Die neue Abgasnorm soll man dem Audi SQ7 nicht anmerken

Audi SQ7 Facelift (2019): Bilder, Details, Preise

Der schnellste Q7 machte Abgaspause. Zum Facelift kommt der SQ7 nun mit überarbeitetem V8-Diesel zurück. Alle Details zur starken Blechburg.

  • Constantin Bergander
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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:08 PM
Rund zweieinhalb Tonnen bringt der SQ7 auf die Waage
Quelle: Audi Rund zweieinhalb Tonnen bringt der große Ingolstädter auf die Waage. Die 100 km/h-Marke erreicht er dennoch in nur 4,8 Sekunden

Die Umstellung auf neue Abgasnormen im Herbst 2018 kostete die Autokäufer vor allem: Auswahl. Viele Monate waren die Modellpaletten einiger Hersteller ausgedünnt. Die Autobauer stellten zunächst die Volumenmodelle auf die neuen Standards um. Exotische Varianten machten Pause. Zu ihnen gehörte die schnellste Version des Q7.

Jetzt kommt der SQ7 zurück. Der Zeitpunkt passt, denn das Modell bekommt derzeit ein großes Update: Zum Facelift überarbeitet Audi Optik und Technik des großen SUV. Zunächst starten die kleinen Diesel, bald folgt der große. Im SQ7 arbeitet weiterhin ein V8-TDI mit zwei Turboladern und einem elektrischen Verdichter.

Audi SQ7 mit V8-Diesel und 435 PS

Der Motor ist ein Alleinstellungsmerkmal. Die direkte Konkurrenz beschränkt sich bei den großen Selbstzündern auf maximal sechs Zylinder. BMW setzt bis zu vier Turbolader ein, um eine konkurrenzfähige Leistung zu erreichen. Es reicht nicht ganz: Der Audi-V8 mit 435 PS ist der derzeit stärkste Seriendiesel in einem Pkw.

Audi führte den Motor 2016 in der ersten Auflage des SQ7 ein. Porsche Panamera und Bentley Bentayga bekamen den gleichen Antrieb, gaben ihn aber wieder ab – die Marken bieten keine Selbstzünder mehr an. Trotz seiner kurzen Einsatzzeit bekam er in den vergangenen Monaten eine umfangreiche Kur, um die Abgasnorm Euro 6d-Temp Evap zu erfüllen.

Die aufwändige Mechanik blieb dabei gleich. Der V8 öffnet weiterhin bei niedrigen Drehzahlen nur ein Auslassventil pro Zylinder. Die Abgase strömen über kurze Wege einen der beiden Turbolader an. Bei hoher Last öffnen die übrigen Ventile und versorgen den zweiten Lader. Audi erreicht damit ein gutes Ansprechverhalten und eine und eine gleichmäßige Leistungsentfaltung.

Im Drehzahlkeller hilft außerdem ein elektrischer Verdichter. Er schiebt Luft in den Brennraum, wenn die mechanischen Lader noch nicht genug Ladedruck aufbauen. Vor dem Facelift erreichte der SQ7 sein volles Drehmoment (900 Nm) bei einer Drehzahl von 1.000 Touren. Jetzt beginnt das Plateau bei 1.250 Umdrehungen – ein Opfer für saubere Abgase.



Große Bremsen und Assistenten gegen Wankbewegungen

Davon soll man nichts spüren. Audi verspricht, dass sich der SQ7 nach dem Facelift genauso schnell bewegt wie davor: Er sprintet weiterhin in 4,8 Sekunden auf Tempo 100 und läuft 250 km/h Spitze. Damit fährt er auf einem Niveau mit einem Audi S3, zumindest längsdynamisch. Trotz eines Gewichtes von rund zweieinhalb Tonnen. Damit er in Kurven nicht abgehängt wird, versteckt Audi mit diversen Fahrdynamik-Extras den hohen Schwerpunkt. Aktive Stabilisatoren verspannen sich entgegen der Kurvenrichtung und vermindern die Seitenneigung. Eine Allradlenkung und ein Sportdifferenzial an der Hinterachse sollen ihn agiler machen. Allradantrieb gibt es im SQ7 serienmäßig.

Die Bremsscheiben des flotten SUV messen 40 (vorn) bzw. 35 Zentimeter Durchmesser (hinten). Optional baut Audi Keramikbremsen ein, die Scheiben sind jeweils zwei Zentimeter größer.

Den Verbrauch des SQ7 gibt Audi mit 7,4 bis 7,6 Litern pro 100 Kilometer an. Um das zu verwirklichen, steckt ein Mild-Hybrid-System im SUV: Ein Riemen-Startergenerator (RSG) generiert beim Bremsen viel Energie. Er kann den Motor komfortabel anlassen und sanft unterstützten. Wenn es möglich ist, steht der Verbrenner still.

Q8-Cockpit im Audi SQ7

Audi bietet im SQ7 fast alle Extras an, die es auch im normalen Q7 gibt. Dazu gehören eine umfangreiche Vernetzung, Sprachbedienung und diverse Assistenten. Analog zu den schwächeren Modellen bekommt der SQ7 Armaturenbrett und Infotainmentsystem aus dem moderneren Q8. S-spezifische Extras wie Sportsitze und eigene Tacho-Animationen gibt es serienmäßig im SQ7. Die stärkste Variante des SUV ist bereits bestellbar. In seiner Basisversion kostet er 94.900 Euro. Damit steigt der Preis gegenüber seiner Markteinführung um 5.000 Euro. Die siebensitzige Variante schreibt Audi mit 96.420 Euro in die Preisliste.


Audi SQ7 Facelift Neuvorstellung

  • Wer zwei Plätze mehr im SQ7 haben will muss rund 1.500 Euro mehr in die Hand nehmen
    Quelle: Audi Wer zwei Plätze mehr im SQ7 haben will muss rund 1.500 Euro mehr in die Hand nehmen
  • Rund zweieinhalb Tonnen bringt der SQ7 auf die Waage
    Quelle: Audi Rund zweieinhalb Tonnen bringt der große Ingolstädter auf die Waage. Die 100 km/h-Marke erreicht er dennoch in nur 4,8 Sekunden
  • Unter der Haube steckt ein V8-TDI-Biturbo und elektrischem Verdichter. 435 PS schöpft er daraus
    Quelle: Audi Unter der Haube steckt ein V8-TDI-Biturbo und elektrischem Verdichter. 435 PS schöpft er daraus
  • Die progressive Lenkunterstützung sorgt für besseres Handling
    Quelle: Audi Die progressive Lenkunterstützung sorgt für besseres Handling
  • Sportsitze gehören beim SQ7 zum Serienumfang
    Quelle: Audi Sportsitze gehören beim SQ7 zum Serienumfang
  • Armaturenbrett und Infotainment stammen aus dem Q8
    Quelle: Audi Armaturenbrett und Infotainment stammen aus dem Q8