Zwei Plug-in-Kombis im Vergleich

VW Passat GTE gegen Skoda Superb IV: Vergleich der Plug-in-Hybride

Mit Strom lohnen sie sich erst recht: VW Passat und Skoda Superb werden als Plug-in-Hybrid zum günstigen Dienstwagen. Wir haben die Teilzeit-Stromer verglichen.

  • Constantin Bergander
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  • Veröffentlicht am 09/21/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:08 PM
Nach dem Passat wird nun auch der Superb zum Teilzeit-Stromer
Quelle: Skoda/ Volkswagen Nach dem Passat wird nun auch der Superb zum Teilzeit-Stromer

Der VW Passat verliert ein Alleinstellungsmerkmal. Bisher war er der einzige Kombi im VW-Konzern, den es optional als Plug-in-Hybrid gab. Mittlerweile muss er seine Hybridtechnik teilen. Im Skoda Superb gibt es ab sofort den gleichen Antriebsstrang. Beide Modelle sind damit gleich stark und gleich elektrifiziert. Das macht sie aber nicht zu identischen Autos.

Obwohl Superb und Passat sich die Architektur teilen, technisch also generell nah beieinander sind, gibt es klare Unterschiede. Wir haben uns Skoda Superb IV und VW Passat GTE genau angeschaut und sagen Dir, an welchen Stellen sich die beiden Hybrid-Kombis voneinander unterscheiden, was sie verbindet und wer bei Preis, Platz oder Verbrauch einen Vorsprung hat.



Ein Antrieb für zwei Plug-in-Hybride

Grundsätzlich gilt im VW-Konzern: Austausch zwischen Marken und Modellen ist möglich und erwünscht – bis zu einem gewissen Maß. Theoretisch könnten Passat und Superb viel mehr gemeinsam haben. Praktisch zieht der Konzern Grenzen. Deshalb gibt es den großen Diesel (240 PS) nicht im Skoda. Und deshalb bekommt er den Plug-in-Strang erst jetzt.

Aber er kommt in voller Stärke und ohne Einschränkungen. In beiden Autos sitzt ein 1,4-Liter-Turbobenziner mit 156 PS, gekoppelt an einen Elektromotor (85 kW) und die einzig verbliebene Variante des Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebes („DQ400e“). Insgesamt drei Kupplungen regulieren die Kraftübertragung auf die Vorderräder. Die Systemleistung der Autos liegt bei jeweils 218 PS.

Beide Kombis werden von einem 1,4-Liter-Turbobenziner mit 156 PS, unterstützt durch einen 85 kW E-Motor, angetrieben
Quelle: Volkswagen Beide Kombis werden von einem 1,4-Liter-Turbobenziner mit 156 PS, unterstützt durch einen 85 kW E-Motor, angetrieben

Genug Kraft, selbst bei einem erhöhten Gewicht. Der Elektro-Strang macht die Autos schwerer, die Masse des Passat steigt auf gut 1,7 Tonnen. Skoda nennt noch kein Gewicht, wird aber im gleichen Rahmen landen. Beide Autos wiegen generell fast das gleiche, je nach Motorisierung hat der Passat einen Vorteil von wenigen Kilogramm.

Entsprechend werden die Fahrleistungen beider Modelle fast identisch ausfallen. Gleiche Leistung, ähnliche Masse – da bleibt wenig Raum für Unterschiede. Der Passat sprintet in rund siebeneinhalb Sekunden auf Tempo 100 und läuft 225 km/h Spitze. Wenn Skoda die Homologationsdaten für den Superb IV veröffentlicht, werden dort ähnliche Ziffern stehen. Beide Autos verbrauchen im Normzyklus weniger als 2,0 Liter Sprit pro 100 Kilometer. Ergibt bis hierhin: Gleichstand.

Die Batterie verkleinert Tanks und Kofferräume

Im Heckbereich der Kombis verteilt sich die Traktionsbatterie. Sie speichert in beiden Autos bis zu 13 Kilowattstunden Energie, genug für 56 Kilometer elektrischer Reichweite laut praxisnaher WLTP-Norm. Damit der Akku in die Autos passt, schrumpfen die Benzintanks auf ein Volumen von 50 Litern, die Kofferräume werden ebenfalls kleiner. VW reduziert von 650 auf 483 Liter, Skoda von 660 auf 510 Liter.

Die unterschiedlich hohe Differenz beim Volumen liegt an den Auslegungen der Kofferräume. Das Gepäckabteil im Superb ist an den Radhäusern etwas schmaler als das des Passat, insgesamt aber höher und länger. Insgesamt bietet der Superb mehr Platz, unabhängig vom Antrieb. Kunststück: Er ist acht Zentimeter länger.

Beim Superb ist der Raum für Passagiere im Fond großzügiger bemessen. Vorn hingegen, sitzt es sich im Passat bequemer
Quelle: Volkswagen/ Skoda Beim Superb ist der Raum für Passagiere im Fond großzügiger bemessen. Vorn hingegen, sitzt es sich im Passat bequemer

Den Raumvorteil des Superb gilt in Kofferraum und Reihe zwei. Dort genießen die Knie Freiheit auf Luxusklasse-Niveau. Im Passat sitzt es sich ebenfalls bequem, aber nicht so großzügig. Anders ganz vorn: Hier bietet der VW großen Fahrern die bequemere Sitzposition. Dem Superb fehlen ein paar Zentimeter Verstellbereich nach unten. Den Punkt für das Kapitel „Platz“ bekommt er trotzdem.

Infotainment und Assistenz von VW Passat GTE und Skoda Superb IV

Beide Kombis sind seit ihrer Einführung stetig moderner geworden. Die Infotainment-Monitore wurden größer, die Assistenz umfangreicher. Im Passat gab es seit dem Start der Baureihe B8 digitale Instrumente und ein Head-up-Display, das auf eine ausfahrbare Glasscheibe projiziert. Skoda reichte zumindest das virtuelle Cockpit nach.

In beiden Autos misst das größte Navi-Display 9,2 Zoll in der Diagonale. Die Systeme sind online, kommen mit DVD-Player und SD-Karten-Slots, binden Smartphones mit den üblichen Standards ein und können Handys induktiv laden. Haptische Knöpfe fehlen den Geräten. Leichter Vorteil für Skoda: Der Lautstärkeregler am Lenkrad arbeitet mit einem Drehrad, im Passat mit Tasten.

Die Assistenz teilen sich beide Autos weitgehend. Wichtige Systeme wie ein adaptiver Tempomat, Helfer für Spur, Parkmanöver und den toten Winkel sind verfügbar. Im Passat gibt es für alle Varianten einen Anhängerassistenten und 360°-Bilder, die sich aus mehreren Kameras berechnen. Skoda bietet diese Features nur für die Plug-in-Variante an. Im konkreten Vergleich sind dennoch beide Modelle gleichauf.

Skoda Superb IV und VW Passat GTE: Preise

Bis hierhin gibt es viele Parallelen zwischen Skoda und VW. Sie unterscheiden sich durch ihre Größe und einige Details in der Ausstattung. Einige Materialien im Innenraum des Passat fühlen sich einen Hauch besser an. Ob das wirklich zählt, bleibt Geschmacksache. Ein objektives Argument liefert hingegen der Preis. VW bietet den Passat Variant GTE ab 45.810 Euro an. Skoda schreibt den Superb IV für 42.590 Euro in die Preisliste – jeweils abzüglich der Umweltprämie von 3.285 Euro. Vorteil: Skoda.

Der teilelektrische Superb startet in der Ausstattungsvariante „Ambition“. Hier sind Klimaautomatik, automatisch abblendende Spiegel, 16-Zoll-Alufelgen, digitaler Radioempfang und ein Multifunktionslenkrad serienmäßig dabei, viele Extras gibt es optional. Den großen Bordcomputer sowie Elemente zur Steuerung und Überwachung des Hybridantriebes gehören im IV mit dazu.

VW stattet den Passat besser aus. Ab Werk gibt es 17-Zöller, LED-Scheinwerfer, Drei-Zonen-Klima, ein Navi und eine Wechselstrom-Ladedose. Das relativiert den Preis – zumindest dann, wenn die Extras ohnehin ins Auto sollen. Dennoch bleibt der Passat das in der Basis teurere, insgesamt kleinere Auto.

Plug-in-Kombi: Gebraucht oder im Leasing

Gleichzeitig ist der Passat GTE die günstigste Möglichkeit, einen Plug-in-Hybrid aus dem VW-Konzern zu fahren. Denn ihn gibt es bereits gebraucht. Das alte Modell kommt mit einem kleineren Akku (9,9 kWh) nicht so weit wie die neuen Autos, ist dafür aber viel günstiger. Vereinzelt gibt es die Autos für weniger als 20.000 Euro. Zum halben Listenpreis dürfte auf jeden Fall etwas dabei sein. Für Flottenkunden lohnt sich dennoch der Neuwagen. Über die 0,5-Prozent-Regelung für Elektroautos und Plug-in-Hybride sind die teilelektrischen Versionen von Passat und Superb als Dienstwagen besonders günstig. Generell gilt allerdings: Sie verbrauchen nur dann wenig Sprit, wenn man sie regelmäßig mit Strom versorgt.

Skoda Superb IV vs. VW Passat GTE - Galerie

  • Die beiden Hybrid-Kombis teilen sich die Architektur. Dennoch gibt es klare Unterschiede zwischen Passat GTE und Superb IV
    Quelle: Volkswagen Die beiden Hybrid-Kombis teilen sich die Architektur. Dennoch gibt es klare Unterschiede zwischen Passat GTE und Superb IV
  • Im Skoda ist mittlerweile auch das virtuelle Cockpit eingezogen
    Quelle: Volkswagen/ Skoda Im Skoda ist mittlerweile auch das virtuelle Cockpit eingezogen
  • Beide Kombis werden von einem 1,4-Liter-Turbobenziner mit 156 PS, unterstützt durch einen 85 kW E-Motor, angetrieben
    Quelle: Volkswagen Beide Kombis werden von einem 1,4-Liter-Turbobenziner mit 156 PS, unterstützt durch einen 85 kW E-Motor, angetrieben
  • Der Hybridstrang braucht Platz. Im Superb sinkt das Kofferraumvolumen auf 510 Liter. Im Passat auf 483 Liter
    Quelle: Volkswagen Der Hybridstrang braucht Platz. Im Superb sinkt das Kofferraumvolumen auf 510 Liter. Im Passat auf 483 Liter
  • Laut WLTP-Norm fahren die Hybrid-Kombis 56 Kilometer reinelektrisch
    Quelle: Volkswagen/ Skoda Laut WLTP-Norm fahren die Hybrid-Kombis 56 Kilometer reinelektrisch
  • Nach dem Passat wird nun auch der Superb zum Teilzeit-Stromer
    Quelle: Skoda/ Volkswagen Nach dem Passat wird nun auch der Superb zum Teilzeit-Stromer
  • Beim Superb ist der Raum für Passagiere im Fond großzügiger bemessen. Vorn hingegen, sitzt es sich im Passat bequemer
    Quelle: Volkswagen/ Skoda Beim Superb ist der Raum für Passagiere im Fond großzügiger bemessen. Vorn hingegen, sitzt es sich im Passat bequemer