Den richtigen Anhänger für all Deine Lasten

Anhänger für Pkw und Co. günstig kaufen

Du möchtest Dir einen Anhänger kaufen? Dann solltest Du zuerst überlegen, welche Anforderungen er erfüllen muss. Lies hier, wie Du das passende Modell findest.

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 3:51 PM
Ein PKW-Anhänger kommt dann ins Spiel, wenn schwere und sperrige Güter transportiert werden müssen
Quelle: dpa / Picture Alliance Ein PKW-Anhänger kommt dann ins Spiel, wenn schwere und sperrige Güter transportiert werden müssen

Pkw-Anhänger sind praktisch, wenn größere Lasten zu transportieren sind. Zudem sind sie nicht teuer: Für einfache, einachsige Modelle findet man häufig günstige Angebote im Baumarkt. Vor der Anschaffung solltest Du jedoch wichtige technische Daten beachten und Deinen Bedarf genau klären. Neben Ladekapazität und Preis darfstDu zudem die Sicherheit nicht vergessen und vor der ersten Fahrt den Umgang mit dem Anhänger üben.



Der richtige Anhänger

Beim Kauf eines Pkw-Anhängers ist es im Prinzip nicht viel anders als bei der Anschaffung eines Autos. Die Bandbreite ist groß. Sie startet bei Anhängern bei einfachen Modellen für wenige Hundert Euro und reicht bis zu technisch hochwertigen Versionen für viele Tausend Euro. Es lauern also viele Möglichkeiten, Fehler zu begehen und unnötig viel Geld auszugeben.

Bevor Du Dich auf die Suche begibst, solltest Du einige grundsätzliche Fragen klären, was die Verwendung und die Einsatzmöglichkeiten von Anhängern angeht. Gemäß der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung StVZO darf ein Anhänger nicht länger als 1.200 mm, nicht breiter als 2.550 mm und nicht höher als 4.000 mm sein. Grundvoraussetzung ist natürlich eine Anhängerkupplung am Zugfahrzeug. Die gibt es auch für einige Hundert Euro zum Nachrüsten.

Welcher Anhänger mit welchem Führerschein?

Eine erste elementare Frage ist, welche Anhänger Du mit Deinem Führerschein einsetzen darfst. Dazu rät der ADAC: „Ob man für die Fahrt mit einem Pkw-Anhänger den normalen Autoführerschein der Klasse B, B96 oder BE benötigt, das hängt vor allem vom zulässigen Gesamtgewicht des Gespanns ab. So reicht für die handelsüblichen Baumarkt-Anhänger bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 750 kg die Fahrerlaubnis der Klasse B.“ Eine zweite wichtige Frage ist, wie hoch die maximale Anhängelast des eigenen Fahrzeugs ist. Entscheidend dafür ist der Typ des Anhängers.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen gebremsten Anhängern, also mit eigener Bremsvorrichtung, und ungebremsten Versionen. Bei den einfacheren und billigeren ungebremsten Anhängern sind die Grenzwerte der maximalen Anhängelast niedriger. Wieviel Dein eigenes Fahrzeug ziehen darf, hängt vor allem von der Leistungsfähigkeit, von den PS und vor allem vom Drehmoment ab. Die Palette reicht hier von einigen Hundert Kilogramm bis zu 3,5 Tonnen. Hier sind starke Dieselmotoren klar im Vorteil, weil sie bereits bei niedrigen Drehzahlen viel Drehmoment produzieren und damit beste Voraussetzungen für das Ziehen schwerer Anhänger mitbringen.

Und noch eine wichtige Vorschrift: Für Pkw oder Lkw mit Anhänger mit einem maximalen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen gilt auf Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Es gibt unter bestimmten Voraussetzungen auch Sonderregelungen für eine maximale Geschwindigkeit von 100 km/h. Zu den Voraussetzungen gehören unter anderem entsprechende Reifen am Anhänger, die nicht älter als sechs Jahre sein dürfen und dass der Anhänger bauartspezifisch dafür gerüstet ist. In mehreren europäischen Ländern wie etwa Österreich und der Schweiz ist ein Sicherungsseil für die Kupplungsverbindung vorgeschrieben.

Darauf solltest Du beim Kauf von Anhängern achten

Bei der Suche nach einem Anhänger ist ein erster wichtiger Schritt die richtige Dimensionierung: Die zu erwartende Last muss mit der Kapazität des Anhängers und mit den maximal nutzbaren Abmessungen zusammenpassen. Zweiachsige Pkw-Anhänger bieten mehr Nutzlast und laufen auch sicherer und stabiler. Sie kosten allerdings auch mehr als einachsige Modelle.

Wichtig ist auch, dass Du berücksichtigst, welche Dinge Du transportieren willst und prüfst, ob Du dafür Zubehör wie etwa Spanngurte oder Planen samt eventuell notwendiger Spriegel benötigst. Dazu gehören zum Beispiel Auffahrrampen, wenn rollbare Gegenstände transportiert werden sollen, oder Bordwandaufsätze, mit denen die Seitenverkleidung erhöht werden kann. In manchen Fällen können auch zusätzliche Stützräder nötig sein. Dabei musst Du berücksichtigen, dass sich mit dem Gewicht des Zubehörs auch die verfügbare Ladekapazität verringert.

Kleinere Anhänger kannst Du bei Einhaltung der maximal zulässigen Gesamtzugmasse auch mit der Führerscheinklasse B fahren
Quelle: dpa / Picture Alliance Kleinere Anhänger kannst Du bei Einhaltung der maximal zulässigen Gesamtzugmasse auch mit der Führerscheinklasse B fahren

Für Anhänger sind auch Steuern zu entrichten. Diese richten sich nach dem Gewicht des Anhängers und betragen derzeit 7,46 Euro pro 200 kg. Für den Anhänger gibt es neben der zumeist obligatorischen Haftpflichtversicherung zusätzlich auch Teil- und Vollkaskoversicherungen. Empfehlenswert sind diese vor allem, wenn Du mit dem Lenken eines Gespanns nicht so vertraut bist.

Was beim Fahren mit Anhänger wichtig ist

Falls Du beim Lenken eines Pkw-Anhänger-Gespanns wenig Erfahrung hast, empfiehlt es sich, das vorher zu üben. Am besten machst Du das auf einem leeren, größeren Parkplatz. Eine spezielle Herausforderung ist neben dem klassischen Rangieren das Rückwärtsfahren. Da sich der Anhänger rückwärts genau entgegengesetzt zum Lenkeinschlag dreht, ist ein Training sehr empfehlenswert.

Vor allem unbeladene Pkw-Anhänger mit Plane sind sehr windempfindlich. Das solltest Du bei starkem Wind und beim Queren von Brücken berücksichtigen. Wenn Du mit dem Anhänger ins Ausland fahren willst, solltest Du Dich zudem über eventuelle länderspezifische Vorschriften informierten.

Die günstigsten Anhänger im Test

In einem Praxistest untersuchte der ADAC sechs Pkw-Anhänger der unteren Preisklasse, wie man sie meist als Angebot in Baumärkten findet. Dabei handelte es sich um einachsige und ungebremste Modelle mit einem Preis von maximal 770 Euro. Konkret waren das die Modelle Brenderup 1205SUB750, Humbaur Steely, Stedele MST71A, Stema Variolux 750, TPV-Trailer TL-EU2-AR, und Unsinn WEB10.

Bei dem Test standen Ausstattung, Haltbarkeit, Handhabung und Sicherheit im Vordergrund. Die Ergebnisse waren eher durchwachsen. Bei drei Testkandidaten wurden deutliche Schwächen festgestellt. Zwei der getesteten Anhänger sind mit dem Urteil „mangelhaft“ durchgefallen. Bei den Fabrikaten von TPV-Trailer und Stedele berührten die Reifen bei Ausweichversuchen mit voller Beladung den Aufbau bzw. den Rahmen des Anhängers. Das kann schwerwiegende Auswirkungen auf das Fahrverhalten haben bzw. Reifenschäden verursachen.

Ein Sicherheitsproblem hatte auch das Modell mit dem höchsten Preis, der Unsinn WEB10, der bei Haltbarkeitstests sämtliche Holzschrauben am Ladeboden verlor. Testsieger wurde der Stema Variolux 750 mit der Gesamtnote 2,3 vor dem mit 2,5 bewerteten Brenderup 1205SUB750, der als einziger im Test eine praktische klappbare Deichsel hatte.

Die wichtigsten Tipps für die Suche nach einem Anhänger

  • Einachsige Anhänger sind die billigsten Modelle
  • Einachser sind handlicher als Anhänger mit zwei Achsen
  • Anhänger mit zwei Achsen haben meist mehr Nutzlast und laufen ruhiger
  • Bei einachsigen Anhängern ist eine klappbare Deichsel praktisch und platzsparend
  • Bei Anhängern mit einer Gesamtmasse über 3.500 kg sind Bremsen Pflicht
  • Die Gesamtmasse des Anhängers darf nicht höher sein als die maximale (ungebremste) Zugmasse des Zugfahrzeugs
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