Liter. In der vordersten Position wächst das Kofferraumvolumen auf 645 Liter
  • Zu sehen ist der Motor des Ford Kuga
    Quelle: Ford Das Motorangebot des neuen Ford Kuga ist beachtlich groß. Der Hersteller produziert zwei Benziner, zwei Diesel, drei Hybridvarianten und eine Plug-in-Hybrid-Version