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VW in Carport lädt mit Solarstrom
Quelle: Volkswagen AG
Noch steht nicht fest, ob das Förderprogramm „Solarstrom für Elektroautos“ 2024 fortgesetzt wird.

Die Sonne scheint, der Kühlschrank brummt und das E-Auto tankt kostenlosen Solarstrom über die hauseigene Photovoltaikanlage. Damit dieses Szenario für möglichst viele Hausbesitzer in Deutschland wahr wird, hatte die Bundesregierung das Förderprogramm 442 „Solarstrom für Elektroautos“ ins Leben gerufen. So wurde die Anschaffung einer Solaranlage in Kombination mit Speicher und Wallbox großzügig bezuschusst. Das Programm war 2023 derart beliebt, dass die Fördermittel (insgesamt 300 Millionen Euro) nach gerade einmal 24 Stunden ausgeschöpft waren. Rund 33.000 Anträge wurden bewilligt – danach war Schluss.

Wallbox-Förderung 2024: Das Wichtigste in Kürze

Eigentlich sollte das Programm ab März 2024 erneut aufgelegt werden. 200 Millionen Euro wollte das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Verfügung stellen. Doch aufgrund der im Dezember vom Bundesverfassungsgericht geforderten Einsparungen beim Klima- und Transformationsfonds fehlen der Regierung plötzlich 60 Milliarden Euro. Während der Umweltbonus praktisch sofort gestrichen wurde, ist beim Förderprogramm 442 immer noch unklar, ob es tatsächlich fortgeführt wird.

Eine Photovoltaikanlage auf einen Carport.
Quelle: picture alliance / dpa | Marijan Murat
Wer Platz für eine Photovoltaikanlage hat, kann damit den Strom für sein E-Auto selbst erzeugen.

Sollte die Wallbox-Förderung tatsächlich zu den bisherigen Bedingungen neu aufgelegt werden, ist Folgendes wichtig zu wissen:

  • Die Fördersumme beträgt maximal 10.200 Euro.
  • Gefördert wird nur die Kombination aus Photovoltaikanlage, Solarstromspeicher und Wallbox.
  • Für die Ladestation gilt mindestens 11 Kilowatt (kW) Ladeleistung.
  • Für die Photovoltaikanlage gilt mindestens 5 Kilowattpeak (kWp) Spitzenleistung.
  • Für den Solarstromspeicher gelten mindestens 5 Kilowattstunden (kWh) nutzbare Speicherkapazität.
  • Es muss ein Energiemanagementsystem zur Steuerung der Gesamtanlage geben.
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Welche Voraussetzungen muss man für eine Wallbox-Förderung erfüllen?

Bevor die KfW den Antrag auf Förderung einer Wallbox nach dem Programm 442 „Solarstrom für Elektroautos“ genehmigt, gilt es, einige Hürden zu nehmen:

  • Der Antrag muss gestellt werden, bevor die Verträge für das Vorhaben unterschrieben sind. 
  • Alle drei Komponenten – Wallbox, Photovoltaikanlage und Speicher – müssen fabrikneu sein
  • Antragsteller müssen nachweisen, dass sie ein E-Auto besitzen, das auf eine im Haushalt lebende Person zugelassen ist. 
  • Wer noch auf die Auslieferung wartet oder einen E-Auto-Leasingvertrag von mindestens zwölf Monaten Laufzeit hat, ist ebenfalls antragsberechtigt. 
  • Die Förderung gilt nicht für Firmen- und Dienstwagen sowie Hybridfahrzeuge
  • Die Förderung gilt nur für Eigenheimbesitzer – Ferien- und Eigentumswohnungen sowie vermietete Objekte sind von der Förderung ausgeschlossen.
  • Das System muss mindestens sechs Jahre lang genutzt und das Elektroauto mindestens drei Jahre lang gefahren werden. Ansonsten kann die KfW den Zuschuss zurückfordern. 
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Elektroauto auf mobile.de finden

So viele E-Autos wie in diesem Jahr waren noch nie auf dem deutschen Markt. Sofort verfügbar. Gebraucht oder neu.

Wallbox-Förderung 2024: So viel Geld gibt es vom Staat 

Die genaue Höhe des Zuschusses der KfW hing bisher davon ab, welche Komponenten installiert werden. Im Detail galten folgende Fördersummen:  

  • Die Wallbox wird pauschal mit 600 Euro bezuschusst. Voraussetzung ist eine Ladeleistung von mindestens 11 kW. Ermöglicht die Wallbox bidirektionales Laden, gibt es pauschal 1.200 Euro.
  • Die Photovoltaikanlage wird mit 600 Euro pro kW installierter Leistung gefördert, wobei das Minimum für die Spitzenleistung bei 5 kWp liegt. Die Förderung für die Anlage beträgt maximal 6.000 Euro.
  • Der Stromspeicher muss mindestens 5 kWh Speicherkapazität haben. Er wird mit 250 Euro pro kWh nutzbarer Speicherkapazität gefördert, allerdings nur bis maximal 3.000 Euro.
  • Auch für den Anschluss der Gesamtanlage durch einen Fachbetrieb gibt es einen finanziellen Zuschuss. 
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Quelle: picture alliance / Sven Simon | Frank Hoermann
Eine Wallbox wurde von der KfW bisher pauschal mit 600 Euro bezuschusst. Ermöglicht sie bidirektionales Laden, gab es sogar 1.200 Euro.

Wallbox-Förderung beantragen: So funktioniert es

Gibt es vom Verkehrsministerium grünes Licht für die Förderung, kann diese ab März 2024 bei der KfW online beantragt werden. Das oberste Gebot dabei lautet Schnelligkeit, denn die Fördermittel sind begrenzt und erfahrungsgemäß schnell ausgeschöpft. 

So funktioniert die Antragstellung:

  1. Registriere Dich im Kundenportal der KfW unter „Meine KfW“.
  2. Fülle den Antrag für das Förderprogramm 442 „Solarstrom für Elektroautos“ aus.
  3. Sobald Du die Zusage der KfW hast, kannst Du die Installation der Anlage beauftragen.
  4. Reiche ab März 2024 die geforderten Nachweise bei der KfW ein, um zu belegen, dass das Projekt umgesetzt wurde. 
  5. Hierzu musst Du Deine Identität per Schufa-Identitäts-Check nachweisen.
  6. Trage im Kundenportal die Daten zu Deiner Anlage ein und lade alle Rechnungen hoch.
  7. Die KfW prüft, ob alle Unterlagen vollständig vorliegen, und zahlt zum Schluss die Förderung aus. 
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Förderung für private Wallboxen

Eine bundesweite Förderung für die Installation einer Wallbox allein gibt es derzeit leider nicht – es ist auch nicht zu erwarten, dass ein solches Förderprogramm noch einmal aufgelegt wird. Die Mittel aus dem Förderprogramm 442 der KfW („Solarstrom für Elektroautos“) fließen ausschließlich an Eigenheimbesitzer, die eine Photovoltaikanlage inklusive Speicher und Wallbox zum Laden ihres E-Autos installieren lassen. 

Es gibt allerdings in einigen Städten und Kommunen regionale Wallbox-Förderprogramme. Darüber hinaus fördern einige Stromanbieter die Anschaffung einer Wallbox. Hierbei handelt es sich meistens um Rabatt-Angebote, die der Kundenbindung dienen. Die Angebote sind in der Regel befristet und die Bedingungen können sich jederzeit ändern. Am besten fragst Du bei Interesse direkt bei Deinem lokalen Stromanbieter nach. 

Regionale Wallbox-Förderung in Bundesländern und Kommunen

Einige Bundesländer und Kommunen haben eigene Förderprogramme aufgelegt, mit denen die Installation einer Wallbox bezuschusst wird. So wurden Privatpersonen in Nordrhein-Westfalen beim Kauf einer Wallbox mit bis zu 1.500 Euro unterstützt. Die Höchstsumme gabe es allerdings nur dann, wenn im gleichen Zuge eine Photovoltaikanlage eingebaut wird. Antragsberechtigt für das Förderprogramm sind Mieter und Vermieter, Personen mit Eigentum in Garagen- und Stellplatzkomplexen sowie Mitglieder von Wohnungseigentümergemeinschaften.

In Baden-Württemberg wurden Privatpersonen bis Ende 2023 beim Kauf eines E-Autos und bei Installation einer Wallbox finanziell unterstützt. Das Förderprogramm wurde aber zum Jahresende eingestellt. Aktuell wird nur noch öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur gefördert. Antragsberechtigt sind zum Beispiel Einzelunternehmen, Freiberufler, Vereine oder Wohnungseigentümergemeinschaften.

Wallbox an Privathaus und Auto mit offenen Tankdeckel.
Quelle: picture alliance / epd-bild | Detlef Heese
Mehrere Kommunen und Bundesländer bieten eigene Förderprogramme an.

Darüber hinaus gibt es einzelne Städte sowie kommunale Energieversorger, welche die Installation einer Wallbox finanziell fördern. Achtung: Die Fördersummen und -bedingungen können sich jederzeit ändern, alle Angaben sind daher ohne Gewähr.

StadtAnbieterHöhe der FörderungBedingungen
DachauStadtwerke Dachau125 €Nur bei Kauf der Wallbox über die Stadtwerke Dachau, Gutschrift von 25 € über fünf Jahre auf Stromrechnung
DüsseldorfUmweltamt Düsseldorf50 % Zuschuss, max. 2.000 €E-Auto und Photovoltaikanlage oder Ökostrom
Frankfurt/OderStadtwerke Frankfurt/OderMax. 500 €Bei Kauf eines Elektroautos und Strombezug über die Stadtwerke
GrünwaldGemeinde Grünwald50 % Zuschuss für den Einbau privater Ladestationen im Gemeindegebiet, max. 1.500 €Ladeleistung bis maximal 11 kW je Hausanschluss, Betrieb mit 100 % Ökostrom oder Photovoltaikanlage mit min. 4,0 kWp am gleichen Hausanschluss
MainzMainzer Stadtwerke400 € für eine Wallbox, 600 € für eine E-Ladesäule, 1.500 € für die Erstellung eines Ladeinfrastruktur-Konzepts, bis zu 10.000 € für Netzanschluss, Stromverteilungsanlagen und Lade-Energiemanagement (max. 40 % der Gesamtkosten)Nur für Stromkunden der Mainzer Stadtwerke
München Stadt München40 %, bei Normalladestationen bis max. 500 €, bei Schnellladestationen bis max. 10.000 € pro LadepunktFür Planung, Montage und Installation

FAQ: Das gilt 2024 für die Wallbox-Förderung

Welcher Stromanbieter fördert die Installation einer Wallbox?

Einige kommunale Stromanbieter fördern die Installation einer Wallbox – meist in Form einer Gutschrift oder eines Rabatts. Hierzu gehören etwa die Mainzer Stadtwerke, die Stadtwerke Frankfurt (Oder) und die Stadtwerke Dachau. Der Anbieter Enercity gewährte zuletzt 500 Euro „Weihnachtsrabatt“ auf ausgewählte Wallboxen. Auch Süwag lockte Kunden zuletzt mit 50 Prozent Rabatt auf den Anschaffungspreis bestimmter Wallboxen. Die Bedingungen und Förderhöhen ändern sich laufend. Daher lohnt es sich hier, direkt beim lokalen Energieversorger nachzufragen.

Warum benötigt man eine Wallbox?

Das Laden eines E-Autos per Wallbox ist schneller, sicherer und komfortabler als über die Haushaltssteckdose. Zudem ist es auf längere Sicht auch kostengünstiger. Das Laden über die Haushaltssteckdose ist eine Notlösung und auf Dauer nicht empfehlenswert, denn durch den hohen Strombedarf eines E-Fahrzeugs überlastet der Stromkreis des Hauses. Im Normalfall fliegt dann die Sicherung raus. Im schlimmsten Fall kann aber auch ein Brand entstehen.

Was wird für eine Wallbox benötigt?

Bevor es an die Installation einer Wallbox geht, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: 

  • Wettergeschützter Platz für die Wallbox
  • Fehlerstrom-Schutzschalter („FI-Schalter“)
  • Genügend Platz im Stromverteilerkasten 
  • Zustimmung vom Vermieter oder der Eigentümerversammlung
  • Anmeldung beim Netzbetreiber
  • WLAN-Zugang (nur für smarte Wallboxen)

Sind Wallboxen mit 22 kW förderfähig?

Auch Wallboxen mit 22 kW Leistung können im Rahmen des Förderprogramms 442 der KfW mit bis zu 600 Euro gefördert werden. Für bidirektionale Wallboxen kann sogar eine Förderung von 1.200 Euro beantragt werden. Auf den Seiten der KfW findest Du eine Liste aller Wallboxen, die von der KfW im Rahmen des Förderprogramms 442 bezuschusst werden. Die Übersicht der förderfähigen Ladestationen wird laufend ergänzt.

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