Mit diesen Tipps sparst Du viel Geld

So können Fahranfänger bei der Kfz-Versicherung sparen

Der Führerschein ist endlich in der Tasche und das eigene Auto wartet auf Dich? Hier erfährst Du, wie Du eine günstige Kfz-Versicherung findest.

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  • Veröffentlicht am 11/20/2019, 6:34 PM
Von der Rücksitzbank aus blickt man über die Schultern von Fahrer und Beifahrer
Quelle: Uli deck (dpa/ picture alliance) Wenn Du Deinen Führerschein bereits mit 17 Jahren machst, wirkt sich das unter Umständen positiv auf Deine Versicherungspolice aus

In der Regel haben Kfz-Versicherungen eines gemeinsam: Für Fahranfänger setzen sie hohe Preise an. Der Grund dafür ist nachvollziehbar: Statistisch betrachtet sind junge Menschen mit wenig Fahrpraxis häufiger an Unfällen beteiligt als erfahrene Autofahrer. Es ist also wahrscheinlich, dass Du als Fahranfänger in der teuersten sogenannten Schadenfreiheitsklasse SF 0 Deiner Versicherung landest. Hier kann es passieren, dass die Kfz-Versicherung einen hohen Zuschlag verlangt und ein Jahresbeitrag in vierstelliger Höhe fällig wird, denn in SF 0 verlangen manche Versicherungen bis zu 260 Prozent des Beitrags, bei SF 1 sind es in der Regel 100 Prozent.

Woher kommen die hohen Preise für Fahranfänger?

Bevor Du Dir nun Gedanken über die richtige Kfz-Versicherung machst, solltest Du im ersten Schritt die Vorgehensweise der Kfz-Versicherungen verstehen. Ein wichtiger Begriff für die Versicherung ist die eben schon erwähnte Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse). Die SF-Klassen kann man sich wie ein Ranking vorstellen – eine Tabelle, in die Du eingestuft wirst und die angibt, welche Geldsumme Du für die Kfz-Versicherung zahlen musst. Mit jedem unfallfreien Jahr, das Du Dir erfährst, wirst Du in dieser Tabelle hochgestuft.

Es gibt bis zu 35 Schadenfreiheitsklassen. Im ersten Jahr startest Du in der Regel mit der Schadenfreiheitsklasse 0 und zahlst die höchsten Beiträge. Je weiter Du nach oben wanderst, desto weniger zahlst Du – vorausgesetzt, Du bleibst unfallfrei. Die Prämien sinken vor allem in den ersten Jahren deutlich. Deshalb ist es besonders wichtig, die ersten Jahre ohne Unfall zu meistern.

Ein rotes Sparschwein steht auf einem weißen Tisch
Quelle: Christin Klose (dpa Themendienst / picture alliance) Kfz-Versicherungen sind für Fahranfänger oft sehr teuer. Mit einigen Tricks kannst Du Geld sparen

So können Fahranfänger sparen

Die hohen Beiträge in der teuren SF-Klasse können ganz schön abschrecken. Viele Fahranfänger fragen sich deshalb, wie sie einen möglichst günstigen Tarif finden können. Hier findest Du ein paar Tipps und Tricks, wie Du die hohen Beiträge für die Kfz-Versicherung umgehen kannst.

Die Zweitwagenregelung

Um nicht in die teuerste Schadenfreiheitsklasse eingestuft zu werden, kannst Du Dein Fahrzeug von einer anderen Person als Zweitwagen versichern lassen. Das könnten zum Beispiel Eltern, Großeltern oder auch der Lebenspartner sein. In diesem Fall wirst nicht Du in die Schadenfreiheitsklasse eingestuft, sondern die andere Person. Auf diese Weise umgehst Du die finanziell extrem ungünstige SF 0. Manche Kfz-Versicherungen ermöglichen es sogar, den Zweitwagen in die gleiche Schadenfreiheitsklasse einzuordnen wie den Erstwagen. Achte in jedem Fall darauf, dass die Versicherungspolice Dich als Fahranfänger einschließt und nicht nur Personen ab 24 Jahren zulässt. Trotz der finanziellen Vorteile hat die Zweitwagenregelung übrigens einen großen Nachteil: Im Ranking der Versicherung steigst Du nicht auf und verschwendest sozusagen Deine unfallfreien Jahre als Autofahrer. 

Begleitetes Fahren

Aus finanzieller Sicht ist das sogenannte Begleitete Fahren (BF17) ebenfalls sinnvoll, um Geld bei der Versicherung zu sparen. Du kannst Dich bereits mit 16,5 Jahren in der Fahrschule für den Führerschein Klasse B oder BE anmelden. Hast Du den Theorieteil und die praktische Fahrprüfung bestanden, bekommst Du frühestens zum 17. Geburtstag eine Prüfbescheinigung. Diese gilt in Kombination mit dem Personalausweis als Fahrerlaubnis für das Begleitete Fahren. Bis zur Volljährigkeit darfst Du dann ausschließlich in Begleitung einer anderen Person (die den Führerschein seit fünf Jahren besitzt und mindestens 30 Jahre alt ist) hinter dem Steuer sitzen. Der Vorteil für die Versicherung Deines Fahrzeugs: Viele Versicherer bieten enorme Rabatte an, wenn Du bereits seit Deinem 17. Geburtstag Fahrpraxis gesammelt und keinen Unfall verursacht hast.

Familienversicherungen nutzen

Wenn Deine Familie – zum Beispiel Deine Großeltern oder Eltern – mehrere Autos besitzt, kann sich unter Umständen eine Familienversicherung lohnen. Davon profitierst Du insbesondere als Fahranfänger. In der Regel rentiert sich eine solche Autoversicherung ab drei Fahrzeugen. Die Höhe der Prozente hängt dann meist von der Anzahl der versicherten Autos ab. Der Unterschied zur Zweitwagenregelung ist, dass bei der Familienversicherung jedes Familienmitglied eine eigene Police erhält. Dadurch zählen auch bei Fahranfängern von Anfang an die Praxisjahre für die Einordnung in die Schadenfreiheitsklasse.

Anderweitige Schadenfreiheitsklassen nutzen

Du kannst auch die Schadenfreiheitsklassen von Verwandten oder Lebenspartnern übernehmen. Möglich ist das, wenn Verwandte beispielsweise ein Fahrzeug abgemeldet haben oder dies in Zukunft planen. Besonders lohnenswert ist es, wenn Deine Großeltern nicht mehr Auto fahren möchten oder können und ihren eigenen hohen Rabatt an Dich abtreten. Es ist zwar nicht pauschal so, dass jede Autoversicherung dies akzeptiert – aber viele Anbieter sind dazu bereit. Der frühere Versicherungsnehmer sollte allerdings bedenken, dass er die eigene Schadenfreiheitsklasse verliert. Du selbst kannst nur so viele schadenfreie Jahre übernehmen, wie Du auch selbst schon den Führerschein besitzt.



Auf Kaskoversicherung verzichten

Bevor Du Dein erstes eigenes Auto versicherst, solltest Du gut überlegen, ob Du tatsächlich eine Kaskoversicherung benötigst. Dafür ist es zum Beispiel hilfreich, einen Blick aufs Auto zu werfen: Ist es schon alt, verbeult oder anderweitig beschädigt? Dann muss es vielleicht nicht für den Fall eines Diebstahls oder andere Schäden versichert sein. Das gilt ebenso für ein Fahrzeug, das Du verhältnismäßig günstig für eine sehr geringe vierstellige Summe gekauft hast.

Wenn Du Dich für eine Kaskoversicherung entscheidest, solltest Du sorgsam zwischen Vollkasko- und Teilkaskoversicherung wählen. Als allgemeine Regel gilt: Eine Vollkaskoversicherung empfiehlt sich eigentlich nur für Neuwagen in den ersten fünf Jahren. Nach dieser Zeit reicht eine Teilkaskoversicherung aus.

Beim Autokauf auf Typklassen achten

Eine Autoversicherung interessiert sich üblicherweise nicht nur für Deine Fahrpraxis, sondern auch für das Auto, das Du fährst. Klassische Fahranfänger-Autos sind der Fiat Punto oder der Opel Corsa. Sie sind entsprechend häufig an Unfällen beteiligt. Die Folge: Versicherungen fordern in der Regel höhere Beiträge. Deshalb ist es sinnvoll, dass Du kein typisches Fahranfänger-Auto wählst, wenn Du Dich günstig versichern möchtest.

Jemand lenkt an einer grünen Ampel nach links und biegt in eine Straße ab
Quelle: Christin Klose (dpa Themendienst / picture alliance) Bei einem Telematik-Tarif profitierst Du von einer defensiven Fahrweise

Telematik-Tarife nutzen

Das Prinzip der Telematik-Tarife funktioniert so: Du erhältst Rabatte auf die Versicherungsbeiträge, wenn Du sehr defensiv fährst – und dies auch nachweisen kannst. Der Nachweis wird beispielsweise mit einer App oder mit Hilfe einer fest installierten Box erbracht. Bei jeder Autofahrt misst die App oder die Box die Fahrzeugdaten und vergibt dafür Punkte. Je höher die Punkte, desto höher fällt am Ende des Jahres der Rabatt auf den Versicherungsbeitrag aus. Gemessen werden beispielsweise die Route und die Position, die Beschleunigung und das Abbremsen. Beim Überschreiten von Tempolimits erhält man Minuspunkte. Ebenfalls wirkt es sich ungünstig aus, wenn man auf der Autobahn schneller als 130 km/h fährt – also schneller als die Richtgeschwindigkeit.

Carsharing als Alternative

Es gibt die Möglichkeit des privaten und des kommerziellen Carsharings. Beim privaten Carsharing werden Autos von Privatpersonen gegen Geld geteilt. Das läuft üblicherweise über Plattformen als Vermittler. Derjenige, der ein Fahrzeug braucht, holt es beim Besitzer ab. Am Ende wird das Fahrzeug mit gleichem Tankstand wieder zurückgegeben. Wenn Du ein anderes Fahrzeug nutzt, bist Du in der Regel über den Vermittler abgesichert. Die Haftpflicht- und Kaskoversicherung der jeweiligen Fahrzeughalter bleibt damit außen vor. Für Dich ist es also ein Vorteil, wenn Du das Carsharing nur als Fahrer nutzt. Das Gleiche gilt für die kommerzielle Variante. Dabei mietest Du ein Auto von einem Carsharing-Anbieter. Die Abrechnung erfolgt hier minutengenau. Carsharing-Fahrzeuge sind rundum versichert, sodass Du Dir Kosten für eine eigene Autoversicherung sparen kannst.


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