Das ist der beste Dacia Sandero II

Dacia Sandero II und Sandero II Stepway in der Kaufberatung

Der Dacia Sandero ist Deutschlands günstigster Neuwagen. Doch zum Bestpreis etwas karg. Wie der Kleinwagen gut und günstig kommt? Liest Du in der Kaufberatung.

  • Sven Förster
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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:09 PM
Der Dacia Sandero II tritt mit einem Kampf-Preis an. Was der Kleinwagen verspricht und was er davon hält, erfahrt Ihr hier
Quelle: Dacia Der Dacia Sandero II tritt mit einem Kampf-Preis an. Was der Kleinwagen verspricht und was er davon hält, erfahrt Ihr hier

Was den Dacia Sandero ausmacht, lässt sich genau beziffern und im Autohaus kaum verhandeln: 6.990 Euro Basispreis. Für ein neues Fahrzeug! Weder gängige Marken noch exotische Hersteller bieten ein Modell mit preiswerterem Einstieg – der kleinste Dacia ist der günstigste Neuwagen Deutschlands.

Doch beim Kleinwagen der Renault-Tochter verhält es sich wie bei allen anderen Modellen – mit wie ohne Preisbrecher-Anspruch: Zum ausgerufenen Kampf-Tarif verlässt kaum ein Exemplar den Hof des Händlers. Weil man dann doch schneller fahren, bequemer reisen oder trendiger ankommen will, als die nackte Basis erlaubt. Beim Sandero haben Kunden die Wahl zwischen insgesamt fünf Ausstattungsniveaus, zwei Fahrzeughöhen und drei Motoren. Mit welchem preiswerten Sandero II Du am angenehmsten durch den Alltag kommst? Klären wir hier.

Dacia Sandero II: Karosserie und Generationen

Dacia brachte den Sandero 2008 auf den Markt, 2012 übernahm die zweite Generation. Seit 2017 steht die Facelift-Variante mit größerem Grill, moderneren Leuchten und geänderten Stoßfängern beim Händler. Eines blieb immer gleich: Den mindestens 4,057 Meter langen Sandero gibt es ausschließlich als Fünftürer. Sein Gepäckraum fasst 300 Liter, bei umgeklappten hinteren Sitzlehnen sind es 1.200 Liter. Das Modell unterhalb des kompakten Logan kommt immer mit reguslärem Schrägheck, eine Kombi-Variante gibt es nicht.

Mit einem Neupreis von 6.990 Euro ist der Dacia Sandero Deutschlands günstigster Neuwagen
Quelle: Dacia Mit einem Neupreis von 6.990 Euro ist der Dacia Sandero Deutschlands günstigster Neuwagen

Trotzdem beginnt die Konfiguration dieses Dacia mit einer Grundsatzentscheidung in Bezug auf seine Karosserie: Soll der Sandero als herkömmlicher Kleinwagen kommen? Oder sich mit Plastik-Planken, Dachreling und 40 Millimeter erhöhter Bodenfreiheit in Richtung Mini-SUV strecken? Die überwiegende Mehrzahl der deutschen Käufer wählt den angedeuteten Offroad-Look. Und damit die höhere Sitzposition, das angesagtere Erscheinungsbild und den stabileren Wiederverkaufswert. In dieser Form firmiert der Sandero mit dem Namenszusatz Stepway. Was bei manch anderem Hersteller als eigenes Modell vorfährt, ist in Dacias Preisliste eine Ausstattungsvariante. Eigentlich sind es sogar zwei.



Ausstattungsvarianten und Preise des Dacia Sandero II

Neben dem Sandero Stepway Essential (ab 9.100 Euro) bietet Dacia den Sandero Stepway Prestige (ab 12.000 Euro). In beiden Trimms erhält der Sandero neben dem Gelände-Zierrat 16-Zoll-Räder und Außenspiegel in Titan-Optik. Bei der Top-Variante sind Lenkrad und Sitz serienmäßig höhenverstellbar, beim Einstiegs-Stepway lediglich gegen 150 Euro Aufpreis. Außerdem kommt nur der Stepway Prestige mit Parksensoren für hinten sowie dem großen Infotainment-System mit 7-Zoll-Screen und Kopplungs-Software für das Smartphone. Höchster potenzieller Kostenfaktor sind Lederbezüge für 500 Euro.

Die Leder-Anthrazit-Polsterung gibt es zum gleichen Preis für die höchste Ausstattungslinie des regulären Sandero. In der Comfort-Ausstattungsvariante startet der Kleinwagen bei 9.300 Euro. Die Linie enthält viele Goodies des Stepway-Prestige-Angebots. Also unter anderem eine manuelle Klimaanlage, die Mittelarmlehne für vorne, den Bordcomputer und einen Tempomaten. Alltagstauglich gerät ein Sandero in normaler Höhe bereits in der darunter angesiedelten Ausstattungslinie Essential (ab 8.100 Euro). Eine Zentralverriegelung mit Funk-Fernbedienung, elektrische Fensterheber sowie ein Radio erwarten die meisten Neuwagenkunden – die Basis-Linie Access zu besagten 6.990 Euro verfügt über all das nicht.

Motoren und Antriebe

Mit der Modellpflege bei der zweiten Generation entfiel der einzige Vierzylinder-Benziner. Ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Saugmotor (SCe 75) ersetzt als Einstiegsmotor das bis Anfang 2017 verbaute 1,2-Liter-Aggregat. 73 PS stehen bei 6.300 Umdrehungen bereit, das maximale Drehmoment liegt bei 97 Nm. Zum Mitschwimmen genügt das. Wer mehr Schub aus dem Drehzahlkeller will, wird mit dem stärkeren Benziner (TCe 90) glücklicher. Aufgeladene 900 Kubikzentimeter liefern 90 PS bei 5.250 Umdrehungen. Bei 2.250 Umdrehungen liegen 140 Newtonmeter an. Daneben gibt es einen Diesel. Der aufgeladene 1,5-Liter-Vierzylinder kommt auf eine Leistung von 95 PS (dCi 95) und ein Drehmoment von 220 Newtonmetern.

Der übrige Teil des Antriebsstranges ist gesetzt: Sämtliche Sandero verfügen über Frontantrieb. Zwischenzeitlich bot Dacia optional ein automatisiertes Schaltgetriebe an (interne Bezeichnung Easy-R), neue Modelle lassen sich ausschließlich mit herkömmlicher 5-Gang-Handschaltung ordern.

Die beste Option: Dacia Sandero Stepway Essential

Sämtliche Aggregate stehen sowohl für den regulären als auch für den höhergelegten Sandero zur Wahl – allerdings nicht in jeder Ausstattungslinie. Die Basis-Version Access, der darüber angesiedelte Level Essential und die Einstiegs-Linie für den Stepway (ebenfalls Essential) lassen sich ausschließlich mit dem 73 PS starken Einstiegsmotor kombinieren. Nur beim Top-Level des regulären Sandero (Comfort) besteht die Option auf jedes der drei Aggregate. Die höchste Stepway-Linie (Stepway Essential) kommt mit 90-PS-Benziner oder einem 95 PS starken Diesel.

Welche der Kombinationen nun den besten, im Alltag angenehmsten Sandero ergibt? Wir empfehlen den höhergelegten Sandero Stepway Prestige mit dem TCe-90-Benziner. Weil der Kleinwagen mit Offroad-Zierrat im Trend liegt – und im konkreten Fall schwerlich als Protz-SUV geschmäht werden kann. Zugegeben, in der kostspieligsten Ausstattungslinie übertrifft man den Basispreis bereits um 5.000 Euro. Doch für 12.000 Euro gerät der Kleinwagen hinreichend komfortabel.

Für den Sandero II sind fünf verschiedene Ausstattungs-Varianten verfügbar
Quelle: Dacia Für den Sandero II sind fünf verschiedene Ausstattungs-Varianten verfügbar

Wer mit etwas weniger Fahrzeuglänge auskommt, findet im kleinsten Mitsubishi eine ebenfalls preiswerte Alternative: Der Kleinwagen Space Star kostet aktuell ab 9.290 Euro, dann mit 71 PS starkem 1,0-Liter-Benziner und 5-Gang-Handschaltung. Der Mitsu debütierte vor mehr als sieben Jahren, die Zeit ist reif für einen Modellwechsel. Sobald die Japaner die nächste Generation bestätigen, könnten die Preise für aktuelle Space Star sinken.

Gebrauchte Dacia Sandero Stepway: Marktlage und Mängel

Wer den Neuwagenpreis des Sandero mit Verhandlungsgeschick drücken will, wird in der Regel enttäuscht. Unternehmenspolitisch setzt man auf feste Preise, allenfalls könnten geringfügige Nachlässe drin sein. Auf dem Gebrauchtwagen-Markt lässt es sich hingegen um Sandero feilschen. Exemplare gibt es genug, auf mobile.de werden knapp 1.400 Modelle der zweiten Generation angeboten – in fahrtauglichem Zustand und mit mindestens sechs Monate gültiger HU.

Vor der Preisverhandlung steht der Fahrzeug-Check. Dabei sollte besonders auf die Durchführung der Rückrufaktionen geachtet werden: 2016 wurden einige Exemplare wegen Problemen an der Lenkung zurückgerufen, 2017 mussten Modelle wegen Bruchgefahr am Bremssattel in die Werkstatt. Beides sind klassische Problemzonen des kleinsten Dacia. Die Lenkgelenke machen laut TÜV-Report ab der zweiten HU häufig Probleme, die Bremsscheibe verschleißt überdurchschnittlich schnell. Daneben treten relativ häufig Ölverlust und Schäden an der Abgasanlage auf.

Problemfrei sind gebrauchte Exemplare also nicht immer. Dafür meistens günstig: Reguläre Sandero II starten auf mobile.de bereits um die 3.000 Euro. Tarife für den höhergelegten Sandero Stepway beginnen ab rund 5.500 Euro. Für das Top-Modell Sandero Stepway Prestige muss man aktuell ab 6.300 Euro einkalkulieren. Und liegt damit in etwa wieder auf dem Level des ausgerufenen Kampfpreises für ein nacktes, neues Modell.

Der Dacia Sandero II Stepway in Bildern

  • 2008 rollte die erste Generation auf die Straßen. Seit 2017 gibt es die Facelift-Variante
    Quelle: Dacia 2008 rollte die erste Generation auf die Straßen. Seit 2017 gibt es die Facelift-Variante
  • Für den Sandero II sind fünf verschiedene Ausstattungs-Varianten verfügbar
    Quelle: Dacia Für den Sandero II sind fünf verschiedene Ausstattungs-Varianten verfügbar
  • Der Dacia Sandero II tritt mit einem Kampf-Preis an. Was der Kleinwagen verspricht und was er davon hält, erfahrt Ihr hier
    Quelle: Dacia Der Dacia Sandero II tritt mit einem Kampf-Preis an. Was der Kleinwagen verspricht und was er davon hält, erfahrt Ihr hier
  • Den 7-Zoll-Infotainment-Bildschirm gibt es erst ab der Ausstattung Stepway Prestige
    Quelle: Dacia Den 7-Zoll-Infotainment-Bildschirm gibt es erst ab der Ausstattung Stepway Prestige
  • In der Basisausstattung müssen Sandero-Fahrer auf elektrische Fensterheber und Radio verzichten
    Quelle: Dacia In der Basisausstattung müssen Sandero-Fahrer auf elektrische Fensterheber und Radio verzichten
  • Mit einem Neupreis von 6.990 Euro ist der Dacia Sandero Deutschlands günstigster Neuwagen
    Quelle: Dacia Mit einem Neupreis von 6.990 Euro ist der Dacia Sandero Deutschlands günstigster Neuwagen