Mit welchen Kosten musst Du bei Deinem neuen Auto rechnen? Wir sagen es Dir!

Kfz-Steuern beim Diesel

Drohende Fahrverbote und manipulierte Motoren. Der Dieselmotor hat es in Deutschland derzeit wegen der anhaltenden Diskussionen nicht leicht. Dennoch bietet diese Verbrennungsart nach wie vor Vorteile:

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  • Veröffentlicht am 10/11/2019, 10:04 AM
Wichtig bei der Kaufentscheidung: die Höhe der Kfz Steuer beim Diesel.
Quelle: Fabian Hoberg Wichtig bei der Kaufentscheidung: die Höhe der Kfz Steuer beim Diesel

Je nach Schadstoffeinstufung fährt ein neuer Diesel sehr sauber und sparsam. Deshalb kaufen nach wie vor viele Kunden einen Selbstzünder. Wichtig bei der Kaufentscheidung: die Höhe der Kfz Steuer beim Diesel. Dieselfahrzeuge rentieren sich aus wirtschaftlicher Sicht nicht für jeden Fahrer. Geringere Kraftstoffkosten stehen einer höheren Kraftfahrzeugsteuer, kurz Kfz-Steuer oder Pkw-Steuer, gegenüber. Die Höhe der Kfz-Steuer für Diesel hängt von mehreren Faktoren ab: Neben der Schadstoffklasse spielt die Größe des Hubraums sowie das Datum der Zulassung eine Rolle. Damit Autofahrer auf umweltfreundliche Fahrzeuge umsteigen, wurde in den vergangenen Jahren die Kfz Steuer für Dieselautos dem Schadstoffausstoß angepasst und es gab eine Steuererhöhung.

Ab wann rechnet sich ein Diesel?

Ein Auto mit Dieselmotor rechnet sich nicht nur für Vielfahrer und Kilometer-Schrubber. Je nach Marke, Modell und Motorisierung kann sich ein Dieselfahrzeug schon bei einer jährlichen Fahrleistung von rund 10.000 Kilometer rechnen. Heißt: Die niedrigeren Kraftstoffkosten gleichen die höhere Kfz-Steuer und die Versicherungsbeiträge im Vergleich zu einem ähnlichen Fahrzeug mit Ottomotor aus. Es kommt aber immer auf das jeweilige Modell an. Ein Vergleich zwischen den Antrieben innerhalb einer Baureihe ist deshalb nötig. Pauschal lässt sich nicht sagen, ab wann sich ein Diesel rechnet.

Nach Berechnungen des ADAC fahren Besitzer eines BMW 320d Efficient Dynamics Edition im Vergleich zu dem BMW 320i schon nach 8.000 Kilometern jährlich günstiger. Bei der Berechnung berücksichtigte der Automobilclub unter anderem Kaufpreis, Wertverlust, Betriebskosten (Kraftstoff), Werkstattkosten sowie Steuer und Versicherung.

Wenn Du vor der Wahl zwischen einem Auto mit Otto- oder Dieselmotor stehst, vergleiche folgende Punkte:

  • Kaufpreis: Fahrzeuge mit Dieselmotor kosten in der Regel mehr als Autos mit Ottomotor.
  • Kraftstoffverbrauch: Dieselfahrzeuge verbrauchen weniger Sprit auf 100 Kilometer als Fahrzeuge mit Ottomotor.
  • Spritpreis: Diesel kostet weniger als Super Benzin E10, im Schnitt etwa zwischen 10 und 15 Cent pro Liter.
  • Versicherung: Je nach Versicherung liegen die Prämien bei Dieselfahrzeugen höher als bei Benzinern, da die Versicherung davon ausgeht, dass die Fahrer mehr Kilometer pro Jahr abspulen.
  • Kfz-Steuer: Die Kfz-Steuer für Diesel ist teurer als bei Fahrzeugen mit Ottomotor.
  • Wartung: Service und Inspektionen können, müssen aber nicht teurer sein als bei einem vergleichbaren Ottomotor. Frage bei Deiner Kfz-Werkstatt nach.
  • Fahrverbote: Neue Dieselfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 6d-temp oder Euro 6d sind von Fahrverboten in Innenstädten nicht betroffen. Willst Du einen gebrauchten Diesel kaufen, achte unbedingt auf die Abgasnorm. In manche Städte darfst Du künftig mit Euro-4- und Euro-5-Diesel nicht mehr einfahren.

Interessierst Du Dich für einen Neuwagen oder Gebrauchten, frage vor oder bei der Besichtigung nach den Daten. Nur so kannst Du die Unterhaltskosten seriös berechnen.

Bei großen Autos und Nutzfahrzeugen ist der effizientere Diesel dem Benziner in Sachen Verbrauch deutlich überlegen
Quelle: Fabian Hoberg Bei großen Autos und Nutzfahrzeugen ist der effizientere Diesel dem Benziner in Sachen Verbrauch deutlich überlegen

So kannst Du die Schadstoffklasse identifizieren

Damit Du überhaupt weißt, in welcher Schadstoffklasse Dein Auto eingestuft ist, musst Du die Schadstoffklasse identifizieren. Das ist nicht nur für die Berechnung der Kfz-Steuer beim Diesel wichtig, sondern auch fürs Befahren von Umweltzonen. Davon existieren in Deutschland rund 80.

Nimm dazu den Fahrzeugschein Deines Autos und schaue im Feld 14 nach. Dort stehen in der Regel die Schadstoffklassen von Euro 1 bis Euro 6. Bei älteren Fahrzeugen findet sich an dieser Stelle oft eine andere Bezeichnung. Willst Du Dir ein neues Auto kaufen, frage den Vorbesitzer nach der Schadstoffklasse. Im Idealfall macht er ein Foto von dem Fahrzeugschein und schickt es Dir zu. Dann hast Du alle relevanten Daten und kannst die Kfz-Steuer für den Diesel kalkulieren.

Die unterschiedlichen Feinstaubplaketten

  • Rote Feinstaubplakette: Fahrverbote in den meisten Umweltzonen. Dieselfahrzeuge mit Euro 2 haben eine rote Plakette.
  • Gelbe Feinstaubplakette: Dieselfahrzeuge mit Euro 3 oder mit einem nachgerüsteten Partikelfilter gemäß Partikelminderungsstufe 1 besitzen eine gelbe Plakette. Fahrverbote gibt es nur in einigen Umweltzonen, wie Berlin und Hannover.
  • Grüne Feinstaubplakette: Die grüne Plakette bekommen Fahrzeuge mit Euro 4 oder besser. Für sie gilt (noch) kein Fahrverbot in Umweltzonen.
Nur wer viel unterwegs ist, fährt die höhere KfZ-Steuer an der Tankstelle durch den günstigen Dieselpreis wieder heraus
Quelle: Fabian Hoberg Dieselfahrzeuge rentieren sich aus wirtschaftlicher Sicht nicht für jeden Fahrer. Nur wer viel unterwegs ist, fährt die höhere KfZ-Steuer an der Tankstelle durch den günstigen Dieselpreis wieder heraus

So berechnest Du die Kfz-Steuer für Deinen Diesel

Du kannst auf unterschiedlichen Wegen die Kfz-Steuer für Dein Dieselfahrzeug berechnen. Dafür benötigst Du nur die Angaben aus dem Fahrzeugschein. Dazu zählen der Hubraum des Motors, zu finden unter P.1, die Schadstoffklasse (Feld 14) und der Tag der ersten Zulassung, Feld 6.

Das Zulassungsdatum berücksichtigen

Der Tag der ersten Zulassung ist für Berechnung der Kfz-Steuer wichtig, da sich im Laufe der Jahre die Abgasbestimmungen geändert haben. Ältere Dieselfahrzeuge mit einem höheren Schadstoffausstoß zahlen mehr Steuern als neue, saubere Fahrzeuge. Deshalb macht es einen Unterschied, wann Dein Auto das erste Mal angemeldet wurde. Die Zeiträume sind: vor November 2008, zwischen 11/08 und 06/09, zwischen 06/09 und 12/11, 01/12-12/13 und ab 01.01.2014.

Für Neuwagen, die nach dem 1. September 2018 neu auf den Markt kamen, also nicht Tag der Zulassung, gilt ein neuer Verbrauchszyklus. Der WLTP liegt in der Regel höher als der alte NEFZ. Der nun realistische Durchschnittsverbrauch steigt bei den meisten Autos, dadurch auch der CO2-Ausstoß und damit die Kfz-Steuer für Diesel.

Benziner- und Diesel-Fahrzeuge, die vor Juli 2009 angemeldet wurden, werden pro 100 ccm Hubraum folgendermaßen fest besteuert:

  • Bei Schadstoffausstoß Euro 3 oder besser liegt der Steuersatz für Ottomotoren bei 6,75 Euro. Diesel kosten 15,44 Euro pro 100 ccm.
  • Bei Schadstoffausstoß Euro 2 liegt der Satz bei Benzinern bei 7,36 Euro je angefangenem 100 ccm Hubraum. Für Dieselmotoren werden jeweils 16,05 Euro fällig.
  • Bei Schadstoffausstoß Euro 1 liegt der Satz für Benziner bei 15,13 Euro und für Diesel bei 27,35 Euro.
  • Bei Schadstoffausstoß Euro 0 und keiner Einschränkung mit einem Ozonfahrverbot liegt der Satz bei 21,07 Euro (Benziner) und 33,29 Euro (Diesel) je 100 ccm.
  • Für alle übrigen Euro-0-Fahrzeuge liegt der Satz bei 25,36 Euro für Ottomotoren und 37,58 Euro für Dieselmotoren.

Steueränderungen für Dieselfahrzeuge

Bei Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotoren, die nach dem 1. Juli 2009 angemeldet wurden, gelten andere Maßstäbe. Seit dem Datum gilt eine CO2-orientierte Kfz-Steuer in Deutschland. Neben dem Hubraum wie bisher wird nun auch der CO2-Wert berücksichtigt. Autos mit einem hohen Ausstoß, und damit einem hohen Verbrauch, müssen mehr Kfz-Steuer zahlen.

Bei Autos, die vor dem 31.12.2011 zugelassen wurden, gilt ein CO2-Wert von 120g/km als steuerfrei, bei Fahrzeugen ab 01.01.2012 ein Wert von 110g/km. Autos, die nach dem 01.01.2014 erstmals angemeldet wurden, dürfen einen CO2-Wert von 95 g/km nicht überschreiten. Bei Dieseln erhöht sich die Kfz-Steuer pro angefangenen 100 ccm mit 9,5 Euro, dazu addiert sich der CO2-abhängige Betrag je g/km über dem Grenzwert auf 2,00 Euro.

Mit dem Kfz-Steuer-Rechner des Bundesfinanzministeriums kannst Du den Jahresbetrag für die Kfz-Steuer errechnen lassen. Dort musst Du nur die Fahrzeugart, Antriebsart, Hubraumgröße und den CO2-Wert eingeben. Diesen findest Du im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) unter Punkt V.7.

Ein Vergleich zu Benzinern – eine Beispielrechnung

Besitzer von Autos mit Dieselmotoren zahlen im Vergleich zu Fahrzeugen mit Ottomotor mehr Kfz-Steuer. Dafür liegt der Steueransatz beim Dieseltreibstoff unter dem von Super Benzin. Teilweise liegt die Preisdifferenz bei 11 Cent pro Liter. Vielfahrer und Unternehmen werden dadurch entlastet.

Für einen VW Golf mit 2,0-Liter-Diesel und 140 PS, Baujahr 2015, mit einem CO2-Ausstoß von 129 g/km zahlen Autofahrer 258 Euro Steuer im Jahr. Für einen VW Golf mit 1,4-Liter-Beziner und 160 PS, Baujahr 2015 und einem CO2-Ausstoß von 145 g/km zahlen Besitzer 128 Euro. Dazu kommt ein höherer Verbrauch von rund 2 Liter zusätzlich auf 100 Kilometer und ein höherer Preis für den Kraftstoff pro Liter.

Tools wie der Rechner vom Auto Club Europa (ACE) erleichtern den Preisvergleich zwischen den verschiedenen Antriebsarten.

Dort kannst Du einen direkten Vergleich zwischen Benziner und Diesel anstellen. Du musst nur Deine Jahresfahrleistung eingeben, den Zeitraum des Vergleiches und noch Daten zu den beiden Autos mit den verschiedenen Motoren. Nicht berücksichtigt sind aber hierbei die Versicherungsprämie und die Kfz-Steuer.

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