Auf langen Autofahrten ein guter Ort zur Erholung

Was Du über Autobahnraststätten in Deutschland wissen musst

Raststätten gibt es in Deutschland seit 1936. Heute bieten die rund 430 bewirtschafteten Rastanlagen vielfältige gastronomische Angebote sowie Einkaufs- und Erholungsmöglichkeiten. Wegen ihrer hohen Preise stehen die Autobahnraststätten aber auch oft in der Kritik. Zudem bekommen sie immer mehr Konkurrenz von Autohöfen, die in der Nähe der Autobahn sind. Wir sagen Dir, was Du über die Autobahnraststätten in Deutschland wissen solltest.

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  • Veröffentlicht am 08/29/2019, 11:00 AM
  • Aktualisiert am 11/15/2019, 2:07 PM
Millionen Reisende nutzen die Angebote der Autobahnraststätten.
Quelle: Odilon Dimier (picture alliance/Photo Alto) Ob für eine Zwischenmahlzeit, zum Tanken oder für eine kleine Pause – Millionen Reisende nutzen die Angebote der Autobahnraststätten

Als Kind auf der Urlaubsreise mit den Eltern schnell einen Halt an der Tankstelle machen, auf eigenen Ausflügen oder bei einer Geschäftsreise: Hierzulande hat wohl fast jeder schon mit Autobahnraststätten Bekanntschaft gemacht, denn sie sind Teil unserer Mobilitäts- und Reisekultur. Sie versorgen Menschen, die auf den Autobahnen unterwegs sind und sich nicht die Zeit nehmen können oder wollen, abseits der Autobahn Pausen einzulegen. Die Rastanlagen sind darauf ausgerichtet, dass ihre Gäste Besorgungen sowie Kaffee- und Klopausen möglichst schnell erledigen können.

Autobahnraststätten in Deutschland: Das sind die Unterschiede

Laut Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gibt es auf den etwa 13.000 Autobahnkilometern in Deutschland rund 430 bewirtschaftete Raststätten; in Österreich sind es rund 100, in der Schweiz rund 40.
Unter unbewirtschafteten Raststätten versteht man hierzulande die etwa 1.500 Parkplätze mit und ohne Toilette. Manche von ihnen haben einen mobilen Imbissstand. Die bewirtschafteten Raststätten hingegen bestehen üblicherweise aus einer Tankstelle, einem Restaurant- oder Fast-Food-Betrieb (zum Beispiel McDonald's oder Burger King), der eigentlichen Raststätte, und an einigen Standorten auch aus einem Motel oder Hotel mit Gästezimmern.

In Deutschland gibt es rund 430 bewirtschaftete Autobahnraststätten.
Quelle: Jan Woitas (dpa) In Deutschland gibt es rund 430 bewirtschaftete Autobahnraststätten

Wann wurde die erste Raststätte in Deutschland eröffnet?

Die Historie der Raststätten ist lang. Am 1. Mai 1936 eröffnete im Zuge der ersten Autobahnprojekte bei Darmstadt die erste Reichsautobahn-Tankstelle mit Wasch- und Aufenthaltsraum. Ein Jahr später (1937) wurde mit dem Rasthaus am Chiemsee eine erste richtige Raststätte mit über 500 Sitzplätzen in Betrieb genommen. Einige Jahre später entstand hier übrigens ein Erholungszentrum der U.S. Army, heute befindet sich auf dem Gelände eine Privatklinik.
Die deutschen Autobahnen sind rein zahlenmäßig mit Raststätten bestens versorgt. Das Online-Portal Campanda ermittelte, dass die A5 die höchste Raststättendichte hat. Die durchschnittliche Distanz von einer zur nächsten liegt bei 18 Kilometern. Schlusslicht beim Thema Raststättendichte ist die A4 mit 29 Kilometern Abstand zwischen zwei Betrieben. Für diese solide Abdeckung sorgt die Tank & Rast GmbH. Der ehemalige Staatsbetrieb ist heute quasi der Monopolist bei den Autobahnraststätten und für rund 90 Prozent der Betriebe entlang der Autobahnen hierzulande verantwortlich. Nach einer Privatisierung gehört das Unternehmen heute einem internationalen Konsortium von Finanzinvestoren. Dazu zählen Allianz Capital Partners, Borealis Infrastructure, Infinity Investments, der Asset Manager der Munich Re und die China Investment Corporation.

Vor- und Nachteile der Autobahnraststätten

Millionen Reisende nutzen die Angebote der Autobahnraststätten. Die Rastanlagen stehen aber oft auch in der Kritik. Hohe Preise sind der häufigste Kritikpunkt von Reisenden, dazu wird oft liebloser Service und ein niedriger Hygienestandard bemängelt. Den Vorteil, direkt an der Autobahn tanken und einkehren zu können, müssen sich Reisende mit einem deutlichen Preisaufschlag erkaufen.
Auf der anderen Seite bieten die Raststätten auch praktische Zusatzeinrichtungen. Fernfahrer schätzen die Duschen, Familien die Kinderspielplätze. Auch WLAN und barrierefreie Zugänge und Toiletten spielen eine große Rolle. Mittlerweile haben die meisten Raststätten auch Ladestationen für Elektroautos.
Auch beim Thema Gastronomie hat sich in den letzten Jahren einiges getan. In den Raststätten hierzulande wird längst nicht mehr nur gutbürgerlich mit Currywurst und Schnitzel gespeist. Inzwischen bieten viele Betriebe mediterrane Küche, vegetarische Gerichte und manchmal auch asiatische Speisen an. Ein Vorteil für die Gäste: Die meisten Restaurants haben rund um die Uhr geöffnet.

Die außergewöhnlichsten Raststätten Deutschlands

Entlang Deutschlands Autobahnen gibt es auch einige besondere Raststätten, die definitiv einen Besuch wert sind.
An der A7 im Allgäu liegt die Rastanlage Illertal Ost, deren Erscheinungsbild stark vom österreichischen Maler Friedensreich Hundertwasser inspiriert ist. Die Raststätte Gruibingen Süd an der A8 bei Mühlhausen in der Schwäbischen Alb wurde nach Feng-Shui-Prinzipien gebaut und bietet neben Biolebensmitteln auch einen „Raum der Stille“ an. Die vielleicht schönste Aussicht hierzulande bietet die Raststätte Zugspitzblick kurz nach Lermoos in Oberbayern. Einen ähnlich spektakulären Blick hast Du von der Raststätte Moseltal. Sie liegt an der A61 südlich vom Autobahnkreuz Koblenz. Vom Parkplatz aus blickst Du auf die Weinberge des Moseltals. Die Raststätten Dammer Berge (A1) und Frankenwald (A9) sind übrigens die einzigen beiden Rastanlagen in Deutschland, die sogenannte Brückenrasthäuser sind. Du kannst sie aus beiden Autobahnrichtungen erreichen.

Wie Du eine gute Raststätte findest

Die Suche nach einer guten Rastanlage ist kein einfaches Thema. Zwar gibt es viele Anlagen entlang der hiesigen Autobahnen. Doch nicht alle überzeugen und bieten ein passendes Angebot. Im Unterschied zur konventionellen Gastronomie gibt es bei den Raststätten keine einschlägigen Tests, sondern nur gelegentliche Stichproben von Autoclubs wie dem ADAC oder anderen Institutionen. Diese Tests sind zum Teil schon einige Jahre alt und entsprechend nicht unbedingt aktuell. Eine Anregung können die Tests sein, wenn einzelne Anlagen regelmäßig gelobt wurden. Ein Beispiel ist die Rastanlage Hirschberg Ost an der A9, die seit Jahren gut bewertet wird. Eine andere Quelle sind Bewertungen bei Google oder bei diversen Reiseportalen, zum Beispiel TripAdvisor. Hier gehen die Kommentare oft weit auseinander und reichen von „sehr gut“ bis „sehr schlecht“.
Dass die Raststätten in Sachen Qualität inzwischen zulegen, das verdanken wir auch der steigenden Zahl der Autohöfe. Diese befinden sich in der Regel nicht direkt an der Autobahn. Du musst erst von der Autobahn abfahren und findest die Autohöfe meist in relativer Nähe zur Autobahnauffahrt. Sie überzeugen zwar nicht immer mit Qualität, dafür aber mit ihrem Preis-Leistungs-Verhältnis. Da Raststätten und Autohöfe um die Gäste konkurrieren, versuchen erstere, die Kunden mit attraktiven Angeboten und hoher Qualität von sich zu überzeugen – und so das Abfahren auf einen Autohof überflüssig zu machen.

Das hat eine gute Raststätte

  • Trennung zwischen Tankstelle und Raststätte
  • Große Parkflächen
  • Viele Grünflächen
  • Öffnungszeiten rund um die Uhr
  • Ein qualitativ ansprechendes und vielseitiges Speiseangebot
  • Bioprodukte
  • Spieleinrichtung für Kinder
  • Einen sauberen Sanitärbereich
  • WLAN
  • Barrierefreie Zugänge



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