Mehr als eine Investition in die Zukunft

Elektroauto-Aktien – Lohnt sich der Kauf?

Während in so unterschiedlichen Ländern wie China, Norwegen oder Estland die Elektromobilität schon länger eine entscheidende Rolle spielt, nimmt das Thema in Deutschland erst jetzt richtig Fahrt auf. Mit dem stetig zunehmenden Interesse an Elektroautos wächst nun das Börsen-Potenzial. Wir sagen Dir, ob es sich bereits heute lohnt, in Aktien der E-Autohersteller zu investieren, und wenn ja, in welche?

    0
  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:07 PM
Besonders Hersteller von Batterien für Elektroautos sind ein lohnendes Investment.
Quelle: picture alliance / imageBROKER Besonders Hersteller von Batterien für Elektroautos sind ein lohnendes Investment

Die Elektromobilität boomt. Fast alle traditionellen Hersteller bieten bereits mehrere Modelle an oder bringen sie in den kommenden zwölf Monaten auf den Markt. Bisher aber sind es neben der US-Marke Tesla vor allem chinesische Elektroauto-Hersteller wie BYD oder Nio, aber auch japanische Elektronikkonzerne wie Panasonic, die in wenigen Jahren in Sachen Elektromobilität eine enorme Entwicklung durchlaufen, haben ihr Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft. Das Online-Broker-Portal LYNX spricht daher gar von einem „Megatrend E-Mobility“ und geht davon aus, dass die Anzahl der neu verkauften Elektroautos in spätestens zwei bis drei Jahren von zwei Millionen Fahrzeugen im Jahr 2018 auf fünf bis sechs Millionen pro Jahr wachsen kann.

Elektromobilität boomt und damit auch die Aktienkurse der Elektroautohersteller.
Quelle: picture alliance / dpa Themendie Elektromobilität boomt und damit auch die Aktienkurse der Elektroautohersteller

In China spielt die Musik

China ist der größte Automarkt der Welt und damit auch der größte Markt für Elektroautos. LYNX sieht in China den „Vorreiter in Sachen Elektromobilität“. Laut Center of Automotive Management (CAM) ist China mit mehr als einer Million E-Auto-Neuzulassungen und 4,5 Prozent Marktanteil unter den großen Industrienationen erneut weltweiter Spitzenreiter in Sachen Elektromobilität. 

China ist der größte Automarkt der Welt und damit auch der wichtigste Markt für Elektroautos.
Quelle: picture alliance / dpa China ist der größte Automarkt der Welt und damit auch der wichtigste Markt für Elektroautos

BYD ist der größte Hersteller von Elektroautos weltweit

Einer der wichtigsten Player in China ist BYD (Build your Dream), der größte Hersteller von Elektroautos weltweit, der zudem auch zu den größten Produzenten von Akkus zählt. Diese finden sich nicht nur in den eigenen Elektroautos wieder, sondern zum Beispiel auch in Mobiltelefonen. Zudem bietet BYD auch innovative Stromspeicherlösungen für Kraftwerke und Privathaushalte. 
Gründer des in Hong Kong gelisteten Unternehmens ist Wang Chuan-Fu. Sein ehrgeiziges Ziel: Er will mit BYD einmal mehr als 150 Milliarden US-Dollar Umsatz generieren. Der Vergleich mit Zahlen aus dem Jahr 2017 zeigt: Das wäre zehnmal so viel Umsatz wie noch 2017. Im Juli 2018 konnte BYD zum ersten Mal mehr Elektro- und Hybridfahrzeuge als mit konventionellen Kraftstoffen (vor allem Benzin) betriebene Fahrzeuge absetzen. 
Vor allem im Vergleich zum US-amerikanischen Unternehmen Tesla hat BYD ein recht großes Produktportfolio. Dazu zählen derzeit vier Pkw, drei Hybridfahrzeuge und sage und schreibe 16 elektrische Nutzfahrzeuge und Busse. 
Das zeigt: Fest in der Hand von BYD ist auch der Markt für Elektrobusse. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ sieht von weltweit knapp 400.000 elektrisch betriebenen Bussen 99 Prozent auf Chinas Straßen – die meisten davon tragen das BYD-Logo. BYD-Elektrobusse gelten längst nicht nur in chinesischen Mega-Citys als Antwort auf die zunehmende Luftverschmutzung, auch international stoßen sie auf großes Interesse. So hat etwa der amerikanische Großinvestor Warren Edward Buffett das Potenzial von BYD schon lange erkannt. Bereits 2008 erwarb die von Buffett geleitete Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway ein BYD-Aktienpaket für rund 230 Millionen US-Dollar. Zehn Jahre später kann die Aktie eine Wertsteigerung von über 500 Prozent aufweisen. Heute ist das Investment rund 1,6 Milliarden US-Dollar wert. Damit ist BYD für Buffett das wertvollste Investment in ein öffentlich gehandeltes Unternehmen außerhalb der USA, so das Börsenportal finanzen.net. 

Panasonic – Marktführer für Lithium-Ionen-Akkus

Wenn der Name Panasonic fällt, denken viele an Unterhaltungselektronik. Tatsächlich aber verdient der japanische Konzern heute sein Geld zu einem nicht unwesentlichen Teil auf dem Automobilsektor. So seien Bordelektronik, digitale Cockpits, inklusive Infotainment-Systemen, sowie auch Akkus einer der wichtigsten und wachstumsstärksten Geschäftsbereiche, berichtet LYNX.
Der Akku ist das Herzstück beim Elektroauto und das teuerste Bauteil zugleich. Die Nachfrage ist riesig, hier ist enorm viel Geld zu verdienen – auch an der Börse. Panasonic hat bereits 2014 mit dem US-Autobauer Tesla im US-Bundesstaat Nevada eine Fabrik gebaut, die mit 6.500 Mitarbeitern auf 1.000.000 Quadratmetern Nutzfläche Lithium-Ionen-Akkus und Batteriepakete herstellt, die heute unter anderem Teslas neues Erfolgsmodell, Model 3, antreiben. Damit ist Panasonic heute noch vor BYD der unangefochtene Marktführer für Lithium-Ionen-Akkus, mit einem Marktanteil von mehr als einem Drittel. Mittlerweile hat das Unternehmen auch in China eine Fabrik für Akkus errichtet, die vor allem chinesische E-Autobauer beliefern soll. Die Aktie notierte an der Börse zwischenzeitlich bei 13,50 Euro. 

Hella leuchtet heller denn je

Das deutsche Unternehmen Hella zählt zu den 100 größten Zulieferern der Automobilbranche und gilt als Weltmarktführer in Sachen Entwicklung, Herstellung sowie Vermarktung von Komponenten und Systemen der Lichttechnik für Fahrzeuge. Damit bleibt das Familienunternehmen im Gegensatz zu anderen Zulieferern unbeeinflusst vom Wandel der Branche und der Krise des Verbrennungsmotors. Hella hat vielmehr Lösungen für die Batteriesteuerung entwickelt, die Strom sparen und damit wiederum die Reichweite von E-Autos positiv beeinflussen.
In den vergangenen Jahren konnte das Unternehmen aus Lippstadt seinen Umsatz stets steigern. So stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2017/18 zwar nur moderat um sieben Prozent an (von 6,6 Milliarden Euro auf 7,1 Milliarden Euro). Dafür legten aber die Gewinne von Hella deutlich stärker zu. Das Ergebnis je Aktie lag bei 3,50 Euro – das war eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (3,08 Euro) von 14 Prozent. 
Ende 2014 platzierte Helle seine Aktie erstmals an der Börse. Die Aktie wurde Anfang 2018 mit knapp 60 Euro notiert. Das war der bisherige Höchstwert. Anschließend folgten einige Monate der Korrektur. Aktuell wird die Aktie mit rund 40 Euro notiert. LYNX hält ein Kurspotenzial von rund 50 Prozent in den kommenden zwölf bis 18 Monaten für möglich.



Tesla – Die Gewinnzone lockt

Das US-Unternehmen hat mit seinen Modellen das E-Auto überhaupt erst alltagstauglich gemacht. Tesla wurde 2003 von Elon Musk gegründet. In den vergangenen Jahren war Tesla immer wieder mit Kritik und Skepsis konfrontiert.
Mit dem Model 3 hat Tesla aber ein Auto im Portfolio, das in der Mittelklasse angesiedelt ist. 2018 avancierte es zum meistverkauften Elektroauto der Welt. Seit April 2019 ist es auch in Deutschland verfügbar. Das Model 3 könnte für Tesla nach einigen Krisen, der Kurs der Tesla-Aktie schwankte kräftig in den vergangenen Jahren, endgültig der Wendepunkt sein, um das Unternehmen in die Gewinnzone zu führen. So will Tesla ab dem Jahr 2020 500.000 Elektroautos pro Jahr verkaufen. Experten gehen deshalb davon aus, dass das Unternehmen dann auch zunehmend alltagstaugliche Elektrofahrzeuge anbieten wird. 

Elektroautos: Diese Aktien haben Potenzial 

  • BYD Company Limited – 5,31 Euro
  • Hella GmbH & Co. KGaA – 41,00 Euro
  • Panasonic Corporation – 7,10 Euro
  • Tesla, Inc. – 186,76 Euro

(Stand: Juni 2019)

Verwandte Artikel