Das musst Du zur Elektroauto-Prämie wissen

Umweltbonus bis 6.000 Euro: Alle Infos zur erhöhten Prämie

Seit 19. Februar gibt es eine höhere Förderung für Elektroautos. Sie gilt auch rückwirkend und für Gebrauchtwagen. Alle Details zum Umweltbonus 2020.

  • Heiko Dilk
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  • Veröffentlicht am 01/27/2020, 8:30 AM
  • Aktualisiert am 02/25/2020, 4:19 PM
BMW i3 an einer Ladesäule stehend
Quelle: Picture-Alliance Der Kauf von Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen soll künftig mit bis zu 6.000 Euro gefördert werden

Es hat ein wenig gedauert. Seit dem 19. Februar 2020 gibt es endlich mehr Geld: Die Förderung für reine Elektroautos liegt seitdem bei bis zu 6.000 Euro, statt nur bei 4.000 Euro wie zuvor. Für Plug-in-Hybride, die bislang mit maximal 3.000 Euro gefördert wurden, gibt es bis zu 4.500 Euro. Die Bundesregierung zahlt den Umweltbonus 2020 sogar für junge gebrauchte Elektroautos und Plug-in-Hybride. Allerdings dürfen die weder zu alt sein, noch darf für das Fahrzeug die Förderung bereits in Anspruch genommen worden sein. Zudem führt die neue Förderrichtlinie für Elektroautos verschiedene Förderstufen je nach Fahrzeugpreis ein. Wie die Elektroprämie aussieht, ab wann sie gilt und alles, was Du sonst noch wissen musst, liest Du hier.

Der Umweltbonus 2020 im Detail

  • Reine Elektroautos (Batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge) bis 40.000 Euro Nettolistenpreis können mit bis zu 6.000 Euro gefördert werden.
  • Elektroautos von 40.000 bis 65.000 Euro werden mit bis zu 5.000 Euro gefördert.
  • Plug-in-Hybride mit einem CO2-Ausstoß von maximal 50 g/km und bis 40.000 Euro Nettolistenpreis können einen Zuschuss von 4.500 Euro erhalten.
  • Plug-in-Hybride bis 65.000 Euro können künftig 3.750 Euro Umweltbonus erhalten.
  • Für junge gebrauchte Elektroautos oder Plug-in-Hybride gelten die gleichen Förderbeträge und Nettolistenpreise.
  • Die Elektroprämie wird zu gleichen Teilen vom Hersteller und vom Bund getragen.
  • Das Fahrzeug muss in Deutschland auf den Antragsteller zugelassen werden und es mindestens sechs Monate bleiben.

Mit der neuen Richtlinie gilt die Elektroauto-Förderung auch rückwirkend, sofern Kauf oder Leasing und Erstzulassung nach dem 18. Mai 2016 erfolgt sind. Für Autos mit Zulassung bis zum 4. November 2019 gibt es jedoch nur die niedrigere Elektroprämie nach der alten Richtlinie. Fahrzeuge, die nach dem 4. November 2019 zugelassen wurden, können voll mit dem neuen erhöhten Umweltbonus gefördert werden, wenn sie bislang keine Förderung erhalten haben. Heißt: Der bereits erhaltene niedrigere Bonus wird nicht aufgestockt. Aber er wird auch für alte Autos gewährt, deren Kauf bislang nicht gefördert wurde.

Welche Modelle das im Einzelnen sind, ergibt sich aus einer Liste des für die Förderung zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Diese steht zum Download auf der Internetseite des Bafa bereit und wird regelmäßig aktualisiert (Link zur Liste beim Bafa).

Die Elektroprämie 2020 für junge Gebrauchtwagen

Für junge gebrauchte Elektroautos oder Plug-in-Hybride gelten zusätzliche Voraussetzungen, damit sie den Umweltbonus bekommen:

  • Das Auto darf maximal 12 Monate in erster Hand zugelassen gewesen sein.
  • Die maximale Laufleistung darf 15.000 Kilometer nicht überschreiten.
  • Es darf nachweislich noch keinen Umweltbonus oder eine ähnliche Förderung eines EU-Staats erhalten haben

Damit dürfte die Förderung für junge Gebrauchtwagen vor allem Autos betreffen, die bislang auf Händler zugelassen waren. Etwa als Vorführwagen oder als Tageszulassung. Das sind relativ viele: Wir finden auf mobile.de aktuell (Februar 2020) mehr als 2.300 Vorführwagen, die nicht früher als 2019 zugelassen wurden und maximal 15.000 Kilometer gelaufen sind. Ob der Umweltbonus für diese Fahrzeuge bereits ausgezahlt wurde, lässt sich meist nicht aus den Anzeigen herauslesen. Im Zweifel stellen die Händler einen Nachweis aus, der belegt, dass für das Fahrzeug keine Förderung beantragt wurde.


E-Tron
Elektro-Vorführwagen

Vorführwagen werden von Händlern meist zur Ausstellung oder für Probefahrten genutzt.


Wie funktioniert das Antragsverfahren beim Elektrobonus?

Mit Novellierung der Förderrichtlinie wurde auch das Antragsverfahren vereinfacht. Im Einzelnen funktioniert die Antragstellung bei einem Fahrzeugkauf wie folgt:

  • Das Auto muss vor der Antragstellung gekauft und zugelassen worden sein
  • Der Käufer des Elektroautos stellt auf der Internetseite des Bafa einen elektronischen Antrag (www.bafa.de/umweltbonus).
  • Die Rechnung und die Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) werden elektronisch eingereicht.
  • Bei Gebrauchtwagen sind zusätzliche Unterlagen erforderlich, die belegen, dass das Auto noch nicht gefördert wurde

Die Antragstellung beim Leasing:

  • Der Leasingvertrag ist einzureichen, dazu die verbindliche Bestellung und die Kalkulation der Leasingrate.
  • Wie beim Kauf ist die Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) elektronisch einzureichen.
  • Bei Gebrauchtwagen sind ebenfalls wie beim Kauf zusätzliche Unterlagen erforderlich, die belegen, dass das Auto noch nicht gefördert wurde.

Nach der Absendung des Antragsformulars erhält der Antragsteller einen Downloadlink zum Herunterladen eines PDF-Dokuments. Das besteht aus dem Antragsformular und aus einem Formular, mit dem  der Antragsteller bestätigen muss, dass seine Angaben wahrheitsgemäß erfolgt sind. Das Formular muss ausgedruckt, unterschrieben und über das Upload-Portal des Bafa hochgeladen werden. Der Link hierzu wird vom Bafa direkt nach der Antragstellung zusammen mit einer Vorgangsnummer versendet. Das Bafa prüft die Antragsunterlagen und erlässt bei positiver Prüfung einen Zuwendungsbescheid. Der Bundesanteil wird sodann auf das Konto des Antragstellers überwiesen. 

Bislang konnte der Antrag auf den Umweltbonus schon vor der Zulassung gestellt werden. Dafür hatte man als Käufer nach Erteilung des Zustellungsbescheids neun Monate Zeit und musste dies im sogenannte "Verwendungsnachweisverfahren" belegen. Dieser Schritt fällt nun weg, das Verfahren sollte so insgesamt verkürzt werden.


VW Golf 7 GTE
Der Hybrid-Golf

Im Golf 7 GTE arbeiten ein 1,4-Liter-Turbobenziner mit 150 PS und ein 75 kW starker E-Motor. Systemleistung: 204 PS.


Beschlossen wurden die neuen Fördersätze von der Koalition bereits im Klimapaket im September 2019. Im Kabinett wurde daraufhin zwei Monate später die Verlängerung und eine Erhöhung der Kaufprämie bis 2025 vereinbart. Mit der seit dem 19.02.2020 gültigen Förderrichtlinie entspannt sich nun die Situation der Händler und Hersteller. Letztere müssen 2020 ihren CO2-Flottenausstoß senken, um Strafzahlungen zu vermeiden. Dafür sind sie auf Elektroautos angewiesen. Die drücken den CO2-Flottenausstoß besonders, weil sie mit einem CO2-Ausstoß von 0 Gramm in die Bilanz einfließen und 2020 gleich doppelt angerechnet werden dürfen. 2021 sinken die sogenannten „Super Credits“ auf die 1,67-fache Anrechnung und 2022 auf die 1,33-fache.

Doch dafür muss das jeweilig E-Auto überhaupt mal zugelassen werden. Vor der Einführung der höheren Elektroprämie spürte der Handel wenig überraschend deutliche Kaufzurückhaltung – und beschwerte sich. Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) Axel Koblitz sagte: „Die Bundesregierung hat ein Versprechen in die Welt gesetzt und löst es jetzt nicht ein.“ Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) sagte: „Der Umweltbonus ist ein entscheidendes Instrument, um die Elektromobilität in Deutschland zum Erfolg zu führen.“



Verzögerung bei der Förderung von E-Autos

Die Bundesregierung hatte die Schuld für die Verzögerung auf die EU-Kommission geschoben. Diese müsse die Änderung der Förderrichtlinie erst prüfen, bevor sie umgesetzt werden könne. Dieses Hindernis ist nun aus dem Weg geräumt.

Manche Hersteller wollten nicht so lange warten. Renault hatte angekündigt, die Kaufprämie für Elektroautos eigenmächtig auf 6.000 Euro zu erhöhen. 2.000 Euro kamen wie gehabt vom Bafa, den Eigenanteil verdoppelte Renault so lange auf 4.000 Euro. Hyundai und Kia verdreifachten den Eigenanteil sogar. Mit der staatlichen Prämie von 2.000 Euro kamen für batterieelektrische Modelle der koreanischen Marken so 8.000 Euro zusammen. Wer sich für ein Hybrid-Modell entschied, erhielt 6.500 Euro zusätzlich. Auch Nissan hob den Eigenanteil des Herstellers auf 6.000 Euro an, wenn ein Altfahrzeug in Zahlung gegeben wird. Für den Nissan Leaf, auch für die stärkste Version mit 385 Kilometern Reichweite, gilt damit ein Zuschuss von bis zu 8.000 Euro.


Hyundai Ioniq
Hyundai Ioniq

141 PS Systemleistung bietet die Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor im Ioniq.