Welcher Reifen bringt Dich am besten durch die kalte Jahreszeit? Lies hier.

Winterreifen Testsieger: Diese Winterreifen empfiehlt der ADAC

Du bist auf der Suche nach einem neuen Winterreifen? Dann findest Du hier die Testergebnisse des ADAC sowie hilfreiche Tipps für die Wahl des richtigen Modells.

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  • Veröffentlicht am 11/15/2019, 12:27 PM
Die Straßenverhältnisse im Winter stellen besondere Bedingungen an die Reifen Deines Autos.
Quelle: Andreas Franke (picture alliance) Die Straßenverhältnisse im Winter stellen besondere Bedingungen an die Reifen Deines Autos

In Deutschland gibt es keine ausdrückliche Winterreifenpflicht. Aber Sommerreifen dürfen bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht gefahren werden – sonst drohen Bußgelder. Die Auswahl an Reifen für die kalte Jahreszeit ist riesig. Orientierung bieten jährliche Tests von Autoclubs und Fachzeitschriften. Ein guter Winterreifen muss aber auch zum persönlichen Einsatzzweck passen.

Viel Zeit und Know-how fließen in die Entwicklung eines Winterreifens. Denn er muss auf Schnee, Eis und Nässe sicheren Grip bieten und dabei möglichst wenig Treibstoff verbrauchen und leise abrollen. Dabei treibt der höhere Rollwiderstand den Treibstoffverbrauch in die Höhe.



Gute Eigenschaften bei Schnee und Nässe

Hersteller von Winterreifen müssen noch ein weiteres Dilemma lösen: Die vielen Lamellen in den Profilblöcken aus weicher Gummimischung sollen sich möglichst gut mit Schnee verzahnen. Das sorgt für gute Traktion und verkürzt die Bremswege. Doch wird an einem sonnigen Wintertag etwa auf trockenem Asphalt gebremst, kann es passieren, dass die weichen Profilblöcke wegknicken. Das verlängert den Bremsweg.

Um einen möglichst hohen Qualitätsstandard zu gewährleisten, müssen alle Reifen, die seit dem 1. Januar 2018 produziert werden, das Alpine-Symbol tragen. Es zeigt das Piktogramm eines Berges mit einem Schneeflocken-Symbol in der Mitte. Ab September 2024 müssen alle Winterreifen damit gekennzeichnet sein, bis dahin ist noch das alte „M+S“-Zeichen erlaubt.

Jährlich testen Automobilclubs und Fachzeitschriften aktuelle Winterreifen. Dabei berücksichtigen sie kleiner dimensionierte Reifen für Kleinwagen sowie etwas größere für die Kompaktklasse. Seit Jahren schon schneiden Winterreifen etablierter Premiummarken am besten ab. Ein bekannter Name und ein hoher Preis müssen heute aber kein Garant für Top-Performance in allen winterlichen Wetterlagen sein.

Es kommt auf den persönlichen Bedarf an

Die Reifen müssen sich in verschiedenen Disziplinen bewähren: Sie sollen einerseits auf Schnee, bei Nässe, aber auch auf trockener Fahrbahn gut bremsen. Andererseits sollen sie auf allen Untergründen gute Traktion und Seitenführung, also Fahrstabilität, bieten und sich gut einlenken lassen. Sie sollen gegen Aquaplaning gewappnet und haltbar sein. Experten empfehlen, Winterreifen nach spätestens sechs Jahren gegen Neuware zu tauschen, da die Gummimischung mit der Zeit aushärtet.

Viele Winterreifen-Modelle sind für unterschiedliche Einsatzzwecke optimiert. Es kommt also darauf an, was Deine persönlichen Anforderungen an einen Winterreifen sind. Fährst Du oft in den Skiurlaub ins Hochgebirge oder regelmäßig ins Mittelgebirge? Dann solltest Du Wert auf gute Schneeeigenschaften legen. Wenn Du auf dem platten Land wohnst, wo die Winter verregnet sind, sind vor allem gute Nässeeigenschaften wichtig.

So testen die Profis

Die Tests der Autoclubs und Fachzeitschriften sind eine komplexe Sache. Für möglichst objektive Einschätzungen kommen Messgeräte zum Einsatz. Zum Beispiel, um den Rollwiderstand zu ermitteln oder die Bremswege. Aber auch der subjektive Eindruck routinierter Testfahrer beim Handling fließt mit Blick auf die Zielgruppen in die Bewertung ein. Ein sportlicher Fahrer dürfte höhere Ansprüche an die Fahrstabilität der Reifen haben als ein moderater Fahrer.

Winterreifen bieten möglichst viel Sicherheit bei Nässe und Schnee.
Quelle: Robert Guenther (picture alliance / dpa Themendienst) Winterreifen bieten möglichst viel Sicherheit bei Nässe und Schnee

Grundvoraussetzung aller Tests für Winterreifen ist, dass es tatsächlich Winter sein muss – oder zumindest kalt genug. Denn Winterreifen besitzen eine weichere Gummimischung, damit sie bei niedrigen Temperaturen elastisch bleiben und dadurch für guten Halt sorgen. Dazu enthält ihre Laufflächenmischung Siliziumdioxid (Silica), das die innere Reibung der Reifen minimiert und thermoelastisch macht. Bei Temperaturen ab 10 Grad über Null wird das Material zu weich und kann sich verformen.

Die Ergebnisse des ADAC-Tests

Im Winterreifen-Test des Jahres 2019 hat der ADAC Modelle in den Formaten 205/65 R16 C (Transporter und Vans) und 185/65 R15 T (Kleinwagen bis Kompaktwagen) berücksichtigt.

In der Kleinwagen- bis Kompaktwagen-Klasse wurden 16 Reifenmodelle geprüft. Dunlops Winter Response 2 setzte sich mit guten Eigenschaften bei Nässe, Schnee und beim Verbrauch an die Spitze. Darauf folgen der Kleber Krisalp HP 3 und Pirellis Cinturato Winter. Alle drei Reifen bewertete der ADAC im Test mit "gut". Die Verlierer im Segment sind der Toyo Snowprox S943 und der Davanti Wintoura. Schwächen unter anderem bei der Seitenführung und Aquaplaning führten zum Testurteil "mangelhaft".

Bei den Reifen für Transporter und Vans schafften nur drei von 15 Modellen ein "befriedigend". Alle anderen getesteten Reifen schnitten mit "ausreichend" oder "mangelhaft" ab. Den ersten Platz belegt der VanContactWinter von Continental mit guten Ergebnissen auf trockener und nasser Strecke. Beim Verschleiß schnitt er hingegen nicht so gut ab. Eine gute Mischung aus hoher Laufleistung und guter Winterfestigkeit ist der drittplatzierte Michelin Agilis Alpin.

Vier Modelle fielen im Test durch. Gemeinsam haben alle mit "mangelhaft" bewerteten Reifen schwache Leistungen beim Handling auf schneebedeckter Fahrbahn.

Dunlop steht zusammen mit Continental und Goodyear auf den Spitzenpositionen in ADAC-Tests.
Quelle: Ina Fassbender (picture alliance / dpa Themendienst) Dunlop steht zusammen mit Continental und Goodyear auf den Spitzenpositionen in ADAC-Tests

ADAC-Winterreifen-Test: Klein- bis Kompaktwagen (185/65 R15 T)

ModellPreis pro ReifenBewertung
Dunlop Winter Response 2ab 77,00 Eurogut
Kleber Krisalp HP 3ab 71,00 Eurogut
Pirelli Cinturato Winterab 74,00 Eurogut
Continental WinterContact TS860ab 79,00 Eurobefriedigend
Hankook Winter i*cept RS2ab 61,00 Eurobefriedigend
Michelin Alpin A4ab 81,00 Eurobefriedigend
Falken Eurowinter HS01ab 61,00 Eurobefriedigend
Vredestein Snowtrac 5ab 69,00 Eurobefriedigend
Goodyear UltraGrip 9ab 77,00 Eurobefriedigend
Nokian WR D4ab 69,00 Eurobefriedigend
Gislaved Euro*Frost 6ab 64,00 Eurobefriedigend
Kumho WP51 Wintercraftab 61,00 Eurobefriedigend
Viking WinTechab 60,00 Eurobefriedigend
Sava Eskimo S3+ab 62,00 Euroausreichend
Toyo Snowprox S943ab 63,00 Euromangelhaft
Davanti Wintourak.A.mangelhaft

ADAC-Winterreifen-Test: Vans und Transporter (205/65 R16 C)

ModellPreis pro ReifenBewertung
Continental VanContactWinterab 147,00 Eurobefriedigend
Pirelli Carrier Winterab 136,00 Eurobefriedigend
Michelin Agilis Alpinab 151,00 Eurobefriedigend
Vredestein Comtrac 2 Winterab 126,00 Euroausreichend
Goodyear Cargo UltraGrip2ab 139,00 Euroausreichend
Falken Eurowinter Van01ab 110,00 Euroausreichend
Bridgestone Blizzak W810ab 131,00 Euroausreichend
Kumho ProTran CW51ab 103,00 Euroausreichend
Matador MPS 530 Sibir Snow Vanab 106,00 Euroausreichend
Uniroyal Snow Max 2ab 119,00 Euroausreichend
Yokohama WY01ab 115,00 Euroausreichend
Sava Trenta M+Sab 100,00 Euromangelhaft
BFGoodrich Activan Winterab 119,00 Euromangelhaft
Goodride SW 612ab 82,00 Euromangelhaft
Maxxis Vansmart Snow WL2ab 102,00 Euromangelhaft

Die besten Tipps zur Winterreifen-Pflege

Damit die kostspieligen Winterreifen möglichst lange halten und möglichst hohe Sicherheit bieten, solltest Du sie richtig pflegen. Hier kommen die besten Tipps:

  • Die Profiltiefe regelmäßig kontrollieren. Vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter, von Experten empfohlen sind 4 Millimeter.
  • Den Reifenfülldruck regelmäßig überprüfen. Stimmt der Reifendruck nicht, verschleißt das Gummi schneller.
  • Bei Einlagerung den Luftdruck leicht erhöhen. Auch sollten die Reifen kühl und dunkel lagern, auch das dient der Haltbarkeit. Vorher behutsam mit Wasser, nicht aber starkem Wasserstrahl säubern.
  • Vor dem Aufziehen, wenn nötig auswuchten. Läuft der Reifen nicht rund, verschleißt er.


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