Was Du beim Reifenkauf beachten solltest

Sommerreifen-Test: 195/65 R 15

Sommerreifen der Größe 195/65 R 15 waren über viele Jahre der absolute Bestseller auf dem Reifenmarkt. Und auch heute noch gehört dieser Sommerreifen zur Basisausstattung vieler Kompaktautos von VW Golf über Opel Astra bis hin zu Seat Leon oder Ford Focus. Dementsprechend aufwendig werden diese Reifen Jahr für Jahr von den verschiedenen Fachpublikationen getestet. Wir sagen Dir, welche Sommerreifen besonders gut und welche besonders schlecht abgeschnitten haben.

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:08 PM
Eines der wichtigsten Testkriterien: der Bremsweg auf trockenem wie auf nassem Straßenbelag .
Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert (picture alliance / dpa Themendienst) Eines der wichtigsten Testkriterien: der Bremsweg auf trockenem wie auf nassem Straßenbelag

Als „Brot- und Butter-Reifen“ werden Sommerreifen der Größe 195/65 R15 bezeichnet. Kein Wunder, verkaufte sich über mehr als ein Jahrzehnt doch kein anderer Reifen so gut wie dieser Bestseller. Noch immer fahren heute zwar viele Kompakte mit diesen Reifen, das Interesse der Reifenhersteller verschiebt sich mittlerweile aber hin zu anderen Größen, wie 225/45 R 17, weil hier mehr Geld zu verdienen ist.

„Wir stecken kein Geld mehr in die Weiterentwicklung dieser Nullachtfünfzehn-Größen“ heiße es schon von den in Sachen Technologie führenden Premiumherstellern, so die Experten von Auto Bild. Sie befürchten, es drohe nun eine kostengünstige Einheits-Gummimischung – was eine Verschlechterung der dynamischen Qualitäten und Einbußen bei der Fahrsicherheit zur Folge haben könne. Umso aufwendiger hat Auto Bild 51 Sommerreifen der Größe 195/65 R15 getestet. 

Qualifikation: Nur Sommerreifen mit kurzen Bremswegen 

Wichtigstes Test-Kriterium im März 2018 war zunächst der Bremsweg auf trockenem wie auf nassem Straßenbelag. So wurden die Bremswege über mehrere Tage bei Vollbremsungen aus Tempo 80 auf nasser Fahrbahn und aus Tempo 100 auf trockener Fahrbahn getestet. Nur die Reifen, die es hier in die Top 20 schafften, konnten sich überhaupt für weitere Tests qualifizieren.

Die fünf besten Sommerreifen waren hier der Hankook Ventus Prime (nass 35,2 Meter, trocken 34,5 Meter), der Bridgestone Turanza T005 (34,3 / 35,7), der Firestone Roadhawk (36,5 / 35,2), der Pirelli Cinturato P1 Verde (36,0 / 36,2) sowie als Fünfter der Continental PremiumContact (36,0 / 36,4). Die schlechtesten Sommerreifen lagen auf nasser Fahrbahn bis zu 15, auf trockener bis zu sieben Meter hinter den besten. Schlusslicht war der Fortuna G 745 (nass 51,9 Meter/ trocken 41,2 Meter).

Über viele Jahre waren Sommerreifen der Größe 195/65 R 15 der absolute Bestseller auf dem Markt.
Quelle: Arno Burgi ((c) dpa) Über viele Jahre waren Sommerreifen der Größe 195/65 R 15 der absolute Bestseller auf dem Markt.

Nasshandling und Trockenhandling

In dieser Disziplin greifen sich buchstäblich andere Reifen die ersten Plätze. Der Regenreifen von Uniroyal mache zumindest bei viel Wasser auf der Straße seinem Namen alle Ehre, so die Journalisten. Aber auch die Profile von Avon, Goodyear und Falken können enorme Wassermassen aufnehmen, während die Reifen von Giti, Infinity und Bridgestone bei Aquaplaning schon bei niedrigerer Geschwindigkeit den Kontakt zur Fahrbahn verlieren. Beim Nasshandling überzeugen der Bridgestone sowie der Firestone mit überragendem Nässegrip. Weniger nässetauglich und nur mit befriedigender Haftung: der Kleber und der Giti. 

Grundsätzlich dürfe man an schmale Standardreifen der Serie 65 keine allzu großen Erwartungen bei der Fahrdynamik stellen, so Auto Bild. Erstaunlich knackig gehen aber auf trockener Piste die Kandidaten von Hankook und Firestone ans Werk, während die Sommerreifen von Cooper, Giti und Avon sportlichen Fahrern kaum Freude bereiten.

Die Kilometerleistung sei im Kostenkapitel das ausschlaggebende Kriterium. Hier landete Fuldas Eco Control HP noch vor Michelins Energy Saver Plus. Beide Kandidaten teilen sich im Kostencheck den Titel „Ecomeister“, so die Bewertung der Fachleute. Gitis Synergy E1 glänze beim Spritsparen mit niedrigem Rollwiderstand.

Regelmäßige Tests von Experten zeigen Dir, welche Reifen bei besonders gut und welche besonders schlecht sind.
Quelle: David Ebener ((c) dpa) Regelmäßige Tests von Experten zeigen Dir, welche Reifen bei besonders gut und welche besonders schlecht sind

Die Testsieger: Top-Reifen der Größe 195/65 R 15

Absoluter Top-Reifen der Größe 195/65 R 15 ist der Hankook Ventus Prime. 

  • Stärken: Testsieger mit vorbildlichen Fahrqualitäten auf nasser und trockener Piste, präzises Einlenkverhalten, kurze Nass- und Trockenbremswege, angenehmer Abrollkomfort, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis 
  • Schwächen: durchschnittliche Aquaplaningeigenschaften

Zweiter wird der Continental PremiumContact 5.

  • Stärken: vorbildlicher Premiumreifen ohne Fehl und Tadel, gute Lenkpräzision und dynamische Handlingqualitäten auf nasser Piste, kurze Nass- und Trockenbremswege, leises Abrollgeräusch 
  • Schwächen: vergleichsweise hohe Anschaffungskosten 

Dritter auf dem Treppchen ist schließlich der Falken Ziex ZE 310 

  • Stärken: neues Sommerprofil mit sehr guten Sicherheitsreserven bei Aquaplaning, gute Lenkpräzision und stabile Seitenführung auf trockener Piste, kurze Nass- und Trockenbremswege, hohe Kilometerleistung 
  • Schwächen: vergleichsweise hoher Rollwiderstand

„Ecomeister“ Michelin Energy Saver Plus belegt einen sehr guten fünften Platz.

  • Stärken: Premiumprofil mit ausgewogenen Fahrleistungen und bester Wirtschaftlichkeit, kurze Bremswege und präzises Handling auf trockener Piste, überdurchschnittliche Laufleistung, geringer Rollwiderstand 
  • Schwächen: leichte Schwäche bei Kurven-Aquaplaning, hoher Preis

Auf dem letzten Platz („bedingt empfehlenswert“) landet der Maxxis Premitra HP5. 

  • Stärken: ausgewogene Leistungen auf nasser und trockener Piste, kurze Trockenbremswege
  • Schwächen: eingeschränkte Kilometerleistung und Wirtschaftlichkeit, mäßiger Abrollkomfort 

(Quelle: Auto Bild)

ADAC-Test

Auch der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) testet regelmäßig Autoreifen – Sommerreifen der Größe 195/65 R 15 zuletzt im Jahr 2017. Damals wurden 16 Sommerreifen getestet. Obwohl Auto Bild ein Jahr später bereits auch auf neuere Modelle zurückgreifen konnte, zeigen sich einige Parallelen.

Fünf Reifen bewertete der ADAC mit „gut“. Am besten schnitt dabei der Pirelli Cinturato P1 Verde ab. Auf Platz drei kam mit dem Continental PremiumContact 5 der Reifen, der bei Auto Bild den zweiten Platz erreichte. Dass der Goodyear EfficientGrip Performance beim ADAC für „gut“ befunden wurde und den vierten Platz erreichte, im Test von Auto Bild aber nur mit „befriedigend“ auf dem zehnten Platz abschnitt, bedeutet nicht, dass mit zweierlei Maß gemessen wurde. Vielmehr deutet es auf die noch anhaltende technische Weiterentwicklung hin.

Was bedeuten die Zahlen auf meinem Reifen? 

Beispiel: 195/65 R 15

  • Die Reifenbreite in mm (hier: 195 mm) 
  • Das Verhältnis der Höhe zur Breite des Reifens in Prozent (hier: 65 Prozent)
  • Die Kennzeichnung der Bauart (hier: „R“ für Radialreifen)
  • Den Felgendurchmesser in Zoll (hier: 15 Zoll)
  • Manchmal gibt es auch eine Kennzeichnung für die Reifentragfähigkeit, auch Tragfähigkeitsindex, Last-Index oder Load-Index genannt 
  • Ebenfalls in manchen Fällen auf dem Reifen abzulesen ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit, auch Speed-Index beziehungsweise Geschwindigkeitsindex genannt (s. Aufzählung)

Geschwindigkeitsklassen und zugelassene Höchstgeschwindigkeit

  • A1: 5 km/h
  • A2: 10 km/h
  • A3: 15 km/h
  • A4: 20 km/h
  • A5: 25 km/h
  • A6: 30 km/h
  • A7: 35 km/h
  • A8: 40 km/h
  • B: 50 km/h
  • C: 60 km/h
  • D: 65 km/h
  • E: 70 km/h
  • F: 80 km/h
  • G: 90 km/h
  • J: 100 km/h
  • K: 110 km/h
  • L: 120 km/h
  • M: 130 km/h
  • N: 140 km/h
  • P: 150 km/h
  • Q: 160 km/h
  • R: 170 km/h
  • S: 180 km/h
  • T: 190 km/h
  • U: 200 km/h
  • H: 210 km/h
  • V: 240 km/h
  • VR: > 210 km/h
  • W: 270 km/h
  • ZR: > 240 km/h
  • Y: 300 km/h

(Quelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V.)