Magic Seats und Hybridantrieb

Das ist der neue Honda Jazz 2020: Bilder, Infos

Der Honda Jazz fährt in der 4. Generation weiter zwischen Van und Kleinwagen. Er wird innen hübscher und bleibt vielseitig. Erste Details zum Honda Jazz 2020.

  • Heiko Dilk
  • 0
  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 2:33 PM
Honda Jazz 2020
Quelle: Honda Schmaler Grill und praktischer Innenraum: Beim Honda Jazz geht es auch in Zukunft um möglichst viel Platz auf wenig Raum

Der Honda Jazz ist ein heimlicher Star. Seit 2001 wurde der Kleinwagen, weltweit überwiegend unter dem Namen Fit bekannt, 7,5 Millionen Mal verkauft. Verständlich. Viel Raum auf wenig Fläche und große Variabilität sind gute Argumente. Auf der Tokio Motor Show zeigt Honda nun die vierte Generation des Fit, die 2020 wieder als Jazz zu uns kommt. Er bekommt eine Stupsnase, bleibt sich sonst treu und fährt bei uns künftig nur noch mit Hybridantrieb. Damit wird der Honda Jazz neben dem Toyota Yaris zum zweiten bei uns erhältlichen Kleinwagen mit Hybridantrieb.



Er wirkt ganz schön groß, dieser Jazz bzw. Fit, wie er da am Stand von Honda steht. Honda hebt ihn im Vergleich zum Vorgänger optisch an. Er wirkt dadurch fast wie eine Kreuzung aus SUV und Van. Das gilt vor allem für die neue Variante Crosstar, die mit Plastik an den Radläufen auf rustikal macht – und einen Look mit angedeutetem Kühlergrill bekommt. 

Fünf Ausstattungslinien für den Honda Jazz 

Vier weitere Versionen des Jazz zeigt Honda. Neben der treffend „Basic“ genannten Basisversion gibt es ein „Home“ getauftes Modell mit etwas mehr Farbe und weicherem Material im Cockpit. Eine sportlich angehauchte Version bringt farbige Dachholme und einen bunteren Innenraum mit Textilien und wasserabweisenden Sitzbezügen. Falls es diese Ausstattung nach Europa schafft, wird sie sicher nicht „Ness“ heißen. Denn die in Europa und Deutschland etablierten Ausstattungen heißen Trend, Comfort, Elegance oder Dynamic. Die japanische Topversion Luxe bekommt genau wie der Crosstar Kunstleder aufs Armaturenbrett.  

Honda Jazz 2020
Quelle: Honda Vernetzung und Assistenten holt Honda mit dem Modellwechsel auf den neuesten Stand

Und natürlich Hartplastik. Allerdings primär im oberen Bereich – dort, wo man sich strecken muss, um den Klopftest zu machen. Auch die Türverkleidungen bestehen zu großen Teilen aus hartem Kunststoff. Normal in einem nominellen Kleinwagen und im Jazz gut ausgeführt. Die Oberfläche fühlt sich angenehm an und sieht gut aus. Dass sie hart ist, sieht man nicht auf den ersten Blick. Zusätzlich gibt es im Cockpit ein großes Infotainmentsystem und einen digitalen Instrumententräger. 

Die große Stärke des Honda Jazz liegt jedoch weiter hinten. Daran ändert sich künftig im Vergleich zu gebrauchten Honda Jazz zum Glück nichts: Die Rückbank bietet viel Platz, Knie und Kopf stoßen nirgendwo an. Trotzdem bleibt hinter den Hintensitzern genügend Raum fürs Gepäck. Die Ladekante liegt angenehm tief, das kaum zerklüftete Ladeabteil ist gut nutzbar. Genaue Liter-Angaben macht Honda noch nicht. Anscheinend wird der Laderaum nicht kleiner als beim aktuellen Modell – dort fasst er 354 Liter. 

Die Magic Seats verzaubern weiter 

Die Stärke des Jazz-Konzepts zeigt sich jedoch vor allem in seiner Variabilität. Bei umgelegter Rückbank dürften in das neue Modell wieder mehr als 1.300 Liter hineinpassen – wie bisher. Die Ladefläche wird wunderbar eben – ein Vorteil der Van-Konstruktion. Und die „Magic Seats“, wie Honda das aus den Vorgängern bekannte, clevere Sitzsystem nennt. Dabei sinken die Sitzflächen nach unten, wenn man die Rückenlehnen umlegt. Alternativ lassen sich die Sitzflächen genau wie bisher nach oben klappen und dort arretieren. Das schafft hinter den Vordersitzen einen schmalen, aber hohen Laderaum. Hier lässt sich durchaus, je nach dessen Größe, ein Fahrrad aufrecht stehend transportieren. Feine Variabilität, die es in der Klasse sonst nirgends gibt und die der Tatsache zu verdanken ist, dass sich der Tank unter die Vordersitze duckt. 

Hybridantrieb im Honda Jazz 

Zum Antrieb hält sich Honda noch sehr bedeckt. Fest steht: Ein Hybrid soll den neuen Honda Jazz antreiben. Der Kleinwagen wird das erste Honda-Modell, das das neue Label e:HEV trägt. Diese Kennung bezeichnet bei Honda künftig eine neue Generation von Hybridantrieben, die neben einem Verbrenner über zwei Elektromotoren verfügen. Honda verspricht, dass man damit im Alltag deutlich längere Strecken elektrisch bewältigt als mit bisherigen Hybridantrieben. Viel mehr verraten die Japaner allerdings nicht.  

Honda Jazz 2020 Magic Seats
Quelle: Honda Mit den sogenannten "Magic Seats" behält der Honda Jazz sein Alleinstellungsmerkmal: Der Rücksitzraum lässt sich ruck zuck in einen Laderaum verwandeln, der sogar aufrecht stehende Fahrräder schluckt

2022 sollen jedenfalls alle wichtigen Baureihen elektrifiziert sein. Dafür erdachte das Honda-Marketing ein weiteres Label namens e:Technology, das für jegliche Art von elektrifizierten Antrieben steht. Den Vorgänger des neuen Jazz bot Honda in Europa zu keinem Zeitpunkt mit Hybridantrieb an, anders als in Japan. Ein Grund dafür dürfte die hohe Zahl kritischer Rückrufe gewesen sein, die der Hersteller wegen des Antriebs im Heimatland starten musste. Ähnliche Qualitätsprobleme wird Honda beim Nachfolger auf jeden Fall vermeiden wollen.  

Neben den Antrieben modernisiert Honda auch die Vernetzung des Jazz. Die neue Generation erhält als erstes Honda-Modell das neu entwickelte Infotainmentsystem namens Honda Connect. Das sorgt wie bisher für die Vernetzung mit dem Smartphone. Es beherrscht zusätzlich mehrere Remote Services und das für neue Fahrzeugtypen vorgeschriebene Notrufsystem eCall. Zusätzlich erweitert Honda die Sicherheitsausstattung des neuen Jazz.  

Detaillierte technische Daten für die Europa-Version des neuen Modells wird Honda zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen. Auch für verbindliche Preise ist es noch zu früh. Der aktuelle Honda Jazz kostet mindestens 17.290 Euro. Denkbar, dass der Nachfolger wegen des Hybridantriebs das Portemonnaie stärker beanspruchen muss. Verkaufsstart für den Honda Jazz ist im Februar 2020. 


Honda Jazz 2020: Bilder

  • Honda Jazz
    Quelle: Honda Die neue Variante Crosstar wird zumindest in Japan erhältlich sein und soll optisch an ein SUV erinnern
  • Honda Jazz 2020
    Quelle: Honda Vernetzung und Assistenten holt Honda mit dem Modellwechsel auf den neuesten Stand
  • Honda Jazz 2020
    Quelle: Honda Honda startet den Verkauf des neuen Jazz im Frühjahr 2020
  • Honda Jazz 2020
    Quelle: Honda Seit 2001 konnte Honda weltweit 7,5 Millionen Exemplare des Jazz verkaufen. Die neue Generation soll daran anknüpfen
  • Honda Jazz 2020
    Quelle: Honda Die Rücksitze des Honda Jazz lassen sich entweder flach umlegen oder hochkant klappen - ein vergleichbar ausgefuchstes Sitzsystem bietet sonst niemand
  • Honda Jazz 2020 Magic Seats
    Quelle: Honda Mit den sogenannten "Magic Seats" behält der Honda Jazz sein Alleinstellungsmerkmal: Der Rücksitzraum lässt sich ruck zuck in einen Laderaum verwandeln, der sogar aufrecht stehende Fahrräder schluckt
  • Honda Jazz 2020: Kofferraum
    Quelle: Honda Der ebene und kaum zerklüftete Kofferraum ist ein Vorteil der Van-Architektur des Honda Jazz
  • Honda Jazz 2020
    Quelle: Honda Schmaler Grill und praktischer Innenraum: Beim Honda Jazz geht es auch in Zukunft um möglichst viel Platz auf wenig Raum