Wie Du vorzeitig aus einem Vertrag aussteigst

Leasingübernahme: So funktioniert’s 

Deine Lebenssituation hat sich geändert? Du brauchst vielleicht ein ganz anderes Auto? Wie man aus einem bestehenden Leasingvertrag raus kann, erfährst Du hier.

  • Christoph Bauer
  • Veröffentlicht am 24.08.2022, 20:20
Drei Personen bei einem Beratungsgespräch in einem Autohaus.
Quelle: picture alliance / Westend61 | Robijn PageLeasingunternehmen bestehen in der Regel darauf, dass der Leasingvertrag zu Ende geführt wird. Eine Möglichkeit, wie man trotzdem aus dem Vertrag aussteigen kann, ist die Leasingübernahme.

Was bedeutet Leasingübernahme?

Du benötigst ein SUV für Familien, weil sich Zuwachs ankündigt? Du hast ein Jobangebot aus dem Ausland und planst einen Umzug? Manche Leasingnehmer kommen auch in finanzielle Engpässe und können sich die Raten nicht mehr leisten. Das alles können Gründe sein, um einen Leasingvertrag vorzeitig auflösen zu wollen. Doch die vorzeitige Kündigung des Vertrags durch den Leasingnehmer ist normalerweise nur in Ausnahmefällen denkbar. Das wären zum Beispiel der Diebstahl des Fahrzeugs oder ein Totalschaden nach einem Unfall.

Liegen solche speziellen Gründe nicht vor, sind Leasinganbieter oft nicht bereit, den Leasingvertrag vorzeitig aufzulösen. Sie bestehen auf Erfüllung des Vertrags. Für den Leasingnehmer gibt es dann zwei Optionen:

  • Option 1: Er „beugt sich“ den Umständen und führt den Vertrag bis zum Ende der Laufzeit weiter. Das heißt, dass er den Vertrag weiterführt und die Raten zahlt – selbst, wenn er zum Beispiel ins Ausland zieht.
  • Option 2: Es findet sich jemand anderes, der bereit ist, den Leasingvertrag zu übernehmen – mit allen Rechten und Pflichten.

In diesem zweiten Fall spricht man von der „Leasingübernahme.“ Für die Übernahme des Leasingvertrages haben die meisten Leasinggesellschaften sogar schon eine Vorlage.

Eine blonde Frau prüft einen Leasingvertrag.
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Wie funktioniert die Leasingübernahme?

Der Leasingvertrag läuft über eine feste Laufzeit – zum Beispiel drei Jahre – und lässt sich während dieser Frist nicht regulär kündigen. Außer es handelt sich um einen der oben genannten Ausnahmefälle. Einen Ausweg ermöglicht die Leasingübernahme auf privatem Weg. Und das funktioniert so: Der Leasinggeber darf zwar auf die Weiterführung des Vertrags bestehen. Es gibt jedoch die Möglichkeit, dass während der Laufzeit der Leasingnehmer wechselt. Daher kann ein Leasingnehmer, der vorzeitig aus seinem Vertrag herauskommen will, Leasingübernahme-Angebote machen. Online-Inserate sind ein geeignetes Mittel, um eine große Zahl an Interessenten zu erreichen.

Findet sich ein Nachfolger, führt dieser neue Leasingnehmer das Leasingauto und den Leasingvertrag in eigenem Namen weiter. Sämtliche Rechte und Pflichten gehen auf den neuen Leasingnehmer über. Der neue Leasingnehmer darf also zum Beispiel das Fahrzeug für die restliche Dauer des Leasingvertrags nutzen. Dafür muss er die vereinbarten monatlichen Raten bezahlen und das Fahrzeug zum Ende der Laufzeit an die Leasinggesellschaft zurückgeben. Der Leasinggeber ist übrigens nicht verpflichtet, einer Leasingübernahme zuzustimmen. Wenn aber die Bonität eines potenziellen Nachfolgers zufriedenstellend ist, steigen die Chancen auf eine Zustimmung seitens der Leasinggesellschaft.

Welche Kosten sind für den neuen Leasingnehmer zu erwarten?

Der neue Leasingnehmer muss die weiteren Monatsraten übernehmen – vom Zeitpunkt der Leasingübernahme bis zum Ende der Vertragslaufzeit. Inwiefern er sich an anderen Kosten beteiligt, ist Verhandlungssache mit dem vorigen Leasingnehmer. Zu diesen anderen Kosten gehören:

  • Sonderzahlung: Der frühere Leasingnehmer hat eventuell zu Beginn des Vertrags bereits eine Sonderzahlung geleistet. In diesem Fall könnte er vom neuen Leasingnehmer eine Beteiligung ausverhandeln.
  • Leasingvertrag umschreiben: Kosten entstehen, wenn Leasinggesellschaften eine Gebühr für die Änderung des Vertrages berechnen. Auch für die Aufteilung dieser Kosten wird eine Absprache getroffen.
  • Kostenerstattung bei Kilometerüberschreitung: Hat der frühere Leasingnehmer die vertraglich vereinbarte Kilometerleistung deutlich überschritten, könnte der Nachfolger dafür eine Kostenerstattung wollen. Dazu nimmt dieser mit dem früheren Leasingnehmer Kontakt auf und fordert die Erstattung ein.
Eine orangefarbene Infomappe mit einem Fahrzeugbrief und weiteren Unterlagen liegt auf einem Holztisch, darauf ein Autoschlüssel, ein Kugelschreiber und diverse Geldscheine.
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Vorteile der Leasingübernahme:

Der neue Leasingnehmer genießt den Vorteil, dass er einen Vertrag mit vergleichsweise kurzer Restlaufzeit nutzen kann. Damit ist er deutlich flexibler als bei einem Standard-Leasingvertrag. Der neue Vertragspartner ist meist in einer besseren Verhandlungsposition als der abgebende Verhandlungspartner. Somit kann er bei der Vertragsübernahme günstige Konditionen aushandeln. Der Vorteil für den bisherigen Leasingnehmer: Er kann wie gewünscht frühzeitig aus einem laufenden Leasingvertrag aussteigen und erspart sich die weiteren monatlichen Leasingraten.

Risiken der Leasingübernahme:

Risiken ergeben sich vor allem für den neuen Leasingnehmer. Bei der späteren Rückgabe des Fahrzeugs prüft der Leasinggeber das Auto auf Schäden und Mängel. Der neue Leasingnehmer muss für eventuelle Nachforderungen aufkommen – auch wenn sein Vorgänger dafür verantwortlich ist. Daher sollten Interessenten vor dem Einstieg in den Vertrag das Fahrzeug umfassend prüfen und bei bestehenden Schäden gleich eine angemessene Entschädigung verlangen. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man einen unabhängigen Gutachter hinzuzieht.

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