Chevrolet Corvette E-Ray: Hybrid-Sportwagen mit Allrad und V8-Sound
Die erstmals allradgetriebene Chevrolet Corvette E-Ray verbindet einen 6,2-Liter-V8 mit einem Elektromotor. Was kann der US-Sportler im Alltag und auf der Landstraße?
- Das Wichtigste in Kürze
- Die Chevrolet Corvette E-Ray im Testbericht
- Die Motoren der Chevrolet Corvette E-Ray
- Welche Karosserie-Varianten gibt es?
- Welche Ausstattungs-Varianten und Extras sind empfehlenswert?
- Vor- und Nachteile der Chevrolet Corvette E-Ray
- Einordnung des Modells: Generationen und Updates
- Welche bekannten Probleme gibt es bei der Chevrolet Corvette E-Ray?
- Fazit: Für wen lohnt sich die Chevrolet Corvette E-Ray?
Das Wichtigste in Kürze
- Die E-Ray leistet insgesamt 644 PS (473 kW) und sprintet in 2,9 Sekunden auf 100 km/h.
- Ein kleiner Akku mit 1,9 Kilowattstunden lädt sich ausschließlich während der Fahrt.
- Ein Stealth-Modus erlaubt rein elektrisches Fahren – doch im Alltag schaltet er sich schneller ab, als man denkt.
- Der Einstiegspreis liegt bei 169.000 Euro (Coupé), Extras können den Preis auf über 200.000 Euro treiben.
Ein V8 an der Hinterachse, ein Elektromotor an der Vorderachse: Fertig ist die erste allradgetriebene Corvette der Geschichte.
Die E-Ray kombiniert 6,2 Liter Hubraum mit stiller Elektro-Unterstützung und schafft den Sprint auf 100 km/h in 2,9 Sekunden.
Amerikanischer Sportwagen mit V8-Motor, Heckantrieb und viel Fahrspaß zu einem fairen Preis.
Die Chevrolet Corvette E-Ray im Testbericht
Der ADAC hat die Chevrolet Corvette E-Ray als Cabriolet auf Landstraße und Autobahn gefahren und zieht ein differenziertes Fazit.
Für den Alltag sei der Sportwagen nicht gemacht, müsse er aber auch nicht: Der ADAC bezeichnet die Corvette als „Spaßmaschine für Menschen, die auffallen wollen“.
Fahrdynamisch überzeugt die E-Ray vor allem außerhalb der Stadt.
Das Fahrwerk gibt den Untergrund glaubwürdig wieder, die Lenkung wird über die Fahrmodi zunehmend direkter und hilft, den breiten Sportwagen zielgenau zu manövrieren.
Dank Mittelmotor-Konzept und ausgewogener Gewichtsverteilung ist das Handling ausgesprochen direkt und das Gripniveau der aufgezogenen Sportreifen sagenhaft.
Jenseits von 5.000 Umdrehungen beginnt der V8 laut Testbericht förmlich zu fauchen, unterstützt von einem elektrotypischen Fiepen an der Vorderachse.
Der Porsche 911 Turbo verbindet Alltagstauglichkeit mit kompromissloser Fahrperformance.
Kritisch ist hingegen der Alltagsnutzen:
- Die Rundumsicht ist stark eingeschränkt.
- Der tote Winkel ist enorm.
- Das Verdeck des Cabriolets braucht zudem viel Zeit zum Öffnen und Schließen.
Großgewachsene Menschen finden zudem keine vernünftige Sitzposition und die Carbon-Verkleidungen im Innenraum knarzen bei intensiverer Nutzung.
Auch der Stauraum ist begrenzt: Sowohl Frunk vorn als auch Kofferraum hinten werden durch Kühler und Abgasführung schnell zur Wärmekammer. Hitzeempfindliche Ware sollte man dort nicht verstauen.
Der Testverbrauch lag laut Bordcomputer zwischen 13 und 18 Litern auf 100 Kilometer.
Der Nissan GT-R gilt mit seinem Allradantrieb und dem kräftigen Biturbo-V6 als japanisches Kraftpaket.
Vergleichbare Modelle
- Porsche 911 Turbo: zurückhaltender im Auftritt, aber ähnlich kraftvoll und alltagstauglicher.
- Nissan GT-R: ebenfalls allradgetriebener Sportwagen mit Turbo-Antrieb, weniger elektrifiziert.
- Audi R8: Mittelmotor-Sportwagen mit V10-Sauger und Allradantrieb, deutlich exklusiver positioniert.
Die Motoren der Chevrolet Corvette E-Ray
Die E-Ray gibt es ausschließlich mit einem Antriebsstrang: einem 6,2-Liter-V8-Saugmotor an der Hinterachse, ergänzt durch einen Elektromotor an der Vorderachse.
| Komponente | Leistung | Drehmoment | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| 6,2-Liter-V8 (LT2) | 482 PS (355 kW) | 613 Nm | Trockensumpfschmierung, Active Fuel Management |
| Elektromotor (Vorderachse) | 162 PS (119 kW) | bis 195 Nm | Permanentmagnet-Antriebsmotor, 1,9-kWh-Akku |
| Systemleistung gesamt | 644 PS (473 kW) | 806 Nm | 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, Allrad |
Eine echte Motorenwahl entfällt bei der E-Ray, da nur eine Antriebsvariante angeboten wird.
Wer Handling, Bremsverhalten und Rundenzeit optimieren will, sollte auf die optionalen Carbonfaser-Räder achten. Sie sparen 18,5 Kilogramm Gewicht und verbessern laut Chevrolet die Rundenzeit auf einer Zwei-Minuten-Runde um etwa 1,5 Sekunden.
Da die E-Ray ohnehin auf sportliche Fahrer zielt, lohnt sich das Aufpreis-Paket vor allem für Fahrer mit Rennstrecken-Ambitionen.
Für den reinen Straßeneinsatz reichen die Serienräder völlig aus und sparen mehrere tausend Euro.
Der Audi R8 überzeugt als Mittelmotor-Sportwagen mit V10-Sound und quattro-Antrieb.
Welche Karosserie-Varianten gibt es?
Die Chevrolet Corvette E-Ray ist in zwei Karosserievarianten erhältlich:
Coupé mit abnehmbarem Dachpanel
- Länge x Breite x Höhe: 4.734 x 2.024 x 1.237 mm
- Leergewicht: 1.907 bis 1.919 Kilogramm
- Kofferraumvolumen: 355 Liter (kombiniert vorn und hinten)
Cabriolet mit vollautomatisch versenkbarem Hardtop
- Länge x Breite x Höhe: 4.731 bis 4.734 x 2.024 x 1.236 mm
- Leergewicht: 1.944 bis 1.954 Kilogramm
- Kofferraumvolumen: 355 Liter (kombiniert vorne und hinten)
Beide Varianten sind 9,1 Zentimeter breiter als die Basis-Corvette Stingray, was der breiten Bereifung und dem elektrifizierten Allradsystem zugutekommt.
Die E-Ray übernimmt den breiten Karosseriebau der stärkeren Z06-Version. Sie wurde ursprünglich entwickelt für noch breitere Reifen und maximalen Grip.
Welche Ausstattungs-Varianten und Extras sind empfehlenswert?
Chevrolet bietet die E-Ray in den Ausstattungslinien 1LZ, 2LZ und 3LZ an. Die Topversion 3LZ verfügt serienmäßig über:
- "Bose Performance Series"-Soundsystem mit 14 Lautsprechern
- GT2-Sitze mit Nappaleder und Carbonfaser-Elementen
- Memory-Komfortpaket
Von den optionalen Competition-Sport-Sitzen ist eher abzuraten: Die straffe, harte Polsterung passt nur schmal gebauten Personen und schränkt den Alltagskomfort ein.
Wer viel auf der Rennstrecke fährt, profitiert vom Performance Data Recorder zur Analyse von Rundenzeiten sowie vom Head-up-Display.
Vor- und Nachteile der Chevrolet Corvette E-Ray
Pro
- Kraftvolle Systemleistung von 644 PS und starke Traktion durch Allrad
- Direktes Handling durch Mittelmotor-Konzept
- Serienmäßige Carbon-Keramik-Bremsen
- Satte, präsente V8-Klangkulisse
- Elektrische Unterstützung verbessert Beschleunigung um 0,5 Sekunden
Con
- Sehr eingeschränkte Rundumsicht, großer toter Winkel
- Hoher Einstiegspreis, teure Extras
- Wenig Stauraum, Frunk und Kofferraum hitzeanfällig
- Eingeschränkte Alltagstauglichkeit, harte Sitzposition für große Personen
- Verdeck des Cabriolets braucht lange zum Öffnen und Schließen
Einordnung des Modells: Generationen und Updates
Die Corvette E-Ray basiert auf der achten Corvette-Generation (C8), die 2019 vorgestellt wurde und erstmals auf ein Mittelmotor-Konzept setzte.
Die E-Ray kam 2023 als erste hybridisierte und allradgetriebene Corvette überhaupt hinzu und ergänzt seither das Portfolio neben Stingray und Z06.
In Europa wurde die E-Ray im Sommer 2025 offiziell eingeführt. Zum Modelljahr 2026 entfernt Chevrolet die vertikale Knopfleiste im Innenraum, die zuvor als optisches Erkennungsmerkmal des Modelljahrs 2025 galt.
Welche bekannten Probleme gibt es bei der Chevrolet Corvette E-Ray?
Für die Corvette E-Ray ist in Deutschland aktuell ein KBA-Rückruf (KBA-Referenznummer: 16439R) bekannt (Softwarefehler bei der Erkennung ausgefallener Blinker, betrifft Modelljahre 2025–2026, kostenlose Behebung per Update).
In den USA gibt es weitere Rückrufe wie Kraftstoff-Ableitblech oder Gurtaufroller. Für Deutschland gelten diese nicht.
Fazit: Für wen lohnt sich die Chevrolet Corvette E-Ray?
Die Chevrolet Corvette E-Ray richtet sich an Fahrer, die einen auffälligen, lauten und kraftvollen Sportwagen mit Allradsicherheit suchen und Alltagstauglichkeit dabei bewusst hintenanstellen.
Wer eine dezente Corvette-Alternative bevorzugt, greift eher zur klassischen Stingray. Für alle, die Wert auf kraftvolle Beschleunigung, satten V8-Sound und ganzjährige Fahrsicherheit durch den elektrischen Allradantrieb legen, ist die E-Ray eine der interessantesten Sportwagen-Neuheiten am Markt.
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