Mercedes E-Klasse 2020: Erste Infos zur Modellpflege

Die Mercedes E-Klasse wird mit dem Facelift digitaler

Die Mercedes E-Klasse bekommt 2020 eine große Modellpflege. Die Assistenten werden klüger, viele Motoren sparsamer. Alle Details zum E-Klasse-Facelift 2020.

  • Heiko Dilk
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  • Veröffentlicht am 01/30/2020, 5:48 PM
  • Aktualisiert am 01/31/2020, 3:52 PM
Mercedes E-Klasse auf Landstraße in Nevada Frontansicht
Quelle: Mercedes-Benz Scheinwerfer und Kühlergrill der gelifteten E-Klasse sind noch abgeklebt, sie leuchten mit LED

Schaltkreise statt Sprit: Mercedes hat die Tarnung der E-Klasse-Prototypen clever gewählt. Sie drehen in weiß-türkiser Folie ihre Runden. Statt des üblichen Schwarz-Weiß-Musters, das sonst die genauen Formen im Blech kaschieren soll, verbinden weiße Linien weiße Kreise, die Leiterbahnen auf Platinen nachempfunden sind. Klares Signal: Die Mercedes E-Klasse der Baureihe W213 soll mit dem großen Facelift, dessen Marktstart im Sommer 2020 ansteht, in die digitale Zukunft fahren.

Mercedes E-Klasse 2020 – das Wichtigste in Kürze

  • Das Facelift der E-Klasse kommt im Sommer 2020 zu den Händlern
  • Feinschliff bei den Assistenten, kein automatisiertes Fahren nach Level 3
  • Infotainment MBUX mit Sprachsteuerung, Widescreen-Displays serienmäßig
  • Sieben Varianten mit Plug-in-Hybrid-Antrieb geplant, neue Vier- und Sechszylinder


Mercedes E-Klasse
Die Mercedes E-Klasse

Mit dem Facelift von 2013 verliert die E-Klasse ihre geteilten Scheinwerfer.


Aktualisierte Assistenten in der E-Klasse 2020

Vor allem bei den Fahrhilfen wird die E-Klasse mit dem Facelift moderner. Große Schritte darf man jedoch nicht erwarten. Die Verbesserungen im Detail bringen nur in die E-Klasse, was das Anfang 2019 gestartete SUV GLE schon kann. Der intelligente Abstandstempomat fährt vorausschauender und hält nicht nur den Abstand zum Vordermann, sondern nutzt Live-Traffic-Daten, um auf Staus zu reagieren, bevor der Fahrer sie bemerkt. Das System reduziert dann die Geschwindigkeit der E-Klasse vorsorglich auf 100 km/h.



Der aktive Lenkassistent wird ebenfalls klüger. Er bildet nun im Stau selbstständig eine Rettungsgasse. Außerdem verspricht Mercedes eine höhere Verfügbarkeit des Stauassistenten bei Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h. Im stockenden Verkehr auf der Autobahn dürfte die geliftete E-Klasse also weitgehend selbstständig fahren. Die Hand des Fahrers muss jedoch am Lenkrad bleiben, die Aufmerksamkeit auf der Straße. Erweiterte Fähigkeiten, die dem automatisierten Fahren nach Level 3 entsprechen, wird erst die Mercedes S-Klasse erhalten. Sie rollt ebenfalls 2020 zu den Händlern.

Dazu warnt die E-Klasse nach der Modellpflege beim Abbiegen vor Gegenverkehr und bremst gegebenenfalls ab, um einen Unfall zu vermeiden. Der Toter-Winkel-Warner funktioniert zudem künftig auch im Stand und warnt Insassen vor sich von hinten nähernden Fahrrädern, Autos oder Motorrädern. Der Parkpilot passt besser auf die Flanken der E-Klasse auf und soll vor Felgenkratzern schützen, indem er den Kantstein im Blick behält.

E-Klasse W213 „Mopf“: Widescreen-Displays serienmäßig

Im Innenraum der E-Klasse blickt der Fahrer künftig auf ein Widescreen-Display, das aus zwei 10,25 Zoll großen Einzeldisplays unter einem Abdeckglas besteht, ob er will oder nicht. Die zuvor serienmäßige Option auf digitale Rundinstrumente entfällt mit dem Facelift. Das aktuelle Infotainmentsystem, das bereits aus den jüngeren Mercedes-Modellen bekannt ist, kommt ebenfalls in die E-Klasse. Es wird mit dem Befehl „Hey, Mercedes“ aktiviert, versteht weitgehend natürliche Sprache und erleichtert die Bedienung, indem es die Bewegungen der Insassen interpretiert und entsprechende Funktionen vorwählt. Wahlweise erfolgt die Bedienung über berührungsempfindliche „Touch Controls“ auf dem komplett neu gestalteten Lenkrad.

Mercedes E-Klasse AMG-Line-Ausstattung Frontansicht
Quelle: Mercedes-Benz Die AMG-Line-Ausstattung der E-Klasse kommt mit anderem Grill und anderer Frontschürze

Äußerlich wird die E-Klasse-Modellpflege ein echtes Facelift. Zwar versteckt Mercedes die wichtigsten Design-Merkmale wie Scheinwerfer und Rückleuchten noch unter Folie. Doch wer die jüngst erschienenen Modelle und Facelifts bei Mercedes betrachtet, weiß: Die Scheinwerfer-Grafik wird aufgeräumt und die Form geometrischer. Die E-Klasse bekommt ein Tagfahrlicht mit nur einer LED-Leiste und einem Winkel. Die Rückleuchten werden tropfenförmig, ziehen sich weiter in die Fahrzeugmitte und verjüngen sich. Die Heckklappe teilt sie in zwei Abschnitte.

Die Form des Kühlergrills ändert Mercedes ebenfalls. Sie wird zumindest für die AMG-Versionen und im AMG-Paket trapezförmig. Die Unterschiede zwischen den Ausstattungslinien Avantgarde, Exclusive und AMG Line dürften größer werden.


Mercedes-AMG A 35
Der Mercedes-AMG A 35

Der Mercedes-AMG A 35 schließt die letzte Lücke im AMG-Modellprogramm.


Motoren der Mercedes E-Klasse 2020

Beim Motoren-Angebot stehen einige Änderungen an, von denen Mercedes noch nicht alle verrät. Klar ist: Bei den Benzinern wird der 3,0-Liter-V6 im Mercedes E 450 4Matic mit 367 PS ersetzt. Mit der Modellpflege kommt ein 3,0-Liter-Reihensechser mit Mild-Hybrid zum Einsatz. Ein integrierter Startergenerator (ISG) unterstützt den ebenfalls 367 PS starken Benziner zusätzlich mit bis zu 16 kW (22 PS).

Ebenfalls neu: der Benziner im E 300. Wie gehabt steckt ein 2,0-Liter-Benziner unter der Haube, doch der leistet nun 272 PS statt 258 PS. Außerdem kombiniert ihn Mercedes ebenfalls mit einem ISG, der 20 PS per EQ Boost beisteuert. Bislang half ein Startergenerator mit maximal 14 PS dem Ottomotor. Neben dem E 300 soll es vorerst nur den E 200 und den genannten E 450 geben.

Mercedes E-Klasse Heckansicht
Quelle: Mercedes-Benz Die Tarnfolie der E-Klasse bemalt Daimler mit Schaltkreisen, um zu signalisieren: Sie wird digitaler

Kern des Diesel-Angebots bleibt der 2,0-Liter-Vierzylinder mit der internen Bezeichnung OM 654 (E 220 d bis E 300 d). Hier ändert sich vorerst nichts. Man darf jedoch davon ausgehen, dass der wichtigste Diesel bei Mercedes nicht dauerhaft ohne Elektrifizierung auskommen muss. Früher oder später rechnen wir auch hier mit 48-Volt und Startergenerator.

Darüber rangiert der bekannte 3,0-Liter-Reihensechszylinder, der im E 350 d aktuell 286 PS leistet – und 340 PS im E 400 d. Ihn wird Mercedes wohl schon zum Facelift nach Vorbild des großen Benziners elektrifizieren. Alle Varianten schalten mit der von Daimler selbst entwickelten Neungang-Automatik 9G-Tronic, die AMG-Version E 53 4Matic+ mit dem leicht angepassten AMG Speedshift (TCT 9G), AMG E 63 4Matic+ und AMG E 63 S 4Matic+ mit dem ebenfalls AMG Speedshift genannten Getriebe MCT 9G, das leichter ist und über eine nasse Anfahrkupplung verfügt.

Mercedes verspricht zudem, künftig sieben Varianten der E-Klasse als Plug-in-Hybrid anzubieten. Aktuell sind es nach Daimlers Zählung drei. Der Benziner-Plug-in E 300 e, der einen 211 PS starken Benziner mit einem 122 PS starken Elektromotor kombiniert (320 PS Systemleistung), und der Diesel-Plug-in E 300 de (194+122 PS, 306 PS Systemleistung), den es als Limousine und als Kombi T-Modell gibt. Künftig kommen Plug-in-Hybride mit Allrad 4Matic hinzu.



Marktstart und Preise der neuen Mercedes E-Klasse

Die Premiere der „gemopften“  E-Klasse, wie Mercedes-Fans die Modellpflege nennen, wird auf dem Genfer Autosalon im März 2020 stattfinden. Sowohl die Limousine als auch das T-Modell rollen im Sommer 2020 zu den Händlern. Coupé und Cabrio folgen etwas später. Die Preise dürften sich auf ähnlichem Niveau wie bisher bewegen, wobei eine leichte Preissteigerung wahrscheinlich ist. Aktuell kostet der beliebte E 220 d als Limousine knapp 48.800 Euro (Stand 01/2020). Der kleinste Benziner E 200 steht ab gut 46.900 Euro in der Preisliste.

Die Mercedes E-Klasse 2020 in Bildern

  • Mercedes E-Klasse auf Landstraße in Nevada Frontansicht
    Quelle: Mercedes-Benz Scheinwerfer und Kühlergrill der gelifteten E-Klasse sind noch abgeklebt, sie leuchten mit LED
  • Zwei Mercedes E-Klassen in Nevada Frontansicht
    Quelle: Mercedes-Benz Die Unterschiede zwischen Avantgarde-Ausstattung (links) und AMG Line werden nach dem Facelift größer
  • Mercedes E-Klasse Frontansicht
    Quelle: Mercedes-Benz Die E-Klasse erhält 2020 das bereits aus anderen Modellen bekannte Tagfahrlicht mit nur noch einem spitzen Winkel
  • Mercedes E-Klasse Heckansicht
    Quelle: Mercedes-Benz Die Tarnfolie der E-Klasse bemalt Daimler mit Schaltkreisen, um zu signalisieren: Sie wird digitaler
  • Mercedes E-Klasse AMG-Line-Ausstattung Frontansicht
    Quelle: Mercedes-Benz Die AMG-Line-Ausstattung der E-Klasse kommt mit anderem Grill und anderer Frontschürze
  • Mercedes E-Klasse von Hinten-Rechts vor Oldtimer
    Quelle: Mercedes-Benz Wir rechnen mit einer Chromspange auf der Heckklappe, die die Rücklichter verbindet
  • Mercedes E-Klasse Seitenansicht
    Quelle: Mercedes-Benz An den Abmessungen ändert sich zum 2020er-Facelift der E-Klasse natürlich nichts
  • Mercedes E-Klasse Heckansicht mit Fokus auf Rücklicht
    Quelle: Mercedes-Benz Die Rücklichter werden breiter und laufen nach innen spitz zu, die Heckklappe teilt sie künftig
  • Mercedes E-Klasse vergrößerte Ansicht des Ladesteckers
    Quelle: Mercedes-Benz Mercedes kündigt sieben E-Klasse-Varianten mit Stecker an und zählt dabei Limousine, T-Modell und 4Matic-Versionen separat
  • Mercedes E-Klasse vor Las Vegas Ortsschild
    Quelle: Mercedes-Benz Mercedes zeigt die E-Klasse für 2020 im Rahmen der Elektronikmesse CES noch leicht getarnt