Peugeot 208 II (2019): Neuvorstellung

Peugeots Kleinwagen 208 wird zum Strom-Vorreiter

Der nächste 208 kommt zum Jahresende – und zeigt, wie sich Peugeot die nähere Zukunft vorstellt. Der Kleinwagen fährt mit Strom, Benzin oder Diesel.

  • Björn Tolksdorf
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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:07 PM
Peugeot 208 II: Der französische Kleinwagen basiert auf der modernsten Plattform des PSA-Konzerns
Quelle: Peugeot Peugeot 208 II: Der französische Kleinwagen basiert auf der modernsten Plattform des PSA-Konzerns

Im kleinwagenfixierten Frankreich ist klar: Am Peugeot 208 führt kein Weg vorbei. Er ist der einzige echte Verfolger des Renault Clio. Europaweit steht der 208 in den Top 5 des Segments, hält aber respektvollen Abstand zu den drei davor platzierten Modellen: Clio, VW Polo und Ford Fiesta sind erfolgreicher.

Auch deshalb freuen sich die Franzosen über neue Synergien. Mit dem neuen Opel Corsa teilt sich der Peugeot 208 künftig die Plattform und damit die Entwicklungskosten. Der flotte Kleinwagen zieht auf das modernste Chassis der PSA-Gruppe um. Die modulare CMP-Plattform kann flexibel mit Elektroantrieb, Benzin- oder Dieselmotoren bestückt werden.

Damit wird es für Peugeot erstmals möglich, in großen Stückzahlen Elektroautos anzubieten. Zudem wiegt die Plattform rund 30 Kilo weniger als die des Vorgängers. Die Franzosen versprechen außerdem eine verbesserte Aerodynamik sowie weniger Vibrationen und Lärm im Innenraum.

Gegenüber dem Vorgänger wächst der 208 um rund neun Zentimeter auf 4,06 Meter Länge, die Dachkante liegt drei Zentimeter niedriger als beim Vorgänger (Höhe: 1,43 m). Peugeot kündigt eine tiefere, sportlichere Sitzposition an. Der Radstand wächst nur um einen Zentimeter auf 2,54 Meter. Der Kofferraum fasst nach VDA-Norm 265 Liter und kann auf bis zu 1.106 Liter erweitert werden.

Motoren: Erstmals Elektro

Bei den konventionellen Motoren gibt es wenig Überraschendes. Peugeot bietet drei Varianten der PSA-Allzweckwaffe mit Dreizylinder und 1,2 Liter Hubraum an: Eine nicht aufgeladene Variante mit 75 PS bildet den Einstieg. Peugeot koppelt sie an ein manuelles Fünfgang-Getriebe. Von null auf 100 km/h fährt diese Variante in 13,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 164 km/h.
 
Ganz interessant: Im Unterschied zu den stärkeren Varianten des Motors baut Peugeot nur einen 40-Liter-Tank ein. Die Turbo-Varianten des Motors mit 100 oder 130 PS können 44 Liter tanken. Zudem koppelt Peugeot sie an eine Achtgang-Automatik. Der 100-PS-Benziner schaltet in der Basis mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe. Alle Benziner erfüllen bereits die Abgasnorm Euro 6d, die zum Januar 2021 obligatorisch wird. Hinzu kommt zum Marktstart ein Diesel mit 100 PS und manuellem Sechsgang-Getriebe.
 
Für den Hersteller die spannendste Motorisierung wird wohl der Elektroantrieb. Der Einstiegspreis in die lautlose 208-Zukunft beträgt 30.450 Euro. Um Berührungsängste abzubauen, gewährt Peugeot acht Jahre oder 160.000 Kilometer Garantie auf den Akku. Der Elektroantrieb leistet 100 kW (136 PS) und 260 Newtonmeter Drehmoment. Die Batterie fasst 50 Kilowattstunden und soll 340 Kilometer Reichweite im realistischen WLTP-Zyklus erlauben. Den Energieverbrauch gibt Peugeot mit 16,9 kWh pro 100 Kilometer an, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 150 km/h. Über die Fahrmodi Normal, Eco und Sport kann der Fahrer Reichweite und Fahrverhalten beeinflussen. In 30 Minuten lässt sich der Akku per Schnellladung auf 80 Prozent aufladen.

Cockpit: modern und digital

Im Innenraum wird der Peugeot 208 spürbar moderner. Das so genannte „i-Cockpit“ mit tiefliegendem Lenkrad und darüber einsehbaren Anzeigeinstrumenten haben die Franzosen nachgeschärft: Das Kombiinstrument liegt nun etwas höher, das Lenkrad wirkt etwas kompakter. Daneben befindet sich ein in der teuersten Variante 10 Zoll großer Touchscreen. In automatisch geschalteten 208 erfolgt die Gangwahl rein elektrisch, ohne mechanische Verbindung zwischen Schalthebel und Getriebe. Gleiches gilt für die Parkbremse.

Peugeot hat das Cockpit des 208 überarbeitet, bleibt dem kontroversen Stil aber treu
Quelle: Peugeot Peugeot hat das Cockpit des 208 überarbeitet, bleibt dem kontroversen Stil aber treu

Bei Assistenz und Technologie macht der kleine Peugeot einen großen Sprung – für das Matrix-Licht, das Opel im Schwestermodell Corsa anbietet, reicht es im ersten Wurf aber noch nicht. Im 208 müssen herkömmliche LED-Scheinwerfer ausreichen, die immerhin eine automatische Leuchtweitenregulierung und einen Fernlichtassistenten mitbringen.

Ausstattung: Volle Assistenz

Serienmäßig im Peugeot 208 sind zum Beispiel Klimaanlage, City-Notbremse, ein einfaches Radio, Berganfahrhilfe und ein höhenverstellbarer Fahrersitz. Auch für Lichtsensor, Müdigkeitswarner, Spurhalte-Assistent und Verkehrsschildererkennung nimmt Peugeot keinen Aufpreis. Auch sonst scheinen die Preise für die Assistenztechnik überschaubar: ACC mit Staufolge-Funktion kostet 650 Euro, Ein aktiver Parklenk-Automat 250 Euro Aufpreis.
 
Die Bestelllisten für den 208 öffnete Peugeot im Juni 2019. Die Listenpreise starten bei 15.490 Euro für die 75-PS-Version. Angesichts der umfangreichen Basisausstattung klingt das nicht unverschämt: Ein vergleichbar ausgestatteter VW Polo kostet fast 17.000 Euro. Der Diesel startet bei 19.580 Euro und kostet 1.900 Euro Aufpreis auf das gleichstarke Benziner-Modell. Für die Automatik nimmt Peugeot 1.600 Euro extra.
 
Gebaut wird der neue Peugeot 208 im PSA-Werk Poissy nahe Paris. Die Produktion startet nach den Werksferien im September 2019, die ersten Auslieferungen plant Peugeot noch 2019. Die Elektro-Version wird jedoch erst ab 2020 zu den Kunden gelangen. Sie entsteht in der Slowakei.



Peugeot 208 II: Bilder

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    Quelle: Peugeot In Frankreich ist der Peugeot 208 der klassische Vizemeister jeder Zulassungsstatistik - nach dem Renault Clio
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