Das sind unsere Favoriten

Elektroauto-Vergleich 2019: Welches Modell passt zu Dir?

Die Zeit für ein E-Auto ist reif, aber Du weißt nicht, welches zu Dir passt? Welches Modell hat die größte Reichweite? Welches die geringste Ladezeit oder den niedrigsten Verbrauch? Hier findest Du die aktuellen Modelle im Vergleich.

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:07 PM
Bereits 2013 brachte BMW als damals einziger deutscher Hersteller ein E-Auto auf den Markt.
Quelle: BMW Bereits 2013 brachte BMW als damals einziger deutscher Hersteller ein E-Auto auf den Markt

Die Elektromobilität nimmt Fahrt auf. Zwar ist der Anteil von E-Autos am Gesamtmarkt in Deutschland mit rund einem Prozent noch relativ gering, doch die Wachstumsrate lag im vergangenen Jahr bei starken 43,9 Prozent. Tendenz: steigend.
E-Mobilität ist im Trend. Das liegt zum einen an dem immer größer werdenden Bewusstsein der Nutzer, nachhaltiger leben zu wollen. Zum anderen an den von der EU vorgegebenen CO2-Flotten-Grenzwerten, die schon ab 2020 in Kraft treten. Herstellern, die sie nicht einhalten, drohen hohe Strafzahlungen. Also rüsten sie auf und setzen immer mehr auf Elektroautos. E-Autos sind mittlerweile für jeden Zweck zu haben. Weitere Vorteile: kein Lärm, wenig Verschleiß, also auch geringere Werkstattkosten, höherer Fahrspaß und eine Prämie vom Staat – die gibt’s beim Kauf nämlich obendrauf. In unserem Vergleich erfährst Du, welche aktuellen Modelle zu Dir und Deinen Bedürfnissen passen.

Der Nissan Leaf ist bislang das meistverkaufte Elektrofahrzeug.
Quelle: Nam Y. Huh/picture alliance/AP Images Der Nissan Leaf ist bislang das meistverkaufte Elektrofahrzeug

Nissan Leaf – der Dauerstromer

Mit insgesamt rund 400.000 verkauften Exemplaren weltweit ist der Nissan Leaf das erfolgreichste Elektroauto. Bereits seit 2010 wird das Modell mit laminierter Lithium-Ionen-Batterie im Handel angeboten. 2018 wurde der Nissan Leaf mit größerer Reichweite neu aufgelegt. 415 Kilometer sind in der Standardvariante nun möglich – allerdings nur, sofern Du städtisch unterwegs bist. Bist Du ein Vielfahrer und nutzt auch Autobahnen und Landstraßen, ist laut Angaben des Herstellers nach rund 285 Kilometern Schluss. Dann musst Du mit dem Elektroauto an die nächste Ladestation.
An einer 50-kW-Schnellladestation kannst Du den Leaf allerdings in 60 Minuten wieder auf 80 Prozent laden. Ein Mittagessen also – und die Fahrt kann weitergehen. Der Stromverbrauch liegt Nissan zufolge bei 19,4 kWh/100 km. Bei einem durchschnittlichen Kilowattstundenpreis von 29,4 Cent zahlst Du für 100 Kilometer derzeit rund 5,70 Euro. Das ist im Vergleich zu anderen Elektroautos zwar etwas höher, bleibt aber immer noch unter dem Preis für einen Benziner. Beim aktuellen Benzinpreis von 1,46 Euro werden etwa für 100 Kilometer in einem Nissan Micra 6,71 Euro fällig. Mit der E-Variante Leaf fährst Du also nicht nur emissionsfrei, sondern kostengünstiger. Preis: ab 36.800 Euro.

BMW i3 – der Sparsame

Als einziger deutscher Hersteller hat BMW bereits seit 2013 das erste E-Auto im Angebot. Wenn Du schon äußerlich klarmachen willst, dass Du nun auf Elektromobilität setzt, dürfte der BMW i3 genau das richtige Elektroauto für Dich sein. Denn das Design polarisiert und mutet schon fast futuristisch an. Während sich an der Optik allerdings seit 2013 kaum etwas geändert hat, konnten die Ingenieure die Kapazität des Akkus in den letzten Jahren fast verdoppeln und die Reichweite um rund 35 Prozent erhöhen.
42,2 Kilowattstunden speichert der Akku in der derzeitigen, 170 PS starken Standardversion. Die elektrische Reichweite wird vom Hersteller mit maximal 345 Kilometern angegeben. Für den Alltagsgebrauch in der Stadt reicht das aus. Benutzt Du eine BMW-i-Wallbox, ist das Elektroauto innerhalb von drei Stunden auf 80 Prozent geladen, an einer DC-Schnellladestation reichen schon 45 Minuten. Bei einem Stromverbrauch von 13,1 kWh/100 km bist Du mit dem BMW i3 zudem vergleichsweise günstig unterwegs. Bei 3,85 Euro für 100 Kilometer kann kein Benziner auch nur ansatzweise mithalten. Zum Vergleich: Der BMW X1, das kleine SUV, kommt auf rund 9,49 Euro Spritkosten auf 100 Kilometern. Preislich siedelt sich der BMW i3 in der Mittelklasse an, ab 38.000 Euro kannst Du das Elektroauto Dein Eigen nennen. Übrigens: Bis 2018 konntest Du für den BMW i3 auch einen Range Extender als Sonderausstattung bestellen. Dieser wurde mit Benzin betrieben und machte den i3 zum Plug-in-Hybrid. Inzwischen ist das nicht mehr möglich, da das neue, größere Batteriepaket die Reichweite des Modells erhöht – und den Range Extender so überflüssig macht.

Der Renault Zoe ist als Stadtauto angelegt und hat einen Verbrauch von 18,9 kWh/100 km.
Quelle: Nicolas Liponne/picture alliance/NurPhoto Der Renault Zoe ist als Stadtauto angelegt und hat einen Verbrauch von 18,9 kWh/100 km

Renault Zoe – der City-Flitzer

Deutschlands meistgekauftes Elektroauto 2018: Mit einem Einstiegspreis von 21.900 Euro ist der Renault Zoe vergleichsweise günstig. Bist Du auf der Suche nach einem kleinen Stadtauto, dürftest Du hier fündig werden. Das 88 PS starke Einstiegsmodell mit einer Batteriekapazität von 22 Kilowattstunden verspricht immerhin 175 Kilometer Reichweite. Gegen Aufpreis ist noch mehr möglich. Kleiner Haken: Im Preis inbegriffen ist noch nicht die Batterie des Elektroautos. Sie musst Du zusätzlich mieten.
Mit einem Verbrauch von 18,9 kWh/100 km werden auf 100 Kilometern derzeit 5,55 Euro fällig. Planst Du aber, den Zoe als reines Stadtauto einzusetzen, dürfte der Verbrauch noch etwas niedriger ausfallen. Günstiger im Unterhalt als der Markenbruder Renault Clio ist der Zoe aber allemal: Beim Benziner fallen auf 100 Kilometer immerhin rund 7,30 Euro an.
Dass der Renault Zoe als Stadtauto ausgelegt ist, zeigt sich auch daran, dass er auf eine Spitzengeschwindigkeit von 135 km/h begrenzt ist. Bist Du mit dem Zoe hauptsächlich elektrisch in der Stadt unterwegs, dürften auch die vergleichsweise langen Ladezeiten kein Problem für Dich sein. An einer normalen Haushaltssteckdose ist das Elektroauto in 14 Stunden aufgeladen, an einer öffentlichen Ladestation mit einem herkömmlichen Typ-2-Stecker dauert es rund neun Stunden. Auch Schnellladungen sind möglich. Dafür benötigst Du allerdings eine Renault-Wallbox – und den dazugehörigen Platz, beispielsweise in einer Garage. Vorteil: Nach rund zwei Stunden ist der Akku wieder aufgeladen.

Schon das Tesla Model 3 „Standard Plus“ beschleunigt von null auf 100 km/h in 5,6 Sekunden
Quelle: Tesla/picture alliance/AP Photo Schon das Tesla Model 3 „Standard Plus“ beschleunigt von null auf 100 km/h in 5,6 Sekunden

Tesla Model 3 – der Beschleuniger

Seit März 2019 ist das Tesla Model 3 nun auch in Deutschland verfügbar. Suchst Du ein Elektroauto, das Fahrspaß, Reichweite und schnelle Ladezeiten garantiert, dürftest Du Dich mit dem Model 3 wohlfühlen. Schon für die Version „Standard Plus“, in Deutschland mit rund 46.000 Euro die günstigste Option, sind bis zu 415 Kilometer Reichweite vom Hersteller angegeben. Der Spurt von null auf 100 gelingt in 5,6 Sekunden – hier erlebst Du Elektromobilität in vollen Zügen. Wenn es noch weiter und schneller sein soll, dann setzt die Version „Performance“ einen drauf. 530 Kilometer Reichweite und ein Spurt von null auf 100 in 3,4 Sekunden sollen laut Hersteller möglich sein.
Weiter punkten kann Tesla bei den Ladezeiten. Eine volle Ladung an einer öffentlichen Ladesäule mit Typ-2-Stecker dauert rund 8,5 Stunden. Tesla bietet auch Schnellladungen an den hauseigenen Superchargern an. An einer solchen Tesla-Supercharger-Station lädst Du das E-Auto in vierzig Minuten auf 80 Prozent auf. Hast Du allerdings nur noch wenige Kilometer vor Dir, können auch schon zehn Minuten reichen. Denn das bedeutet immerhin rund 85 Kilometer. Intelligent: Bei längeren Reisen sucht der integrierte Routenplaner automatisch eine Route, die an solchen Stationen vorbeiführt. Tesla gibt für Deutschland einen Durchschnittspreis von 0,33 Euro/kWh an. Bei einem moderaten Verbrauch von 14,1 Kilowattstunden zahlst Du für 100 Kilometer also 4,60 Euro. Zum Vergleich: Bei einem BMW 3er werden nach Herstellerangaben und aktuellem Benzinpreis mindestens 8,90 Euro fällig.

Deutsche Hersteller legen nach

Nach langem Warten mischen auch die deutschen Automobilunternehmen im Bereich Elektromobilität mit. Sie bieten Dir inzwischen eine größere Auswahl an E-Autos. Denn um die EU-Grenzwerte zu erfüllen, müssen auch sie die elektrisch fahrenden Modelle im Portfolio haben.
Bist Du auf der Suche nach einem Kompaktauto, ist der VW e-Golf vielleicht das Richtige. Äußerlich kaum von den Verbrennern zu unterscheiden, bietet der elektrische Volkswagen eine Reichweite von rund 230 Kilometern. An Schnellladestationen musst Du nicht viel Zeit mitbringen, nach 45 Minuten ist der e-Golf bei 80 Prozent Energie. Der Preis für die günstigste Option startet bei 35.900 Euro. Damit ist der VW e-Golf also etwas günstiger als der Nissan Leaf. Der Verbrauch ist mit rund 14,1 kWh/100 km ähnlich moderat wie beim Tesla Model 3.
Bist Du höherklassig unterwegs, dann schafft Mercedes-Benz mit dem 2019 vorgestellten EQC Abhilfe. Die Reichweite seines ersten Fahrzeugs mit E-Antrieb gibt Mercedes-Benz mit 445 Kilometern an. Der Verbrauch liegt mit 20,8 kWh/100 Kilometer aber deutlich höher als bei anderen Elektroautos; ebenso der Preis, der bei rund 71.000 Euro startet.
Du bist auf der Suche nach einem reinen Stadtauto? Dann dürfte der e.GO Life interessant sein, der als solches konzipiert wurde. Das erste Modell aus dem Hause der e.GO Mobile AG aus Aachen, einem Hersteller von Elektrofahrzeugen, besticht mit einem klugen Konzept. Bereits ab 15.900 Euro gibt’s den e.GO, damit ist er also um einiges günstiger als der Renault Zoe. 100 Kilometer Reichweite, 3,8 Stunden Ladezeit, 14,5 kWh Verbrauch auf 100 Kilometern – für die Stadt reichen diese Werte aus. Auch in Sachen Design ist der e.GO eine spannende Alternative: Mit dem e.GO entscheidest Du Dich für einen Eyecatcher: eine Weltneuheit mit sportlichem Design.
Ob nun Tesla, BMW, Nissan oder Mercedes-Benz – unter den Elektroautos bietet sich Dir mittlerweile eine immer größer werdende Auswahl. Liegen die Anschaffungspreise zwar noch etwas höher als bei den Diesel- und Benzinfahrzeugen, sind die Stromer im Unterhalt kaum zu schlagen. Geringe Wartungskosten, teils halb so teuer im Kraftstoffverbrauch und höherer Fahrspaß – mit einem Elektroauto entscheidest Du Dich für die Zukunft.

Reichweite von Elektroautos

Die vom Hersteller angegebenen Reichweiten werden nach dem weltweit genormten Prüfverfahren Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure (WLTP) ermittelt und entsprechen nicht immer dem realen Verbrauch. Der hängt von vielen Faktoren ab. Insbesondere die Außentemperatur, das Streckenprofil, eingeschaltete Stromverbraucher wie Klima- und Heizanlage und Dein persönlicher Fahrstil beeinflussen die Reichweite – und können sie sehr schnell sinken lassen.

Rekuperation

Die Rückgewinnung von Bremsenergie wird als Rekuperation bezeichnet. Schaltest Du Dein Elektroauto in den Eco-Modus, werden nicht nur zusätzliche Stromverbraucher wie die Klimaanlage reduziert. Auch die Bremsenergie wird dann in den Akku zurückgespeist. So schaffst Du unter Umständen noch mehr Reichweite.