Sie bieten die Vorteile von Elektroautos ohne Ladeprobleme

Das kosten Wasserstoffautos

Wasserstoffautos sind echte Exoten auf unseren Straßen, gelten dabei aber als vernünftige Alternative zum Elektroauto. Sie werden von einem Elektromotor angetrieben, der keine schweren Batterien braucht. Der Strom kommt von der Brennstoffzelle, in der Strom mittels einer chemischen Reaktion aus Sauerstoff und Wasserstoff entsteht. Und den Wasserstoff kannst Du fast so normal tanken wie Benzin.

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:06 PM
Emissionsfreier Betrieb mit Elektromotor und problemloses, schnelles Auftanken.
Quelle: picture alliance/dpa Emissionsfreier Betrieb mit Elektromotor und problemloses, schnelles Auftanken – Wasserstoffautos bieten zwei große Vorteile.

Elektrisch fahren liegt im Trend. Leise ohne jegliches Motorengeräusch und vor allem emissionsfrei dahinrollen – und dennoch bei Bedarf auf ein sattes Drehmoment und gute Beschleunigungswerte zurückgreifen: Elektroautos haben ihre unbestreitbaren Qualitäten, wenn da nicht das Problem mit dem Aufladen der Batterien wäre. Je nach Ladestation kann es einige Stunden, aber auch eine ganze Nacht dauern, bis die Akkus wieder voll sind.

Das Aufladen eines Wasserstoffautos dauert etwa drei bis fünf Minuten.
Quelle: picture alliance / imageBROKER Das Aufladen eines Wasserstoffautos dauert etwa drei bis fünf Minuten. Mit einer Tankladung kommst Du etwa 300 bis 600 Kilometer weit.


Hier kommen die Autos mit Wasserstoff ins Spiel beziehungsweise auf die Straße. Sie brauchen keinen Strom aus der Batterie. Wasserstoffautos haben einen Tank, in dem sich Wasserstoff in einer chemischen Reaktion mit Sauerstoff in elektrische Energie verwandelt. Die Tanks aufzuladen dauert etwa drei bis fünf Minuten, dann hast Du eine Reichweite von rund 500 bis 600 Kilometern. Auch Autos mit Brennstoffzelle haben ein Problem: Das Angebot an Tankstellen ist sehr gering. Derzeit gibt es etwa 60 Tankstellen in ganz Deutschland. Der Großteil ist in Ballungsgebieten und entlang der Autobahnen angesiedelt. Das dünne Tankstellennetz ist einer der Hauptgründe, warum Wasserstoffautos in Deutschland noch sehr selten sind. Zum Kauf werden hierzulande bislang nur zwei Modelle angeboten: der Hyundai Nexo und der Toyota Mirai. Eine dritte Variante wäre der neue Mercedes-Benz GLC F-Cell. Das Mittelklasse-SUV mit zusätzlicher Batterie wird derzeit aber nur an ausgewählte Mercedes-Kunden vermietet.

Die Treibstoffkosten liegen ähnlich hoch wie bei Autos mit Verbrennungsmotoren.
Quelle: picture alliance / Arne Dedert/d Die Treibstoffkosten liegen ähnlich hoch wie bei Autos mit Verbrennungsmotoren

Toyota Mirai: Moderne Technik und unkonventionelles Design

Der Toyota Mirai ist bereits seit 2014 auf dem Markt. Optisch ähnelt die 4,89 Meter lange Limousine der gehobenen Mittelklasse der E-Klasse von Mercedes-Benz. Ein wesentlicher Unterschied ist das sehr individuelle Design mit vielen Ecken und Kanten und einem auffallenden Leuchtenband am Heck. Das Design unterstreicht den unkonventionellen Charakter des Autos, dem man bisher sehr selten auf unseren Straßen begegnet. Das liegt vermutlich auch am Preis von offiziellen 78.600 Euro. Damit kostet der Toyota Mirai praktisch genauso viel wie das Einstiegsmodell des elektrisch betriebenen Tesla Model S. Doch der Tesla sieht nicht nur besser aus, sondern bietet auch erheblich mehr Leistung.
Der Toyota Mirai hat einen Elektromotor mit 154 PS und 335 Nm Drehmoment, der über ein stufenloses Automatikgetriebe gesteuert wird. Die Reichweite liegt laut ADAC-Test bei etwa 480 Kilometern und damit knapp auf dem Niveau der Werksangabe von 500 Kilometern. Der Preis ist zwar hoch, aber dafür gibt es eine komplette Serienausstattung. Zur Wahl stehen aufpreisfrei die vier Metallicfarben Platinumsilber, Iridiumblau, Rhodiumschwarz, Merlotrot sowie die Perleffektlackierung Titaniumweiß. Serienmäßig hat der Mirai 17-Zoll-Leichtmetallräder, ein Multimediasystem mit Rückfahrkamera, Sitzheizung vorne und hinten, Parksensoren, einen Fernlichtassistenten, einen Totwinkelwarner, eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, Lederausstattung, Soundsystem und ein beheizbares Lenkrad. Einfach macht es Toyota den potenziellen Mirai-Käufern, denn weitere Extras zur Auswahl gibt es nicht. Dank Ausnutzung spezieller Fördermittel für Autos mit Brennstoffzelle bietet Toyota "relativ günstige" Leasingkonditionen für gewerbliche Kunden. Bei 36 Monaten Laufzeit und 15.000 Kilometer pro Jahr liegt die Nettorate momentan bei 496 Euro.

Aufgrund des dünnen Tankstellennetzes sind Wasserstoffautos in Deutschland noch sehr selten.
Quelle: picture alliance/dpa Aufgrund des dünnen Tankstellennetzes sind Wasserstoffautos in Deutschland noch sehr selten.

Hyundai Nexo: Konventioneller im Design und nicht ganz so teuer

Etwas günstiger ist der Kaufpreis des zweiten Wasserstoffautos. Mit 69.000 Euro ist auch der Hyundai Nexo kein Schnäppchen und liegt preislich gut 12.000 Euro über der Basisversion des neuen Tesla Model 3. Der Hyundai sieht im Vergleich zum Toyota wesentlich konventioneller aus; das Mittelklasse-SUV hat eine Länge von 4,67 Metern. Der Nexo ist erst seit 2018 auf dem Markt und hat damals seinen Vorgänger, den Hyundai ix35, abgelöst. Angetrieben wird der Nexo von einem 163 PS starken Elektromotor mit 395 Nm Drehmoment und einem stufenlosen Automatikgetriebe. Die Reichweite des Nexo liegt laut ADAC-Test bei 540 Kilometern, der Verbrauch bei 1,2 Kilogramm Wasserstoff auf 100 Kilometern. Auch hier ist die Serienausstattung recht üppig. Sie umfasst unter anderem einen Spurhalteassistenten, einen City-Notbremsassistenten, einen Einparkassistenten mit Fernbedienung, einen Totwinkelassistenten, einen Querverkehrwarner, ein Navigationssystem und ein Smartkey-System. Optional angeboten werden eine Metalliclackierung für zusätzliche 600 Euro und ein Premium-Paket unter anderem mit 19-Zoll-Rädern, Around-View-Monitor, Schiebedach, Soundsystem und Sitzheizung hinten zum Preis von 3.500 Euro.

Mercedes-Benz GLC F-Cell: Nur für ausgewähltes Publikum

Seit Kurzem bietet Mercedes-Benz eine Wasserstoffversion des Mittelklasse-SUV GLC an. Das Besondere an dem Modell: Es ist ein Wasserstoff Plug-in-Hybrid und besitzt zusätzlich eine aufladbare Batterie. Außerdem kann man mit dem GLC F-Cell auch autonom fahren. Die Reichweite des GLC F-Cell liegt laut Mercedes-Benz bei bis zu 478 Kilometern im Hybridmodus zuzüglich 51 Kilometern mit Batteriebetrieb. Mercedes-Benz baut nur einige hundert Exemplare des GLC F-Cell. Diese werden an ausgewählte Personen vermietet, berichtet der ADAC. Die Kosten liegen bei 799 Euro im Monat, Wartung und Versicherung inklusive. Dazu installiert Mercedes-Benz in Deutschland sieben F-Cell-Stützpunkte in Großstädten.

Treibstoff kaum billiger als bei Verbrennungsmotoren

Stand Juni 2019 liegen die Preise für ein Kilogramm Wasserstoff an den deutschen Tankstellen bei 9,50 Euro pro Kilogramm. Wenn Du davon ausgehst, dass die beiden Modelle von Hyundai und Toyota etwa ein Kilogramm auf 100 Kilometern verbrauchen, liegen die Treibstoffkosten ähnlich hoch wie bei Autos mit Verbrennungsmotoren. Sparsame Dieselmotoren mit einem Verbrauch von rund fünf bis sechs Litern sind hier sogar günstiger unterwegs. Auch bei den Reichweiten liegen die Wasserstoffautos auf dem Niveau von Benzinmotoren. Viele Diesel schaffen größere Reichweiten.

Schwer kalkulierbare Wertentwicklung

In einem sehr kleinen Marktsegment wie bei dem der Wasserstoffautos ist eine Prognose über die Wertentwicklung schwierig. Die künftigen Rahmenbedingungen für die Technologie sind schwer abschätzbar. Außerdem hängt die Zukunftsfähigkeit der Wasserstoffautos auch davon ab, wie sich die Elektroautos entwickeln. Und bei den Elektroautos passiert in technischer Hinsicht einiges, was den Wasserstoffantrieb als Alternative nicht unbedingt interessanter macht.
Anfang 2019 gab es in Deutschland insgesamt rund 300 Pkw mit Wasserstoffantrieb. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist das Angebot entsprechend klein. Es werden vor allem Händlerfahrzeuge offeriert, dazu einige ältere Autos wie der Hyundai ix35 zu Preisen ab knapp 40.000 Euro. Besser werden könnte das, wenn sich die Pläne der „H2 MOBILITY“ erfüllen. Deren Hauptaufgabe ist der Ausbau des Wasserstoff-Tankstellennetzes. Bis Ende 2019 will „H2 MOBILITY“ 100 Stationen deutschlandweit realisieren; in den nächsten Jahren sollen 300 weitere folgen.

Die aktuellen Wasserstoffautos im Vergleich

-Hyundai NexoToyota MiraiMercedes-Benz GLC F-Cell
Preis69.000 Euro78.600 Euro799 Euro / Monat (nur für ausgewählte Kunden)
Leistung163 PS154 PSkeine Angabe
Gewicht1.889 kg1.850 kg2.130 kg
Reichweite540 km480 km478 km + 51 km mit Batterie (Werksangabe)



TreibstoffartenElektroKaufberatung

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