Agile Lenkung sorgt für besonderes Fahrverhalten

Heckantrieb im Winter: Das gilt es zu beachten

Fahren mit Heckantrieb unterscheidet sich deutlich vom Fahren mit Vorderradantrieb. Wie man mit Heckantrieb optimal durch den Winter kommt.

  • Christoph Bauer
  • Veröffentlicht am 14.10.2022, 08:55
Der Reifen eines BMW mit Heckantrieb dreht auf einer schneebedeckten Straße durch.
Quelle: picture-alliance / M.i.S.-Sportpressefoto | MiSMit Hinterradantrieb ist das Fahrzeug auf rutschigem Untergrund schwieriger zu kontrollieren.

Richtig Fahren mit Heckantrieb im Winter

Du überlegst, ob Du Dir als Nächstes ein Auto mit Heckantrieb zulegen sollst? Hier erfährst Du, welche speziellen Eigenschaften Winterautos mit Heckantrieb haben. Zum Beispiel neigen sie bei Nässe oder Glätte zum Übersteuern. Denn aufgrund des Heckantriebs wird das Auto geschoben – und nicht wie beim Frontantrieb gezogen. Dadurch kann das Heck leichter ausbrechen und man sollte die Fahrweise im Winter entsprechend anpassen. Hier sind Tipps für das richtige Fahren mit Heckantrieb im Winter:

  • Geschwindigkeit: Reduziere beim Abbiegen und in Kurvenfahrten die Geschwindigkeit.
  • Kofferraum: Wer ein Auto mit Heckantrieb zum Beispiel auf Schneefahrbahn fährt, sollte genügend Gewicht im Kofferraum platzieren. Denn Autos mit Heckantrieb liegen besser auf der Straße, wenn sie beladen sind. Bei unbeladenen Autos verschlechtert sich die Traktion.
  • Training: Eine gute Vorbereitung für das Fahren mit Hinterradantrieb im Winter sind Fahrsicherheitstrainings. Auf diese Weise kann man Fahrpraxis für verschiedene Fahrsituationen sammeln.
  • Winterreifen: Nutze die richtigen Winterreifen. Dabei sollte stets die Mindestprofiltiefe bei Winterreifen stimmen.
  • Reaktion: Wenn das Heck doch mal ausbricht, tritt man die Kupplung und lenkt gegen die ausbrechende Richtung. Dabei sollen die Lenkmanöver behutsam und nicht ruckartig erfolgen.
Nahaufnahme des rechten Vorderrades eines Pkw mit Winterreifen im Schnee.
Die besten Winterreifen

Besonders bei Heckantrieb ist es für die Fahrsicherheit wichtig, gute Winterreifen mit ausreichend Profiltiefe zu wählen.

Was macht den Heckantrieb aus?

Grundsätzlich gibt es drei Arten von Antrieb: Vorderradantrieb, Allradantrieb oder Hinterradantrieb. Bei den ersten beiden Antriebsarten ist der Motor vorne platziert. Handelt es sich um Autos mit Hinterradantrieb, kann sich der Motor ebenfalls vorne befinden, aber auch zwischen den Achsen oder im hinteren Teil des Autos. Hier bekommst Du einen Überblick über die Vor- und Nachteile des Heckantriebs:

Was sind die Vorteile des Heckantriebs?

  • Mehr Fahrspaß: Die Lenkung ist agiler. Denn die Hinterräder sorgen für die Antriebskraft, während die Vorderräder für die Lenkung frei sind.
  • Dynamisches Fahrverhalten: Aufgrund der gleichmäßigeren Gewichtsverteilung ist das Fahrverhalten speziell auf trockenen Fahrbahnen sportlicher und dynamischer.
  • Niedrigerer Wartungsaufwand: Der Heckantrieb benötigt weniger Wartungsaufwand, da im Vergleich zum Frontantrieb weniger technische Komponenten auf kleinem Raum angeordnet sind.
  • Einfache Anhänger-Fahrten: Das Ziehen von Anhängern gestaltet sich einfacher, da die Antriebsräder näher an der Ladung positioniert sind.
Fotomontage mit neun Pkw, die Heckantrieb haben.
Front- oder Heckantrieb?

Was sind die Vor- und Nachteile von Heckantrieb – für welchen Fahrstil eignen sie sich? Und was sind die besten Autos mit Heckantrieb?

Was sind die Nachteile des Heckantriebs?

  • Schwierigere Schneefahrten: Bei rutschigem Untergrund wie auf Schneefahrbahnen ist das Auto weniger leicht zu kontrollieren. Elektronische Systeme wie die Stabilitäts- und Traktionskontrolle können dieses Manko teilweise ausgleichen. Das ist besonders hilfreich für ungeübte Fahrer.
  • Weniger Stabilität: Bei einigen Arten des Heckantriebs liegt das Gewicht des Motors nicht auf den Antriebsrädern. Das bedeutet auch, dass die Antriebsräder schneller die Bodenhaftung verlieren können. Gerade auf Winterfahrbahnen wird so die Stabilität des Fahrzeugs verringert.
  • Kleineres Platzangebot: Der Innenraum ist kleiner, da mehr Platz für Antriebswelle und Getriebewelle benötigt wird. Auch der Kofferraum bietet weniger Platz als bei vergleichbaren Modellen mit Frontantrieb, da mehr technische Komponenten unter dem Kofferraum untergebracht werden müssen.
  • Höherer Preis: Fahrzeuge mit Heckantrieb sind aufgrund der aufwendigeren technischen Anordnung in der Regel teurer als Fahrzeuge mit Frontantrieb.

Welcher Antrieb ist im Winter besser: Heckantrieb oder Frontantrieb?

Über die Vorteile von Front- und Heckantrieb im Winter sollte man Bescheid wissen, bevor man sich für das nächste Auto entscheidet. Mit Heckantrieb muss man besonders auf Schneefahrbahnen das Tempo entsprechend reduzieren. Der Frontantrieb bietet bei rutschigen Untergründen mehr Stabilität. Denn es ist leichter, das Fahrzeug zu kontrollieren, wenn das Auto von den Vorderrädern gezogen wird. Aus reinen Sicherheitserwägungen würde sich ein Frontantrieb eher anbieten als ein Heckantrieb.

Wie erkenne ich ein gutes Winterauto? Ein wichtiges Kriterium ist, welcher Fahrertyp man ist und welche Anforderungen man an sein Auto hat. Wer gerne sportlich fährt und eine agile Lenkung bevorzugt, ist bei einem Heckantrieb gut aufgehoben. Voraussetzung ist, dass man seine Fahrweise im Winter anpassen kann. Für welche Antriebsart man sich auch entscheidet: Bei beiden Varianten sollte man darauf achten, den jeweils besten Winterreifen zu finden. Denn zuverlässige Winterreifen sind die Grundvoraussetzung, um sicher durch den Winter zu kommen.