So fährt der BMW 118d Jahrgang 2019

Erste Fahrt im BMW 1er F40 (2019)

Mehr Assistenz, mehr Platz, mehr Infotainment: Der BMW 1er macht mit der Generation F40 einen Satz nach vorne. Wir waren unterwegs im 118d mit kräftigem Diesel.

  • Heiko Dilk
  • 0
  • Veröffentlicht am 08/08/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:07 PM
Ein weißer BMW 118d auf der Autobahn - Frontansicht
Quelle: BMW BMW stellt den 1er zum Modellwechsel auf eine neue Plattform: Erstmals fährt er mit Frontantrieb

Ein bisschen Wehmut und Nostalgie fahren mit bei dieser ersten Fahrt. Dabei macht der neue BMW 1er es einem leicht, ihn zu mögen. Jedenfalls als 118d. In unserem unschuldig weißen Testwagen brummt ein feiner 2,0-Liter-Diesel. 150 PS (110 kW) und 350 Newtonmeter werden über eine Achtgang-Automatik an die Vorderräder geleitet. Ja, die Vorderräder.

Das ist der Grund für die Wehmut. BMW wechselt mit der neuen Generation auf eine neue Plattform. Hinterradantrieb ist Geschichte. Das Topmodell M135i xDrive ändert damit seinen Charakter (hier geht es zum Fahrbericht des M135i xDrive). Im 118d spielt das kaum eine Rolle. Der ist: nahrhaftes Schwarzbrot. In Form eines Volumendiesels in der Kompaktklasse. 

BMW 118d: Erste Fahrt im 150-PS-Diesel

Schon beim Einsteigen spürt man den Unterschied zum Vorgänger der Generation F20. Man sitzt höher, plumpst nicht mehr so sportwagenmäßig tief in den Fahrersitz. Die Sitzposition ist trotzdem gut. Das Lenkrad lässt sich weit heranholen und in der Höhe verstellen. Der Fahrer blickt auf das neue Digital-Display mit 10,25 Zoll Diagonale. Optional natürlich. Serienmäßig gibt es analoge Instrumente. Darüber blendet ein helles, scharfes, 9,2 Zoll großes Head-up-Display die wichtigsten Infos ein.

BMW 118d F40 - Innenraum und Cockpit
Quelle: BMW Im Innenraum erinnert der BMW 1er nun an die größeren Brüder, das Zentraldisplay rückt näher ans Lenkrad

Das sieht gut aus und gab es bislang bei BMW nur in höheren Klassen. Mit der neuen 1er-Plattform finden viele Extras ins Kompaktsegment, die es bisher erst ab der Mittelklasse gab. Das gilt fürs Infotainment, das jetzt natürliche Sprache versteht und dazulernt, das gilt für die Assistenten. Der 1er hält die Spur, fährt im Stau fast alleine, setzt bis zu 50 Meter weit autonom zurück. Kostet natürlich alles extra, doch vorher gab es vieles davon nicht mal gegen Aufpreis.

Doch jetzt soll es ums Fahren gehen. Der 118d legt mit angenehmem Timbre los, er grummelt kaum hörbar vor der serienmäßigen Akustik-Windschutzscheibe und wird selbst dann nicht unangenehm, wenn man ihn fordert. Kurzer Kick-down, die Achtgang-Automatik legt einen tieferen Gang ein. Der 1er zieht elastisch durch, ohne noch einmal das Getriebe bemühen zu müssen. Mehr Kraft braucht man nicht.



Komfortabel mit Verstellfahrwerk

Ein bisschen mehr Tempo würde man sich allenfalls vom Aisin-Getriebe wünschen. Soll es flott aus der Kurve gehen, schaltet es eine Spur zu träge runter. Die Achtgang-Automatik von ZF, die in Modellen mit längs eingebautem Motor eingesetzt wird, arbeitet eine Spur zackiger. Jammern auf hohem Niveau.

Die Lenkung fühlt sich auf den ersten Metern ein bisschen zu fest an, sobald sie aus der Mittellage soll. Doch man gewöhnt sich zügig daran. Mit mehr Tempo wird es besser. Vor allem auf leicht pickligem Belag zeigt sich, dass sie genügend Infos an die Finger lässt und gut über Reifen und Asphalt informiert.

Das Fahrwerk arbeitet ebenfalls tadellos. Unser 118d rollt auf den optionalen adaptiven Dämpfern, die BMW für 500 Euro einbaut. Mit der Ausstattung M Sport kostet das Verstellfahrwerk sogar nur 150 Euro. Ohne das Serienteil zu kennen: Vermutlich eine gute Investition. Im Comfort-Modus federt der 1er angenehm verbindlich, nicht zu straff, nicht zu weich.

BMW 1er 2019 (F40) in weiß - Heckansicht
Quelle: BMW Der neue 1er startet am 28. September 2019 in den Markt. Die Preise beginnen vorerst bei 32.200 Euro

Die 18-Zöller rollen über harte Kanten, ohne unangenehme Stöße auszuteilen. Das gilt sogar für den Sport-Modus, wenn die Dämpfer sich merklich straffen. Dann wird es allenfalls bei niedrigen Geschwindigkeiten in der Stadt gelegentlich etwas holprig. Ansonsten fährt der 1er ruhig, solide und satt, und selbst bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn angenehm ruhig.

Fazit: Guter Kompakter für viel Geld

Er fährt also wirklich ordentlich, dieser neue 1er. Als 118d angenehm komfortabel, solide und trotzdem sportlich, wenn man will. Dazu gibt es 20 Liter mehr Platz im Kofferraum als beim Vorgänger. Dazu lassen sich die Rücksitzlehnen in Cargostellung bringen, was weitere 40 Liter Gepäckraum schafft. Passagier sitzen mit vernünftiger Beinfreiheit und genug Platz am Scheitel.

Das Interieur der gut ausgestatteten Testwagen wirkt wertig, solide und richtig schick für einen Kompakten. Kein Wunder: Schalter und Bedieneinheiten stammen aus dem 3er. Manche Zierleiste wirkte nicht wirklich edel, doch das ist Geschmackssache. Dazu gibt es modernes Infotainment und viele Assistenten.

Wie immer bei BMW hat das seinen Preis. Der 118d startet bei 32.400 Euro, die Basis 118i kostet noch 28.200 Euro. Damit orientiert BMW sich nah an der Konkurrenz von Mercedes. Die ebenfalls noch frische A-Klasse startet etwas weiter unten, aber nur weil die Motoren in der Basis schwächer sind. Ein zum 118d vergleichbarer A 200 d liegt knapp über 34.000 Euro.

BMW 118d (F40, 2019): Technische Daten, Preis

  • Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel
  • Leistung: 150 PS (110 kW) b. 2.500-4.000 U/min
  • Drehmoment: 350 Nm b. 1.750-4.000 U/min
  • Antrieb: Vorderräder, 6-Gang manuell (8-Gang-Automatik)
  • 0-100 km/h: 8,5 s (8,4 s)
  • Geschwindigkeit: 218 km/h (216 km/h)
  • Verbrauch: 4,4-4,1 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 116-108 g/km
  • Länge: 4.319 mm
  • Breite: 1.799 mm
  • Höhe: 1.434 mm
  • Radstand: 2.670 mm
  • Kofferraumvolumen: 380-1.200 l
  • Gewicht: 1.475 kg (1.505 kg)
  • Preis: ab 32.400 Euro

Der BMW 118d im Fahrbericht - Bildergalerie

  • Ein weißer BMW 118d auf der Autobahn - Frontansicht
    Quelle: BMW BMW stellt den 1er zum Modellwechsel auf eine neue Plattform: Erstmals fährt er mit Frontantrieb
  • Ein weißer BMW 118d auf der Autobahn - Heckansicht
    Quelle: BMW In der Heckansicht wirkt der BMW 118d F40 deutlich höher als der Vorgänger
  • Ein weißer BMW 118d (2019) in der Heckansicht
    Quelle: BMW Die Heckklappe des neuen BMW 1er fällt breiter aus als beim Vorgänger, das erleichtert die Beladung
  • Ein BMW 118d in weiß in der Seitenansicht
    Quelle: BMW Der neue BMW 1er wächst in der Länge, er misst nun knapp 4,32 Meter
  • Ein BMW 1er F40 in weiß von vorne
    Quelle: BMW Die Doppelniere am 1er-BMW wird größer, die Front erinnert an den BMW 5er GT
  • BMW 118d F40 - Innenraum und Cockpit
    Quelle: BMW Im Innenraum erinnert der BMW 1er nun an die größeren Brüder, das Zentraldisplay rückt näher ans Lenkrad
  • Der Kofferraum des neuen BMW 1er mit teilweise aufgestellter Rückenlehne
    Quelle: BMW Der Kofferraum des BMW 1er fasst 380 Liter, mit Rückbank in Cargostellung werden es 40 Liter mehr
  • Blick auf die Rücksitzbank des BMW 1er von 2019
    Quelle: BMW Auf der Rückbank gibt es jetzt mehr Platz für Knie und Köpfe als beim 1er der Generation F20
  • Mittelkonsole mit Schalthebel und iDrive-Drehrad im BMW 118d
    Quelle: BMW Die Bedienung des Infotainments erfolgt auf Wunsch per iDrive-System auf der Mittelkonsole
  • BMW 1er 2019 (F40) in weiß - Heckansicht
    Quelle: BMW Der neue 1er startet am 28. September 2019 in den Markt. Die Preise beginnen vorerst bei 32.200 Euro