Das musst Du zur erhöhten Elektro-Prämie wissen

Jetzt doch: E-Auto Bonus steigt auf 6.000 Euro

Die EU stimmt der Erhöhung der Förderung für Elektroautos zu. Sie darf rückwirkend ab November 2019 gelten. Alle Details zur Kaufprämie für E-Autos 2020.

  • Heiko Dilk
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  • Veröffentlicht am 01/27/2020, 8:30 AM
  • Aktualisiert am 02/12/2020, 5:13 PM
Parkplatz für Elektroautos
Quelle: Picture Alliance Der Kauf von Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen soll künftig mit bis zu 6.000 Euro gefördert werden

An grundsätzlich mangelnder Nachfrage lag es offenbar nicht. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa), das für die Förderung von Elektroautos zuständig ist, platzierte zuletzt auf seiner Internetseite folgenden Hinweis zum sogenannten Umweltbonus: „Zum jetzigen Zeitpunkt liegen dem Bafa keine Informationen vor, wann und wie die Richtlinie zur Förderung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen geändert wird. Bitte sehen Sie von telefonischen Anfragen ab.“

Ein bisschen genervt klang das schon. Doch die Anrufe sind verständlich. Die Bundesregierung hatte bereits im November 2019 im Rahmen des Klima-Pakets angekündigt, die Kaufprämie für E-Autos zu erhöhen. Statt mit maximal 4.000 Euro wie bisher sollte der Kauf eines reinen Elektroautos künftig mit bis zu 6.000 Euro gefördert werden. Die Förderung für Plug-in-Hybride, die über eine elektrische Reichweite von mindestens 50 Kilometern verfügen, sollte von derzeit 3.000 Euro auf 4.500 Euro steigen.

Bis Mitte Februar hat sich Brüssel Zeit mit einer abschließenden Beurteilung des Vorhabens gelassen. Jetzt kommt von der Europäischen Kommission endlich das Okay. Einwände gegen die Zuschüsse gebe es nicht. Damit gelten neue Fördersätze sogar rückwirkend: Alle E-Autos, die nach dem 4. November 2019 zugelassen worden sind, können von den Zuschüssen profitieren. Konkret sieht die Planung wie folgt aus.

Der Umweltbonus für 2020 im Detail

  • Batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge bis 40.000 Euro Nettolistenpreis können nach der Entscheidung in Brüssel mit 6.000 Euro gefördert werden.
  • Batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge von 40.000 bis 65.000 Euro werden mit bis zu 5.000 Euro gefördert.
  • Plug-in-Hybride mit einem CO2-Ausstoß von maximal 50 g/km und bis 40.000 Euro Nettolistenpreis können einen Zuschuss von 4.500 Euro erhalten.
  • Plug-in-Hybride bis 65.000 Euro sollen künftig 3.750 Euro Umweltbonus erhalten.
  • Die Elektroprämie wird zu gleichen Teilen vom Hersteller und vom Bund getragen.

Beschlossen wurden die neuen Fördersätze von der Koalition bereits im Klimapaket im September 2019. Im Kabinett wurde daraufhin zwei Monate später die Verlängerung und eine Erhöhung der Kaufprämie bis 2025 vereinbart.


VW Golf 7 GTE
Der Hybrid-Golf

Im Golf 7 GTE arbeiten ein 1,4-Liter-Turbobenziner mit 150 PS und ein 75 kW starker E-Motor. Systemleistung: 204 PS.


Damit entspannt sich nun die Situation der Händler und Hersteller. Letztere müssen 2020 ihren CO2-Flottenausstoß senken, um Strafzahlungen zu vermeiden. Dafür sind sie auf Elektroautos angewiesen. Die drücken den CO2-Flottenausstoß besonders, weil sie mit einem CO2-Ausstoß von 0 Gramm in die Bilanz einfließen und 2020 gleich doppelt angerechnet werden dürfen. 2021 sinken die sogenannten „Super Credits“ auf die 1,67-fache Anrechnung und 2022 auf die 1,33-fache.

Doch dafür muss das jeweilig E-Auto überhaupt mal zugelassen werden. Vor der aktuellen Entscheidung in Brüssel spürte der Handel wenig überraschend die derzeitige Kaufzurückhaltung – und beschwerte sich. Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) Axel Koblitz sagte: „Die Bundesregierung hat ein Versprechen in die Welt gesetzt und löst es jetzt nicht ein.“

Wie wichtig eine entsprechende Einlösung des Versprechens sei, betonte zuletzt auch Hildegard Müller. „Der Umweltbonus ist ein entscheidendes Instrument, um die Elektromobilität in Deutschland zum Erfolg zu führen“, sagte jüngst die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). „Umso wichtiger ist es, dass es nun möglichst rasch grünes Licht für die Novellierung gibt, damit sich der Markt darauf einstellen kann.“



Verzögerung bei der Förderung von E-Autos

Die Bundesregierung hatte die Schuld für die Verzögerung auf die EU-Kommission geschoben. Diese müsse die Änderung der Förderrichtlinie erst prüfen, bevor sie umgesetzt werden könne. Dieses Hindernis ist nun aus dem Weg geräumt.

Ohnehin wollten die Hersteller nicht so lange warten. Renault hatte angekündigt, die Kaufprämie für Elektroautos eigenmächtig auf 6.000 Euro zu erhöhen. 2.000 Euro kam wie gehabt vom Bafa, den Eigenanteil wollte Renault so lange auf 4.000 Euro verdoppeln, bis die Erhöhung der Prämie durch sei.

Hyundai und Kia verdreifachten den Eigenanteil sogar. Mit der staatlichen Prämie von 2.000 Euro kamen für batterieelektrische Modelle der koranischen Marken so 8.000 Euro zusammen. Wer sich für ein Hybrid-Modell entschied, erhielt 6.500 Euro zusätzlich. Auch Nissan hob den Eigenanteil des Herstellers auf 6.000 Euro an, wenn ein Altfahrzeug in Zahlung gegeben wird. Für den Nissan Leaf, auch für die stärkste Version mit 385 Kilometern Reichweite, gilt damit ein Zuschuss von bis zu 8.000 Euro.


Hyundai Ioniq
Hyundai Ioniq

141 PS Systemleistung bietet die Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor im Ioniq.


Wie funktioniert das Antragsverfahren beim Elektrobonus?

Wie schnell nun die Novellierung der Förderung von Elektroautos auch praktisch umgesetzt wird, ist noch nicht bekannt (Stand: 12.2.2020). Noch hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle auf seiner Internetseite den Zuschuss von 2.000 Euro für ein Elektroauto nicht verändert. Auf Nachfrage von mobile.de zum entsprechenden Zeitpunkt, wann die erhöhten Förderungen abrufbar sein werden, konnte das Bafa noch keine abschließende Auskunft geben.

Am Verfahren wird sich aber auch nach der Änderung der Richtlinie vermutlich nichts ändern. Zurzeit funktioniert die Antragstellung wie folgt:

  • Der Käufer eines Elektroautos stellt auf der Internetseite des Bafa einen elektronischen Antrag (www.bafa.de/umweltbonus).
  • Kaufvertrag oder verbindliche Bestellung inkl. Basispreis und gesondert ausgewiesener Sonderausstattung und Nachlässen werden über das Portal hochgeladen.
  • Das Bafa prüft die Antragsunterlagen und erlässt bei positiver Prüfung einen Zuwendungsbescheid.
  • Das gekaufte Elektrofahrzeug muss spätestens neun Monate nach Erteilung des Zustellungsbescheids zugelassen werden.

Im zweiten Teil des Verfahrens muss der Antragsteller nachweisen, dass das Elektroauto auch tatsächlich zugelassen und genutzt wird. Das nennt sich Verwendungsnachweisverfahren. Es muss spätestens zehn Monate nach dem Datum des Zuwendungsbescheids vom Antragsteller elektronisch auf der Internetseite des Bafa angestoßen werden:

  • Über das Upload-Portal werden die Fahrzeugrechnung, die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) und die Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) hochgeladen.
  • Das Bafa sendet dem Antragsteller einen Link zu einer elektronischen Verwendungsnachweiserklärung, die ausgedruckt, ausgefüllt und unterschrieben wieder hochgeladen werden muss.
  • Das Bafa prüft die Unterlagen erneut und überweist bei positiver Prüfung den Umweltbonus ohne weitere Mitteilung auf das Konto des Antragstellers.