Smart Repair - intelligente Reparaturen vor Autoverkauf | mobile.de

Gebrauchtwagenverkauf: Smart Repair

Smart Repair: Kostengünstige Reparaturen vor dem Autoverkauf

Zaubert Kratzer und Beulen preisgünstig weg: Smart Repair erhöht den Restwert Ihres Gebrauchtwagens (FOTO: A.T.U.)

So erhöhen Sie den Restwert Ihres Gebrauchten: Hinter dem Sammelbegriff „Smart Repair“ verstecken sich einige ausgeklügelte Reparaturmethoden, die alle günstiger als die herkömmliche Schadensbeseitigung oder Montage von Neuteilen sind. Was kann Smart Repair, was nicht?

5. Mai 2015

Schnell ist es passiert: Vor dem Supermarkt rollt der Einkaufswagen gegen das eigene Auto und hinterlässt einen unschönen Kratzer am Lack des Stoßfängers. Die herkömmliche Reparaturmethode wäre es, den Stoßfänger abzubauen, die Schadstelle zu schleifen, zu lackieren und schließlich wieder am Fahrzeug anzubringen.

Mit Smart Repair wird die Sache deutlich einfacher: Für Kratzer an den Fahrzeugecken benötigen die Experten durchschnittlich nur zwei Stunden, denn sie müssen die Bauteile bei dieser Reparaturmethode nicht demontieren.

In einer Beispielrechnung hat der ADAC die Demontage sowie die Lackierung eines Stoßfängers mit 800 Euro angesetzt. Mit Smart Repair sind es nur ab 120. Das ist ein starkes Argument für Smart Repair. Gibt es auch welche dagegen? Wie können Sie Ihre Autobewertung mit Smart Repair erhöhen und gleichzeitig Kosten einsparen?

 

 
 

 

Bis zu 70% können gespart werden

Kurz gesagt: Wenig. Grundsätzlich ist der Preisvergleich allerdings selten so einfach wie in dem ADAC-Test, denn jeder Schaden sieht anders aus und muss anders behoben werden.

Gegenüber einer herkömmlichen Lackierung gibt beispielsweise die Werkstattkette A.T.U. die Kosteneinsparung mit 50 bis 70% an.

Bei anderen Anwendungen könne die Ersparnis sogar bis zu 80% betragen. Diese Kostenreduktion ergibt sich aus zwei wesentlichen Vorteilen des Smart Repair: 1. Es wird weniger Material benötigt. 2. Es werden keine Teile demontiert.

So gut wie klassische Lackierung

Ist das, was günstig repariert wird, vielleicht weniger lang haltbar? Nach Aussagen von unabhängigen Gutachtern nicht. Gegenüber einer normalen Lackierung gibt es keine Abstriche in der Haltbarkeit, da bei der Untergrundbearbeitung und der Decklackierung keine Unterschiede bestehen. Es werden lediglich andere Lackiertechniken eingesetzt.

„Gerade bei Leasingrückläufern spart Smart Repair schlicht Ärger und hohe Kosten, die bei der Schadensbeseitigung mit Neuteilen entstehen würden“, weiß Kfz-Experte Roland Fuchs, der mit seiner Firma Cartec seit 25 Jahren Methoden rund um die Kleinschaden-Reparatur entwickelt und Werkstätten auf die Systeme schult.

Nach seiner Einschätzung lohnen sich außerdem die Schönheitsreparaturen vor einem Pkw-Verkauf, da der Gebrauchte danach wirklich fast wie neu aussieht und deshalb objektiv mehr wert ist. mobile.de hat dies bereits getestet.

Wenn Pflegemittel nicht mehr reichen

Smart Repair kann und ist aber mehr als reine Lackarbeiten. Unter den Sammelbegriff fallen alle optischen Arbeiten am und im Auto, bei denen reine Pflegemittel nicht mehr ausreichen. Auf der anderen Seite der Skala endet Smart Repair dort, wo eindeutig Neuteile verwendet werden müssen. Auch Rost, selbst im Ansatz, ist für Smart Repair ein unüberwindbarer Feind, weil Entrostung grundsätzlich großflächig geschehen muss.

Doch bei reinen Lackarbeiten ist eine Beschädigung von der Größe einer Handfläche und eine Lackierfläche von der Größe eines DIN A4 Blattes meist noch im Bereich des Möglichen. Allerdings kann bei speziellen Farbtönen wie beispielsweise Mattlackierungen nicht immer eine hundertprozentige Ausbesserung garantiert werden.

Für Laien ist es schwierig, dieses einzuschätzen. Deshalb sollte man einen Fachbetrieb aufsuchen, der neben Lackarbeiten auch Smart Repair anbietet und sich im Zweifel, empfiehlt der ADAC-Technikexperte Arnulf Thiemel, auch zwei Angebote einholen.

Top-Lackierungen nur beim Meisterbetrieb

Und noch eines muss man beachten: Der normale Autolackierer ist meisterpflichtig, er hat also naturgemäß eine hochwertige und anerkannte Ausbildung. Schon deshalb dürften die bei Smart Repair jeweils zu lackierenden Flächen nicht größer als 3,5 Zentimeter und die zu lackierende Gesamtfläche insgesamt nicht größer als DIN A4 sein.

Hier noch ein Tipp: Wer auf die hohe Qualität einer herkömmlichen Lackierung nicht verzichten will, sollte bei einem Autolackierer direkt anfragen. Der ist wahrscheinlich billiger, als wenn der Umweg über den Vertragshändler genommen wird, weil dessen Gewinnspanne entfällt.

Hierfür eignet sich Smart Repair

Arnulf Thiemel vom ADAC-Technikzentrum listet die einzelnen Möglichkeiten von Smart Repair auf:

  • Kleinere Lackschäden: Beschädigungen am Lack lassen sich mit einer „Spot-Lackierung“ oder Lackierung per Airbrush-Pistole beseitigen. Die behandelten Stellen können so möglichst klein gehalten werden, die Schadstellen sollten aber höchstens handtellergroß sein
  • Verkratzte und eingerissene Kunststoffstoßfänger: Die Schadstellen (Risse bis 10 cm, Löcher bis 3 cm im Durchmesser) werden mit Heißluft verschweißt, gespachtelt, geschliffen und beilackiert.
  • Kleine Dellen in der Blechhaut: Diese drücken Spezialisten mit besonderen Hebeltechniken aus dem Blech, ohne dass eine Lackierung notwendig wird. Die Dellen dürfen keine Kanten oder Lackschäden aufweisen.
  • Löcher im Sitz oder Armaturenbrett: Die Löcher werden mit einer speziellen Füllmasse aufgefüllt und anschließend mit Farbe dem Bauteil optisch angepasst. Die Struktur des Armaturenbretts wird mit einem speziellen Strukturabdruck dem Original angeglichen. Für Löcher und kleine Einrisse an Sitzbezügen in Stoff und Leder gibt es spezielles Reparaturmaterial. Auch diese Schadstellen dürfen nicht großflächig sein.
  • Steinschlagschäden in der Windschutzscheibe: Nur dann, wenn ein Steinschlagschaden nicht im direkten Sichtfeld des Fahrers liegt, kann eine Scheibenreparatur durchgeführt werden. Die beschädigte Stelle wird mit einem speziellen Injektor mit Reparaturharz aufgefüllt, das mit Hilfe einer UV-Lampe klar aushärtet und die Schadstelle verschließt. Allerdings ist nicht jeder Glasschaden reparabel - die Entscheidung kann nach Besichtigung nur der Fachmann treffen.

Smart Repair ist schnell

Das Ziel der meisten Smart Repair-Werkstätten ist es, den Wagen nach ein paar Stunden wieder an den Kunden zurück geben zu können. So spart der Kunde im besten Fall die Kosten für den Leihwagen und muss nicht lange auf das eigene Auto verzichten.

Manche Reparaturen lassen sich auch von mobilen „Dellendoktoren“ beheben. Dann kann das Auto sogar während der eigenen Arbeitszeit repariert werden – ganz ohne jeden Zusatzaufwand.

Felgen sind nur für Fachleute

Ob Bordsteinkratzer oder Korrosionsspuren (siehe Bildergalerie) - viele Alufelgen weisen Schäden auf. Zahlreiche Werkstätten werben deshalb damit, auch die Felgen zu reparieren. Auf den ersten Blick ist das die wesentlich günstigere Alternative zum Neukauf.

Doch hier ist Vorsicht geboten, denn die Aufbereitung der sicherheitsrelevanten Felgen unterliegt strengsten Vorschriften und ist nicht in jedem Fall erlaubt. So schreibt der Gesetzgeber klar vor, dass jegliche Eingriffe in das Materialgefüge, Wärmebehandlungen und Rückverformungen grundsätzlich abzulehnen sind.

Es dürfen lediglich Beschädigungen bis zu 1 mm Tiefe im Grundmetall behoben werden. Übrigens: Sollten die Felgen unsachgemäß repariert sein, haftet nicht die Werkstatt, sondern der Autofahrer selbst.

Bei Alufelgen lohnt Smart Repair doppelt

Fachgerechte und gesetzlich erlaubte Alufelgen-Reparatur – auch für glanzgedrehte Exemplare - gibt es beispielsweise bei über 400 zertifizierten Fachbetrieben, die mit dem WheelDoctor-System von Cartec arbeiten.

Cartec-Chef Roland Fuchs kennt die Möglichkeiten und Grenzen der Reparaturen: „Der WheelDoctor ist das erste und bis heute einzige zweifach TÜV-zertifizierte System für die zulässige Alufelgen-Aufbereitung. Unsere Fachpartner werden bei den Trainings neben der Technik genauestens darauf geschult, was bei der Reparatur erlaubt ist und was nicht. Grundlage dafür ist ein Grenzwertkatalog, den wir gemeinsam mit dem TÜV-Süd erarbeitet haben.“

Was die wenigsten wissen: Ist die Alufelge beschädigt, kann es bei der nächsten HU Probleme geben. Fuchs: „Aus kleinen Kerben können Haarrisse entstehen, die die Stabilität der Felge verringern“. Hier kann sich Smart Repair doppelt lohnen: erstens für die eigene Sicherheit, zweitens spart man sich einen potentiell teuren Neukauf der Felge.

Die Adressen der zertifizierten WheelDoctor-Fachbetriebe sowie Smart Repair-Werkstätten gibt es unter www.smartrepair-verzeichnis.de.

Weitere Beispiele für die professionelle Kleinschaden-Reparaturen finden Sie in der Bildergalerie.

Text: Portal-Manufaktur / Stephan Hellmund