Wann lohnt sich der Wechsel für Dich?

Elektrofahrzeuge: Das musst Du wissen

Ob Mercedes-Benz, VW, BMW oder Renault – spätestens ab 2019 wird jede große Automobilmarke mehrere Elektrofahrzeuge auf dem Markt haben. Mit den Fahrzeugen wollen die Hersteller nicht zuletzt die strenger werdenden Umweltauflagen erfüllen. Doch Elektroauto ist nicht gleich Elektroauto: Derzeit werden unter der Bezeichnung gleich drei unterschiedliche Antriebskonzepte zusammengefasst. Wir sagen Dir, was Du wissen musst, wenn Du Dein altes Auto gegen ein Auto mit Elektromotor eintauschen willst.

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  • Veröffentlicht am 08/09/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:07 PM
Reine Elektrofahrzeuge wie das Tesla Model 3 nutzen als Antrieb Lithium-Ionen-Akkus.
Quelle: David Zalubowski/picture alliance/AP Images Reine Elektrofahrzeuge wie das Tesla Model 3 nutzen als Antrieb Lithium-Ionen-Akkus

Die ökologischen Probleme der Nutzung von Autos mit Verbrennungsmotor sind nicht von der Hand zu weisen. Zwar haben sich dank technologischer Fortschritte die Emissionen von Schadstoffen sowie des Treibhausgases Kohlendioxid pro Auto deutlich reduziert. Gleichzeitig ist jedoch in den vergangenen acht Jahren der Bestand an Fahrzeugen in Deutschland um zehn Prozent gewachsen. Insbesondere schwere SUV mit leistungsstarken Dieselmotoren erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Unter dem Strich fallen die ökologischen Fortschritte der Autos damit kaum ins Gewicht. Das Fahren von E-Autos kann zu einer Trendumkehr bei den stetig anwachsenden Straßenverkehrs-Emissionen führen.
Der Begriff Elektroauto umfasst allerdings nicht ein einzelnes Antriebskonrezept, sondern drei verschiedene. In der „Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge“ des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) werden diejenigen Modelle aufgeführt, die nach den Maßstäben des Gesetzgebers niedrige Emissionswerte aufweisen. Diese Fahrzeuge kommen für finanzielle Förderung infrage. Der Netto-Basispreis der Elektroautos in dieser Übersicht darf den Wert von 60.000 Euro jedoch nicht überschreiten.

Fahrzeuge wie der Hyundai Nexo produzieren ihren Strom mithilfe einer Brennstoffzelle
Quelle: Daniel Fouray/picture alliance/MAXPPP/dpa Fahrzeuge wie der Hyundai Nexo produzieren ihren Strom mithilfe einer Brennstoffzelle

Reine Elektrofahrzeuge: BEV

Reine Elektrofahrzeuge werden international als Battery Electric Vehicles oder kurz als BEV bezeichnet. Unmittelbar stoßen sie keinerlei Schadstoffe oder Treibhausgase aus. Allerdings sind die Autos auf Strom angewiesen – und oftmals stammt dieser aus umweltschädlichen Kohlekraftwerken. Zum Speichern der elektrischen Energie nutzen die E-Autos mehrere große Lithium-Ionen-Akkumulatoren, die größtenteils im Fahrzeugboden angeordnet sind. Diese wird in einen oder mehrere Drehstrommotoren geleitet, die das Fahrzeug in Bewegung versetzen. Ein Umrichter sorgt dafür, dass der Gleichstrom aus der Batterie in Wechselstrom für den Motor umgewandelt wird. Nimmt man den Fuß vom Gaspedal, rekuperiert das E-Auto: Der Elektromotor wird zum Generator, der mithilfe des Umrichters den erzeugten Wechselstrom wieder als Gleichstrom in die Batterie zurückführt. Zu den größten Nachteilen von Elektroautos gehört zurzeit noch die geringe Reichweite vieler Modelle. Neben der Reichweite ist auch das Aufladen der Batterie bei vielen Autos mit Elektroantrieb problematisch. Es dauert verhältnismäßig lange bis die Batterie der E-Autos vollständig aufgeladen ist.
In der Übersicht des BAFA findet sich unter anderen der elektrische Kleinwagen Renault Zoe. Das Modell R90 hat nach Herstellerangaben eine Spitzenleistung von 92 PS, ein maximales Drehmoment von 220 Newtonmetern, eine Batteriekapazität von 41 kWh und eine Reichweite nach WLTP-Zyklus von 317 Kilometern. Nach Angaben des ADAC liegt der Verbrauch bei 20,3 kWh/100 km. Die Preise beginnen bei 25.290 Euro.
Die BAFA-Liste führt auch das amerikanische Mittelklasse-Elektroauto Tesla Model 3. Die Variante AWD Long Range hat eine Spitzenleistung von 462 PS, ein maximales Drehmoment von 630 Newtonmetern, eine Batteriekapazität von 75 kWh und eine Reichweite von 560 Kilometern nach WLTP-Zyklus. Nach Angaben des ADAC liegt der Verbrauch bei 20,9 kWh/100 km. Die Preise für dieses Modell beginnen bei 56.800 Euro.

Elektroautos deutscher Hersteller

  • Audi e-tron quattro: Preis ab 80.900 Euro, Reichweite laut Hersteller (NEFZ): 414 Kilometer
  • BMW i3: Preis ab 38.000 Euro, Reichweite laut Hersteller (NEFZ): 359 Kilometer, Alltagsreichweite (laut Hersteller): bis zu 260 Kilometer
  • e.GO Life 20/40/60: Grundpreis 15.900 Euro/17.400 Euro/19.900 Euro, Reichweite laut Hersteller (realer Stadtbetrieb): 104 Kilometer/124 Kilometer/158 Kilometer
  • Mercedes EQC: Preis ab 71.281 Euro, Reichweite laut Hersteller (WLTP): 390 Kilometer
  • Opel Ampera-E: Preis ab 42.990 Euro, Reichweite laut Hersteller (NEFZ): bis zu 520 Kilometer
  • Smart forfour EQ: Preis ab 22.600 Euro, Reichweite laut Hersteller (NEFZ): 137-154 Kilometer
  • Smart fortwo EQ Cabrio: Preis ab 25.200 Euro, Reichweite laut Hersteller (NEFZ): 144-159 Kilometer
  • Smart fortwo EQ coupé: Preis ab 21.940 Euro, Reichweite laut Hersteller (NEFZ): 145-160 Kilometer
  • VW Golf VII e-Golf: Preis ab 35.900 Euro, Reichweite laut Hersteller (WLTP): 231 Kilometer
  • VW up!/e-up!: Preis ab 22.975 Euro, Reichweite laut Hersteller (WLTP): 160 Kilometer 

(Quelle: ADAC, Stand: Juli 2019)

Elektroautos französischer Hersteller 

  • Citroën C-Zero: Preis ab 21.800 Euro, Reichweite laut Hersteller (WLTP): bis zu 100 Kilometer
  • Citroën E-Méhari: Preis ab 25.270 Euro, Reichweite laut Hersteller (NEFZ): bis zu 195 Kilometer
  • Peugeot i-On: Preis ab 21.800 Euro, Reichweite laut Hersteller (WLTP): bis zu 100 Kilometer
  • Renault Kangoo Z.E. / Z.E. Maxi: Preis ab 24.776 Euro (Maxi ab 26.204 Euro) zzgl. Batteriemiete, Reichweite laut Hersteller (NEFZ): bis zu 270 Kilometer, Reichweite laut Hersteller (Realbedingungen): 200 Kilometer
  • Renault Twizy: Preis ab 6.950 Euro zzgl. Batteriemiete, Reichweite laut Hersteller: bis zu 50 Kilometer (Überland), bis zu 80 Kilometer (innerstädtisch)
  • Renault Zoe: Preis ab 21.900 Euro zzgl. Batteriemiete, Reichweite laut Hersteller (WLTP): bis zu 175 Kilometer (Z.E. 22), bis zu 316 Kilometer (Z.E. 40)

(Quelle: ADAC, Stand: Juli 2019)

Elektroautos koreanischer Hersteller

  • Hyundai Kona Elektro: Preis ab 34.600 Euro (39 kW) und 39.000 (64 kW), Reichweite laut Hersteller (WLTP): 289 Kilometer (39 kW) und 449 Kilometer (64 kW)
  • Hyundai Ioniq: Preis ab 33.300 Euro, Reichweite laut Hersteller (NEFZ): 280 Kilometer
  • Kia e-Niro: Preis ab 34.290 Euro, Reichweite laut Hersteller (NEFZ): bis zu 455 Kilometer
  • Kia e-Soul: Preis ab 33.990 Euro, Reichweite laut Hersteller (NEFZ): bis zu 452 Kilometer

(Quelle: ADAC, Stand: Juli 2019)

Modelle wie der Toyota Prius Plug-in sind sogenannte Plug-in-Hybride.
Quelle: Rodrigo Reyes Marin/picture alliance/ZUMAPRESS.com Modelle wie der Toyota Prius Plug-in sind sogenannte Plug-in-Hybride – nutzen also sowohl einen Elektro- als auch einen Verbrennungsmotor

Elektroautos japanischer Hersteller

  • Nissan e-NV200 Evalia: Preis ab 41.035 Euro, Reichweite laut Hersteller (NEFZ): bis zu 275 Kilometer
  • Nissan Leaf: Preis ab 36.800 Euro (40 kWh) und ab 44.700 Euro (62 kWh), Reichweite laut Hersteller (WLTP): bis zu 385 Kilometer

(Quelle: ADAC, Stand: Juli 2019)

Elektroautos amerikanischer Hersteller

  • Tesla Model 3: Preis ab 56.800 Euro, Reichweite laut Hersteller (WLTP): 560 Kilometer
  • Tesla Model S: Preis ab 71.999 Euro (75 D) und ab 111.400 Euro (100 D), Reichweite laut Hersteller (NEFZ): 417 Kilometer (75 D) und 632 Kilometer (100 D)
  • Tesla Model X: Preis ab 96.280 Euro (75 D) und ab 115.980 Euro (100 D), Reichweite laut Hersteller (NEFZ): 490 Kilometer (75 D) und 565 Kilometer (100 D)

Plug-in-Hybride PHEV

Plug-in-Hybride (Plug-in Hybrid Electric Vehicle, kurz PHEV) kombinieren einen Verbrennungsmotor mit einem zusätzlichen Elektromotor. Damit können die Autos kurze Strecken rein elektrisch fahren. Im Stand wird die Batterie über eine Steckdose (daher Plug-in) mit elektrischer Energie versorgt. Alternativ wird sie im Fahren durch den Verbrennungsmotor geladen. Die Vorteile der Plug-in-Hybride sind die lokal emissionsfreie elektrische Fahrt und die hohe Reichweite des Verbrennungsmotors. Ein Nachteil ist das hohe Gewicht durch die doppelte Antriebstechnik. Im Vergleich zu Modellvarianten mit Verbrennungsmotor sind sie zudem deutlich teurer. Darüber hinaus fahren die meisten Plug-in-Hybride von Herstellern wie BMW, Audi, Renault & Co. in der Praxis viel zu selten elektrisch. Den Umweltschutzgedanken der Elektromobilität führen sie damit ad absurdum.
Nach Maßgabe des Gesetzgebers sind Plug-in-Hybride nur dann förderungswürdig, wenn sie nicht mehr als 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Darunter fällt etwa das Mittelklassefahrzeug Toyota Prius Plug-in mit Elektro- und Benzinmotor sowie einer Systemleistung von 122 PS. Die elektrische Reichweite beträgt beim Prius mehr als 50 Kilometer. Die maximale Reichweite mit Verbrennungsmotor liegt bei circa 1.200 Kilometern. Nach Angaben des Herstellers liegen der Benzinverbrauch im WLTP-Zyklus bei 1,2 l/100 km und der Stromverbrauch bei 10,0 kWh/100 km. Der CO2-Ausstoß kommt auf 28 g/km. Die Preise für den Toyota Prius Plug-in beginnen bei 37.550 Euro.

Brennstoffzellenfahrzeuge FCEV

Brennstoffzellenfahrzeuge (Fuel Cell Electric Vehicle, kurz FCEV) sind ebenfalls reine Elektrofahrzeuge. Im Unterschied zu klassischen Elektroautos produzieren sie den zum Fahren nötigen Strom allerdings mithilfe einer Brennstoffzelle selbst. Als Kraftstoff dient ihnen flüssiger Wasserstoff, der in der Brennstoffzelle mit dem Sauerstoff der Luft reagiert und dabei Strom und – als einzige Emission – Wasserdampf produziert. Dieses Antriebskonzept hat zum einen den Vorteil, dass das Fahrzeug innerhalb von fünf Minuten vollgetankt werden kann. Zum anderen erlaubt es hohe Reichweiten von über 700 Kilometern. Zu den großen Nachteilen der Brennstoffzellenfahrzeuge zählen ihr sehr hoher Preis und das äußerst dünne Wasserstoff-Tankstellennetz in Deutschland.
Die BAFA-Übersicht der förderfähigen Elektroautos nennt bei den Fahrzeugen mit Brennstoffzelle unter anderen den Hyundai Nexo. Das koreanische SUV hat umgerechnet eine Leistung von rund 120 PS, ein Drehmoment von 395 Newtonmetern und eine Reichweite von maximal 756 Kilometern. Die Preise für das Fahrzeug beginnen bei 69.000 Euro.

Aktuelle Brennstoffzellenfahrzeuge

  • Hyundai Nexo: Preis ab 69.000 Euro, Reichweite laut Hersteller (NEFZ): bis zu 756 Kilometer
  • Toyota Mirai: Preis ab 78.600 Euro, Reichweite (ADAC Ecotest 2016): bis zu 480 Kilometer

(Quelle: ADAC, Stand: Juli 2019)

Verbrauchsangaben bei Elektroautos

Die traditionelle Verbrauchsangabe „Liter auf 100 Kilometer“ (l/100 km) bei Autos mit Verbrennungsmotor vermittelt einen guten Eindruck davon, wie sparsam oder durstig ein Fahrzeug ist. Doch bei E-Autos wird der Energiebedarf in Kilowattstunden auf 100 Kilometer (kWh/100 km) dargestellt. Das macht es für die meisten Autofahrer schwierig zu erkennen, ob ein Fahrzeug viel oder wenig Strom verbraucht. Orientierungshilfe beim Thema Elektromobilität verspricht unter anderem eine Messung des ADAC. Demnach benötigt ein Hyundai Ioniq Elektro Style 14,7 kWh für 100 Kilometer. Das Modell i3 von BMW braucht für die gleiche Distanz 17,4 kWh, bei einem Tesla Model X 100D sind es bereits 24,0 kWh. 
Doch wie verhalten sich diese Angaben zur bekannten Einheit l/100 km, die wir von herkömmlichen Fahrzeugen kennen? Benötigt ein Elektroauto vielleicht sogar mehr elektrische Energie für 100 Kilometer als ein vergleichbarer Benziner oder Diesel? Online-Rechner helfen dabei, die Verbräuche von Strom, Benzin, Diesel (und Gas) sehr einfach miteinander zu vergleichen. Der „durstige“ Tesla Model X 100D mit seinen 24,0 kWh/100 km kommt dabei rechnerisch auf einen sehr niedrigen Benzinverbrauch von 2,9 l/100 km. Er bestätigt damit, dass das Elektroauto effizienter ist und deutlich weniger elektrische Energie verbraucht als konventionelle Autos mit Verbrennungsmotor.