Welche Uhrzeit ist korrekt? Welche Farbe erlaubt?

Parkscheibe richtig einstellen: So geht's

Die Regel ist simpel: Nach dem Parken drehst Du die Uhr der Parkscheibe auf die nächste halbe Stunde. Dennoch gibt es vieles, was Du beachten musst. Lies hier.

  • Veröffentlicht am 12/09/2019, 02:21 PM
Eine Parkscheibe zeigt eine Ankunftszeit von 10:30 Uhr an.
Quelle: dpa / Picture Alliance Ein großer weißer Pfeil zeigt auf Deine Ankunftszeit. Beim Einstellen gewinnst Du fast immer etwas Parkzeit, maximal 29 Minuten

Parkscheiben gelten in Deutschland als offizielles Verkehrszeichen – egal, ob sie feinsäuberlich verstaut oder völlig zerfleddert zusammen mit der Butterbrottüte im Ablagefach der Fahrertür stecken. Aus diesem Grund gelten Regeln für Farbe, Form und Anwendung.

Richtig eingestellt: So wird die Ankunftszeit korrekt angegeben 

Parkscheiben, die offiziell als Verkehrszeichen 314 geführt werden, verfügen über ein kleines Rad, mit dem der Fahrer die Ankunftszeit auf dem Parkplatz einstellen kann. Das Rad ist wie eine analoge Uhr in 12 Stunden unterteilt. Kürze Striche zeigen halbe Stunden an. Die Parkscheibe ist gemäß Straßenverkehrsordnung (StVO) korrekt eingestellt, wenn der „Zeiger der Scheibe auf den Strich der halben Stunde eingestellt ist, die dem Zeitpunkt des Anhaltens folgt“. Ein Beispiel: Parkst Du Dein Auto um 13:33 Uhr, musst Du die kleine Uhr auf 14:00 Uhr einstellen. Kommst Du um 13:29 Uhr auf dem Parkplatz an, dann ist die Parkscheibe korrekt eingestellt, wenn Du den Zeiger auf 13:30 Uhr drehst. Dies ist das einzige laut StVO zulässige Einstellen, alles andere kann zu einem Verwarnungsgeld von 10 bis 30 Euro führen. Die maximale Parkdauer läuft übrigens immer erst ab der eingestellten Zeit, in diesem Fall ab 14 Uhr beziehungsweise ab 13:30 Uhr. 



Wann benötige ich eine Parkscheibe?

Eine Parkscheibe muss laut StVO genutzt werden, wenn die Parkuhr oder der Parkscheinautomat des Parkplatzes defekt sind. Die erlaubte Dauer des Parkens richtet sich in diesem Fall nach der angegebenen Höchstparkzeit. Wird diese überschritten oder keine Scheibe eingelegt, droht ein Bußgeld.

Der reguläre Einsatz einer Parkscheibe wird auf dem Parkplatz von einem Zusatzzeichen unterhalb des Parkplatz-Schildes angezeigt. In diesem Fall ist das Parken für die angegebene Dauer erlaubt, vorausgesetzt, der Autofahrer hat die Parkscheibe so gelegt, dass sie von außen gut sichtbar ist. Wer dies nicht tut, riskiert ein Bußgeld von bis zu 30 Euro. Wer länger parkt als erlaubt, muss ebenfalls mit einem Bußgeld rechnen. Dieses richtet sich danach, wie lange Du trotz abgelaufener Zeit auf dem Parkplatz stehen bleibst.

An einer Straße steht ein Tempolimitschild für 30 km/h. Darunter die Parkzeitregelung.
Quelle: dpa / Picture Alliance Die Pflicht zum Einsatz einer Parkscheibe wird auf dem Parkplatz von einem Zusatzzeichen unterhalb des Parkplatz-Schildes angezeigt

Ist das Weiterdrehen der Parkscheibe erlaubt?

Nein. Das Weiterdrehen der Uhrzeit ist eine Ordnungswidrigkeit. Weiterdrehen darf nur, wer einen neuen Parkvorgang einleitet, auf gut Deutsch: Wer neu parkt. Hierfür muss das Auto aus der Parklücke herausgefahren und mindestens einmal um den Block bewegt werden. Danach musst Du neu parken. Einmal rein ein wenig Rollen und weiter Parken gilt nicht. Andernfalls droht ein Bußgeld.

Muss es die blaue Parkscheibe sein?

Wer gerne eine pinke Parkscheibe hätte, kann sie sich zuhause ins Regal stellen. Denn offiziell muss die Scheibe blau sein, die Schrift darauf weiß. Die vorgeschriebenen Abmessungen betragen 110 mal 150 mm und das Wort „Ankunftszeit“ muss über einem weißen Pfeil stehen, der auf die Uhrzeit zeigt. Werbung oder andere Schriftzüge und Logos sind nicht erlaubt. Neben der normalen Parkscheibe ist auch eine elektronische Parkscheibe zulässig. Allerdings gilt dies nur für Modelle mit Typengenehmigung, die sich nach dem Parken selbst richtig einstellen, ein weißes P zeigen und eine 24-Stunden-Anzeige in mindestens zwei Zentimeter großen Zahlen besitzen. Uhren, bei denen die Zeit weiterläuft, oder die sich selbst weiterstellen sind verboten. 

Bußgelder: Wie viel musst Du bezahlen?

 VerstoßDauerBußgeld
Parken ohne ParkscheibeBis 30 Minuten10 Euro
Bis eine Stunde15 Euro
Bis 2 Stunden20 Euro
Bis 3 Stunden25 Euro
Mehr als 3 Stunden30 Euro

Supermarktparkplätze als Sonderfall

Auf vielen Supermarkt-Parkplätzen ist eine maximale Parkdauer und der Einsatz einer Parkscheibe vorgeschrieben. Dies ist jedoch ein Sonderfall, da es sich um einen privaten Parkplatz handelt, und wird nicht vom Ordnungsamt, sondern von privaten Unternehmen überwacht und geahndet. Das heißt, wer sich nicht an die ausgewiesene Maximal-Parkzeit beziehungsweise an das vorgeschriebene Auslegen einer normalen Parkscheibe hält, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Die Gebühren werden von dem Unternehmen festgelegt. Wenn Du nicht bezahlst, bekommst Du Post von dieser Firma, nicht vom Ordnungsamt.

 

 

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