Wie kannst Du Abrieb vermeiden und Deine Fahrsicherheit erhöhen?

Reifenpflege - damit es auf allen vier Rädern rund läuft

Autoreifen sind Schwerarbeiter. Sie müssen hohe Geschwindigkeiten, Schläge und Schmutz aushalten und dürfen sich keine Schwächen erlauben. Dabei haben Veränderungen am Profil, Luftdruck, das Alter des Gummis starken Einfluss auf das Fahrverhalten. Eine regelmäßige und sorgfältige Reifenpflege lohnt sich. Sie fördert nicht nur den Fahrspaß, sondern auch die Sicherheit.

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  • Veröffentlicht am 08/09/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:06 PM
Mit einer 1-Euro-Münze lässt sich ganz einfach das Profil Deiner Autoreifen überprüfen.

Profiltiefe: Abnutzung prüfen

„Die Beine Ihres Autos“ – mit diesem Slogan warb vor Jahren ein Hersteller für seine Autoreifen. Der Vergleich ist ja auch nicht falsch. Beine sollen gut laufen und schön aussehen. Insofern sind Gemeinsamkeiten mit Autoreifen nachvollziehbar. Einige Tipps zum Thema Reifenpflege, wie Du die Reifen fit hältst und möglichst viel Fahrspaß mit ihnen hast.
Das meistbeachtete Kriterium bei den Autoreifen ist natürlich das Profil. Die Kontrolle der Profiltiefe – gesetzlich vorgeschrieben ist ein Minimum von 1,6 Millimetern – ist ebenso einfach wie wichtig. Je geringer das Profil ist, desto weniger Wasser kann der Reifen auf der Fahrbahn verdrängen, desto größer ist das Risiko von Aquaplaning. Hast Du keinen Messschieber zur Hand, kannst Du Dir auch mit einem altbewährten Trick behelfen. Stecke eine Ein-Euro-Münze in das Profil. Wenn der goldene Rand im schwarzen Gummi verschwindet, ist das gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofil gewährleistet. Empfehlenswert ist es, schon bei wenigstens drei Millimetern die Reifen zu wechseln.

Kontrolle des Luftdrucks sorgt für Sicherheit und spart Sprit

Autoreifen stehen unter einer großen Belastung. Deshalb ist es wichtig, dass der Reifendruck korrekt ist. Zu wenig Druck kann unangenehme Folgen haben. Das Fahrverhalten verändert sich, der Treibstoffverbrauch kann steigen, und es kann zu einer einseitigen Abnutzung der Reifen kommen. Auch sinkende Temperaturen können den Druck beeinflussen. Empfehlenswert ist es, den Druck einmal im Monat und vor längeren Fahrten zu messen. Dabei solltest Du darauf achten, dass der Druck bei kalten Reifen gemessen wird. Sind sie warm, solltest Du rund 0,3 Bar zum vorgeschriebenen Wert dazurechnen, empfiehlt Michelin. Für Neuwagen ab dem Baujahr 2014 gilt EU-weit, dass ein Reifendruckkontrollsystem an Bord ist.

Du solltest den Reifendruck regelmäßig kontrollieren, am besten einmal im Monat.

Regelmäßiges Auswuchten lässt den Reifen länger leben

Autoräder sollen rundlaufen. Unwucht und entsprechende Vibrationen sind nicht nur störend, sie können auch technische Probleme verursachen. Die Fahreigenschaften verändern sich, das Profil wird schneller verschlissen und die Radaufhängung leidet unter der zusätzlichen Belastung. Ideal ist es, wenn Du nicht nur bei entsprechenden Symptomen die Räder kontrollieren lässt, sondern auch beim Reifenwechsel bzw. wenn Du neue Reifen kaufst. Ähnliches gilt übrigens auch für die Radgeometrie. Bereits eine Bordsteinkante oder ein Schlagloch können zur Folge haben, dass die Reifen ungleichmäßig laufen und einseitig abgefahren werden. Feststellen können das nur Experten mit entsprechenden Messgeräten.

Richtige Lagherung hält die Reifen länger fit

Bei einem normalen Autoleben ruht ein Satz Reifen immer in der Garage oder im Keller. Egal ob Sommerreifen oder Winterreifen, für die richtige Lagerung gibt es einige praktische Tipps. Neben der Reifenpflege schützt auch das richtige Lagern vor vorzeitiger Alterung.
Die Reifen solltest Du in einem trockenen und belüfteten Raum deponieren und von aggressiven Chemikalien und spitzen Gegenständen fernhalten. Reifen mit Felgen lagern gut auf einem Felgenständer. Reifen, die nicht auf Felgen montiert und aufgepumpt sind, sollte man nicht länger übereinanderstapeln. Falls sie am Fahrzeug überwintern, was bei Oldtimern meist der Fall ist, empfiehlt es sich, entweder den Reifendruck auf drei bis vier Bar zu erhöhen, um Standschäden zu vermeiden. Oder Du machst es ganz gründlich und bockst das Fahrzeug auf.

Autoreifen lagerst Du am besten in trockenen und belüfteten Räumen.

Hausmittel für die Reifenpflege

Damit Reifen auch nach längerer Zeit schön schwarz aussehen, kannst Du sie neben klassischen Pflegemitteln auch mit Hausmitteln behandeln. Mit Cola oder farbloser Schuhcreme einschmieren, das schafft neuen Glanz. Etwas außergewöhnlich, aber ebenso wirkungsvoll ist ein weiteres Hausmittel: Das Einreiben mit Schweineschmalz oder einer Speckschwarte sorgt für glänzende Reifen. Die Felgen lassen sich mit Zahnpasta ganz einfach reinigen: die Paste mit einer alten Zahnbürste auftragen, einwirken lassen und anschließend mit sauberem Wasser abspülen.



Wann Reifen in Pension gehen sollten

Irgendwann ist jedes Reifenleben zu Ende, auch wenn die Reifenpflege noch so akribisch durchgeführt wurde. Die Eigenschaften des Gummis verändern sich über die Jahre und damit auch das Fahrverhalten. Der ADAC empfiehlt, Reifen ab dem achten Jahr nicht mehr zu verwenden. Woran erkennst Du das Alter der Reifen? An der Reifenflanke findest Du die vierstellige DOT-Nummer. Eine Nummer 2518 besagt, dass der Reifen in der 25. Kalenderwoche im Jahr 2018 produziert wurde. Auf das Produktionsdatum der Reifen zu achten, empfiehlt sich gerade bei Young- und Oldtimern, die schon viele Jahre im Verkehr sind. Und wer schon einmal von Uralt- auf Neureifen gewechselt hat, weiß, wie wichtig das Thema ist. Man glaubt, ein völlig anderes Auto zu fahren.

Spätestens nach acht Jahren solltest Du die Reifen Deines Autos nicht mehr verwenden.

Checkliste zur Reifenpflege

  • Das Reifenprofil besser nicht bis zum gesetzlichen Minimum nutzen
  • Einmal pro Monat Reifendruck kontrollieren
  • Regelmäßiges Auswuchten hilft Schäden und einseitigen Verschleiß zu vermeiden
  • Reifen während der Winter- oder Sommerpause trocken lagern
  • Reifen am Auto während der Pause stärker aufpumpen, auf einem Felgenständer lagern oder Fahrzeug aufbocken
  • Reifen sollten nicht älter als acht Jahre sein