Das erste Mini-SUV in zweiter Generation: Neuvorstellung

Das ist der zweite Nissan Juke für 2019

Mit dem ersten Juke wagte Nissan was Neues und hatte viel Erfolg. Die zweite Generation des Mini-SUV macht nichts grundlegend anders. Aber Wesentliches besser.

  • Sven Förster
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  • Veröffentlicht am 09/04/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:08 PM
Zum Marktstart sitzt unter der Haube des Juke ein 117 PS starker Benziner
Quelle: Nissan Zum Marktstart sitzt unter der Haube des Juke ein 117 PS starker Benziner

Neun Jahre sind genug: Im November bringt Nissan einen Nachfolger für den erfolgreichen Juke. Generation Eins gilt als erstes Auto des Mini-SUV-Segments. Es zeigte, wie gut knapp bemessene Hochbeiner am Markt ankommen können. Oder, wenn man will: Wie groß das Bedürfnis nach einem Auto war, dass sich selbst und die Offroad-Thematik nicht ganz so ernst nimmt.

In zweiter Generation bleibt der Juke eine der optisch ausgefalleneren Optionen in der stetig gewachsenen Fahrzeugkategorie. Das kleinste Nissan-SUV wirkt wie gehabt ein wenig rundlich und auf Wunsch ziemlich farbenfroh. Technisch ist einiges anders als beim Vorgänger. Mit dem Modellwechsel gibt es neue Motoren, eine neue Plattform und moderne Assistenten. Außerdem mehr Platz und die grundsätzliche Möglichkeit zu elektrifizierten Antrieben.

Karosse: Rund 7,5 Zentimeter mehr desselben

Was einmal klappte, soll wieder funktionieren: Der Juke kommt wie sein Vorgänger mit gewölbter Schnauze und flach abfallender C-Säule. Die aufgesetzten Glubschaugen-Scheinwerfer wandern etwas, an den Flanken finden sich mehr Kanten. In Summe sehen wir 7,5 Zentimeter mehr Auto: Mit nunmehr 4,21 Metern Länge überragt der Juke II den VW T-Cross um 10 Zentimeter. Nissans nächst-größeres SUV ist der 4,35 Meter lange Qashqai. Der steht bereits mitten im Kompakt-SUV-Segment. Mit 1,80 Metern ist der Neue außerdem breiter als der Vorgänger. In der Höhe legt der Nissan geringfügig zu, und zwar auf 1,59 Meter.

Mit 4,21 Metern bewegt sich der Juke am oberen Ende des Mini-SUV-Segments
Quelle: Nissan Mit 4,21 Metern bewegt sich der Juke am oberen Ende des Mini-SUV-Segments

Die letzten Millimeter entfallen wohl auf die durchgehenden Ausbuchtungen links und rechts am Dach: Sportwagen-Hersteller bezeichnen diese Wölbungen als Double-Bubble – eine Maßnahme zur Steigerung der Kopffreiheit. Die Häupter der Insassen haben im neuen Juke rund 1,1 Zentimeter mehr Platz als bei der ersten Generation. Außerdem ermöglicht das Karossen-Wachstum 5,8 Zentimeter mehr Beinfreiheit für die zweiten Reihe. Die Ausdehnung zu allen Seiten schlägt sich nicht im Gewicht nieder. Im Gegenteil, laut Hersteller soll der Juke beim Modellwechsel rund 23 Kilogramm verlieren. Damit käme der Neue auf ein Leergewicht von rund 1.215 Kilogramm aufwärts.

Mehr Kofferraumvolumen für den Nissan Juke II

Am ersten Juke monierten viele den knapp bemessenen Kofferraum. 354 Liter passten in das City-SUV mit aufgestellten hinteren Lehnen - nachdem Nissan 2014 das Reserverad gestrichen hatte. Der neue Juke bietet mehr Platz, kommt auf 422 Liter. Zum Raumwunder macht ihn das nicht: Die jüngst vorgestellte Generation II des Renault Captur kann mit regulärer Bestuhlung 536 Liter laden. Davon abgesehen eint den Juke vieles mit dem Franzosen: Die jeweils kleinsten SUV der Marken teilen sich eine Plattform. Der CMF-B-Unterbau bietet mehr Verwindungssteifigkeit als die Basis des vorherigen Juke.

Im neuen Juke stehen 422 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung
Quelle: Nissan Im neuen Juke stehen 422 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung

Denkbar, dass Nissan sein Modell geringfügig fahraktiver auslegt als Renault. Zumindest legen die Innenraum-Aufnahmen einen moderat-sportlichen Ansatz nahe: Der Juke kommt serienmäßig mit deutlich taillierten, einteiligen Sitzen. Sie werden optional mit Stoff, Alcantara oder glattem Leder bespannt. Wie beim vorherigen Juke ist der Weg vom Lenkrad zum hochgesetzten Schalthebel denkbar kurz. Generell soll das Interieur haptisch an Qualität gewinnen: Nissan verspricht mehr Soft-Touch-Materialien, außerdem insgesamt mehr Staufächer.

Individualisierungsmöglichkeiten Außen und Innen

Der Bereich um den Gangwahlhebel bis zur Mittelarmlehne lässt sich Individualisieren: Für die Plastik-Fläche bietet Nissan mehrere Farben. Die finden sich auf Wunsch auch am Armaturenbrett und Teilen der Seitenverkleidung wieder. Die Chance zum Farbenspiel bot bereits der Innenraum des Vorgängers, doch beim aktuellen Juke wirkt das alles weniger bemüht und nicht so gezwungen flippig.

Außerdem wird das Dach im Nissan-Werk von Sunderland optional in einer anderen Farbe lackiert als der Rest der Karosse. Abhängig von Ausstattung und Paket schrauben die britischen Nissan-Mitarbeiter außerdem breitere Seitenschweller und geringfügig andere Stoßfänger an die Juke-Karosse.

Antriebe: Ein 1,0-Liter-Dreizylinder ist gesetzt

Zum Marktstart kommt der Juke ausschließlich mit 117 PS starkem Benziner. Den Vorgänger bot Nissan zuletzt mit bis zu 112 PS. Die vergleichbare Leistung entspringt verschiedenen technischen Zugängen: Den alten Juke trieb ein 1,6 Liter-Vierzylinder-Sauger an. Das Aggregat für den Juke II kommt mit einem Brennraum weniger auf 1,0-Liter Hubraum. Den Turbomotor nutzt Nissan bereits in der aktuellen Version des Kleinwagens Micra. Damit lassen sich detaillierte Angaben für das Juke-Triebwerk treffen: Die Höchstleistung liegt wohl bei 5.250 Umdrehungen an, das maximale Drehmoment von 180 Newtonmetern liefert das Downsizing-Aggregat konstant von 1.750–4.000 Touren.

Die Kraft reicht der Juke serienmäßig an ein manuelles 6-Gang-Getriebe weiter. Optional bietet Nissan ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe – gegen Aufpreis werden sich Schalt-Paddles ans Lenkrad konfigurieren lassen. Automatik-Versionen des auslaufenden Vorgängers verfügen noch über ein stufenloses CVT-Getriebe.

Langfristig ist ein Juke-Hybrid denkbar

Für den Juke I bot Nissan ein Diesel-Aggregat. Doch einen Selbstzünder erwähnt Nissan beim neuen Modell nicht mehr. Im Plattform-Bruder Renault Captur wird es einen 115 PS starken 1,5-Liter-Diesel geben, im ebenfalls technisch verwandten Renault Clio entfällt er für den deutschen Markt allerdings. Müssten wir auf ein zukünftiges Juke-Triebwerk aus der Renault-Nissan-Allianz wetten, wäre es der aufgeladene 1,3-Liter-Vierzylinder mit 130 PS.

Zu einem späteren Zeitpunkt ist ein Hybrid-Strang denkbar. Bei Renault sind elektrifizierte Antriebe für Autos auf CMF-B-Plattform gesetzt – sowohl Voll-Hybride als auch Plug-in-Hybride mit Lademöglichkeit an der Steckdose. Die Möglichkeit dazu war bei der Entwicklung der Antriebs-Plattform eine wesentliche Anforderung.

Juke erhält die gängigen Fahrassistenten

Was der Unterbau im Juke garantiert und von Beginn an ermöglicht: Die gängigen Fahrassistenten. Für den Juke II gibt es Verkehrszeichenerkennung, einen adaptiven Tempomaten sowie einen Lenkassistenten. Die Fähigkeit, selbstständig die Spur zu halten sowie anderen Autos im Tempomat-Betrieb zu folgen kombiniert Nissan zu einem Stau-Assistent. Im Konfigurator wird sich die teil-autonome Funktion als Pro-Pilot finden.

Vom Vorgänger setzte Nissan in Europa rund eine Million Exemplare ab
Quelle: Nissan Vom Vorgänger setzte Nissan in Europa rund eine Million Exemplare ab

Das offeriert der Hersteller bereits in einigen anderen Modellen. Eine Form elektronischer Unterstützung debütiert (Marken-intern) mit dem Juke. Sein Totwinkel-Assistent verfügt optional über die Möglichkeit zum Lenkeingriff. Heißt: Übersieht man einen Auto trotz glimmender Warnlampe im Außenspiegel, lenkt das Mini-SUV rechtzeitig auf die angestammte Spur zurück. Laut Hersteller gibt es die Funktion erstmals in diesem Segment.

Preise für den zweiten Juke nennt der Hersteller noch nicht. Tarife des Vorgängers startete zuletzt bei 16.490 Euro. Maßgebliche Preissprünge sind unwahrscheinlich. Denn wie gesagt: Insgesamt kam der Vorgänger am Markt gut an. In Europa setzte Nissan mehr als eine Million Exemplare ab. Die Änderungen beim Modellwechsel erfolgen mit Bedacht. Damit kann es für den Juke II ebenfalls laufen - selbst ohne den Reiz eines neuen Fahrzeug-Konzepts.



Der Nissan Juke II in Bildern

  • Nach neun Jahren schickt Nissan den Juke in die zweite Generation
    Quelle: Nissan Nach neun Jahren schickt Nissan den Juke in die zweite Generation
  • Im neuen Juke stehen 422 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung
    Quelle: Nissan Im neuen Juke stehen 422 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung
  • Zum Marktstart sitzt unter der Haube des Juke ein 117 PS starker Benziner
    Quelle: Nissan Zum Marktstart sitzt unter der Haube des Juke ein 117 PS starker Benziner
  • Mit 4,21 Metern bewegt sich der Juke am oberen Ende des Mini-SUV-Segments
    Quelle: Nissan Mit 4,21 Metern bewegt sich der Juke am oberen Ende des Mini-SUV-Segments
  • Der Bereich vom Schalthebel bis zur Mittelarmlehne lässt sich individualisieren
    Quelle: Nissan Der Bereich vom Schalthebel bis zur Mittelarmlehne lässt sich individualisieren
  • Der Juke streckt sich um einige Zentimeter. Das kommt besonders der Beinfreiheit in der zweiten Reihe zu Gute
    Quelle: Nissan Der Juke streckt sich um einige Zentimeter. Das kommt besonders der Beinfreiheit in der zweiten Reihe zu Gute
  • Je nach Wahl der Ausstattung, bekommt der Juke andere Seitenschweller und Stoßfänger
    Quelle: Nissan Je nach Wahl der Ausstattung, bekommt der Juke andere Seitenschweller und Stoßfänger
  • Optional bekommt das Dach eine andere Farbe als der Rest der Karosserie
    Quelle: Nissan Optional bekommt das Dach eine andere Farbe als der Rest der Karosserie
  • Vom Vorgänger setzte Nissan in Europa rund eine Million Exemplare ab
    Quelle: Nissan Vom Vorgänger setzte Nissan in Europa rund eine Million Exemplare ab
  • Für den Innenraum des Jukes stehen mehrere Farben zur Auswahl
    Quelle: Nissan Für den Innenraum des Jukes stehen mehrere Farben zur Auswahl