Für ein scheckheftgepflegtes Auto solltest Du sie unbedingt einhalten

Inspektionsintervalle: Wie häufig muss Dein Auto zur Inspektion?

Die regelmäßige Wartung von Fahrzeugen dient der Sicherheit im Straßenverkehr, dem Werterhalt und beugt teuren Folgereparaturen vor. Die Inspektionsintervalle erfolgen heute nicht mehr nach starren Kilometervorgaben. Vor allem bei neueren Fahrzeugen werden die Termine von der Elektronik anhand der Fahrweise ermittelt. Die Wartungstermine sollten die Autofahrer einhalten, ansonsten ist bei Neuwagen schnell die Herstellergarantie verloren

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  • Veröffentlicht am 08/09/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:06 PM
Hersteller empfehlen, das Fahrzeug einmal in zwölf Monaten zur jährlichen Inspektion in die Werkstatt zu bringen.
Quelle: picture alliance Hersteller empfehlen, das Fahrzeug auch bei geringer Fahrleistung einmal in zwölf Monaten zur Inspektion in die Werkstatt zu bringen

Wartung, Service, Inspektion – ein Fahrzeug muss regelmäßig durchgecheckt werden. Teile verschleißen und können weitere Schäden nach sich ziehen, wenn man sie nicht erneuert. Zudem muss das Auto sicher sein, denn wer mit 130 Kilometern pro Stunde über die Autobahn fährt oder mit 50 Kilometern pro Stunde durch die Stadt, der trägt eine große Verantwortung. Außerdem dient der regelmäßige Service dem Werterhalt des Autos.

Mögliche Mängel werden von der Werkstatt in einem Kfz-Gutachten festgehalten.
Quelle: picture alliance / imageBROKER Mögliche Mängel werden von der Werkstatt in einem Kfz-Gutachten festgehalten

Unterschiedliche Inspektionsintervalle

In den 1960er-Jahren bedeutete regelmäßig: Alle 1.000 Kilometer musste ein Auto gewartet werden. Heute liegen die Inspektionsintervalle je nach Motor- und Fahrzeugtyp dank technischem Fortschritt, wie etwa Hochleistungsölen, bei 15.000, 20.000 oder 30.000 Kilometern, manchmal sogar mehr. Selbst diese Intervalle sind je nach Laufleistung nur noch ein Richtwert.
Auch die Fahrweise bestimmt, wie häufig Wartungsintervalle notwendig werden. Wer öfter mit Vollgas unterwegs ist, fördert den Verschleiß von Reifen und Bremsen. Zudem altert das Öl schneller. In modernen Autos überwachen Sensoren die Qualität des Schmierstoffes. Anhand von Daten ermittelt ein Steuergerät individuelle Intervalle für den Ölwechsel.

Die regelmäßige Wartung des Autos dient der Sicherheit im Straßenverkehr und dem Werterhalt.
Quelle: picture alliance / Panther Media Die regelmäßige Wartung des Autos dient der Sicherheit im Straßenverkehr und dem Werterhalt. Sie schützt auch vor teuren Folgereparaturen

Die Jahresinspektion

Auch die Zeit spielt eine Rolle, so altert zum Beispiel die Bremsflüssigkeit unabhängig davon, ob das Auto steht oder fährt. Und Kurzstreckenfahrten schonen zwar den Kilometerzähler, nicht aber das Fahrzeug. Wer sein Auto kaum fährt, vielleicht nur 5.000 Kilometer im Jahr, müsste erst nach einigen Jahren wieder zur Inspektion. Doch die Hersteller empfehlen, das Fahrzeug einmal im Jahr zur jährlichen Durchsicht in die Werkstatt zu bringen.

Die erste Inspektion eines Neuwagens

Die erste Inspektion eines Neuwagens fordern viele Autobauer erst nach zwei Jahren oder 30.000 Kilometern. Andere Hersteller bitten ihre Neuwagenkunden schon nach einem Jahr oder gar nur 5.000 Kilometern zur ersten Durchsicht, um alle Funktionen sicherzustellen. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass der Zeitpunkt der ersten Inspektion von den Autoherstellern je nach Fahrzeugmodell und Motorisierung vorgegeben wird – wobei auch hier die Elektronik die Termine berechnet.  

Bei einer großen Inspektion werden 30 bis 40 verschiedene Teile am Auto überprüft – zum Beispiel die Reifen und die Elektrik.
Quelle: picture alliance / Panther Media Bei einer großen Inspektion werden 30 bis 40 verschiedene Teile am Auto überprüft – zum Beispiel die Reifen und die Elektrik

Regelmäßige Inspektion und Garantie

In jedem Fall empfiehlt es sich, die Termine zur Inspektion einzuhalten. Denn wer einen Wartungstermin in der Werkstatt verstreichen lässt, riskiert die Neuwagengarantie. Die meisten Hersteller stehen für Mängel nur ein, wenn das Auto regelmäßig gewartet wurde. Wer den Termin verpasst, muss im Falle notwendiger Reparaturen auf Kulanz hoffen, um nicht auf den Kosten sitzenzubleiben. Mehr als drei Monate darf man den Termin meist nicht überziehen, manchmal lassen die Autobauer aber auch gar nicht mit sich reden.
Dabei muss die Inspektion nicht zwingend beim Vertragshändler der eigenen Automarke durchgeführt werden – auch in freien Werkstätten ist eine Inspektion in Ordnung, wenn die Werkstatt nach Herstellervorgaben arbeitet. Zwei Dinge gibt es dabei zu beachten: Wenn Du Dein Auto später wieder verkaufen willst, ist ein durchgehend gepflegtes Scheckheft ein gutes Argument für einen höheren Preis. Bei Mängeln nach Ablauf der Garantie geben sich viele Hersteller oft nur kulant, wenn der Autofahrer stets in die Vertragswerkstatt gefahren ist.
Bei einer sogenannten großen Inspektion können die Herstellervorgaben 30 oder gar 40 Positionen umfassen. Unter anderem überprüft werden Motor und Abgassystem, das Fahrwerk, das Getriebe, die Karosserie, die Elektrik sowie Räder und Reifen.
Bei der kleinen Inspektion sind oft nur der Ölwechsel oder der Austausch des Luftfilters an der Reihe. Zudem wird eine Sichtprüfung an Bremsen, Reifen, Fahrwerk oder Leitungen durchgeführt. Allerdings: Die Unterscheidung zwischen kleiner und großer Inspektion, wenn auch noch oft im Sprachgebrauch, ist heute weniger sinnvoll – wegen der erwähnten Möglichkeiten, Servicetermine und Aufwand anhand des individuellen Verschleißes elektronisch zu ermitteln.



Inspektionsintervalle älterer Autos

Ältere Autos haben zwar keine Garantie mehr, die der Fahrer durch versäumte Termine riskieren könnte. Die Wartungsintervalle einzuhalten, empfiehlt sich dennoch – allein wegen der Fahrsicherheit. Wer den Verschleiß beheben lässt, senkt das Unfallrisiko aufgrund müden Materials, das vor allem im Alter auftritt. Hinzu kommt, dass teure Folgeschäden unwahrscheinlicher werden. Die Inspektion ist also auch bei älteren Fahrzeugen eine gute Investition. Oft leistet auch die freie Werkstatt des Vertrauens gute Arbeit; dabei ist sie oft kostengünstiger als die Vertragswerkstatt.
Vor diesem Hintergrund sollten es sich Autofahrer auch gut überlegen, ob sie die Inspektionsanzeige im Cockpit-Display zurückstellen, wenn sie die andauernde Erinnerung an den Service nervt. Hat das Werkstattpersonal nach der Inspektion dies schlicht vergessen, spricht nichts dagegen. Doch will man die Anzeige nur zurücksetzen, um den nächsten Wartungstermin zu verdrängen, sprechen allein die genannten Sicherheitsgründe dagegen.

E-Autos und Wartungsintervalle

Auch Elektroautos müssen von Zeit zu Zeit zur Inspektion. Das betrifft vor allem den Akku, für den die Hersteller oft einen Check im Jahresrhythmus empfehlen. Die Bremsen müssen genauso wie beim Verbrennerauto auf ordnungsgemäße Funktion kontrolliert werden, wenngleich sie langsamer verschleißen, da bei Stromern der Motor mitbremst, wenn Strom zurückgewonnen wird. Ebenso benötigen die Beleuchtung oder die Klimaanlage samt Pollenfilter Wartung. Allerdings besitzen Elektroautos viele Teile nicht, die die Pflege bei Pkw mit Verbrenner so aufwendig machen: Zündkerzen, Abgasanlage, Zahnriemen, Verbrennungsmotor, Motoröl. Aus diesem Grund hat sich die Elektroautomarke Tesla vor einiger Zeit von starren Serviceintervallen verabschiedet.

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