Mehr Luft für den Audi Q5

Der Audi Q5 2.0 TDI Quattro im Alltagstest

Der Audi Q5 wurde in Generation II größer und moderner. Wir haben ihn zwei Wochen lang im Alltag getestet. Erfahre hier, wie sich das Mittelklasse-SUV schlägt.

  • Constantin Bergander
  • 0
  • Veröffentlicht am 07/29/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:06 PM
Audi Q5 im Test: Das Fahrwerk federt optional mit Luft, bleibt jedoch sportlich straff
Quelle: mobile.de Das Fahrwerk federt optional mit Luft, bleibt jedoch sportlich straff

Seit Anfang 2017 rollt der Audi Q5 in zweiter Generation auf den Straßen. Im Vergleich zum Vorgänger wurde das Mittelklasse-SUV außen zwar etwas größer, gleichzeitig jedoch leichter. Im Innenraum gibt es erheblich mehr Platz, Infotainment und Assistenz werden moderner. Optional federt er zudem mit Luft.

Im Sommer 2018 begann Audi damit, die Nomenklatur zu ändern. Aus dem Q5 2.0 TDI mit 190 PS - unser Testwagen - wurde der Q5 40 TDI. Mit den Namen änderte sich die Abgasnorm. Die letzten Motorisierungen wurden im Februar 2019 auf Euro 6d-Temp umgestellt. Wir fuhren zwei Wochen lang den Q5 2.0 TDI mit 190 PS, Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb.



Platzangebot, Abmessungen, Kofferraum

Wie alle SUV baut der Q5 hoch, er überragt einen Audi A4 um rund 20 Zentimeter. Das spürt man innen bei der Kopffreiheit und der Rundumsicht. In engen Gassen und an unübersichtlichen Kreuzungen hilft das erheblich. Die Sitzposition fällt aufrecht aber gemütlich aus. Auf der Rücksitzbank sitzt man gut, auch längere Beine passen ohne Druckstellen an den Knien hinter die Vordersitze. Für 350 Euro Aufpreis kommt eine verschiebbare Rückbank ins Auto.

Das Kofferraumvolumen des Audi Q5 liegt bei 550 Litern. Bei umgeklappter Rückbank passen 1.550 Liter ins Heck
Quelle: mobile.de Das Kofferraumvolumen des Audi Q5 liegt bei 550 Litern. Mit umgeklappter Rückbank passen 1.550 Liter ins Heck

550 bis 610 Liter Gepäck passen hinter die “Rücksitzbank plus”, klappt man die Lehne um, passen bis zu 1.550 Liter ins Heck. Wer die Luftfederung (1.950 Euro) ordert, kann das Heck zudem absenken und so das Beladen erleichtern. Sonst liegt die Ladekante in luftigen 76 Zentimetern Höhe.

Innenraum, Verarbeitung, Materialien

Innenräume kann Audi. Alle Knöpfe und Schalter liegen gut in Griffweite, klicken angenehm und rasten fein. Die Materialauswahl passt ebenfalls. Die Oberflächen fühlen sich gut an, vor allem dort, wo man häufiger hinfasst. Fugen und Übergänge sind präzise gearbeitet, die Ergonomie passt ebenfalls. 

Im Testwagen gefällt uns das dunkle, offenporig verarbeitete Holz sehr gut. Genau wie die optionalen Sportsitze mit Lederbezug, die guten Seitenhalt bieten und auch auf langen Strecken keine Schmerzen bereiten. 

Infotainment, Radio, Bedienung

Beim Infotainment bekam der Audi Q5 als letztes Modell einen Dreh-Drück-Steller in der Mittelkonsole. Neuere Audi setzen auf große Touchscreens. Mittig auf dem Armaturenbrett sitzt serienmäßig ein Sieben-Zoll-Bildschirm. Die Eingabe per Dreh-Drück-Steller funktioniert ähnlich wie bei der Konkurrenz, die auf derartige Systeme setzt, sehr gut. Viele häufig genutzte Funktionen lassen sich blind ansteuern. Wer mag, kann das Meiste per Sprache eingeben und beispielsweise Navi-Ziele über Handschrifterkennung.

Vieles, was den Q5 technisch aufwertet, kostet jedoch extra. Ein Radio mit USB-Anschluss fürs Laden und die nötigsten Funktionen (Bluetooth, Klinkenstecker) gibt es ab Werk. Alles weitere lässt Audi sich extra bezahlen. Das größte Navigationsgerät kostet fast 3.000 Euro.

Assistenzsysteme und Sicherheit

Moderne technische Assistenten baut Audi ebenfalls überwiegend gegen Aufpreis in den Q5. Das Paket “Tour” für 1.640 Euro bringt einen Abstandstempomaten ins Auto, einen Assistenten, der im Stau unterstützt, der beim Ausweichen und beim Abbiegen hilft. Klingt nicht zu teuer, doch dazu braucht man die Einparkhilfe (780 Euro), einen großen Bordcomputer, ein Navi und einige weitere Kleinigkeiten. Insgesamt verteuert sich ein Basis-Q5 dadurch um fast 4.500 Euro.

Audi Q5 Cockpit: Der Instrumententräger unseres Test-Q5 zeigt volldigital an
Quelle: mobile.de Der Instrumententräger unseres Test-Q5 zeigt volldigital an

Ebenfalls Teil des Tour-Pakets ist der sogenannte „prädiktive Effizienzassistent“, der beim Spritsparen hilft. Er weist den Fahrer auf Kurven und Geschwindigkeitsbegrenzungen hin und signalisiert, wenn er den Fuß vom Gas nehmen soll. Mit aktiviertem Abstandstempomat funktioniert das sogar automatisch.

Motor, Getriebe, Fahrleistungen

Im Testwagen arbeitet der 2,0-Liter-Diesel mit vier Zylindern und 190 PS, noch in der alten Version mit alter Abgasnorm. Für die Umstellung auf Euro 6d-Temp im August 2018 wurde das Aggregat weiterentwickelt. An den Leistungsdaten hat sich nichts geändert. Der Motor passt gut zum Q5. Das Drehmoment von 400 Newtonmetern liegt zwischen 1.750 und 3.000 Umdrehungen an und drückt den Q5 zügig vorwärts.

Nach dem Kaltstart dieselt der Motor hörbar in den Innenraum, einmal auf Betriebstemperatur legt sich das, dann brummt er nur noch leise. Der Verbrauch geht gerade so in Ordnung. Bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn verbraucht der Q5 durchschnittlich 7,7 Liter, auf der Pendelstrecke aus der Stadt über die Landstraße ins Umland wurden es glatt 7 Liter.

Das Doppelkupplungsgetriebe nervt in der Stadt und beim Rangieren mit einigen Unarten. Der Wechsel zwischen Vorwärts- und Rückwärtsgang dauert zu lange, im Stillstand ruckt es manchmal. Bei unklaren Lastsituationen zwischen Rollen und Beschleunigen braucht es oftmals zu lange, bis es sich für den richtigen Gang entscheidet.

Fahrwerk, Lenkung, Fahrverhalten

Unser Test-Q5 federt mit dem optionalen Luftfahrwerk, das 1.950 Euro kostet. Das wirkt sogar im Komfortmodus straff für eine Luftfederung. Mit Absicht: Der Audi Q5 soll sportlicher sein als der große Q7. Man gewöhnt sich schnell an die straffe Abstimmung, unangenehm hart wird es nie, im sanftesten Modus schwingt es nach Bodenwellen etwas mehr nach. Der Abrollkomfort ist gut, das Geräuschniveau fällt insgesamt niedrig aus.

Die Lenkung legt Audi angenehm direkt aus, etwas mehr Widerstand könnte jedoch nicht schaden. Der dynamische Modus setzt auf etwas mehr Gewicht, mehr Rückmeldung über den Straßenbelag gibt er jedoch nicht.

Ausstattung und Preis

Der derzeit günstigste Audi Q5 ist der 40 TDI mit Sechsgang-Handschaltung. Er kostet aktuell 45.750 Euro (06/2019). Den kleineren Diesel mit 163 PS koppelt Audi stets an ein Doppelkupplungsgetriebe. Alle angebotenen Motoren treiben alle vier Räder an. Unser 40 TDI Quattro mit Doppelkupplung kostet mindestens 48.050 Euro. Manuell geschaltet spart man 2.300 Euro. Die meisten Nettigkeiten kosten extra.

Der Audi Q5 im Test leuchtete mit LED-Matrix-Scheinwerfern. Das Extra würden wir empfehlen
Quelle: mobile.de Der Audi Q5 im Test leuchtete mit LED-Matrix-Scheinwerfern. Das Extra empfehlen wir

Das Luftfahrwerk empfehlen wir, genau wie das Navigationssystem, das “Assistenzpaket Tour“, Matrix-LED-Lampen und Sportsitze. Dann kostet der Q5 bereits fast 60.000 Euro. Für Käufer, die sich nicht auf ein SUV versteift haben, stellt der technisch eng verwandte Audi A4 eine sinnvolle Alternative dar. Der kostet in der Basis weniger, verbraucht weniger und istauch mit kleinen Benzinern zu haben.

Fazit Audi Q5: Modernes SUV mit viel Platz

Audi hat den Q5 zum Generationswechsel an vielen Stellen verbessert. Es gibt mehr Platz und moderne Assistenten. Die Bedienung und die Sitzposition sind prima, bei Materialien und Verarbeitung im Innenraum legt Audi die Latte hoch. Das Doppelkupplungsgetriebe funktioniert leider nicht besonders, doch inzwischen gibt es diese Motorisierung auch ohne DSG. Wer sich für ein Modell mit Plug-in-Hybrid interessiert, findet inzwischen ebenfalls eins im Portfolio. Der Q5 55 TFSI e Quattro kostet allerdings mindestens 60.450 Euro.

Audi Q5 2.0 TDI Quattro S-Tronic: Technische Daten

  • Motor: 2,0-Liter-Turbodiesel
  • Leistung: 190 PS (140 kW) bei 3.800 – 4.200 U/min
  • Drehmoment: 400 Nm bei 1.750 – 3.000 U/min
  • Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, Allradantrieb
  • 0-100 km/h: 8,1 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h
  • Verbrauch: 5,6-5,4 l/100 km
  • CO2: 149–143 g/km
  • Testverbrauch: 7,0 l/100 km
  • Länge: 4.663 mm
  • Breite: 1.893 mm
  • Höhe: 1.659 mm
  • Radstand: 2.819 mm
  • Leergewicht: 1.845 kg (inkl. Fahrer)
  • Kofferraum: 550 – 1.550 l
  • Basispreis Audi Q5 (06/2019): 45.750 Euro
  • Basispreis Audi Q5 45 TDI Quattro S-Tronic: 48.050 Euro

Audi Q5 2.0 TDI - Bildergalerie

  • Audi Q5 Seitenansicht: Der Audi Q5 streckt sich auf rund 4,66 Meter, die Höhe beträgt 1,66 Meter
    Quelle: mobile.de Audi Q5 Seitenansicht: Der Audi Q5 streckt sich auf rund 4,66 Meter, die Höhe beträgt 1,66 Meter
  • Audi Q5 Frontansicht: In unserem Testwagen steckt ein 2,0-Liter-Diesel mit 190 PS. Damit ist der Audi Q5 gut motorisiert
    Quelle: mobile.de In unserem Testwagen steckt ein 2,0-Liter-Diesel mit 190 PS. Damit ist der Audi Q5 gut motorisiert
  • Der Audi Q5 im Test leuchtete mit LED-Matrix-Scheinwerfern. Das Extra würden wir empfehlen
    Quelle: mobile.de Der Audi Q5 im Test leuchtete mit LED-Matrix-Scheinwerfern. Das Extra empfehlen wir
  • Audi Q5 im Test: Das Fahrwerk federt optional mit Luft, bleibt jedoch sportlich straff
    Quelle: mobile.de Das Fahrwerk federt optional mit Luft, bleibt jedoch sportlich straff
  • Das Kofferraumvolumen des Audi Q5 liegt bei 550 Litern. Bei umgeklappter Rückbank passen 1.550 Liter ins Heck
    Quelle: mobile.de Das Kofferraumvolumen des Audi Q5 liegt bei 550 Litern. Mit umgeklappter Rückbank passen 1.550 Liter ins Heck
  • Audi Q5 Seitenansicht: Der Basispreis des Audi Q5 liegt bei knapp 46.000 Euro
    Quelle: mobile.de Der Basispreis des Audi Q5 liegt bei knapp 46.000 Euro
  • Audi Q5 Cockpit: Der Instrumententräger unseres Test-Q5 zeigt volldigital an
    Quelle: mobile.de Der Instrumententräger unseres Test-Q5 zeigt volldigital an
  • Audi Q5 Testwagen-23
  • Audi Q5 Innenraum: Die Sportsitze mit Lederbezug bieten guten Seitenhalt
    Quelle: mobile.de Die Sportsitze mit Lederbezug bieten guten Seitenhalt
  • Audi Q5 Fond: Auf der Rücksitzbank sitzt man gut, auch längere Beine lassen sich ohne Druckstellen verstauen
    Quelle: mobile.de Auf der Rücksitzbank sitzt man gut, auch längere Beine lassen sich ohne Druckstellen verstauen