Komfortabel und trotzdem sicher?

Keyless Go: So schützt Du Dich vor Autodiebstahl

Die schlüssellose Zentralverriegelung Keyless Go ist praktisch für den Fahrer, erleichtert jedoch Langfingern das Leben. Diese simplen Tricks bieten Schutz.

  • Thomas Geiger
  • Veröffentlicht am 31.05.2022, 12:22
Eine Person öffnet einen grauen BMW mithilfe eines Keyless-Go-Autoschlüssels
Quelle: BMWKeyless Go erhöht spürbar den Komfort. Gleichzeitig macht es Autodieben das Leben leichter. Diese fangen die Zugangssignale ab und brausen mit dem Auto davon

Komfort mit Sicherheitsrisiko

Keyless Go ist ein beliebtes Extra und zugleich ein hohes Sicherheitsrisiko. So warnen Verbraucherschützer vor einer erhöhten Diebstahlgefahr bei der Benutzung der schlüssellosen Zentralverriegelung. Doch warum ist das System so unsicher? Das liegt an der weitgehend ungeschützten Übertragung der Daten zwischen Schlüssel oder Chipkarte auf der einen und dem Fahrzeug auf der anderen Seite. Die Keyless-Go-Systeme senden permanent ein Funksignal aus. Das wird von den Antennen in den Türen des Autos empfangen, vom Steuergerät übersetzt und dann mit dem Entriegeln der Schlösser quittiert.

Eine Person öffnet ein graues Auto mithilfe eines Smartphones
Handy statt Schlüssel

Das Smartphone wird zunehmend den Autoschlüssel ersetzen. Aber diese Technik ist nicht frei von Risiken.

In den Datenstrom zwischen Keyless Go und Fahrzeug können sich Langfinger einhacken. Und das funktioniert nicht nur, wenn der Besitzer in der Nähe seines Autos ist. Technisch versierte Diebe können die Signale aus sicherer Entfernung abfangen – mit Geräten, die sie mit Zubehör aus dem Elektronikhandel für unter 100 Euro selbst bauen. Mit einem Reichweitenverlängerer werden sie dann bis zum Parkplatz übermittelt. Dort öffnet die schlüssellose Zentralverriegelung die Autotüren und das Steuergerät startet den Motor, als wolle der Besitzer damit auf Tour gehen.

Das Ganze ist kein Nischen-Phänomen. War Keyless Go in den 1990er Jahren noch eine Sonderausstattung für die Luxusklasse, sind sie längst auch bei Kleinwagen erhältlich. Oft gehören sie sogar zum Serienumfang. Damit hat sich das Risiko potenziert und allein bei den kontinuierlichen Tests des ADAC sind mittlerweile rund 500 Modelle mit Keyless Go-Systemen als besonders gefährdet aufgefallen. Und da sind die vielen Fahrzeuge, bei denen die Besitzer Keyless Go nachgerüstet haben, noch gar nicht mitgezählt.

Erste Keyless-Go-Systeme mit eingebautem Schutz

Das Problem ist seit Jahren bekannt und wird von Verbraucherschützern und dem ADAC regelmäßig angeprangert. Dennoch reagieren die Fahrzeughersteller nur zögerlich und bauen erst langsam verbesserte Schutzmechanismen ein. Dabei setzen sie vor allem auf zwei Prinzipien. Option eins ist, dass ein Bewegungssensor den Sender stumm schaltet, sobald der Schlüssel an einer Position verharrt – also zum Beispiel zu Hause hinter der Tür hängt. Option zwei: Ein Chip mit Ultra-Weit-Band-Technik ermittelt die Entfernung zwischen Sender und Empfänger und öffnet die Türen nur aus unmittelbare Nähe. Reichweitenverlängerer wären damit wirkungslos, argumentieren die Experten und loben diese Chips als die bessere Lösung für eine schlüssellose Zentralverriegelung. Langfristig wollen die Hersteller solche Systeme ganz überflüssig machen und stattdessen auf das Handy als Autoschlüssel setzen.

Bis dato gibt es die aber nur bei wenigen Marken wie Jaguar, Land Rover, VW, Seat, Skoda, Mercedes, Audi und Genesis – und zwar auch nur bei einigen Modellen. Deshalb sind aktuell noch die Autofahrer selbst gefragt. Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Tricks können sie den Schutz bei Keyless Go deutlich erhöhen. Dabei geht es vor allem darum, den Dieben das unbemerkte Abschöpfen der Daten so schwer wie möglich zu machen.

Neben selbstverständlichen Maßnahmen wie dem Parken auf abgeschlossenem Gelände oder besser noch in verriegelten Garagen empfehlen die Verbraucherschützer vor allem eine skeptische Umsicht. Auch wenn die Reichweitenverlängerer mittlerweile kaum mehr größer sind als ein Smartphone, sollten Autofahrer beim Öffnen und Verriegeln ihrer Fahrzeuge mit Keyless Go auf zwielichtige Gestalten mit verdächtigen Gerätschaften achten. Und später zu Hause sollten die Schlüssel nicht achtlos aufbewahrt werden. Weil die Signale teils auch durch Fenster oder Türen dringen, raten Experten, die Schlüssel nicht in der Nähe von Außenwänden oder hinter der Haustür abzulegen.

Kühlschrank und Keksdose bieten Schutz

Ein weiteres probates Mittel zum Schutz bei Keyless-Go-Systemen ist die Abschirmung des Schlüssels. Zu Hause erhöht man die Sicherheit, wenn der Schlüssel in einer Metalldose oder im Kühlschrank zwischengelagert wird. Für unterwegs bieten sich speziell abgeschirmte Taschen oder Dosen für die Sender der schlüssellosen Zugangssysteme an. Immer wieder wird auch das Umwickeln mit Alufolie empfohlen. Das bietet allerdings erstens keinen lückenlosen Schutz für Keyless Go und ist alles andere als elegant.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte das Problem im Ansatz lösen, raten die Experten. Entweder wählt man eines der wenigen Autos mit einem besonders sicheren Keyless-Go-System oder zumindest eines, bei dem der schlüssellose Zugang deaktiviert werden kann. Wie das geht, steht in der Regel in der Betriebsanleitung. Ist dem nicht so, weiß der Werkstattmeister meist Rat. Weiter reduzieren lässt sich das Risiko zudem durch mechanische Schutzsysteme – wie Lenkradkrallen oder Radklemmen. Aber so sicher die sein mögen, so mühsam ist dann auch der Umgang damit.

Diese Tricks schützen vor Autodiebstahl bei Keyless Go

  • Umgebung beobachten
  • Schlüssel sicher aufbewahren
  • Sender abschirmen
  • Keyless Go deaktivieren
  • Keyless-Go-Technik mit hohem Schutz wählen
  • mechanische Schutzsysteme
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