Spitzenversionen der 718-Modelle mit 4,0-Liter-Boxer

Porsche Cayman GT4 und Boxster Spyder behalten den Sauger

Großer Sport in kleinen Porsche: Die Baureihe 718 bekommt Topmodelle mit 4,0-Liter-Saugmotoren. Alle Details zu Cayman GT4 und Boxster Spyder.

  • Constantin Bergander
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  • Veröffentlicht am 07/22/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 10/07/2019, 10:03 AM
Porsche Cayman GT4 und Boxster Spyder nebeneinander
Quelle: Porsche Neuauflage der scharfen Mittelmotorsportler: Cayman GT4 und Boxster Spyder kommen als 718er wieder

GT-Modelle haben bei Porsche einen besonderen Status. Bei ihnen fokussieren sich die Entwickler stärker auf Fahrbarkeit und Geschwindigkeit, bei Umwelt und Verbrauch gehen sie Kompromisse ein. 55 PS Vorsprung zum zweitstärksten Modell (GTS) kosten in der Baureihe 718 – also bei Cayman und Boxster – laut Norm fast zwei Liter Sprit pro 100 Kilometer. Dafür sind ihre Motoren etwas Besonderes.

Anders als bei den kleinen Modellen kommen keine Vierzylinder-Turbobenziner zum Einsatz. Sie sind mit Rennaggregaten der alten Schule unterwegs.: Viel Hubraum, viel Drehzahl, keine Aufladung. In Porsche 718 Cayman GT4 und Boxster Spyder arbeiten 4,0-Liter-Boxer mit je 420 PS.

Porsche 718 GT4 und Spyder mit neuem Saugmotor

Fans schnalzen bei dem Gedanken an hochdrehende Saugmotoren erfreut mit der Zunge. Sie liefern weniger Kraft als gleichgroße Turbomotoren, reagieren dafür aber giftig und spontan. Dass Porsche alle Sauger aus den normalen Modellen strich, kam einem kleinen Skandal gleich. Die Rückkehr dieser Antriebe in den Topmodellen macht das zum Teil wieder gut.

Den Sechszylinder-Boxer für die Mittelmotor-Sportler entwickelte Porsche komplett neu. Er stammt nicht vom alten 911-GT3-Motor ab, sondern basiert auf den aktuellen Aggregaten des 911 Carrera. Von ihm übernimmt er fast alles, auch Partikelfilter und Piezo-Einspritzung. Porsche baut sogar Start-Stopp-Automatik und Zylinderabschaltung in die 718er und legt die Getriebeübersetzung lang aus.

Für gute Verbrauchswerte reicht das nicht. Sei’s drum, ein schlanker CO2-Fußabdruck ist nicht die Aufgabe dieser Autos. Sie sollen sich schnell bewegen und puristisch anfühlen. Ein Doppelkupplungsgetriebe bietet Porsche gar nicht an. Die einzige Option: Sechsgang, manuell. Genau so, wie es Fans lieben.

Mehr Abtrieb für Cayman und Boxster

GT4 und Spyder bekommen identische Motoren, sie sind gleich stark und fahren fast gleich schnell. Bisher lag der Vorteil stets deutlich beim Cayman. In der neuen Form legt Porsche die Autos nur noch unterschiedlich aus: Der offene Spyder soll sich am besten für kurvige Landstraßen eignen, der geschlossene Cayman für die Rennstrecke.

Große Unterschiede gibt es vor allem in der Aerodynamik. Beide Autos bekommen einen neu konstruierten Auspuff, der am Heck Platz für einen funktionalen Diffusor lässt. Hinzu kommt die typische GT-Front von Porsche. Dem GT4 spendiert der Hersteller außerdem einen feststehenden Heckflügel. Insgesamt produziere er 50 Prozent mehr Abtrieb als sein Vorgänger, sagt Porsche.

Die Achsen der schnellen 718er kommen vom 911 GT3. Gegenüber den kleineren Modellen sind sie serienmäßig um 3 Zentimeter tiefergelegt, adaptive Dämpfer sind ebenfalls an Bord. Optional bietet Porsche für beide Modelle Keramikbremsen an. Im Cayman gibt es gegen Aufpreis ein Clubsport-Paket mit Überrollbügel, Sechspunktgurt für den Fahrer und Feuerlöscher.

Die nicht ganz eineiigen Performance-Zwillinge bilden auch preislich die Spitze der 718-Palette. Der Boxster Spyder kostet 93.350 Euro, der Cayman GT4 96.206 Euro. Damit rücken die kleinen Sportler in das 911-Gebiet. Andererseits: Wenn es am Preis scheitert, hätte es sowieso nie geklappt. Die letzte Charge konnte längst nicht alle Kunden bedienen.

Porsche 718 Boxster Spyder und Cayman GT4: Bildergalerie

  • Porsche 718 Boxster Spyder in Fahrt
    Quelle: Porsche Besonders der Boxster Spyder wird schärfer. Er bekommt die gleiche Leistung wie der GT4
  • Porsche 718 Boxster Spyder in Fahrt
    Quelle: Porsche Das Einsatzgebiet des Boxster Spyder sieht Porsche vor allem auf kurvigen Landstraßen
  • Porsche Cayman GT4 und Boxster Spyder nebeneinander
    Quelle: Porsche Neuauflage der scharfen Mittelmotorsportler: Cayman GT4 und Boxster Spyder kommen als 718er wieder
  • Porsche 718 Cayman GT4 von schräg vorn
    Quelle: Porsche Gegenüber den normalen 718er-Modellen liegt der Cayman GT4 drei Zentimeter tiefer
  • Porsche 718 Cayman GT4 von schräg hinten
    Quelle: Porsche Ein feststehender Flügel und ein funktionaler Diffusor sorgen beim 718 Cayman GT4 für Abtrieb
  • Das Cockpit des Porsche 718 Cayman GT4
    Quelle: Porsche Der Innenraum des Cayman GT4: Ausschließlich mit Schalthebel, ein PDK gibt es nicht
  • Clubsport-Paket: Rennsitze, Überrollbügel, Feuerlöscher, Sechspunktgurt
    Quelle: Porsche Optional: Das Clubsport-Paket für den Porsche 718 Cayman GT4
  • Porsche 718 Boxster Spyder mit offenem Verdeck
    Quelle: Porsche Das Verdeck des Boxster Spyder lässt sich laut Porsche "mit wenigen Handgriffen" öffnen
  • Porsche 718 Boxster Spyder Schnittmodell
    Quelle: Porsche Porsche quetscht einen neu entwickelten 4,0-Liter-Sauger in das Heck der schnellen 718er
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