HU abgelaufen während Corona? Konsequenzen, Rechtliches, Strafen

Das musst Du beachten, wenn Dein TÜV jetzt abläuft

Die Coronakrise betrifft alle Autofahrer. Bei einigen läuft jetzt die Tüv-Plakette ab. Wer aktuell zur Hauptuntersuchung müsste, braucht sich jedoch keine Sorgen zu machen.

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  • Veröffentlicht am 03/31/2020, 9:55 AM
Die Hauptuntersuchung Deines Autos übernimmt zum Beispiel der TÜV.
Quelle: Julian Stratenschulte (dpa / picture alliance) Die Hauptuntersuchung Deines Autos übernimmt zum Beispiel der TÜV. Sie ist bei Neuwagen nach drei Jahren fällig, danach alle zwei Jahre

Restaurants sind geschlossen, Spielplätze abgeriegelt und Bahnhöfe menschenleer: Die Coronavirus-Krise legt das öffentliche Leben in Deutschland größtenteils lahm. Auch Autofahrer sind unmittelbar von den Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus' betroffen.

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TÜV in Zeiten von Corona 

Das betrifft Dinge wie die regelmäßige Reinigung des Innenraums oder besondere Situationen wie den Kauf und Verkauf. Doch die weitreichenden Schließungen betreffen auch (fast) alltägliche Bereiche des Autofahrens. Was passiert zum Beispiel, wenn die in der Regel alle zwei Jahre anstehende Hauptuntersuchung (HU) ausgerechnet jetzt ansteht? 

Grundsätzlich gilt, dass die Frist für die Tüv-Prüfung nicht überzogen werden sollte. Das Datum, an dem die nächste HU durchgeführt werden muss, findest Du in der Zulassungsbescheinigung Teil I (früher Fahrzeugschein genannt) und auf der Plakette am Kfz-Kennzeichen. Je nach Ausstellungsjahr variiert die Farbe der Plakette. Nur mit gültiger Plakette ist Dein Auto im deutschen Straßenverkehr zulässig. 

Bei der Untersuchung wird von zertifizierten Prüfern die Verkehrstauglichkeit der Autos festgestellt. Wer mit abgelaufener Plakette in einen Unfall verwickelt wird, muss sich auf unangenehme Fragen der Versicherung gefasst machen. Mit einem Bußgeld sanktioniert wird das Überziehen der HU-Frist erst nach zwei Monaten, stufenweise erhöhen sich die Strafzahlungen. 

Als Reaktion auf die aktuelle Situation in den Prüfstellen kündigte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am 27. März 2020 jedoch eine vorübergehende Sonderregelung an. „Wir haben gemeinsam mit den Bundesländern entschieden, die Frist von zwei auf vier Monate zu verlängern. Im Moment braucht sich niemand zu sorgen, dass sein Auto keinen gültigen TÜV mehr hat. Es ist ja logisch: Im Moment kann ja auch fast niemand eine Hauptuntersuchung machen lassen.“

A.T.U. stellt um auf Notbetrieb 

Problem: Aufgrund der aktuellen Lage im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus haben viele Prüfstellen geschlossen. A.T.U. etwa, einer der größten Anbieter der TÜV-Prüfung, schloss seine Filialen am 19. März und bietet seitdem nur noch einen Notbetrieb. Eine neue TÜV-Plakette ist hier bis Mitte April nicht zu bekommen. Zahlreiche weitere Prüfstellen teilen auf Nachfrage mit, dass es bei der Terminvergabe zu langen Wartezeiten kommen könne. Grund sind die Personalsituation und eingeschränkte Öffnungszeiten. 

Wann Dein Wagen das nächste Mal zum TÜV muss, erkennst Du auf der Plakette am Kennzeichen.
Quelle: Robert Guenther (dpa Themendienst / picture alliance) Wann Dein Wagen das nächste Mal zum TÜV muss, erkennst Du auf der Plakette am Kennzeichen. In diesem Fall ist die Prüfung im Juni

Die Dekra hingegen versichert, dass auch in Zeiten des Coronavirus weiter Hauptuntersuchungen durchgeführt werden. Allerdings werden Interessenten gebeten, sich im Vorfeld konkrete Termine zu sichern, um Wartesituationen vor Ort zu vermeiden. Auch hier schwingt die Sorge vor einer möglichen Virusinfektion mit. Mitarbeiter der KÜS (Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger) sind noch im Einsatz, weisen aber ebenfalls auf besondere Hygienemaßnahmen und das Einhalten eines Mindestabstands zum Kunden hin. Corona hin oder her, eines ist klar: Die Prüfpflicht bleibt bestehen. 

Diese Bußgelder drohen bei Überziehung 

Ansonsten drohen Bußgelder. Die Staffelung verläuft nach dem Prinzip: Je länger die HU überzogen ist, desto schmerzhafter wird es. 

Überschreitung GültigkeitStrafe
Hauptuntersuchung mehr als zwei Monate abgelaufen 15 Euro 
Hauptuntersuchung vier bis acht Monate abgelaufen 25 Euro 
Hauptuntersuchung mehr als acht Monate abgelaufen 60 Euro Bußgeld und 1 Punkt 


Hast Du den Termin länger als zwei Monate verstreichen lassen, wird der TÜV teurer. Prüforganisationen wie TÜV Nord, TÜV Süd, DEKRA oder KÜS verlangen dann einen Aufschlag von 20 Prozent wegen Mehraufwands. Die HU selbst wird übrigens mit einem Untersuchungsbericht nachgewiesen. 

Unfall: Haftpflicht gilt auch ohne TÜV 

Wer ohne gültige HU in einen Unfall verwickelt wird, muss sich in der Regel einer Regressprüfung der KFZ-Versicherung unterziehen. In Regress kann die Versicherung den Fahrzeughalter nur nehmen, wenn er grob fahrlässig gehandelt hat. Je länger die TÜV-Plakette abgelaufen ist, desto größer ist der Verdacht. Möglicherweise übernimmt die Versicherung den Schaden dann nicht. Der Unfallgegner hat hingegen wenig zu befürchten. Der Versicherungsschutz der Haftpflicht gilt auch ohne TÜV. 


BMW 1602 in der Ansicht von vorne-links, stehend
Oldtimer von BMW

1929 rollt das erste Serienautomobil mit dem Namen "DA 2" bei den Bayerischen Motorenwerken vom Band.


zu spät zur Hauptuntersuchung? 

Lässt Du Dein Auto bei TÜV, DEKRA und Co. zu spät überprüfen, musst Du vor Ort keine Angst vor einem Bußgeld haben. Die Prüforganisationen verhängen keine Strafe. Sie sind allerdings in der Pflicht, ab einer Verspätung von zwei Monaten eine sogenannte erweiterte Hauptuntersuchung (häufig auch Ergänzungsuntersuchung genannt) durchzuführen. Die Prüforganisationen berechnen dafür in der Regel 20 Prozent extra. 

Wenn der TÜV Deines Wagens abgelaufen ist und Du in eine Verkehrskontrolle gerätst, musst Du mit einem Verwarngeld rechnen.
Quelle: Jochen Tack (imageBROKER / picture alliance) Wenn der TÜV Deines Wagens abgelaufen ist und Du in eine Verkehrskontrolle gerätst, musst Du mit einem Verwarngeld rechnen

Muss ein Anhänger zum TÜV? 

Wenn Du einen Anhänger für Dein Auto besitzt, musst Du diesen ebenfalls regelmäßig zur Hauptuntersuchung bringen. Tust Du das nicht, droht ein Bußgeld. Die Zeitabstände für Anhänger variieren je nach Anhängergewicht zwischen 12 und 36 Monaten.  

Gut vorbereitet zur Hauptuntersuchung! 

  Damit in der Prüfstelle alles wie am Schnürchen läuft, solltest Du an einige Unterlagen denken, wenn Du Dein Fahrzeug zur Hauptuntersuchung bringst. Mit dabei sollten sein: 

  • Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) 
  • Bei einer Nachuntersuchung der Untersuchungsbericht der vorangegangenen Hauptuntersuchung 
  • Eventuell die Prüfzeugnisse oder Änderungsabnahmebestätigungen von Anbauteilen, wenn sie nicht in den Fahrzeugpapieren vermerkt sind 



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