Opel Mokka SUV 2020: Erlkönig, Preise, Daten, Marktstart

Der nächste Mokka fährt elektrisch

Im Sommer 2020 stellt Opel die 2. Generation des Erfolgs-SUVs Mokka vor. Welche Motoren er bekommt? Ob er wieder Mokka heißt? Erfahre hier, was wir schon wissen.

  • Björn Tolksdorf
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  • Veröffentlicht am 02/01/2020, 9:00 AM
  • Aktualisiert am 03/09/2020, 4:56 PM
Opel Mokka Erlkönig dreiviertel-frontansicht
Quelle: SB-Medien Der neue Opel Mokka X basiert auf dem CMP-Baukasten des PSA-Konzerns. Eine Elektro-Version ist gesetzt

Manchmal sieht man sie mit Zweifel in den Augen vor dem Friseursalon stehen. Kleine Mädchen mit langen Zöpfen, die nun abmüssen. Auch Opel muss im Jahr 2019 viele Zöpfe abschneiden, sprich: Modelle einstellen. Bei einigen, wie Karl und Cascada, fällt der Abschied leicht. Nicht so beim Opel Mokka X. Hier ist Opel im Jahr 2012 mal früh dran und besetzt das Segment der Mini-SUVs lange vor anderen deutschen Herstellern. Mit Erfolg: Mehr als 800.000 Mokka verkauft Opel zwischen 2012 und dem Ende der Produktion im Sommer 2019. Davon knapp 190.000 in Deutschland.

Opel Mokka 2020: Das Wichtigste in Kürze

  • SUV mit klarer Lifestyle-Orientierung, Premiere im Sommer 2020
  • Basiert auf PSA-Plattform CMP
  • Produktion im PSA-Werk Poissy
  • Nur noch Frontantrieb, Elektroantrieb bestätigt

Seines Erfolgs zum Trotz muss der Mokka gehen, aus verschiedenen Gründen. Schon bevor Opels Ex-Mutter die deutsche Marke an PSA verkauft, muss Opel den Großteil seiner Mokka von GM Korea zukaufen. Für die neue Mutter PSA ist das von vornherein kein Business-Case mit Zukunft.  Hinzu kommt: Der Mokka gehört technisch zu den ältesten Opel-Modellen. Sein Einfluss auf Opels CO2-Bilanz ist unterm Strich eher ungünstig. Also: Weg mit dem Zopf.


Opel Mokka
Der Opel Mokka

2016 überarbeitet Opel den Mokka. Seitdem hört das Kompakt-SUV auf den Namen Mokka X.


Natürlich möchte Opel so kurz wie möglich ohne sein erfolgreichstes SUV bleiben und nutzt den Modellwechsel, um das Konzept nachzuschärfen. Beim ersten Mokka 2012 rechnet Opel noch mit großer Allrad-Nachfrage beim bulligen SUV. Heute wissen wir: Die meisten Mini-SUVs sind eher Lifestyle- als Forstfahrzeuge. Den neuen Mokka erwarten wir daher nur noch mit Frontantrieb.

Opel Mokka 2020: Abmessungen

Zeichnet die Studie „GT X Experimental“ ein schlankes, figurbetontes SUV-Coupé, zeigen Erlkönige klar: Der nächste Opel Mokka wird ein eher gedrungener Fünftürer mit familientauglichem Kofferraum. Er wird sich bei der Größe klar vom Crossland X (4,21 m) abgrenzen, aber doch respektvollen Abstand zum Grandland X (4,48 m) halten. Das Format des Mokka-Schwestermodells Peugeot 2008 (4,30 m) gibt also einen guten Anhaltspunkt. Bei der Fahrzeugbreite wird er sich wohl am Maximum dessen orientieren, was die Plattform erlaubt: 1,80 Meter plus Außenspiegel.

Auch viele andere Dinge übernimmt der Opel vom neuen Peugeot-SUV. Denn Opels neuer Mutterkonzern PSA verfügt über eine klare Plattformstrategie – legt aber gleichzeitig Wert darauf, dass jede Marke unverwechselbar bleibt. Dadurch ist schon jetzt weitgehend klar, was der neue Mokka kann und was nicht.



Opel Mokka 2020: Motoren

Zunächst einmal: Opel hat angekündigt, dass er rein elektrisch fahren kann. Damit basiert das neue Mini-SUV zwingend auf der Kleinwagenplattform CMP. Nur für sie liegt bisher ein rein batterieelektrischer Antrieb im Regal. Für die größere Plattform EMP2, auf der Opel in Eisenach den Grandland X montiert, sieht PSA einen Plug-in-Hybridantrieb vor. Den wird es daher im Gegenzug nicht im neuen Mokka geben.

Welche konventionellen Motoren im neuen Mokka möglich sind, zeigt ebenfalls ein Blick zu seinen Schwestermodellen Opel Corsa, Peugeot 208 und DS 3 Crossback. Der Elektroantrieb leistet bei PSA 100 kW (136 PS) und 260 Nm Drehmoment. Der Akku fasst 50 kWh Energie. Die rein elektrische Reichweite des Opel Mokka wird auf dem Niveau seines Schwestermodells DS 3 Crossback E-Tense liegen, das sind rund 320 Kilometer.

Opel Mokka Erlkönig dreiviertel-heckansicht
Quelle: SB-Medien Der neue Opel Mokka X basiert technisch auf der gleichen Plattform wie der Peugeot 2008 und DS 3 Crossback

Wir gehen davon aus, dass Opel den Mokka außerdem mit Verbrennungsmotoren anbietet. Allein mit dem E-Antrieb wird er schwerlich an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen können. Zum Einsatz kommen Dreizylinder-Benziner mit 1,2 Litern Hubraum. Damit kann Opel einen Leistungsbereich zwischen 75 und 155 PS abdecken. Vermutlich benötigt der Mokka mindestens 100 PS, denn das Leergewicht wird gut 1,2 Tonnen betragen. Daneben erwarten wir mindestens eine Variante des 1,5-Liter-Dieselmotors mit 100 oder 130 PS.

Opel Mokka 2020: Ausstattung

Im Innenraum wird Opel wie beim neuen Corsa auf ein eher konservatives Cockpit setzen. Gute Ergonomie und leichte Verständlichkeit genießen Vorrang vor ausgefallenem Design. Opel-typisch kann der Kunde langstreckentaugliche Ergonomiesitze mit Zertifikat der „Aktion gesunder Rücken“ gegen Aufpreis bestellen. Assistenzsysteme wie Frontkollisionswarner, intelligente Geschwindigkeitsbegrenzung und Spurhalter sind Serie. Teilautonome Funktionen und die dazugehörigen Radarsysteme kosten Aufpreis.

Gut möglich, dass der nächste Mokka über serienmäßige LED-Scheinwerfer verfügt. Matrix-LED-Licht wird gegen Aufpreis erhältlich sein. Ebenfalls gesetzt: Opels neuer Online-Dienst Opel Connect, der eine eigene Internetverbindung ins Auto bringt.


T Cross VW 25
Mini-SUV aus Wolfsburg

Optisch ist er ein kleiner Tiguan, technisch ein großer Polo: Der VW T-Cross.


Opel Mokka 2020: Marktstart, Preise

Während PSA und Opel beim Elektroantrieb gut aufgestellt sind, besteht noch Nachholbedarf bei kostengünstigen Mild-Hybridsystemen. Diese können den Spritverbrauch der Verbrenner spürbar senken. Deshalb setzt Volkswagen sie bereits ab der Kompaktklasse aufwärts ein. Zum Marktstart des Opel Mokka wird PSA noch nicht über ein vergleichbares System verfügen. Es soll 2022 ins Konzernregal kommen. Dabei handelt es sich um ein Doppelkupplungsgetriebe des belgischen Zulieferers Punch Powertrain, in das ein 48-Volt-Generator integriert ist. Gut möglich, dass Opel die kostspielige Technik vorerst in größeren Modellen wie dem neuen Astra (2021) oder Insignia (2023) einsetzt und sie beim Mokka eher ein Thema fürs Facelift ist.



Das PSA-Werk Poissy produziert mit dem DS 3 Crossback bereits ein Mokka-Schwestermodell, was den Start der Mokka-Produktion erleichtert. Nach der Premiere im Frühsommer 2020 könnte die Produktion wohl schon im September nach den Werksferien starten. Damit könnte der neue Opel Mokka noch im Herbst 2020 beim Händler stehen. Bei den Preisen lässt der Markt nicht viel Spielraum: Der Einstiegspreis des Opel Mokka wird sich knapp oberhalb der 20.000 Euro bewegen. Falls er weiterhin Mokka heißt: Bisher spricht Opel noch vom “Mokka-Nachfolger”.

Der Opel Mokka in Bildern

  • Opel Mokka X 2015
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