Auch mit einem Diesel kann man die grüne Plakette bekommen

Das bedeutet die Umweltplakette hinter der Windschutzscheibe

Manche Städte in Deutschland haben Fahrverbote für bestimmte Fahrzeuge verordnet. Das Ziel: die Umwelt schützen. Du willst wissen, wie hoch die Schadstoffbelastung Deines Autos ist? Antwort gibt die Umweltplakette, die an der Windschutzscheibe klebt und entweder grün, gelb oder rot ist. Was haben diese Farben zu bedeuten? Und wofür braucht man eine Umweltplakette eigentlich?

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:07 PM
Der Aufkleber sollte gut sichtbar von innen an der Windschutzscheibe befestigt sein.
Quelle: McPHOTO/M. Weber (picture alliance / blickwinkel) Der Aufkleber sollte gut sichtbar von innen an der Windschutzscheibe befestigt sein

„Feinstaub-Umweltplakette“ – so nennt sich der farbige runde Aufkleber, der hinter den Windschutzscheiben der Autos prangt. Die Plakette ist seit dem 1. März 2007 Pflicht für alle Pkw, Lkw und Busse, sobald sie die sogenannten Umweltzonen befahren wollen. Die Zonen wurden in Deutschland im Jahr 2005 in vielen Ballungsgebieten eingeführt. Damit wollen die Städte die Luftqualität verbessern. Um das zu erreichen, dürfen Fahrzeuge diese Umweltzonen nur noch mit einer Kennzeichnung der Schadstoffgruppe befahren.
Je nach Schadstoffausstoß des Autos gibt es drei verschiedene Stufen: die gelbe, rote oder grüne Umweltplakette. Autos mit einem zu hohen Ausstoß erhalten gar keine Umweltplakette. Grün steht hingegen für den geringsten Feinstaubausstoß. Die Umweltplakette hilft dabei, schnell und einfach zu erkennen, welches Fahrzeug in einer Umweltzone fahren darf und welches nicht. Die Umweltplakette ist deutschlandweit in allen Umweltzonen gültig.
Hast Du nicht vor, eine solche Zone zu befahren, musst Du Dir auch keine Plakette anschaffen. Wer allerdings ohne Umweltplakette in Umweltzonen unterwegs ist oder den Aufkleber nicht gut sichtbar von innen an der Windschutzscheibe befestigt hat, muss mit einem Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Seit 2009 wird in Deutschland darüber hinaus auch der ruhende Verkehr in den Umweltzonen kontrolliert. Das bedeutet: Selbst wenn dort ein Auto ohne Plakette nur parkt, wird eine Geldstrafe fällig.

Welche Umweltplakette braucht Dein Auto?

Um herausfinden zu können, welche Farbe Deine Umweltplakette haben muss, musst Du erst einmal wissen, wie hoch der Schadstoffausstoß Deines Autos ist. Diese Information findet sich in Deinem Fahrzeugschein. Dort ist die Emissionsschlüsselnummer eingetragen. Die beiden letzten Zahlen dieser Nummer sind entscheidend. Sie sagen Dir, welche Umweltplakette für Dein Auto gilt. Es werden generell vier Schadstoffgruppen unterschieden. Drei davon werden mit Plaketten gekennzeichnet. Die vierte Schadstoffgruppe erhält keine Plakette, da für die betreffenden Autos ein generelles Fahrverbot in allen Umweltzonen gilt. 
Das bedeuten die Ziffern:

  • Die grüne Umweltplakette gilt für: Benziner mit den Nummern 01, 02, 14, 16, 18 – 75, 77 und Dieselfahrzeuge mit den Nummern 32, 33, 38, 39, 43, 53, 55 – 59, 60 – 70, 73 – 75
  • Die gelbe Umweltplakette gilt für: Dieselfahrzeuge mit den Ziffern 30 – 31, 36, 37, 42, 44 – 52, 72 
  • Die rote Umweltplakette gilt für: Dieselfahrzeuge mit den Ziffern 25 – 29, 35, 41, 71
  • Absolutes Fahrverbot in Umweltzonen gilt für: Ziffern 03 – 13, 15, 17, 88, 98 und alle Dieselfahrzeuge mit den Ziffern 0 – 24, 34, 40, 77, 88, 98
Die Umweltplakette hilft, schnell und einfach zu erkennen, welches Fahrzeug in einer Umweltzone fahren darf und welches nicht.
Quelle: McPHOTO/M. Weber (picture alliance / blickwinkel) Die Umweltplakette hilft, schnell und einfach zu erkennen, welches Fahrzeug in einer Umweltzone fahren darf und welches nicht

Wo bekommst Du die Umweltplakette?

Die Plakette kannst Du in der für Dich zuständigen Kfz-Zulassungsstelle erhalten. Dafür musst Du Deine Fahrzeugpapiere vorlegen. Auch DEKRA, TÜV und einige Tankstellen und Werkstätten händigen Dir die Umweltplakette aus. Einige Städte geben die Plakette auch in den Rathäusern aus. Am besten erkundigst Du Dich direkt beim Autoverkäufer. Er kann Dir sicher genau sagen, an wen Du Dich wenden solltest. Auch eine Internetrecherche führt Dich schnell zur richtigen Stelle.
Du kannst Plaketten vor einer Fahrt auch bei den oben genannten Anlaufstellen bestellen, wenn Du weißt, dass Du eine Umweltzone durchqueren musst. Deine Fahrzeugpapiere kannst Du dann per Fax, Mail oder auf dem Postweg versenden – natürlich nur als Kopie. Auch müssen die Papiere nicht beglaubigt sein. Die Plakette erhältst Du dann per Post. Die Gebühren dafür liegen bei etwa fünf bis zehn Euro – Porto kommt obendrauf. 

Die grüne Umweltplakette steht für den geringsten Schadstoffausstoß. Autos mit diesem Aufkleber gehören zur Schadstoffklasse 4.
Quelle: McPHOTO/M. Weber (picture alliance / blickwinkel) Die grüne Umweltplakette steht für den geringsten Schadstoffausstoß. Autos mit diesem Aufkleber gehören zur Schadstoffklasse 4

Die grüne Umweltplakette 

Dein Auto benötigt die grüne Umweltplakette? Dann gehört es zur Schadstoffklasse 4. Diese Plakette steht für den geringsten Schadstoffausstoß. Autos dürfen damit in allen Umweltzonen ohne Einschränkungen fahren. Um die grüne Umweltplakette zu bekommen, muss das Auto einige Bedingungen erfüllen.
Wenn Du ein Benzinfahrzeug mit einem geregelten Katalysator fährst, sollte die grüne Plakette nicht schwer zu bekommen sein. Bei Fahrzeugen mit Dieselmotor muss man schon genauer hinsehen: Neue Dieselautos erhalten die Plakette in der Regel ohne Probleme. Gebrauchte oder ältere Diesel ohne Partikelfilter werden wahrscheinlich nur eine gelbe, rote oder im schlimmsten Fall sogar gar keine Plakette bekommen. 

Die gelbe Umweltplakette

Wer für sein Auto die gelbe Umweltplakette erhält, gehört zur Schadstoffgruppe 3 und fährt einen Diesel. Mit der gelben Plakette ist das Fahren mit dem Diesel deutlich eingeschränkt. Damit sind die ausgewiesenen Umweltzonen in fast allen Städten tabu.
Neu-Ulm ist die einzige Stadt in Deutschland, in der es anders ist: Hier ist in den Umweltzonen auch die gelbe Plakette erlaubt. Wenn das Dieselfahrzeug aufgerüstet oder umgerüstet wird – zum Beispiel mit einem Partikelminderungssystem (PMS), sodass es eine höhere Schadstoffklasse erreicht, besteht die Chance, eine grüne Umweltplakette zu erhalten. Die erreichte Nachrüststufe wird von einer Werkstatt bescheinigt. Diese Bescheinigung dient dann als Nachweis. 

Die rote Umweltplakette

Mit der roten Umweltplakette ist das Fahren sehr eingeschränkt. Betroffen sind meist sehr alte Autos und Oldtimer. Diese Fahrzeuge gehören zur Schadstoffgruppe 2. Sie dürfen in der Regel keine Umweltzonen befahren, weil der Ausstoß gesundheitsschädlicher Abgase zu hoch ist. Das bedeutet meist: Fahrverbot in Innenstädten.
Fahrer dieser Autos sollten immer auf die Zusatzschilder achten, die am Anfang einer Umweltzone zu finden sind. Sie informieren darüber, welche Autos in die Umweltzone fahren dürfen und für welche ein Fahrverbot besteht.

Gar keine Umweltplakette? 

Autos, die gar keine Umweltplakette erhalten, gelten als nicht umweltfreundlich. Sie besitzen in der Regel eine sehr hohe Feinstaubemission. Für sie gilt das Fahrverbot in allen Umweltzonen. Meist sind es alte Modelle, die einen Ottomotor besitzen. Auch Autos ohne geregelten Katalysator können betroffen sein.
Für Fahrzeuge der Schadstoffgruppe 1 fällt auch eine höhere Kfz-Steuer an. Wer also ohne Umweltplakette fährt, sollte auch aus finanziellen Gründen über eine Umrüstung nachdenken. Beispielsweise ist es in manchen Fällen möglich, einen Kaltlaufregler einzubauen.



Wo befinden sich die Umweltzonen?

Das Fahren durch Deutschland ist deutlich einfacher, wenn man weiß, wo sich die Umweltzonen befinden. Das lohnt vor allem dann, wenn man eine gelbe, rote oder gar keine Plakette besitzt. Eine Übersichtskarte findet sich auf der Homepage des Umweltbundesamts.

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