So bleibt Dein SUV in der Spur

Gut und teuer – Das sind die besten Winterreifen für SUV

Ein guter Winterreifen ist für große SUVs unerlässlich. Denn die Masse des Autos und der Allradantrieb lassen die Reifen schneller an ihre Belastungsgrenze kommen als solche von normalen Pkw. Die gute Nachricht: Beim Kauf musst Du schon Pech haben, um an einen richtig schlechten Reifen zu geraten. Die schlechte: Die groß dimensionierten Winterreifen sind teuer. 

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:08 PM
Ein SUV stellt im Winter besondere Anforderungen an seine Reifen.

SUVs suggerieren eine höhere Sicherheit. Du sitzt höher und hast damit eine viel bessere Übersicht über den Verkehr. Außerdem haben sie viel Blech und damit eine große Knautschzone. Es stimmt, dass Du in solch hochbeinigen Autos besser geschützt bist. Die gute Traktion eines Allradantriebs macht den SUV zudem sicherer bei Kurvenfahrten. Im Winter kann der 4x4-Antrieb allerdings seine Tücken haben – gute Winterreifen können das aber ausgleichen.

Masse und Vortrieb fordern gute Gummis

Schwere SUVs haben grundsätzlich einen längeren Bremsweg als Kleinwagen. Um das Auto also rechtzeitig zum Stehen zu bringen, brauchen die Reifen mehr Grip. Allradautos kommen zudem schneller vom Fleck und können in Kurven dynamischer gefahren werden. Das bedeutet: Die SUV-Reifen werden stark beansprucht, die Teile können schneller verschleißen. Das ist ein weiterer Grund, sich für Qualitätsware zu entscheiden.

Autozeitschriften und Verkehrsclubs testen Winterreifen jährlich, auch spezielle SUV-Winterreifen werden seit einiger Zeit regelmäßig untersucht. Grundsätzlich gilt: An die Spitze setzen sich stets die Pneus großer bekannter Qualitätsmarken wie Goodyear, Dunlop, Michelin, Pirelli, Hankook oder Continental. Doch ganz so pauschal wie solche Ranglisten das nahelegen, sind die Ergebnisse nicht. In den unterschiedlichen Disziplinen zeigen die Gummis unterschiedlich starke Leistungen.

Grundsätzlich sind günstige Reifen keine schlechte Wahl, sie schneiden im Test jedoch weniger gut ab als Markenreifen.
Quelle: Robert Guenther (picture alliance / dpa Themendienst) Grundsätzlich sind günstige Reifen keine schlechte Wahl, sie schneiden im Test jedoch weniger gut ab als Markenreifen

Dreikampf der Gummis

Viel Geld und Zeit fließen in die Forschung und Entwicklung eines guten Winterreifens, denn er muss mehrere Dinge können: bei Schnee, Kälte und Nässe gut zurechtkommen und in Kurven stabil bleiben.

Weitere Merkmale können den Ausschlag für Bestnoten geben: Bietet der Reifen Komfort? Kann das Einlenkverhalten dem Fahrer ein gutes Gefühl für die Straße geben? Wie steht es um den Rollwiderstand, der Geräuschentwicklung und Effizienz beeinflusst? Und nicht zuletzt: Was kostet ein Satz Frischware? Nicht immer muss der teuerste Reifen der beste sein.

Kein Reifen fällt durch

Zuletzt führte zum Winter 2018 die Auto Bild Allrad einen SUV-Winterreifentest durch. In allen Disziplinen mussten zehn Modelle der Dimension 235/60 R 18 ran. Diese passen zum Beispiel an die Modelle Audi Q5, Hyundai Santa Fe, Kia Sorento, Land Rover Freelander, Lexus RX, Mercedes GLC, Nissan Murano, Porsche Macan, Volvo XC60, Volvo XC90 oder VW Touareg.

Grundsätzliche Erkenntnis: Billigreifen sind zwar kaum oder nur in Teildisziplinen zu empfehlen.  Doch sie machen gegenüber der Markenware Boden gut. Richtig schlecht war keiner der getesteten Reifen. Alle bestanden den Test, schlechtestes Ergebnis war ein „Befriedigend“. Die Bremswege bei 50 Stundenkilometern lagen zwischen 26,7 Metern (Continental) und 31,2 Metern (Toyo), was für den schlechtesten Reifen immerhin eine „Drei plus“ brachte.

Die einzelnen Modelle im Überblick

  • Toyo Snowprox S954 SUV: Der Günstigreifen des japanischen Herstellers punktet nur auf Nässe und belegt im Test den letzten Platz. Auf trockener Fahrbahn ist der Bremsweg vergleichsweise lang. Auch auf Schnee ist das Bremsverhalten defizitär. Note: „befriedigend“
  • Firestone Destination Winter SUV: Wären die Bremswerte und die Seitenführung nicht so mau, der US-Pneu würde weit besser abschneiden, denn vor allem auf Schnee kommt er gut zurecht. Gegen ihn spricht wiederum, dass er auf nasser und trockener Straße zum Untersteuern neigt, das Auto in Kurven also über die Vorderräder schiebt. Note: „befriedigend“
  • Achilles W 101 X: Der Billigreifen Achilles des indonesischen Reifenkonzerns Multistrada Arah Sarana fiel zunächst mit dem niedrigen Preis auf. Und er punktete auf Schnee mit der Note „gut“, auch sein Nässeverhalten ist besser, als man das von Fernost-Reifen aus vergangenen Tests kennt. Doch mangelt es ihm immer noch am Handling. Sein Rollwiderstand ist hoch, der Abrollkomfort niedrig. Note: „befriedigend“
  • Michelin Latitude Alpin LA2: Ist es ein regenarmer Winter, ist der Reifen aus Frankreich keine gute Wahl – denn mit trockenem Grund kommt er weniger gut klar. Sein Rollwiderstand treibt den Kraftstoffverbrauch in die Höhe, auch leiden Handling und Bremswege. Note: „befriedigend“
  • Nokian WR SUV 4: Es ist erwartbar für einen Winterreifen aus Finnland. Auf Schnee sind Bremsverhalten, Handling und Seitenführung vorbildlich. Dafür sind die Bremswege auf trockener Straße recht lang und das Ansprechverhalten ist weniger direkt. Note: „gut“ 
  • Dunlop Winter Sport 5 SUV: Der deutsche Hersteller hat sich offenbar an die hiesigen Winter angepasst. Denn regnet es, statt zu schneien, spielt der Winter Sport mit dynamischem Lenkverhalten und kurzem Bremsweg seine Stärken aus. Bleibt es trocken, fällt die Leistungskurve leicht ab, und nur ein „Befriedigend“ bringt ihm seine Performance auf Schnee ein. Note: „gut“
  • Fulda Kristall Control SUV: Aufs Treppchen schafft es der Reifen vom Hersteller aus Hanau, weil er auf Schnee eine sehr gute Traktion bietet und auf Nässe dem Aquaplaning den Schrecken nimmt. Allerdings schiebt er auf Schnee schneller als andere über die Vorderräder. Dafür ist er recht günstig. Note: „gut“
  • Continental WinterContact TS 850P SUV: Käme es nur darauf an, auf Schnee im Slalom um die Hütchen zu kommen, kein Reifen wäre im Test besser als der Pneu aus Niedersachsen. Grip und Bremsleistung auf weißem Grund sind sehr gut – doch erhöhtes Aquaplaning-Risiko und verlängerter Bremsweg auf trockener Straße verhageln ihm den Testsieg. Note: „gut“
  • Pirelli Scorpion Winter: Weil er für die kalte Jahreszeit über die Qualitäten eines Allrounders verfügt, landet der italienische Reifen auf Platz eins. In allen drei Kategorien bietet er eine hervorragende Performance, zudem ein gutes Handling und viel Grip bei Nässe. Der Rollwiderstand ist niedrig – nur der Preis nicht. Note: „vorbildlich“
  • Goodyear UltraGrip Performance SUV Gen-1: Ebenfalls auf Platz eins landet der US-Reifen. Auch hier: Egal, wie das Wetter in der kalten Jahreszeit auch gelaunt ist, der Reifen patzt nicht, lässt sich mit viel Gefühl präzise und mit erwartbarer Reaktion lenken und bremst das Auto in kürzester Zeit ab. Nur die Geräuschentwicklung ist mittelmäßig, was am leicht erhöhten Rollwiderstand liegt. Auch beim Preis mischt er ganz oben mit. Note: „vorbildlich“
Seit 2018 müssen Winterreifen statt der Kennzeichnung M+S ein Schneeflockensymbol an der Seite tragen.
Quelle: David Ebener (dpa) Seit 2018 müssen Winterreifen statt der Kennzeichnung M+S ein Schneeflockensymbol an der Seite tragen

Winterreifen und ihr Abschneiden in tabellarischer Übersicht

ModellPrädikatNote für Verhalten auf SchneeNote für Verhalten auf NässeNote für Verhalten bei TrockenheitPreis für Reifensatz (inkl. Mehrwertsteuer)
Goodyear UltraGrip Performance Gen-1 SUVvorbildlich2+1-2ab 388 Euro
Pirelli Scorpion Wintervorbildlich21-2+ab 360 Euro
Continental WinterContact TS 850 P SUVgut1-2+2-ab 328 Euro
Fulda Kristall Control SUVgut2+2+2ab 304 Euro
Dunlop Winter Sport 5 SUVgut21-2-ab 368 Euro
Nokian WR SUV 4gut12-2-ab 344 Euro
Michelin Latitude Alpin LA2befriedigend2+23+ab 420 Euro
Achilles W 101 Xbefriedigend22-2-ab 300 Euro
Firestone Destination Winter SUVbefriedigend1-3+3+ab 284 Euro
Toyo Snowprox S954 SUVbefriedigend3+2-2-ab 350 Euro

Das Schneeflockensymbol – ab 2024 Pflicht

Die Kennzeichnung M+S (Matsch und Schnee) auf Winterreifen ist veraltet. Seit 2018 müssen alle neuen Winterreifen das Alpine-/Schneeflockensymbol an der Flanke tragen. Für alle Reifen im Test traf das zu. Für ältere Reifen gilt eine Übergangsfrist bis 2024. Sie dürfen bis dahin noch das alte Zeichen tragen. Das Alter erkennt man an der DOT-Nummer, die ebenfalls die Reifenflanke ziert.



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