In eigener Sache: mobile.de Magazin

So entstehen unsere Autotests und Fahrberichte

Wie entstehen eigentlich Autotests und Fahrberichte? Wir schaffen Transparenz und geben einen Einblick in die Arbeit des mobile.de Magazins.

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  • Veröffentlicht am 12/04/2019, 1:04 PM
Audi A3 in der Frontansicht, fahrend
Quelle: mobile.de Die Testwagen verbleiben in der Regel für zwei Wochen in der Redaktion und werden in dieser Zeit ausführlich getestet

Einfach nur Auto fahren? Leider nicht. Autotests und Fahrberichte brauchen Erfahrung – und Erfahrungen Vergleichswerte. Autotester müssen ihre Erfahrungen verstehen und einordnen. Dafür brauchen sie technisches Verständnis, sonst verstehen sie selbst nicht, warum etwas funktioniert, wie es funktioniert. Und sie brauchen das Sprachvermögen, um all das in Worte fassen zu können.

Und das alles, damit Du besser entscheiden kannst, welches Auto das richtige für Dich ist. Rücksicht auf Hersteller nehmen wir grundsätzlich nicht. Von welcher Marke ein Fahrzeug stammt, ist uns egal, denn das mobile.de Magazin ist nicht von Anzeigenkunden abhängig. Auf mobile.de findest Du Fahrzeuge aller gängigen Fabrikate, denn hier bieten die Händler Fahrzeuge aller gängigen Fabrikate an. Das erlaubt uns eine überparteiliche Position.

Testwagen fordert das mobile.de Magazin überwiegend von den Herstellern an, genau wie das auch alle anderen Redaktionen tun. Das beginnt mit der Planung, welche Fahrzeugmodelle aktuell, relevant und interessant sind. Dabei orientieren wir uns vor allem an den auf mobile.de meistgesuchten und im Markt am stärksten nachgefragten Modellen – bemühen uns jedoch um einen guten Mix aus verschiedenen Segmenten, Preiskategorien und Herstellern.

VW Golf GTD in der Ansicht von vorne-links, stehend
Quelle: mobile.de Auf unsere Testergebnisse haben die Autohersteller keinen Einfluss

Die so identifizierten Modelle fragen wir gezielt bei den Herstellern an. In der Regel bekommen wir sie für zwei Wochen zur Verfügung gestellt. In dieser Zeit müssen wir sie ausführlich testen. Dabei bewegen wir die Fahrzeuge grundsätzlich im Alltag, als wären sie unsere eigenen. Sie gehen mit der Redaktion auf die Langstrecke, fahren durch den Stadtverkehr, auf der Autobahn und auf der Landstraße. Sie werden dynamisch bewegt, gemütlich, schnell und langsam, voll besetzt und alleine, voll beladen oder ohne Gepäck. Kurz: Wir machen damit alles, was Du vermutlich auch machen würdest, wenn es Dein Auto wäre.

Wir suchen gezielt die Schwachpunkte

Doch das reicht nicht. Autos lassen sich nicht nebenbei testen, sondern nur gezielt und analytisch. Deshalb absolvieren wir Testfahrten, um bestimmte Eigenschaften zu untersuchen. Wir bringen die Autos gezielt in Situationen, in denen sie diese Eigenschaften zeigen müssen. Bei einem Sportwagen liegt der Fokus auf anderen Qualitäten als bei einem Familienkombi. Bei einem Kleinwagen anders als bei einer Oberklasse-Limousine.

Weißer Opel Astra in der Ansicht von hinten-links, fahrend
Quelle: mobile.de Unsere "Fahrberichte" entstehen auf Fahrveranstaltungen, die von den Autoherstellern organisiert werden

Wir messen die Ergebnisse an unseren Erfahrungen, wir hinterfragen uns in der Redaktion gegenseitig, wechseln uns ab, tauschen Autos und Erfahrungen untereinander. Die Ergebnisse dokumentieren wir minutiös. Wir schreiben das Gute auf und das Schlechte, das Allgemeine und das Besondere. Immer fair und mit Rücksicht auf den typischen Einsatzbereich des Fahrzeugs und damit den potenziellen Nutzer. So kannst Du entscheiden, wie relevant unsere Ergebnisse für Dich sind – und damit, ob das getestete Modell das richtige Auto für Dich ist.

Fahrberichte und Pressereisen

Fahrberichte sind eine Art “kleiner” Test. Sie entstehen auf Fahrveranstaltungen, die der Autohersteller organisiert. Häufig sind Fahrveranstaltungen für Medien die erste Möglichkeit, ein Fahrzeug zu bewegen – meist sind sie außerdem der erste Kontakt zum neuen Produkt überhaupt. Zu den ersten Kilometern auf der Straße laden die Hersteller zahlreiche Redaktionen aus aller Welt ein. Das bedeutet, dass die Autohersteller in der Regel auch die Kosten für Anreise und Unterkunft tragen.

Es stimmt: Häufig finden diese Veranstaltungen wegen des milden Klimas in Südeuropa statt. Bei grauem Schmuddelwetter ist es Redaktionen wie Herstellern schwer möglich, ansehnliches Foto- und Videomaterial zu produzieren. Aus logistischen Gründen wählen die Veranstalter Orte, an denen es geeignete Straßen, ausreichend große Hotels und einen internationalen Flughafen gibt. Fahrveranstaltungen sind für unsere Redakteure Geschäftsreisen mit straffem Zeitplan, auf denen wir uns einen ersten Eindruck verschaffen können.

Mercedes E200 in der Ansicht von vorne-links, fahrend
Quelle: mobile.de Oft finden die Fahrveranstaltungen der Hersteller in Südeuropa, wegen des milden Klimas statt

Wir testen die Autos dort so ausführlich, wie es die Veranstaltung erlaubt. Wenn möglich, drehen wir ein erstes Video von dem neuen Modell. In der Regel sind Experten vor Ort, die gezielte Fragen zur Technik und Preisgestaltung beantworten können. Die wahrgenommene Qualität und technischer Fortschritt lassen sich so fundiert einschätzen, doch der Fahrbericht kann niemals so tief gehen wie ein Alltagstest.

Den Einladungen der Hersteller folgen wir, weil die „internationale Produktvorstellung“ für gewöhnlich die erste Möglichkeit ist, Fahreindrücke zu sammeln. Wer seine Leser aktuell informieren will, kommt nicht daran vorbei. Oberstes Ziel ist stets, den Leser so objektiv wie möglich zu informieren.

Wir geben gern zu: Autoredakteure sind auch nur Menschen – mit Sympathien und Vorlieben. Für eine bestimmte Marke, eine bestimmte Fahrzeugklasse oder eine Technologie. Trotzdem, oder gerade deswegen, bleibt unser Ziel: Dir nach bestem Wissen und Gewissen genau die Informationen an die Hand zu geben, die Du brauchst. Damit Du fundiert entscheiden kannst, welcher Dein nächster sein könnte. Denn das mobile.de Magazin lebt vom Vertrauen der Leser.

Was können wir nicht testen?

Um es klar zu sagen: Wir können nicht (oder nur begrenzt) in die Zukunft blicken. Welche typischen Mängel und Schwächen ein aktuelles Automodell später als Gebrauchtwagen zeigt, lässt sich anhand eines neuen Fahrzeugs nicht einschätzen. Auch sogenannte Langzeit-Tests (“100.000-km-Test") bieten nur Anhaltspunkte, da hier das Auto hauptsächlich auf der Langstrecke bewegt wird. Diese Belastung ist nicht mit dem täglichen Pendeleinsatz in der Stadt oder einem Winter am Straßenrand vergleichbar.

Mercedes E200 in der Ansicht von vorne-rechts, fahrend
Quelle: mobile.de Für die Beurteilung der Langzeitqualitäten werden unter anderem Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes und der TÜV-Pannenstatistik herangezogen

Daher nutzen wir zur Beurteilung der Langzeitqualität externe Quellen wie TÜV-Reports, Daten des Kraftfahrt-Bundesamts, die ADAC-Pannenstatistik oder Nutzerberichte in Internetforen. Und geben zu bedenken: Zwar lohnt sich beim Gebrauchtwagen zur Eingrenzung des Wunschmodells der Blick auf typische Schwächen. Danach aber zählt vor allem eines: der individuelle Zustand des konkreten Fahrzeugs. Die Kenntnis typischer Mängel kann Dir dessen Beurteilung erleichtern. Mehr aber auch nicht.