Die Gründung von DFM
Die Geschichte der Marke beginnt im September 1969. In Shiyan in der chinesischen Provinz Hubei entsteht ein Automobilwerk unter dem Namen Second Automotive Works, zu Deutsch Automobilwerke Nummer zwei. Die Vorbereitungen hatten bereits 1967 begonnen, zu einer Zeit, in der die chinesische Wirtschaft zentral geplant wurde. Teile des Betriebs entstanden durch Ausgliederung aus der China FAW Group, dem ersten chinesischen Automobilwerk.
In den 1970er-Jahren sind die Produktionsergebnisse durchwachsen, die Werke zählen aber zu den leistungsfähigeren des Landes. Im April 1981 schließt sich Second Automotive Works mit acht weiteren jungen Unternehmen zur Dongfeng Joint Automobile Industrial Company zusammen. 1992 erhält das Unternehmen seinen heutigen Namen: Dongfeng Motor Corporation.
Vom Lkw-Hersteller zum Pkw-Konzern
Der Schwerpunkt liegt lange auf Nutzfahrzeugen. Lkw und Omnibusse prägen das Programm, und in diesem Bereich erreicht das Unternehmen erhebliche Stückzahlen. Diese industrielle Basis erklärt bis heute die Größe des Konzerns und seine Fertigungserfahrung.
Ab Mitte der 1980er-Jahre verändert sich der chinesische Markt grundlegend. Nach der wirtschaftlichen Öffnung entsteht eine Welle von Gemeinschaftsunternehmen zwischen chinesischen Herstellern und westlichen sowie japanischen Autokonzernen. Dongfeng beteiligt sich daran intensiv.
2002 entsteht eine umfassende Partnerschaft mit Nissan, weitere Gemeinschaftsunternehmen folgen unter anderem mit Honda, mit der französischen PSA-Gruppe und mit Kia. Seit Oktober 2004 hält der Konzern zudem die Mehrheit an der Zhengzhou Nissan Automobile Company und lässt dort auch Modelle eigener Marke bauen.
Parallel ordnet sich das Unternehmen finanziell neu. Im Jahr 2000 wird eine Umschuldung nötig, 2004 folgt die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Im Dezember 2005 geht das Unternehmen an die Börse in Hongkong. Im Juni 2006 zieht die Konzernzentrale von Shiyan nach Wuhan, wo sie bis heute sitzt.
DFM Modelle und ihre Rolle im Alltag
Das Modellprogramm von DFM ist in Deutschland überschaubar, deckt aber mehrere Nutzungsprofile ab.
Den Kern bilden die Forthing-Modelle. Die Baureihen unterscheiden sich über Nummern, vom kompakteren Forthing 3 über Forthing 4 und Forthing 5 bis zu Forthing 7 und Forthing 9. Abgedeckt werden damit Karosserieformen von der Schräghecklimousine über SUV bis zum Van.
Für den Alltag ist weniger die Nummer entscheidend als die Karosserieform. Ein SUV bietet höheren Einstieg und bessere Übersicht, was im Stadtverkehr und beim Beladen hilft. Ein Van punktet dagegen bei Raumangebot und Variabilität und passt besser zu Familien oder zu Fahrern, die häufig mehrere Personen transportieren.
Der Forthing 9 tritt als großer Van an und richtet sich an Käufer mit hohem Platzbedarf. Wer regelmäßig zu fünft oder mehr unterwegs ist oder viel Gepäck verstaut, findet hier ein passenderes Format als in den kompakteren Baureihen. Für enge Innenstädte und kleine Parkplätze ist ein solches Fahrzeug naturgemäß weniger handlich.
Mit dem Rich 6 hat DFM zudem einen Pickup im Programm. Diese Fahrzeugart richtet sich an Käufer, die eine offene Ladefläche brauchen, etwa für Handwerk, Landwirtschaft oder Freizeitnutzung mit sperriger Ausrüstung. Im Alltag bringt ein Pickup klare Vorteile beim Transport, fordert aber mehr Platz beim Rangieren und bietet in der Regel weniger Fahrkomfort als eine Limousine. Wer überwiegend Personen befördert, ist mit einem SUV oder Van meist besser bedient.
Weil die Modellbezeichnungen in Deutschland weniger bekannt sind als bei etablierten Marken, lohnt sich vor dem Kauf ein nüchterner Abgleich von Außenmaßen, Kofferraum und Sitzplätzen mit dem eigenen Bedarf.
DFM und DFSK richtig unterscheiden
Im Handel tauchen beide Kürzel auf, sie stehen aber für unterschiedliche Angebote. DFM bezeichnet Fahrzeuge des Dongfeng-Konzerns selbst, im deutschen Markt überwiegend Pkw, SUV, Vans und Pickups. DFSK steht für Dongfeng Sokon, ein Gemeinschaftsunternehmen mit Schwerpunkt auf leichten Nutzfahrzeugen, Kleintransportern, Mini-Lkw und kompakten SUV.
Beide stammen aus demselben Konzernumfeld, unterscheiden sich im deutschen Angebot aber deutlich. Wer gezielt sucht, sollte deshalb auf das richtige Kürzel achten, weil sich sonst Fahrzeugklassen und Einsatzprofile vermischen.
Antriebe und Elektrifizierung
DFM bietet klassische Verbrenner ebenso wie elektrifizierte Modelle an. Je nach Baureihe sind Plug-in-Hybride und Varianten mit Range Extender verfügbar. Bei letzteren arbeitet ein Verbrennungsmotor nicht am Antrieb, sondern als Generator für den Elektroantrieb.
Für die Wahl ist weniger der Technikbegriff entscheidend als das Einsatzprofil. Ein Plug-in-Hybrid lohnt vor allem dann, wenn kurze Strecken konsequent elektrisch gefahren werden und eine Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz vorhanden ist. Ohne regelmäßiges Laden verliert dieses Konzept einen Teil seines Nutzens, weil das zusätzliche Gewicht des Akkus dann ohne Gegenwert mitgefahren wird.
Ein Range Extender kann für Fahrer interessant sein, die überwiegend elektrisch fahren möchten, auf längeren Strecken aber nicht auf die Ladeinfrastruktur angewiesen sein wollen.
Ausstattung, Unterhalt und Wertstabilität
Bei chinesischen Marken ist der Ausstattungsumfang häufig ein Argument. Viele Fahrzeuge bringen bereits in der Basis mit, was bei etablierten Anbietern Aufpreis kostet, etwa größere Bildschirme, Kamerasysteme oder Komfortsitze. Wichtiger als die Länge der Ausstattungsliste ist im Alltag jedoch, was tatsächlich gebraucht wird. Gutes Licht, Einparkhilfen und eine Rückfahrkamera bringen im täglichen Gebrauch meist mehr als einzelne Designdetails.
Zu Unterhaltskosten und Wertentwicklung liegen für DFM auf dem deutschen Markt noch keine belastbaren Langzeitdaten vor. Das ist bei jungen Marken normal, sollte beim Kauf aber eingerechnet werden. Wer ein Fahrzeug nach wenigen Jahren wieder verkaufen möchte, kann den Wiederverkaufswert schlechter abschätzen als bei etablierten Anbietern.
Wichtiger sind deshalb praktische Fragen: Wie dicht ist das Service- und Händlernetz in der eigenen Region? Wie ist die Ersatzteilversorgung geregelt? Welche Garantie gilt, und wie lange läuft sie noch? Diese Punkte beeinflussen den Alltag oft stärker als einzelne Ausstattungsdetails auf dem Papier.
Für wen DFM besonders passt
DFM passt zu Käufern, die viel Fahrzeug und viel Ausstattung für ihr Budget suchen und die Marke selbst nicht in den Vordergrund stellen. Wer ein geräumiges SUV, einen Van für Familie und Gepäck oder einen Pickup mit offener Ladefläche sucht, findet hier eine Alternative zu den etablierten Anbietern.
Weniger passend ist die Marke für Käufer, die ein dichtes Servicenetz, eine lange Markterfahrung in Deutschland und gut kalkulierbare Gebrauchtwerte in den Vordergrund stellen. Dann sind Hersteller mit großem Händlernetz und breitem Gebrauchtwagenangebot meist die ruhigere Wahl.