Der neue Honda Jazz 2020: Preise, Bilder, Marktstart

Magic Seats und Hybridantrieb im Honda Jazz

Der Honda Jazz fährt in der 4. Generation zwischen Van und Kleinwagen. Er wird innen hübscher und bleibt vielseitig. Alle Details zum Honda Jazz 2020.

  • Heiko Dilk
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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 2:33 PM
  • Aktualisiert am 02/18/2020, 6:07 PM
Zwei Honda Jazz nebeneinander
Quelle: Honda Honda bietet den Jazz 2020 erstmals in zwei Varianten an, als Crosstar (vorne) und ohne Offroad-Optik

Der Honda Jazz hat schon immer gute Argumente auf seiner Seite: Viel Raum und viel Variabilität auf wenig Fläche zum Beispiel. Verständlich, dass der Kleinwagen seit 2001 weltweit 7,5 Millionen Mal verkauft wird. 2020 kommt die vierte Generation des Honda Jazz auf den Markt, mit einem weiteren guten Argument: Er fährt künftig nur noch mit Hybridantrieb. In der Kleinwagenklasse bietet das sonst nur der Toyota Yaris.


Raum-Riese Honda Jazz

Viel Platz auf wenig Fläche


Dazu gibt es mehr Assistenten, ein Infotainmentsystem mit erweiterter Konnektivität und erstmals einen "Personal Assistant". Den Begriff kennt man von BMW, die Funktion auch von Mercedes, Google, Alexa oder Apples Siri: Mit dem Begriff "OK Honda" aktiviert man eine Sprachsteuerung, die mit künstlicher Intelligenz in der Lage sein soll, natürliche Sprache zu verstehen. Sie bekommt sogar ein Gesicht, oder zumindest das, was Honda eine "abstrakte Gesichtsanimation" nennt. Zur sprachlichen Interaktion soll die visuelle Rückmeldung kommen, findet Honda.

Eher klassisch rustikal: Honda führt beim Jazz für 2020 die neue Ausstattung Crosstar ein, die mit Plastik an den Radläufen und einen Look mit angedeutetem Kühlergrill auf Naturbursche macht. Dabei wirkt der neue Jazz insgesamt ganz schön groß. Honda hebt ihn im Vergleich zum Vorgänger optisch an. Er wirkt dadurch ohnehin fast wie eine Kreuzung aus SUV und Van.  

Schnellere Bedienung im Honda Jazz 

Innen bringt Honda je nach Ausstattungsvariante mal mehr mal weniger Farbe unter. Höhere Ausstattungen werden im Cockpit mit mehr weicherem Material bezogen. Der Crosstar bekommt Kunstleder aufs Armaturenbrett. Und Hartplastik. Allerdings primär im oberen Bereich – dort, wo man sich strecken muss, um den Klopftest zu machen. Auch die Türverkleidungen bestehen zu großen Teilen aus hartem Kunststoff. Normal in einem nominellen Kleinwagen und im Jazz gut ausgeführt. Die Oberfläche fühlt sich angenehm an und sieht gut aus. Dass sie hart ist, sieht man nicht auf den ersten Blick. Zusätzlich gibt es im Cockpit ein großes Infotainmentsystem und einen digitalen Instrumententräger.

Honda Jazz 2020
Quelle: Honda Vernetzung und Assistenten holt Honda mit dem Modellwechsel auf den neuesten Stand

Honda verspricht, an der Bedienung geschraubt zu haben. Auf Sicherheit und Ergonomie sei dabei besonders viel Wert gelegt worden. Die Funktionen, die man am Infotainment am häufigsten nutzt, lassen sich beim Honda Jazz 2020 im Vergleich zum Vorgänger um "58 Prozent schneller bedienen", verspricht Honda. Individuell anzulegende Shortcuts sollen außerdem helfen, die Bedienung zu vereinfachen. Informationen zum Wetter, Parkplätzen, Musik und natürlich für die Navigation holt der Honda Jazz sich online, das Smartphone lässt sich über die Standards Apple Carplay und Android Auto koppeln. Gut: Die Bedienung der Klimaanlage lagert Honda wieder in ein separates Bedienteil aus.

Die größte Stärke des Honda Jazz liegt jedoch weiter hinten. Daran ändert sich künftig im Vergleich zum alten Honda Jazz wenig: Die Rückbank bietet viel Platz, Knie und Kopf stoßen nirgendwo an. Trotzdem bleibt hinter den Hintensitzern genügend Raum fürs Gepäck. Die Ladekante liegt angenehm tief, das kaum zerklüftete Ladeabteil ist gut nutzbar. Ein bisschen kleiner ist das Abteil jedoch geworden. 298 Liter passen ins Heck, bei umgelegter Rückbank werden es 1.203. Der Vorgänger konnte 354 Liter bis rund 1.300 Liter einladen. 

Die Magic Seats verzaubern weiter 

Die Stärke des Jazz-Konzepts zeigt sich vor allem in seiner Variabilität. Die Ladefläche wird beim Umklappen wunderbar eben – ein Vorteil der Van-Konstruktion. Die „Magic Seats“, wie Honda das aus den Vorgängern bekannte, clevere Sitzsystem nennt, bleiben. Dabei sinken die Sitzflächen nach unten, wenn man die Rückenlehnen umlegt. Alternativ lassen sich die Sitzflächen genau wie bisher nach oben klappen und dort arretieren. Das schafft hinter den Vordersitzen einen schmalen, aber hohen Laderaum. Hier lässt sich, je nach dessen Größe, ein Fahrrad aufrecht stehend transportieren. Feine Variabilität, die es in der Klasse sonst nirgends gibt und die der Tatsache zu verdanken ist, dass sich der Tank unter die Vordersitze duckt. 



Der Hybridantrieb des Honda Jazz 2020 

Herz des neuen Honda Jazz ist ein Hybridantrieb, der neuerdings mit dem Kürzel e:HEV kenntlich gemacht wird. Damit bezeichnet Honda die neue Generation von Hybridantrieben, die neben einem Verbrenner über zwei Elektromotoren verfügen. Den Part des Verbrenners übernimmt ein 1,5-Liter-Benziner mit vier Zylindern. Die Systemleistung liegt bei 80 kW/109 PS, der Elektromotor verfügt über ein Drehmoment von 253 Newtonmetern. Der Verbrauch wird mit 3,6 Litern auf 100 Kilometern für das Basismodell angegeben. Der Crosstar verbraucht mit 3,9 Litern etwas mehr.

Drei verschiedene Fahrmodi stehen im Honda Jazz 2020 zur Verfügung. In "EV Drive" treibt der von einer Lithium-Ionen-Batterie versorgte Elektromotor alleine den Jazz Hybrid an. Im Modus "Hybrid Drive" treibt der Benziner den zweiten Elektromotor an. Der fungiert dann als Generator und liefert Strom für den elektrischen Antriebsmotor. "Engine Drive" verbindet den Benziner direkt mit den Antriebsrädern, der Jazz ist also wie ein ganz normaler Verbrenner unterwegs. In der Innenstadt soll der Jazz so üblicherweise selbständig zwischen Elektro- und Hybridantrieb wechseln. Bei höheren Geschwindigkeiten greift der Verbrenner ein und der E-Motor kann einen zusätzlichen Boost-Effekt einbringen. Beim Verzögern wird rekuperiert.


Honda Jazz 2020 Magic Seats
Quelle: Honda Mit den sogenannten "Magic Seats" behält der Honda Jazz sein Alleinstellungsmerkmal: Der Rücksitzraum lässt sich ruck zuck in einen Laderaum verwandeln, der sogar aufrecht stehende Fahrräder schluckt

Honda will bis 2022 alle wichtigen Baureihen elektrifiziert haben. Dafür erdachte das Honda-Marketing ein weiteres Label namens e:Technology, das für jegliche Art von elektrifizierten Antrieben steht. Den Vorgänger des neuen Jazz bot Honda in Europa zu keinem Zeitpunkt mit Hybridantrieb an, anders als in Japan. Ein Grund dafür dürfte die hohe Zahl kritischer Rückrufe gewesen sein, die der Hersteller wegen des Antriebs im Heimatland starten musste. Ähnliche Qualitätsprobleme wird Honda beim Nachfolger auf jeden Fall vermeiden wollen. 

Die komplette Preisliste für den Honda Jazz 2020 gibt der Hersteller noch nicht bekannt. Klar ist: Er wird deutlich teurer als der Vorgänger. Der aktuelle Honda Jazz kostet mindestens 17.290 Euro, der neue startet bei 22.000 Euro. Den Jazz Crosstar mit mehr Ausstattung bietet Honda ab 26.250 Euro an. Der Marktstart erfolgt im Sommer 2020. 


Honda Jazz 2020: Bilder

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