VW Caddy 5 (2020): Preise, Daten, Bilder, Marktstart

Der neue Caddy zieht mit dem Golf gleich

Alles neu am VW Caddy: Der Kastenwagen kommt mit moderner Plattform, mehr Platz, weniger Verbrauch und frischer Technik. Update: Preise zum 5. Caddy, California.

  • Constantin Bergander
  • Veröffentlicht am 02/20/2020, 07:00 PM
  • Aktualisiert am 09/15/2020, 01:35 PM
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Quelle: Volkswagen Nutzfahrzeuge VW Caddy Life: Als Pkw ist der Hochdachkombi vor allem bei Familien sehr beliebt

Der VW Caddy soll vor allem nützlich sein. Das war er ja schon immer. Er muss viel Platz bieten und einen variablen Innenraum. Er muss hohe Zuladungen aushalten, er muss eben funktionieren. In der neuen Generation soll der Caddy nun endlich auch bequemer werden. Weniger rumpelig auf der Hinterachse, sanfter beim Abrollen, insgesamt komfortabler. Damit er als Pkw nicht nur für kompromissbereite Familien taugt, sondern für alle. Beide Ansprüche kann der alte Caddy nicht bedienen. Also konstruiert Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) ein ganz neues Auto.

Erstmals nach 17 Jahren bekommt der Kastenwagen deshalb ein frisches Chassis. VW will weg vom Halb-Pkw, Halb-Nutzfahrzeug-Prinzip. Weg von den Blattfedern, die es nur im Caddy gibt, und hin zum großen Baukasten. Der Caddy 5 teilt sich seine Basis deshalb mit dem VW Golf 8. Von ihm übernimmt er viel Technik. Im Innenraum soll man das sehen: Die Cockpits beider Modelle sehen beinahe identisch aus. Die Nähe zum Bestseller sei beabsichtigt, sagt VW. Dennoch bleibt der Caddy eigenständig genug, um kein Derivat zu werden.


VW Caddy
Der VW Caddy

Ein beliebtes Handwerkerauto mit Potenzial zur Familienkutsche.


Das Wichtigste in Kürze

  • VW Caddy 5 mit zwei Radständen und Dachhöhen
  • Drei Diesel, ein Benziner, ein Erdgasmotor
  • Front und Allradantrieb, Schaltgetriebe und DSG
  • Breiter und flacher als bisher
  • Heckklappe oder Flügeltüren
  • VW Caddy wird länger
  • VW Caddy Maxi wird kürzer
  • Basispreis: 20.862,60 Euro (Cargo) bzw. bei 25.044,40 Euro (Kombi) in der Ausstattung EcoProfi
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Quelle: Volkswagen Nutzfahrzeuge In der Normalversion misst der neue Caddy 4.501 mm in der Länge

VW Caddy 5: Abmessungen, Hinterachse

Die Blattfedern an der Hinterachse sind eine rustikale Besonderheit des alten Caddy. VW entwickelt für Generation 5 eine neue Hinterachse: eine Starrachse mit Panhardstab für eine gute Längsführung. Die kompakt untergebrachten Schraubenfedern ermöglichen einen breiteren Laderaum. Die Karosserie selbst wächst ebenfalls in der Breite. Eine Europalette passt jetzt quer zwischen die hinteren Radhäuser.

W Caddy 5 2020: Maße

ModellLängeBreiteHöheRadstandLadevolumenLaderaumlängeLaderaumbreite
VW Caddy4.501 mm1.855 mm1.797 mm (Pkw)2.755 mm3,3 Kubikmeter1.797 mm1.606 mm
VW Caddy Maxi4.853 mm1.855 mm1.797 mm (Pkw)2.970 mm4,0 Kubikmeter2.150 mm1.606 mm

Den Caddy gibt es wie gehabt mit zwei Radständen als VW Caddy oder VW Caddy Maxi. Mit dem Wechsel auf die neue Architektur wachsen in beiden Varianten Radstand und Innenhöhe. Der kurze Caddy wird außerdem länger als sein Vorgänger. Er wächst um gut neun Zentimeter auf 4,50 Meter und lädt 3,3 Kubikmeter Ladung ein. Der neue Caddy Maxi wird 2,5 Zentimeter kürzer als bisher. Er misst 4,85 Meter in der Länge. Hinter den Vordersitzen verstaut er vier Kubikmeter Gepäck – nicht ganz so viel wie der alte. Dafür lädt er zwei Europaletten ein. Und bekommt breitere Schiebetüren, um das Laden zu erleichtern.



Genaue Daten zur maximalen Zuladung nennt VW noch nicht. Das Auto befindet sich in der Homologationsphase, finale Zahlen folgen in den kommenden Monaten. Der Pkw-Baukasten und die neue Achse sollen die Nutzlast des Caddy aber kaum bis gar nicht einschränken, sagt Volkswagen Nutzfahrzeuge. Wenn es einen Unterschied gibt, wird er nur wenige Kilogramm betragen.

Caddy Life
Quelle: Volkswagen Nutzfahrzeuge In der Ausstattung "Life" steht der Caddy auf 16-Zoll-Alurädern und verfügt über eine Klimaanlage

Karosserievarianten und Ausstattungen

In der Caddy-Basis gibt es viel Raum und wenig Glas. Der Caddy Cargo verzichtet optional sogar auf die Scheiben in den Hecktüren und ersetzt sie durch Bleche. Er erhält zwei Sitze und einen großen Laderaum, außerdem elektrische Fensterheber und elektrische Spiegel. Optional baut VW Armlehnen an die Vordersitze. Im Laderaum setzt der Hersteller neue Bodenbeläge ein. Eine 230-Volt-Steckdose, ein LED-Lichtsystem und ein klappbarer Beifahrersitz mit Schreibtisch-Funktion sind verfügbar.

Mit zusätzlichen Fenstern und mehr Stühlen wird das Modell zum Caddy Kombi (Nutzfahrzeug) bzw. Caddy (Pkw-Van). Fünf Sitzplätze gibt es dann serienmäßig. In der zweiten Reihe baut VW eine Zweierbank (Fahrerseite) und einen Einzelsitz ein. Optional kommen zwei Einzelsitze in der dritten Sitzreihe hinzu. Isofix-Aufnahmen für Kindersitze gibt es auf allen äußeren Sitzplätzen in den Reihen zwei und drei sowie auf dem Beifahrersitz.

VW Caddy Scheinwerfer Bedienungseinheit
Quelle: Volkswagen Auch die Lichtschalter wurden modernisiert: an ihrer Stelle ist im neuen VW Caddy eine große Touch-Fläche

Die hinteren Sitzreihen lassen sich zusammenklappen (Lehne unten), nach vorn falten („wickeln“) oder ausbauen. VW verspricht, dass das einfacher als bisher funktioniert. Das Gewicht der Komponenten nennen die Hannoveraner noch nicht. In der kurzen Caddy-Variante bleibt jetzt mehr Platz hinter der letzten Sitzreihe. Alufelgen, Radio, Schiebetüren und Müdigkeitserkennung gibt es in Caddy und Caddy Kombi serienmäßig.

Die Ausstattungslinien benennt VW neu. Beim bekannten dreistufigen System bleibt es. Oberhalb der Basis heißt der Caddy nun Life statt Comfortline. Diese Version umfasst Alufelgen, Klimaanlage, ein Infotainmentsystem mit 8,25-Zoll-Touchscreen, bequemere Sitze und Klapptische für die zweite Reihe. Im Caddy Style (früher: Highline) kommen LED-Lampen, optische Details, Klimaautomatik, digitale Instrumente und Smartphone-Verbindungen hinzu.


VW T6 California
Freiheit auf Rädern

Im VW T6 California werden Küche, Bett und Wohnzimmer einfach mitgenommen.


VW Caddy California: Der Caddy 5 als Camper

Neben den klassischen Karosserieformen gibt es wieder einen Camping-Caddy. Der bekommt einen neuen Namen: VW tauft den Caddy Beach in Caddy California um. Er startet Ende 2020 mit kurzem und 2021 mit langem Radstand. Zum ersten Mal zählt er ohne nachträgliche Umbauten offiziell als Wohnmobil: Der Hersteller bietet optional eine kleine Küche im Caddy-Heck an. Sie ist ausziehbar, gekocht wird unter der offenen Heckklappe. Eine kleine Gasflasche (1,85 Kilogramm Füllgewicht) versorgt einen einflammigen Gaskocher. Diese Miniküche ist Voraussetzung für den Titel.

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Quelle: Volkswagen Nutzfahrzeuge Kommen mehr als zwei Personen mit zum Campingausflug, bietet ein Zelt-Anbau zwei weitere Schlafplätze

VW überarbeitet außerdem das Camper-Bett. Die Matratze (1,98 m x 1,07 m) passt gefaltet ins Caddy-Heck. Anders als bisher lässt sich das Bett aufklappen, ohne die Rückbank als Stütze zu verwenden. Bei einem Campingurlaub zu zweit darf sie also zu Hause bleiben. Sind vier Personen im Camping-Caddy unterwegs, bietet ein Zelt-Anbau zwei zusätzliche Schlafplätze. Neue, dimmbare LED-Spots mit warmer Lichtfarbe sollen den Caddy California gemütlich machen. Zudem verbessert VW Belüftung und Verdunklung des Innenraums.

VW stellt dem Caddy California eine Smartphone-App zur Seite. Sie listet Campingplätze, relevante Geschäfte und Entsorgungsstellen für Wasser und Müll auf. Übliches Camping-Zubehör wie Stühle und ein Tisch sind weiterhin verfügbar.

Assistenten und Funktionen im VW Caddy 5 (2020)

Im neuen Caddy baut VW vieles aus dem Pkw-Baukasten ein, was nicht in die alte Architektur passt. Dazu gehört das digitale Cockpit, das analoge Rundinstrumente durch ein Display ersetzt. Und das große Infotainment mit einem 10-Zoll-Touchscreen und zusätzlichen Touch-Leisten, die Temperatur und Lautstärke steuern. Die Systeme sind stets mit dem Internet verbunden. Damit rückt der nützliche Kasten ein großes Stück in Richtung des neuen Golf.

Dazu gehören auch Assistenzsysteme. Der neue Caddy hält Spur, Geschwindigkeit und Abstand selbstständig. Der Fahrer muss aufmerksam bleiben. Es genügt aber, wenn die Hand auf dem Lenkrad ruht. Lenkbewegungen verlangt das Auto nicht vom Fahrer. Zudem hilft der Caddy beim Rangieren von Anhängern, beim Spurwechsel und beim Ausparken. In Notfällen, bei denen der Fahrer nicht mehr reagiert, ruft er den Rettungsdienst.

VW Caddy Cockpit
Quelle: Volkswagen Der MQB-Baukasten ermöglicht den Einzug moderner Assistenzsysteme in den VW Caddy

VW bietet im Caddy 5 ein schlüsselloses Entriegelungs- und Startsystem an, elektrische Zuziehhilfen an Schiebetüren und Heckklappe und ein großes Panoramadach. Statt eines Lichtschalters gibt es eine große Touch-Fläche links neben dem Lenkrad. Solche Funktionen sind vor allem für die Pkw-Varianten gedacht. Hier hat der Vorgänger den Anschluss an die Konkurrenz verloren. Die Nutzfahrzeuge der Konkurrenz sind dem Caddy inzwischen voraus.

Motoren: Erdgas mit der höchsten Leistung

VW bietet für den neuen Caddy fünf Antriebe an. Dazu gehören drei Dieselmotoren mit je 2,0 Litern Hubraum und 75 PS, 102 PS und 122 PS. Eine doppelte „AdBlue“-Einspritzung filtert Stickoxide aus den Abgasen. Einziger reiner Benziner ist ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbomotor mit 115 PS. Stärkster Motor ist ein Erdgas-Antrieb. Er leistet 130 PS aus 1,5 Litern Hubraum.



VW koppelt die Motoren an manuelle Sechsganggetriebe, angetrieben werden die Vorderräder. Für den großen Diesel gibt es ein Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb. Die neuen Caddy sollen laut VW bis zu zwölf Prozent weniger Sprit verbrauchen. Genaue Zahlen zum Verbrauch stehen noch aus. VW will sie im Juli 2020 nachliefern.

Caddy PanAmericana
Quelle: Volkswagen Nutzfahrzeuge Der VW Caddy 5 "Pan Americana" ist der Nachfolger des Caddy Alltrack, bietet also mehr Bodenfreiheit und etwas Offroad-Styling

Preise und Marktstart

Der neue VW Caddy lässt sich bereits bestellen. Er startet mit kurzem Radstand in der Spar-Ausstattung EcoProfi bei 20.862,60 Euro (Caddy Cargo) bzw. bei 25.044,40 Euro brutto inklusive 16 Prozent Mehrwertsteuer (Caddy Kombi). Der reguläre Caddy kostet als Pkw mindestens 27.689,20 Euro. Zum Marktstart bietet VW das Launch-Modell Caddy Move mit 101-PS-Diesel und Life-Ausstattung für 31.708,60 Euro an.

Preise für Modelle mit langem Radstand und den Caddy California nennt VW noch nicht. Der Aufpreis für mehr Platz wird ungefähr 2.500 Euro betragen. Der Camper steigt voraussichtlich bei rund 26.000 Euro ein.


Der neue VW Caddy (2020) in Bildern

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  • Caddy Studie Maxi_20200220_007
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  • VW Caddy Blick durch die Heckklappe
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  • VW Caddy Blick durch die Heckklappe
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  • VW Caddy Cockpit aus Fahrer-Perspektive
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  • VW Caddy Cockpit
    Quelle: Volkswagen Der MQB-Baukasten ermöglicht den Einzug moderner Assistenzsysteme in den VW Caddy
  • VW Caddy Scheinwerfer Bedienungseinheit
    Quelle: Volkswagen Auch die Lichtschalter wurden modernisiert: an ihrer Stelle ist im neuen VW Caddy eine große Touch-Fläche