Mitsubishi Space Star Facelift 2020: Erster Test, Fahrbericht

So fährt Mitsubishis aufgefrischter Bestseller

Der Mitsubishi Space Star ist Deutschlands meistverkaufter japanischer Pkw. Nun erhält er ein zweites Facelift. Seinen Erfolg wird das kaum bremsen.

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  • Veröffentlicht am 02/26/2020, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 03/11/2020, 2:35 PM
Mitsubishi SpaceStar Seitenansicht
Quelle: Mitsubishi Der überarbeitete Mitsubishi Space Star fährt mit den gleichen Motoren, aber einer veränderten Getriebeübersetzung

Den japanischen Allradspezialisten Mitsubishi kennen wir für Modelle wie dem Outlander und (bis 2018) den Mitsubishi Pajero. Fahrzeuge fürs Grobe und SUV eben. Der heimliche Star jedoch ist der im fernen Thailand produzierte Cityflitzer Space Star. Ein wahres Goldstück: Seit der Markteinführung im Jahr 2013 steht er in seiner Fahrzeugklasse auf den vorderen Plätzen. Alleine 2019 verkaufte Mitsubishi in Deutschland mehr als 20.000 Exemplare. Das Erfolgsrezept: Viel Auto für wenig Geld. Nun steht das zweite Facelift nach 2016 an. Dazu wird er teurer, verlässt der Space Star seinen Erfolgsweg? Das liest Du in unserem ersten Test.

Das Wichtigste in Kürze

  • Neues Design namens „Dynamic Shield”
  • Zusätzliche Assistenz- und Komfortsysteme
  • Sparsamer: 10g/km weniger CO2-Ausstoß
  • 2.000 Euro Rabatt und Intro-Edition
  • Marktstart: Februar 2020
Mitsubishi SpaceStar Seitenansicht
Quelle: Mitsubishi Mit nur 3,85 Metern Länge und einer optionalen Rückfahrkamera macht der Space Star das Einparken zum Kinderspiel

Mitsubishi Space Star: Karosserie

Die Karosse ändert Mitsubishi nicht. Der größte Unterschied zum Vorgänger: Der Mitsubishi Space Star Modelljahr 2020 erhält den aus der Mitsubishi-Modellfamilie bekannten Grill, den Mitsubishi „Dynamic Shield” nennt. Mit der auffälligen Chromspange zieht der neue Markenlook nun auch in die Kleinstwagenklasse ein. Die neue Frontmaske bringt fünf Zentimeter mehr Außenlänge: 3,85 Meter misst der Space Star nun. Im Innenraum ändert sich dadurch nichts. Die größeren Stoßfänger dienen vor allem dem Fußgänger-Unfallschutz. Ein wichtiger Aspekt bei einem Modell, das viel in der Stadt fährt. Schade bei Parkremplern: Ab der Basisausführung lackiert Mitsubishi die neuen Stoßfänger und Außenspiegel in Wagenfarbe.


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Toll dagegen: In der höchsten Ausstattungsvariante „Top“ leuchtet der Space Star mit LED-Scheinwerfern. In dieser Klasse bisher die Ausnahme, anders als das LED-Tagfahrlicht. Auch die neu gestalteten Rücklichter führt Mitsubishi in LED aus, und zwar ab der mittleren Ausstattungslinie „Plus“ sowie in der „Intro-Edition+“. Sogar einen neuen Dachspoiler spendiert Mitsubishi, der bereits in der Basisvariante prominent am oberen Hecklappenende prangt. Mitsubishi sagt, er würde die Aerodynamik verbessern. Dies ist sicherlich richtig. Allerdings benötigt niemand bei maximal 80 PS in der Innenstadt erhöhten Anpressdruck. 

Auf kurzen Distanzen reicht das Raumangebot auf der Rückbank des Fünftürers für erwachsene Passagiere, aber ein Kleinwagen ist keine Long-Distance-Limousine. Das Kofferraumvolumen fällt mit 235 Liter überschaubar aus. Bei umgeklappter Rückbank passen immerhin 912 Liter Gepäck in den Kleinwagen. In der Topvariante reduziert ein praktisches Unterflurfach für Kleinteile und Taschen das Volumen weiter. 

Mitsubishi SpaceStar dreiviertel-frontansicht
Quelle: Mitsubishi Der Space Star steht bereits in der Basisvariante gut ausgestattet da. Obendrein gibt es ein für die Kleinstwagen-Klasse ungewöhnlich großes optionales Ausstattungsangebot

Macht nichts, in dieser Klasse bietet der Space Star einen der am besten nutzbaren Kofferräume. Die Praktikabilität des in Europa ausschließlich als 5-Türer lieferbaren Space Star bleibt erhalten: Außen klein, innen geräumig, ausreichend variabel.

Für den schicken Auftritt sorgen in den höheren Ausstattungslinien glanzgedrehte 15-Zoll Leichtmetallfelgen. Hinzu kommen zwei neue Außenfarben: Titan-Weiß-Premium Metallic, eine aufwendige Mehrschichtfarbe, die erstmals 2017 beim Eclipse Cross zum Einsatz kam. Und die fröhliche Farbe unseres Testwagens, Citrin-Gelb Metallic.



Innenraum mit erweiterter Komfort- und Sicherheitsausstattung

Im Innenraum änderte Mitsubishi das pragmatische Layout nicht. Neu sind hier primär Farben und Polsterstoffe. Natürlich, in diesem Segment erwartet niemand einen Premium-Innenraum mit hochwertigen Materialien. Aber Mitsubishi beweist, dass mehr geht als kühles Hartplastik. So ersetzen neue Türeinlagen im Carbonlook die alten in Klavierlack-Optik. Auch hier: Sieht sportlich aus, ändert aber nichts an der Motorleistung. 

Dazu gibt es stärker konturierte Sitze, die auch beim flotten Wedeln in der City noch Seitenhalt bieten. Auch großgewachsene Menschen sitzen vorne sehr bequem, das Armaturenbrett hält sich angenehm zurück. Als einziger Kleinwagen seiner Klasse bietet der Space Star ab der „Intro Edition+“ einen höhenverstellbaren Beifahrersitz. Die neuen Polster selbst schmeicheln nahezu - mit einer guten Haptik, die sich in diesem Preissegment nicht überall finden lässt. Alle Schalter sind dort, wo sie hingehören: In diesem Auto findet sich jeder sofort zurecht. Und staunt über unerwartete Features wie eine Sitzheizung oder einen Regensensor.

Mitsubishi SpaceStar Heckansicht
Quelle: Mitsubishi Der neue Space Star ist ab sofort erhältlich. Zum Marktstart mit 2.000 Euro „Aktionsvorteil“

Sicherheitsassistenten und Konnektivität

Wie heute üblich, lässt sich das Smartphone mittels Apple Car Play und Android Auto in Sekundenschnelle an den Space Star andocken. Das Infotainment-System „Smartphone Link Display Audio“ mit sieben Zoll-Touchscreen lässt sich intuitiv bedienen. Serienmäßig baut Mitsubishi es in der „Top“-Ausstattung ein. In der „Intro Editon+“ muss man mit einem 6,5 Zoll großen Display und einem TomTom Navi-System vorliebnehmen. In den anderen Ausstattungen wird erst gar kein Multimediasystem angeboten. Die USB-Schnittstelle gibt es ab der „Intro-Edition“.

Sechs Airbags schützen die Insassen. Der nun lieferbare Notbremsassistent mit Fußgänger-Erkennung meldet eine drohende Kollision. Reagiert der Fahrer nicht, bremst der Space Star selbstständig. So lassen sich Unfälle bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h fast vermeiden. Bei Fahrten innerhalb des städtischen Tempolimits bis zu 50 km/h sinkt das Risiko schwerer Unfälle also beachtlich. Schade, dass dieses System aktuell nur in der höchsten Ausstattungsstufe lieferbar ist. Auch den Spurhalteassistenten koppelt Mitsubishi an die „Top“-Ausstattung. Dieser warnt optisch und akustisch vor einem versehentlichen Abkommen von der Straße, greift aber nicht in die Lenkung ein.


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Mitsubishi Space Star: Motor und Fahrverhalten

Unter der Haube bleibt beim Mitsubishi Space Star alles beim Alten. Zwar verbraucht er nun auf dem Papier etwas weniger. Den um 10 g/km niedrigeren CO2-Ausstoß erreicht Mitsubishi jedoch mittels Eingriffe ins Getriebe. An den beiden lieferbaren Dreizylinder-Benzinern ändert sich nichts. Die Basis bildet ein 71 PS starker 1,0-Liter-Motor, der laut Werksangabe 4,5 Liter verbrauchen soll. Darüber rangiert der stärkere 1,2-Liter-Benziner mit 80 PS. Serienmäßig steckt ein 5-Gang Schaltgetriebe im Space Star. Zum größeren Motor gibt es ab der „Intro-Editon+“ eine stufenlose CVT-Automatik für 1.100 Euro Aufpreis. Es ist die wohl beste Automatik im Kleinstwagensegment, wie wir bereits erfahren konnten. Mitsubishi rechnet mit einem Anteil von 20% Automatik-Wagen beim neuen Space Star.

Auch nach dem Facelift überzeugt dieser Antriebsstrang bei unserer Testfahrt. Der Space Star bewegt sich trotz der auf dem Papier überschaubaren 80 PS antrittsstark und flott. Beim Rückwärts-Einparken hilft dem 3,85 Meter kurzen Kleinwagen die leichtgängige Lenkung ebenso wie die optionale Rückfahrkamera.

Mitsubishi SpaceStar Mittelkonsole mit infotainment system
Quelle: Mitsubishi Das Multimediasystem gibt es erst ab der „Intro Editon+“-Ausstattung

Mitsubishi Space Star: Preise und Marktstart

Der neue Einstieg in die Mitsubishi Modellpalette beginnt nach Preisliste bei 10.490 Euro für die Basisvariante. Vor dem Facelift waren es 1.200 Euro weniger. Was sich nicht ändert: Regelmäßig senkt Mitsubishi diesen Preis über Sonderaktionen. Zur Markteinführung 2020 bietet Mitsubishi daher wenig überraschend einen „Aktionsvorteil“ von 2.000 Euro an. Mit real 8.490 Euro Startpreis bleibt der Mitsubishi einer der günstigsten Neuwagen in Deutschland neben dem Dacia Sandero. Allerdings bietet der Dacia eine deutlich schlechtere Basisausstattung. Der Space Star bringt schon in der Basisvariante elektrische Außenspiegel, elektrische Fensterheber, Licht- und Regensensor, eine Berganfahrhilfe und fünf Jahre Garantie mit.



Die stärkere 80-PS-Version startet bei 14.490 Euro. Die Topversion kostet 16.890 Euro. Für einen großen Kleinstwagen ist das viel Geld. Allerdings: Dann stecken neben dem neuen Infotainment eine Klimaautomatik, Rückfahrkamera, ein Spurhalte-, Fernlicht- und Notbremsassistent sowie LED-Scheinwerfer am und im Space Star. Zumeist wird der Mitsubishi dennoch wohl günstiger vom Händler-Hof rollen. 

Wer jetzt einen Space Star bestellt, bekommt bereits die neue Version. Lieferbar ist er ab sofort, nur die Top-Variante rollt mit zwei Monaten Verspätung zu den Händlern. In Summe: Mit neuen Assistenten, mehr Konnektivität und frischen Materialien macht Mitsubishi den Space Star fit für die nächsten Jahre. Die Preise bleiben moderat, zur Not rundet der Importeur ordentlich ab. Jede Wette, der Space Star bleibt mit diesem Rezept der erfolgreichste Mitsubishi. 

Gebrauchte Mitsubishi Space Star auf mobile.de 

Diese sehr moderaten Preise sind ein Grund, warum sich der Space Star knapp sieben Jahre nach der Markteinführung hierzulande besser verkauft als jeder andere Mitsubishi (Stand Oktober 2019). Noch ehe der Hersteller die Preise veröffentlicht, ist damit klar: Der kleinste Mitsubishi wird ein Preisbrecher bleiben. Auch, weil die dezenten Überarbeitungen keine signifikanten Preiserhöhungen rechtfertigen, sondern allenfalls einige zusätzliche Punkte in der Optionsliste. 

Gebrauchte Space-Star-Kleinstwagen gibt es ebenfalls zur Genüge: Mehr als 2.700 fahrbereite Exemplare mit gültiger HU stehen aktuell auf mobile.de zum Verkauf. Frühe Baujahre mit 1,0-Liter-Aggregat und Handschaltung kosten ab rund 4.000 Euro. Für die zwischenzeitlich erhältliche 1,2-Liter-Variante mit Handschaltung muss man rund 500 Euro mehr einkalkulieren. In den letzten Jahren koppelte Mitsubishi das größere Aggregat exklusiv mit dem CVT-Getriebe. Die Preise gebrauchter Space Star mit Automatik beginnen knapp unterhalb von 7.000 Euro. Automatik-Modelle seit dem Facelift 2016 starten bei 9.000 Euro. 

Was gebrauchte Modelle und ihre neuen Nachfahren in jedem Fall sind: einfach, solide und unverspielt. Ein bezahlbares Auto ohne Qualitätsprobleme, das einfach fährt. Der Mitsubishi bleibt ein gelungener Gegenentwurf zum technisch aufgeblasenen Mainstream.

ModellMitsubishi Space Star 1.0
Verbrennungsmotor1,0-l-Dreizylinder-Benziner
Drehmoment88 Nm
Leistung52 kW/71 PS
0-100 km/h15,7 s
Geschwindigkeit172 km/h
Verbrauch4,5 l/100 km (NEFZ)
CO2102 g/km (NEFZ)
Länge3.845 mm
Breite1.665 mm
Höhe1.505 mm
Radstand2.450 mm
Leergewicht935 kg
Kofferraumvolumen235 l
Tank35 l
Basispreis10.490 Euro
MarktstartFebruar 2020

Der Mitsubishi SpaceStar in Bildern

  • Mitsubishi SpaceStar Frontansicht
    Quelle: Mitsubishi Zum 2020 Facelift spendiert Mitsubishi dem Space Star einen neuen Grill. Das bereits von anderen Modellen bekannte „Dynamic Shield" steht für Mitsubishis neue Design-Philosophie und soll Wiedererkennungswert schaffen
  • Mitsubishi SpaceStar Seitenansicht
    Quelle: Mitsubishi Mit nur 3,85 Metern Länge und einer optionalen Rückfahrkamera macht der Space Star das Einparken zum Kinderspiel
  • Mitsubishi SpaceStar dreiviertel-heckansicht
    Quelle: Mitsubishi Der Dachspoiler sorgt für bessere Aerodynamik. Sieht sportlich aus, wahrscheinlich käme der 80-PS-Cityflitzer von Mitsubishi aber auch ohne ihn zurecht
  • Mitsubishi SpaceStar Mittelkonsole mit infotainment system
    Quelle: Mitsubishi Das Multimediasystem gibt es erst ab der „Intro Editon+“-Ausstattung
  • Mitsubishi SpaceStar Cockpit
    Quelle: Mitsubishi Der Mitsubishi Space Star ist der erste Kleinstwagen, der mit höhenverstellbarem Beifahrersitz erhältlich ist
  • Mitsubishi SpaceStar Kofferraum
    Quelle: Mitsubishi Die Rückbank lässt sich umklappen. Dann passen immerhin 912 Liter Gepäck in den Kleinwagen
  • Mitsubishi SpaceStar Kofferraum
    Quelle: Mitsubishi Das Kofferraumvolumen fällt mit 235 Litern überschaubar aus
  • Mitsubishi SpaceStar dreiviertel-frontansicht
    Quelle: Mitsubishi Der Space Star steht bereits in der Basisvariante gut ausgestattet da. Obendrein gibt es ein für die Kleinstwagen-Klasse ungewöhnlich großes optionales Ausstattungsangebot
  • Mitsubishi SpaceStar Seitenansicht
    Quelle: Mitsubishi Der überarbeitete Mitsubishi Space Star fährt mit den gleichen Motoren, aber einer veränderten Getriebeübersetzung
  • Mitsubishi SpaceStar Heckansicht
    Quelle: Mitsubishi Der neue Space Star ist ab sofort erhältlich. Zum Marktstart mit 2.000 Euro „Aktionsvorteil“
  • Mitsubishi SpaceStar dreiviertel-frontansicht
    Quelle: Mitsubishi Der hellste Stern am Kleinwagen-Himmel: ab der Ausstattungsvariante „Top“ leuchtet der Space Star künftig mit LED-Scheinwerfern