Lancia Thema

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Der Lancia Thema war 1984 der offizielle Nachfolger des Lancia Beta. Gleichzeitig sollte er die Modellpalette in der oberen Mittelklasse erweitern, die bisher nur vom Lancia Gamma vertreten wurde. Insgesamt drei Generationen der Limousine liefen in den folgenden zehn Jahren vom Band.


Viele Versuche rund um den Lancia Thema
Um die Auswahl an unterschiedlichen Karosserieformen für den Lancia Thema zu erweitern, brachte der Hersteller 1986 einen Kombi mit der Modellbezeichnung Thema Station Wagon auf den Markt. Außerdem produzierte man in einer kleinen Serie eine verlängerte Version der Limousine. Hier wurde in die Karosserie schlichtweg ein zusätzliches Mittelstück eingesetzt. Keinen Weg in die Serienproduktion fand die zweitürige Version, die als Prototyp unter dem Namen Gazella 1986 von der Carrozeria Boneschi entworfen wurde.
Die erste Generation des Lancia Thema

Intern trug das Auto die Modellbezeichnung Y9. Ausgestattet war das erste Modell mit einem Antrieb, der über zwei obenliegende Nockenwellen verfügte und einen Hubraum von zwei Litern hatte. Die Leistung lag bei 88 kW (122 PS). Bei dieser Motorenversion handelte es sich um ein bewährtes Modell, das seit Jahren in der Beta-Serie verwendet wurde. Entwickelt wurde der Antrieb vom ehemaligen Ferrari Konstrukteur Aurelio Lampredi eigentlich für den Fiat 124 und das schon in den 60er Jahren. Es gab natürlich einige technische Modifikationen. So wurde zum Beispiel die Laufruhe verbessert, indem man dem Vierzylinder zwei Ausgleichswellen hinzufügte, die gegenläufig mit einer doppelten Drehzahl der Kurbelwellen im Motorblock rotierten. Diesen Vorgang der Motorvibrationsreduzierung bezeichnete man als Lanchester-Ausgleich. Lancia kooperierte damals mit dem ebenfalls noch unabhängigen kleinen schwedischen Hersteller Saab , da für jedes Unternehmen allein die Entwicklung von Autos für die obere Mittelklasse finanziell nicht durchführbar war. Das gemeinsam entwickelte Konzept wurde deshalb nicht nur für den Lancia Thema, sondern auch für den Saab 9000, den Fiat Cromo und den Alfa Romeo 164 verwendet.


Eine ausgezeichnete Maschine für den neuen Lancia Thema
Der Lancia Thema beeindruckte vor allem durch seine außergewöhnliche Fahrleistung. Dafür zeichnete der 2,0-Liter-V6-Motor mit Turbolader verantwortlich, der eine Leistung von 124 kW (165 PS) auf die Straße brachte. Für den italienischen Markt wurde das Fahrzeug mit diesem Motor ausgestattet, da in Italien für Autos mit mehr als zwei Litern Hubraum zusätzliche Steuern anfallen. Für den Export bekam der Lancia Thema einen PRV-Motor, so benannt nach den Entwicklern Peugeot , Renault und Volvo , der über 2,8 Liter Hubraum verfügte und einen Zylinderwinkel von 90 Grad aufwies. Der Motor ist auch bekannt unter der Bezeichnung Europa-V6. Ende 1986 präsentierte Lancia den Thema dann auch als Kombi.


Der Lancia Thema bekommt in der zweiten Generation ein Facelift
Mit Beginn der zweiten Baureihe, die von 1988 bis 1992 produziert wurde, gab es am Lancia Thema optische und technische Veränderungen. Für eine modernere Optik wurde der Kühlergrill wesentlich ausgeprägter in die Frontpartie eingegliedert. Außerdem wanderten die Blinker aus ihrer bisherigen seitlichen Position direkt unter die Scheinwerfer. Bei den Motoren setzte Lancia für die zweite Generation auf die Vierventil-Technik. Anfang 1989 gab es einen 2-Liter-Motor 16V, der 104 kW (141 PS) bot und eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h erreichen konnte. Serienmäßig war der Lancia Thema nun mit ABS und einem geregelten Drei-Wege-Katalysator mit Lambdasonde und Aktivkohlefilter ausgestattet. Weitere Komponenten, die zur Grundausstattung gehörten, waren unter anderem:

• Servolenkung
• Elektrische Fensterheber vorne
• Ein in der Höhe verstellbares Lenkrad
• Elektrisch verstellbare und beheizbare Außenspiegel
• Zentralverriegelung
• Eine asymmetrisch geteilte Rückbank
• Colorverglasung

Mit der dritten Serie endete die Geschichte des Lancia Thema - vorübergehend
1992 erfolgte noch einmal eine Auffrischung von Design und Technik. Der PRV-V6-Antrieb wurde durch eine 3,0l-V6-Maschine mit 128 kW (171 PS) ersetzt, die temperamentvoller im Anzug war. Außerdem führte der Hersteller einen 2,0l-Antrieb mit VIS (Variable Induction System) ein, der den Drehmomentverlauf im unteren Drehzahlbereich verbesserte. Das wurde dadurch möglich, dass die Ansaugkanäle in ihrer Länge variabel gestaltet waren. Auch optisch hatte der Lancia Thema in der dritten Baureihe einiges zu bieten. Afrikanisches Rosenholz in der Mittelkonsole und Sitzbezüge, die entweder aus Leder oder aus Alcantara bestanden, verbreiteten einen Hauch von Luxus , den man ansonsten eher in der Oberklasse von Marken wie BMW , Audi , Jaguar oder Mercedes erwartet hätte. Auch der Preis, der für die zweite Generation bei 110.000 D-Mark lag, erinnerte eher an die Oberklasse. Der Lancia Thema diente auch als Staatskarosse bei ausländischen Regierungen. Er wurde 1994 durch den Lancia Kappa ersetzt, den es als Limousine, Kombi und Coupé gab. Allerdings hat der Kappa nie die wirtschaftlichen Erfolge erzielt, die beim Lancia Thema selbstverständlich waren. Die Produktion wurde deshalb im Jahr 2000 eingestellt. Auch das Nachfolgemodell mit der Bezeichnung Thesis war ein Misserfolg.


2011 kam der Lancia Thema zurück
Vielleicht waren die Misserfolge der Modelle Kappa und Thesis ausschlaggebend dafür, dass Lancia sich entschloss, 17 Jahre nach der Einstellung der Produktion wieder eine Limousine unter der Bezeichnung Lancia Thema zu bauen und zu vermarkten. Im Herbst 2011, nach der Zusammenlegung der Marke Lancia mit Chrysler entstand der Chrysler 300, der auf dem europäischen Markt unter den bekannten Namen Lancia Thema angeboten wird. Seit der Zusammenlegung mit dem amerikanischen Konzern gehören zur Modellpalette von Lancia neben den im Heimatland produzierten Kleinwagen Musa und Ypsilon auch das Kompaktmodell Delta sowie der Lancia Flavia und der Lancia Voyager als Van . Inzwischen gibt es den Lancia Thema auch als Diesel. In dieser Version wird er zum Beispiel von der Scuderia Ferrari als Dienstwagen genutzt. Prominentester Thema-Fahrer ist der Formel1-Pilot Fernando Alonso.


Das Vorbild für den neuen Lancia Thema ist der Chrysler 300
Betrachtet man den Dachaufbau und die Proportionen beim Lancia Thema, ist die Ähnlichkeit zum amerikanischen Modell trotz einiger Verfremdungen unverkennbar. Das Gleiche gilt für die Gestaltung der Frontpartie. Unterschiede gibt es bei der Motorisierung. Auf dem amerikanischen Automarkt wird kein Diesel angeboten. Für Europa stehen gleich zwei große Maschinen dieser Art zur Verfügung, die bei VM Motori in Italien konstruiert werden. Der Topantrieb bei den Benzinern leistet 210 kW (286 PS) und hat einen Hubraum von 3,6 Litern mit sechs Zylindern. Die in Amerika üblichen Achtzylindermotoren sind in Europa hingegen nicht verfügbar. Die Übertragung der Antriebskraft bei den Dieselmaschinen erfolgt über eine Fünfstufenautomatik. Die Benzin-Versionen sind mit einer Automatik ausgestattet, die über acht Stufen arbeitet. Außerdem ist der Thema aus dem Jahr 2011 das erste Lancia-Fahrzeug mit Hinterradantrieb.


Die aktuelle Ausstattung der neuen Generation
Den Lancia Thema gibt es in drei verschiedenen Versionen als Gold, Platinum und Executive. Serienmäßig verfügt das Auto unter anderem über:

• Lederausstattung,
• Infotainmentsystem mit Touchscreen und Anschluss für mobile Endgeräte,
• Klimaanlage beziehungsweise Klimaautomatik,
• Navi,
• Xenon-Scheinwerfer und
• eine Rückfahrkamera.

Hier eine Übersicht über die technischen Daten des Lancia Thema, wie sie auch im Modelljahr 2014 verfügbar sind. Die Motoren sind jeweils vorn längs eingebaut.

• 3.0 V6 Multijet 24V Diesel, 140 kW (190 PS) oder 176 kW (239 PS), maximales Drehmoment 440 Newtonmeter bei 1.600 Umdrehungen beziehungsweise 550 Newtonmeter bei 1.800 Umdrehungen pro Minute, Common-Rail-Direkteinspritzung, maximale Höchstgeschwindigkeit 232 km/h, Verbrauch kombiniert: 7,1 l Diesel
• 3.6 V6 Pentastar 24 V Benzin, 210 kW (286 PS), maximales Drehmoment 340 Newtonmeter bei 4.650 Umdrehungen in der Minute, sequenzielle Multiport-Einspritzung, maximale Höchstgeschwindigkeit 240 Stundenkilometer, Kraftstoffverbrauch kombiniert: 9,4 l Super auf 100 Kilometer



Der Lancia Thema im Test
Die Tests und Artikel in der Zeitschrift Autobild beschäftigen sich mit dem aktuellen Lancia Thema, wie er derzeit beim Händler steht. Was früher eine eher bieder anmutende Limousine war, zeigt sich heute als Luxuskarosse mit Sportwagen -Ambitionen. Starke Antriebe, eine leichtgängige Lenkung und eine perfekte Straßenlage sorgen für grenzenloses Fahrvergnügen. Die Basisversion Gold wurde erstmals im zweiten Quartal 2013 ausgeliefert und hatte einen Einstiegspreis von 41.400 Euro. Da der Lancia Thema bereits in der Basisversion serienmäßig perfekt ausgestattet ist, sind die Angebote an kostenpflichtigem Zubehör begrenzt. Lediglich für das Glasdach und ein Notrad anstelle des Reparaturkids für die Reifen werden Aufpreise verlangt. Beeindruckend ist die Länge von mehr als fünf Metern. Die durchweg sehr niedrigen Scheiben lassen bei der allgemeinen Übersicht allerdings ein wenig zu wünschen übrig. Das Niveau im Interieur entspricht dem der Oberklasse in Deutschland. Das Fahrverhalten ist souverän und ruhig. Allerdings gerät die Federung bei Querfugen rasch an ihre Grenzen. Bodenwellen hingegen absorbiert der Lancia Thema elegant und kaum spürbar.


Fazit:
Im Grunde ist der Thema ein Klassiker im modernen Gewand, ein Auto für Individualisten, die Komfort, Eleganz und Tradition zu schätzen wissen. Die schwergewichtige Limousine lässt die Insassen über die Straßen gleiten und vermittelt dabei ein Gefühl der Leichtigkeit. Bei der guten Motorisierung ist auch das Fahren mit dauerhaft hoher Geschwindigkeit im Lancia Thema kein Problem. Bequeme Sitze, viel Platz für Fahrer, Mitfahrer und Gepäck und die intuitive Bedienbarkeit sorgen für pures Fahrvergnügen. Dass all dieser Komfort seinen Preis hat, ist nachvollziehbar. Der Hersteller selbst ordnet den Lancia Thema in die Welt der gehobenen Mittelklasse ein, aber der Wagen hat alle Attribute, die man von einem Oberklassefahrzeug erwarten darf.

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* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer PKW können dem 'Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch, die offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und den offiziellen Stromverbrauch neuer PKW' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der 'Deutschen Automobil Treuhand GmbH' unentgeltlich erhältlich ist unter www.dat.de.

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