Kompaktes SUV-Cabrio ohne Dieselmotoren

Das VW T-Roc Cabrio kommt mit Stoffverdeck

VW hat wieder ein Cabriolet: Eineinhalb Jahre nach dem Ende des offenen Beetle verpasst der Hersteller einem SUV ein Stoffdach. Alles zum VW T-Roc Cabrio.

  • Constantin Bergander
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  • Veröffentlicht am 08/14/2019, 8:15 AM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:08 PM
VW T-Roc Cabrio
Quelle: Volkswagen Golf und Beetle Cabrio sind VW-Geschichte - nun kommt der offene T-Roc. Weltpremiere ist auf der IAA 2019

Das mit dem Cabriolet hat bei VW zuletzt nicht mehr so gut funktioniert. Golf Cabriolet (auf Basis des Golf 6) und Beetle Cabrio hielten sich lange und tapfer, liefen letztendlich jedoch aus. Sie waren technisch veraltet, eine Neuauflage lohnte nicht. Da half auch der romantische Gedanke an das Erdbeerkörbchen (Golf 1 Cabrio) nicht.

So ganz will sich Wolfsburg aber nicht vom Oben-Ohne-Fahren verabschieden. Dieses Mal ohne Korb, dafür mit Gelände: Der T-Roc bekommt eine offene Variante. Das SUV kommt mit zwei statt fünf Türen und elektrischer Stoffkapuze statt Blechdach. VW hatte das Derivat bereits im vergangenen Jahr angekündigt. Auf der IAA in Frankfurt am Main ist es zum ersten Mal öffentlich zu sehen.

Das T-Roc Cabriolet wird größer als der geschlossene T-Roc

VW gibt an, das erste Crossover-Cabrio der Kompaktklasse zu bauen. Tatsächlich ist der Größenunterschied zum Range Rover Evoque Cabrio nicht groß genug, um sich wirklich abzusetzen. Seit dem Start der zweiten Generation Evoque ist aber keine Cabrio-Variante mehr erhältlich. Der offene T-Roc ist damit also das derzeit einzige SUV-Cabriolet auf dem Markt.

Der Offene T-Roc misst 4,27 Meter in der Länge – zehn Zentimeter weniger als der offene Range Rover und immerhin vier Zentimeter mehr als der geschlossene T-Roc. Diese Mehr-Zentimeter verschwinden nicht im Kunststoff der Schürzen, sondern machen Platz im Auto: Der Radstand wächst gegenüber der Blechdach-Version um genau diese vier Zentimeter.

VW T-Roc Cabrio
Quelle: Volkswagen Das Cockpit ähnelt stark dem des regulären T-Roc - was nicht weiter verwundert

So richtig praktisch wird das T-Roc Cabriolet dadurch nicht. Im Innenraum gibt es nur vier Sitze (statt fünf im T-Roc). Der Verdeckkasten verkleinert den Kofferraum auf 284 Liter (T-Roc: 445 bis 1.290 Liter). Aber ein Cabrio ist ja meistens kein Auto, das viel transportieren muss. Wenn doch, schraubt VW optional eine Anhängerkupplung an den Wagen.

Neben Radstand und Länge ändern sich in der offenen Variante weitere Elemente. Unterboden, Seitenteile, Querträger und Türen wurden modifiziert, um die schlechtere Stabilität durch das fehlende Blechdach auszugleichen. Der Frontscheibenrahmen ist verstärkt, im Falle eines Überschlages fahren hinter den Fond-Passagiere Schutzelemente aus.

Das Stoffdach des T-Roc Cabriolet öffnet und schließt elektrisch innerhalb von neun Sekunden. Das funktioniert auch während der Fahrt bei bis zu 30 km/h. Speziell angeordnete Stoffpartien leiten Regentropfen nach hinten ab und verhindern, dass sich der Stoff bei hohem Tempo aufplustert. VW verspricht eine gute Aerodynamik und hohen Geräuschkomfort.

Keine Dieselmotoren im VW T-Roc Cabrio

Ein ganz markantes Geräusch will der Hersteller offenbar komplett aus dem T-Roc Cabrio verbannen: Im Vorderwagen der offenen Variante nagelt kein Diesel. Während es im normalen T-Roc aktuell zwei und insgesamt drei Selbstzünder gibt, plant VW für das offene SUV ohne Diesel. Zum Marktstart stehen nur zwei Benziner zur Auswahl.

VW T-Roc Cabrio
Quelle: Volkswagen Das T-Roc Cabrio kommt mit Stoffverdeck statt Blechdach - und zwei statt fünf Türen

Der Basismotor leistet 115 PS aus einem Liter Hubraum und drei Zylindern. VW kombiniert ihn mit einem manuellen Sechsganggetriebe. Die stärkere Variante fährt mit vier Zylindern, 1,5 Litern Hubraum und 150 PS, optional mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Allradantrieb ist nicht vorgesehen, Diesel folgen voraussichtlich auch langfristig nicht.



Zu Verbrauch, Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit sagt VW noch nichts. Das Auto ist streng genommen noch eine Studie und bisher nicht homologiert, der Marktstart erfolgt im Frühjahr 2020. Einen Preis gibt es ebenfalls nicht. Die Basisversion des T-Roc Cabriolet soll aber für weniger als 30.000 Euro starten. Damit wäre es deutlich günstiger als der Evoque zu seiner Zeit. Einen geschlossenen T-Roc gibt es derzeit ab 21.170 Euro.

Serienmäßig gibt es das, was auch im Standardmodell immer an Bord ist, zum Beispiel den Front Assist mit City-Notbremsfunktion sowie einen Spurhalte-Assistenten. Optional baut VW 19-Zoll-Felgen, ein Infotainment mit 8-Zoll-Touchscreen, digitale Instrumente und ein großes Soundsystem. Technisch ist er also auf dem aktuellen Stand. Das Thema Cabrio könnte also wieder funktionieren.
 

VW T-Roc Cabrio: Bilder

  • VW T-Roc Cabrio
    Quelle: Volkswagen Das T-Roc Cabrio kommt mit Stoffverdeck statt Blechdach - und zwei statt fünf Türen
  • VW T-Roc Cabrio
    Quelle: Volkswagen Das Cockpit ähnelt stark dem des regulären T-Roc - was nicht weiter verwundert
  • VW T-Roc Cabrio
    Quelle: Volkswagen VW gibt an, das erste Crossover-Cabrio der Kompaktklasse zu bauen. Tatsächlich ist der Größenunterschied zum Range Rover Evoque Cabrio nicht besonders groß
  • VW T-Roc Cabrio
    Quelle: Volkswagen Golf und Beetle Cabrio sind VW-Geschichte - nun kommt der offene T-Roc. Weltpremiere ist auf der IAA 2019
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    Quelle: Volkswagen Der Offene T-Roc misst 4,27 Meter in der Länge – immerhin vier Zentimeter mehr als der geschlossene T-Roc
  • VW T-Roc Cabrio
    Quelle: Volkswagen Das Stoffdach des T-Roc Cabriolet öffnet und schließt elektrisch innerhalb von neun Sekunden
  • VW T-Roc Cabrio
    Quelle: Volkswagen Diesel sind im Cabrio nicht geplant: Zum Marktstart stehen nur zwei Benziner zur Auswahl
  • VW T-Roc Cabrio
    Quelle: Volkswagen Unterboden, Seitenteile, Querträger und Türen wurden modifiziert, um die schlechtere Stabilität durch das fehlende Blechdach auszugleichen