Porsche 911 Turbo S (2020): Preise, Daten, Bilder, Marktstart

Das ist der neue Porsche 911 Turbo S

Kein normaler Turbo, sondern gleich das S: Porsche zeigt den neuen Top-Elfer. Im 911 Turbo S leistet ein Sechszylinder-Boxer 650 PS und 800 Nm. Alle Details.

  • Constantin Bergander
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  • Veröffentlicht am 03/05/2020, 4:00 PM
Porsche 911 Turbo S dreiviertel-frontansicht
Quelle: Porsche Der neue 911er schafft es mit überarbeitetem Allradantrieb in 2,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h

Es ist ein bisschen undurchsichtig bei Porsche. Je nach Baureihe gibt es den Sportwagen 911 in bis zu 25 Varianten. Selbst Porsche-Chefs scheitern beim Versuch, sie alle aufzuzählen. Die exakte Hierarchie des Elfers fällt in die Kategorie „automobiles Spezialwissen“. Als Faustregel gilt: Sobald „Turbo“ draufsteht, ist der 911 extrem schnell – und extrem begehrt.

Dabei ist der Turbolader längst kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Bei Porsche arbeiten jedoch Traditionalisten. Sie erinnern sich und uns gern an das Jahr 1974, in dem der erste Porsche 911 Turbo auf den Markt kommt. Sein Motor ist zunächst 260, zuletzt sogar unglaubliche 330 PS stark. Schneller braust damals kein anderes Auto. Deshalb heftet Porsche den Turbo-Schriftzug bis heute an alle besonders schnellen Elfer. Noch schnellere bekommen zusätzlich den Buchstaben „S“.


Porsche 911 Carrera 4S
Sportwagen und Ikone

• Motor: 3,0-Liter-6-Zylinder-Biturbo
• Leistung: 450 PS
• 0-100 km/h: 3,3 s | Vmax: 306 km/h


In der aktuellen Baureihe bedeutet das: 650 PS, 800 Newtonmeter und 330 km/h Spitze im Porsche 911 Turbo S. Eine schnellere Variante gibt es in Generation 992 nicht. Dabei zielt der Top-911 längst nicht mehr auf den puren und lauten Motorsport. Der 911 Turbo ist ein Auto, das sich im Alltag gut anfühlen soll. Und sehr, sehr schnell ist.

Porsche 911 Turbo S (992) im Detail

  • Porsche 911 Turbo S mit neuem 3,8Liter-Boxer
  • Verfügbar als Coupé und Cabriolet
  • 650 PS, 800 Newtonmeter Drehmoment
  • Achtgang-PDK und Allradantrieb
  • Mischbereifung
  • Breite Karosserie
  • Marktstart: April 2020
  • Basispreis: 216.396 Euro



Porsche 911 Turbo S mit breiter Karosserie

Die aktuelle 911-Baureihe ist noch jung, der Turbo ist erst ihr dritter Ableger. Für Porsche generell ein wichtiger, denn das Streben nach der (Leistungs-)Spitze ist unter den Kunden stark ausgeprägt. Man soll dem Top-Modell ansehen, dass es eins ist. Porsche greift auf die Merkmale der vergangenen Generationen zurück: Der 911 Turbo S bekommt wieder eine breitere Karosserie. Seine Hüften messen glatte 1,90 Meter, deutlich mehr als beim Basismodell.

Auch sonst orientiert sich der 911 Turbo S an bekannten Merkmalen. Er bekommt riesige Lufthutzen vor den hinteren Radläufen und dem großen, markanten Heckflügel. Von oben betrachtet zeichnet seine Karosserie die Silhouette der frühen Modelle nach. Alle haben das breite Heck und die schlanke Taille gemeinsam. Die großen Kulleraugen sowieso.

Mittlerweile typisch für Turbo-Modelle sind eckige Endrohre in der Heckschürze. Außerdem bekommt der 911 Turbo S stärker ausgeprägte Entlüftungselemente außen am Heck. Die gibt es mittlerweile in den kleineren Modellen, weil dort die Hitze der Turbolader entweicht. Am 911 Turbo betont Porsche dieses Detail.

Porsche 911 Turbo S Seitenansicht
Quelle: Porsche Der geschlossene Porsche 911 Turbo S kostet knapp 13.000 Euro weniger als das Cabrio - doch mit 216.396 Euro immer noch mehr als doppelt so viel wie ein Basis-911

Neuer 3,8-Liter-Boxer

Der Motor des neuen 911 Turbo S basiert auf dem Antrieb der Basismodelle. Porsche vergrößert den Hubraum von 3,0 auf 3,8 Liter und baut zwei Turbolader mit variabler Turbinengeometrie an. Bisher waren die Lader identisch. Porsche tauscht sie gegen symmetrisch ausgelegte Varianten und vergrößert die Turbinen- sowie Verdichterräder. Wie beim regulären 911 tauschen Luftfilter und Ladeluftkühler ihre Plätze.

Der Motor verteilt seine Kraft über ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe an alle vier Räder. Porsche überarbeitet den Allradantrieb, der neue Turbo S kann mehr Kraft an die Vorderachse schieben. Von 800 Newtonmetern Motormoment kommen bis zu 500 Newtonmeter vorn an. Der 911 Turbo S sprintet in 2,7 Sekunden auf Tempo 100, in 8,9 Sekunden auf Tempo 200 und rennt 330 km/h Spitze.

Porsche verspricht mehr Spontaneität, einen besseren Drehmomentverlauf und saubere Abgase. Außerdem soll der neue 911 Turbo S dynamischer fahren als seine Vorgänger. Die adaptiven Dämpfer regeln fixer und halten das Auto präziser in der Spur. Erstmals rüstet Porsche den Turbo S mit einer Mischbereifung aus: Vorn kommen 20-Zöller mit 255/35er-Reifen zum Einsatz, hinten 315/30er- Pneus auf 21 Zoll.


Porsche Taycan
Porsche Taycan Turbo

Kein Verbrenner – trotzdem Turbo. Die zwei Synchronmotoren im Taycan Turbo leisten zusammen 625 PS.


Marktstart und Preise

Eine gute Ausstattung gehört im 911 Turbo S dazu. Porsche baut LED-Matrixlampen an, bezieht den Innenraum mit zweifarbigem Leder und installiert elektrische Sportsitze. Ihre Steppung soll an den ersten Porsche 911 Turbo (Baureihe 930) erinnern. Bose-Lautsprecher und das „Sport Chrono“-Paket gibt es ebenfalls serienmäßig.

Wie bei allen Elfern arbeitet nur noch der Drehzahlmesser analog. Drum herum sitzen Displays. Porsche baut einen 10,9-Zoll-Touchscreen in die Mittelkonsole. Er dokumentiert die meisten Funktionen des Fahrzeugs. Der Turbo S erhält spezielle Anzeigen und die „Track Precision App“, die Erfolge auf der Rennstrecke notiert.

Porsche bietet den 911 Turbo S als Coupé und als Cabriolet an. Beide Varianten starten im April 2020. Die geschlossene Variante kostet mindestens 216.396 Euro – gut doppelt so viel wie ein Basis-911 mit 385 PS (104.655 Euro). Das Cabriolet steht ab 229.962 Euro in der Preisliste.



Die Hierarchie des Porsche 911

Die hohe Modellvielfalt beim Elfer liergt vor allem an der  Kombinationsmöglichkeit von Motoren, Antrieb und Karosserien. Letztlich sortiert sich die Hierarchie wie folgt:

  • Porsche 911 Carrera – die Basismotorisierung, aktuell 385 PS stark
  • Porsche 911 Carrera S – etwas mehr Leistung und mehr Ausstattung
  • Porsche 911 GTS – die stärkere und spitzere Version des Carrera S
  • Porsche 911 Turbo – das Spitzenmodell, ausschließlich mit Allradantrieb
  • Porsche 911 Turbo S – die leistungsgesteigerte Variante des Spitzenmodells

Hinzu kommen besonders sportliche GT-Varianten mit Rennstreckenfokus und Straßenzulassung:

  • Porsche 911 GT3 (RS) – traditionell der schnellste Porsche 911 mit Saugmotor
  • Porsche 911 GT2 (RS) – der schnellste Porsche 911 mit Turbomotor und Heckantrieb

Abgesehen vom regulären Programm streut Porsche gern noch Sondermodelle ein, oft in limitierter Ausführung und mit besonderen Details. In der ausgelaufenen Baureihe 992 zählen dazu zum Beispiel der 911 Carrera T (sportlich und leicht) sowie der 911 R (ein GT3 ohne Spoiler) dazu. Ob und inwiefern Porsche solche Varianten in der aktuellen Baureihe umsetzt, ist noch nicht bekannt.

Der Porsche 911 Turbo S in Bildern

  • Porsche 911 Turbo S fahrend dreiviertel-heckansicht im tunnel
    Quelle: Porsche Bis zu 650 PS versammeln sich im Heck des Porsche 911 Turbo S
  • Porsche 911 Turbo S fahrend heckansicht
    Quelle: Porsche Der Porsche 911 Turbo S ist 1,90 Meter breit
  • Porsche 911 Turbo S dreiviertel-frontansicht
    Quelle: Porsche Der neue 911er schafft es mit überarbeitetem Allradantrieb in 2,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h
  • Porsche 911 Turbo S seitenansicht fahrend
    Quelle: Porsche Ungleiche Verteilung beim 911 Turbo S: An der Hinterachse nutzt Porsche 21 Zoll große Räder, die Vorderachse führen 20 Zoll große Reifen
  • Porsche 911 Turbo S Seitenansicht
    Quelle: Porsche Der geschlossene Porsche 911 Turbo S kostet knapp 13.000 Euro weniger als das Cabrio - doch mit 216.396 Euro immer noch mehr als doppelt so viel wie ein Basis-911
  • Porsche 911 Turbo S dreiviertel-frontansicht fahrend
    Quelle: Porsche Mit der „Track Precision App“ lassen sich alle Erfolge auf der Rennstrecke problemlos dokumentieren. Verbesserungs-Potenziale ebenfalls
  • Porsche 911 Turbo S draufsicht
    Quelle: Porsche Der vegrößerte 3,8-Liter-Boxer im Porsche 911 Turbo S wird von zwei Turboladern beatmet
  • Porsche 911 Turbo S schriftzug auf dem Heck
    Quelle: Porsche Marktstart für den Porsche 911 Turbo S ist April 2020
  • Porsche 911 Turbo S dreiviertel-frontansicht
    Quelle: Porsche Der neue Porsche 911 Turbo S erzielt eine Spitzengeschwindigkeit von 330 km/h
  • Porsche 911 Turbo S Cabriolet dreiviertel-heckansicht
    Quelle: Porsche Porsche bietet den 911 Turbo S als Coupé und Cabriolet an
  • Porsche 911 Turbo S Cabriolet dreiviertel-frontansicht
    Quelle: Porsche Das Porsche 911 Turbo S Carbriolet kostet mindestens 229.962 Euro