Volvo bringt Elektroauto mit 408 PS

Der Volvo Polestar 2 geht Anfang 2020 auf

Volvos Performance- und Elektromarke bringt 2020 einen Konkurrenten für Teslas Model 3. Mit 408 PS und 500 Kilometern Reichweite. Erste Details zum Polestar 2.

  • Heiko Dilk
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  • Veröffentlicht am 07/22/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 09/30/2019, 4:25 PM
Der Polestar 2 soll im März 2020 in Produktion gehen, die Preise starten zunächst bei knapp 60.000 Euro
Quelle: Polestar Der Polestar 2 soll im März 2020 in Produktion gehen, die Preise starten zunächst bei knapp 60.000 Euro

Neue Technologien bringen oft neue Formen hervor. Bei Volvo hat man sich auf die spezielle Form des Polestar 2 allerdings schon vorbereitet. Die Schweden hatten kurzzeitig den S60 Cross Country im Angebot. Eine Kreuzung aus SUV und Limousine. Der Polestar 2 erinnert ein wenig an den ungewöhnlichen Zwitter. Doch bei ihm ist die Form sinnvoll.

Der Polestar 2 wird das zweite Modell der Volvo-Marke Polestar. Der Ableger ist zuständig für den Sport im Volvo-Programm, und für die Elektromobilität. Erstes eigenständiges Modell wird der Polestar 1, der noch 2019 in Produktion gehen soll. Der Plug-in-Hybrid mit 150 Kilometern elektrischer Reichweite und insgesamt rund 600 PS wird voraussichtlich an die 150.000 Euro kosten.

Mit dem zweiten Modell peilt Polestar einen größeren Kundenkreis an. Die Schweden mit chinesischem Eigentümer nennen explizit das Model 3 von Tesla als Konkurrent. Das zum Marktstart im Jahr 2020 allerdings schon gut zwei Jahre auf dem Buckel haben wird. Vermutlich dürfte dann auch die erschwingliche Version für etwa 35.000 Euro breit verfügbar sein.

Der Polestar 2 startet bei 40.000 Euro

Polestar peilt einen Preis von 39.900 Euro für den Polestar 2 an. Allerdings nicht zum Start. Für die ersten zwölf Monate bietet die Marke nur die Launch Edition ab 59.900 Euro an. Auch hier dient Tesla offenbar als Vorbild. Zunächst war nur ein spezielles Performance-Modell für rund 60.000 Euro erhältlich.

Die Karosserie des Polestar 2 liegt irgendwo zwischen Limousine und SUV
Quelle: Polestar Die Karosserie des Polestar 2 liegt irgendwo zwischen Limousine und SUV

Polestar nennt das neue Modell “Fastback”, das für eine Limousine recht hoch auf den Rädern steht. Das schafft Platz für Akkupakete, die im Unterboden stecken. Doch Volvo bringt sie nicht nur dort unter. Weitere der insgesamt 27 Module aus 324 Batteriezellen stecken in einem Mitteltunnel, der sich der Länge nach durch den Innenraum zieht. Dadurch gelingt Polestar immerhin eine etwas niedrigere Bauweise als bei den Elektro-SUVs von Audi, Mercedes oder Jaguar. So flach wie das Model 3 wird der Polestar 2 jedoch nicht.

Die Kapazität des Akkupacks gibt Polestar mit 78 kWh an. Damit soll eine Reichweite von 500 Kilometern nach dem WLTP-Zyklus möglich sein. Nach dem noch etwas strengeren US-Verbrauchszyklus seien es voraussichtlich 275 Meilen (ca. 443 km).

Die Unterbringung der Akkus im Unterboden soll zur Steifigkeit der Karosserie beitragen und zudem das Geräuschniveau im Innenraum senken. Polestar spricht von einem um 3,7 Dezibel geringeren Niveau im Vergleich zu einem Chassis mit konventionellem Antrieb.

Allradantrieb mit 408 PS

Die Akkus speisen zwei Elektromotoren, einen an jeder Achse, die gemeinsam eine Leistung von 300 kW (408 PS) erreichen. Das Drehmoment wird mit 660 Newtonmetern angegeben. Tempo 100 soll in weniger als 5 Sekunden erreicht sein. Für bessere Performance in Kurven bietet Polestar für den 2 optional ein verbessertes Fahrwerk mit Dämpfern von Öhlins, Brembo-Bremsen und 20-Zoll-Rädern an.

Im Innenraum entfernt Polestar sich mit dem 2er nicht weit von der Volvo-Designsprache
Quelle: Polestar Im Innenraum entfernt Polestar sich mit dem 2er nicht weit von der Volvo-Designsprache

Einen interessanten neuen Weg schlägt Volvo beim Infotainment ein. Als einer der ersten Hersteller lässt Polestar den Giganten Google tief ins Auto. Das System basiert auf Googles Smartphone-Software Android. Damit werden der Google Assistant, Google Maps und die Möglichkeit der Installation von Apps aus dem Google Play Store direkt integriert. Andere Hersteller erlauben allenfalls die Schnittstelle Android Auto, manche wollen Google am liebsten komplett aus dem Fahrzeug halten. Vor allem, um selbst die Hoheit über Kundendaten zu behalten.

Genau wie der Polestar 1 und alle folgenden Polestar-Modelle wird der Polestar 2 ausschließlich online bestellbar sein. Damit man das Fahrzeug vorher wenigstens anfassen und eventuell fahren kann, sollen in ausgewählten Städten sogenannte “Polestar Spaces” eröffnet werden. Von Ende August bis September macht zudem die “Polestar Road Show” Station in Deutschland. Im Oktober folgt Norwegen, wo zudem der erste Polestar Space eröffnet werden soll. Natürlich in Oslo, der inoffiziellen Hauptstadt der Elektromobilität.

Polestar 2 Neuvorstellung - Bildergalerie

  • Der Polestar 2 soll im März 2020 in Produktion gehen, die Preise starten zunächst bei knapp 60.000 Euro
    Quelle: Polestar Der Polestar 2 soll im März 2020 in Produktion gehen, die Preise starten zunächst bei knapp 60.000 Euro
  • Der Polestar 2 verfügt über je einen Elektromotor pro Achse mit insgesamt 300 kW Leistung
    Quelle: Polestar Der Polestar 2 verfügt über je einen Elektromotor pro Achse mit insgesamt 300 kW Leistung
  • Die Karosserie des Polestar 2 liegt irgendwo zwischen Limousine und SUV
    Quelle: Polestar Die Karosserie des Polestar 2 liegt irgendwo zwischen Limousine und SUV
  • Der Polestar 2 verfügt über ein Akkupaket mit 78 kWh Kapazität im Unterboden
    Quelle: Polestar Der Polestar 2 verfügt über ein Akkupaket mit 78 kWh Kapazität im Unterboden
  • Volvo nennt die Karosserieform des zweiten Modells der Submarke Polestar Fastback
    Quelle: Polestar Volvo nennt die Karosserieform des zweiten Modells der Submarke Polestar Fastback
  • Im Innenraum entfernt Polestar sich mit dem 2er nicht weit von der Volvo-Designsprache
    Quelle: Polestar Im Innenraum entfernt Polestar sich mit dem 2er nicht weit von der Volvo-Designsprache
  • Der Bildschirm des Infotainmentsystems schwebt optisch frei vor der Mittelkonsole
    Quelle: Polestar Der Bildschirm des Infotainmentsystems schwebt optisch frei vor der Mittelkonsole
  • Auf dem großen Zentraldisplay lassen sich Ladeinformationen zum Polestar 2 anzeigen
    Quelle: Polestar Auf dem großen Zentraldisplay lassen sich Ladeinformationen zum Polestar 2 anzeigen
  • Lenkrad und Cockpit des Polestar 2 kommen Volvo-Fahrern bekannt vor
    Quelle: Polestar Lenkrad und Cockpit des Polestar 2 kommen Volvo-Fahrern bekannt vor
  • Bewährte Volvo-Qualität gibt es im Polestar auch bei den Sitzen. Gelbe Sitzgurte lockern das Ambiente auf
    Quelle: Polestar Bewährte Volvo-Qualität gibt es im Polestar auch bei den Sitzen. Gelbe Sitzgurte lockern das Ambiente auf